Schloss Berlin - Wiederaufbau als Humboldtforum

    • Oktavian schrieb:

      Gnade uns Gott, Dtl. wäre unter diesen Leuten jetzt in dem Zustand von 1945: NICHTS, aber auch rein gar nichts wäre wiederaufgebaut worden und der Abbriß und Nicht-Wiederaufbau wären noch viiiiiel gravierender geworden.
      Das ist nicht nur deine Theorie, sondern erwiesene Realität. Man muss ja nur schauen, was nach 1945 von den Kommunisten in Ostdeutschland angerichtet wurde. Dagegen sind die Banausen, die im Westen der Sechzigerjahre historische Fassaden hinter Eternitplatten versteckten, noch harmlos.
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      Gutmensch = Gut gedacht, nicht nachgedacht, schlecht gemacht
    • Friedenau schrieb:

      Noch ein Nachtrag. Es wurde auch gesagt, der Brunnen gehöre Berlin und daher könne man damit machen was man will. Ist diese Annahme richtig? Der Brunnen wurde damals an das Kaiserhaus geschenkt. Gehörte er dann später der Republik als Rechtsnachfolger oder ist eigentlich die Stiftung Preussischer Kulturbesitz/Schlösserverwaltung Eigentümerin. Denn anders als beim Reiterdenkmal Friedrichs Unter den Linden ist der Brunnen im Besitz des Kaiserhauses gewesen und somit könnte diese etwas mobile Immobilie heute auch dem Bund gehören und dann könnte der damit machen was er will. Wem also gehört er?
      Also da der Brunnen ja ein persönliches Geschenk an den Kaiser war, müsste er eigentlich seinen Erben gehören, also heute dem Chef des Hauses Hohenzollern, Georg Friedrich Prinz von Preußen. Der Mann macht ja einen sehr vernünftigen Eindruck und wird dann schon die richtige Entscheidung treffen. :whistling:
    • @Weissenseeer
      Oh, sorry, wenn ich dich gelangweilt habe. Mich nervt hier auch manches, z.B. eine plumpe Ausdrucksweise.

      Und welche "interessanten Beiträge" davor sind denn dadurch für dich "untergegangen"?
      Es geht hier nunmal um das Schloss. Wenn man auf andere Themen von der Flüchtlingspolitik bis zur Architektur nach 1945 ausweicht, mag das für dich interessanter erscheinen, zum eigentlichen Thema hier gehören sie nicht (auch wenn sie mich nicht weiter stören).
    • Um vielleicht mal eine Neuigkeit beizusteuern. Weil hier ja mal die Frage aufkam ob den Verantwortlichen beim Bund überhaupt bekannt ist dass die jetzige Schale des Neptunbrunnens nicht die originale Schale ist kann ich jetzt aus erster Hand sagen dass es definitiv bekannt ist.

      Ich könnte mir daher vorstellen dass der Kompromiss so aussehen könnte dass man zunächst nur die Schale in den alten Abmessungen rekonstruiert mit einer einfachen Fontäne. Aber wie ich aus erster Hand weiß sind die "Verhandlungen" zwischen dem Bund und Berlin extrem schwierig. Und durch den neuen Senat wird dies nochmal erschwert.

      Aktuell würde ich im Umfeld des Schlosses eher weniger optimistisch sein. Es riecht leider nach Steinwüste.
      APH - am Puls der Zeit
    • Wer ist denn diese "erste Hand", wenn man fragen darf? :whistling: Und ob die Diskussion über das Umfeld des Schlosses auch hier weiterhin diskutiert werden sollte, finde ich auch fraglich, da es dazu wirklich viel Gesprächsstoff gibt, den man mittlerweile vielleicht wirklich in einen separaten Thread ausgliedern sollte.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Friedenau schrieb:

      Ich hatte vergangene Woche einen Staatssekretär der SPD gefragt, worin der Grund der Ablehnung des Geldes für die Umsetzung des Schlossbrunnens läge. Er reagierte recht ausweichend, begründete dies mit der doch sehr umfangreichen Debatte, die sich darum bewegt und das nach Meinung von Experten eine Umsetzung abzulehnen sei. Außerdem möge er das Humbolt-Forum als Gebäude nicht und schon gar nicht die Schlossfassade. Und außerdem, nur weil ein paar Nostalgiker kräftig beim Bund Lobbyarbeit gemacht hätten müsse Berlin noch lange nicht das Geld annehmen.
      Das ganze leider auch mit sehr überheblichem und sich über meine Frage amüsierendem Gestus. Abschließend muss ich dazu leider sagen, dass man merkte, dass er nicht wirklich Ahnung von der Materie hatte, dafür aber eine Meinung. Bedauerlich, dass solche Leute entscheiden.
      Leute, die die Welt nicht braucht.

      Man kann nur froh sein, dass wenigstens der Bau des Humboldt-Forums rechtzeitig beschlossen und begonnen wurde und dass so jemand zwar noch ein paar Jahre auf Kosten der Steuerzahler seine Krawatte spazierentragen, aber die Schlossfassade nicht mehr verhindern kann. Das Humboldt-Forum wächst offensichtlich in lausigen Zeiten heran, was die Entwicklung von Berlins historischer Mitte angeht. Der Schinkelplatz ist architektonisch an die Wand gefahren, weder Brunnen noch Rossbändiger kehren vor das "Schloss" zurück, um das sich eine Steinwüste legen wird. Vermutlich würde heute nicht einmal der Lustgarten wieder begrünt. Aber vielleicht ergeben sich ja in zehn oder fünfzehn Jahren Möglichkeiten, wenn andere Entscheidungsträger im Rathaus sitzen.
    • Schloßgespenst schrieb:

      Aber vielleicht ergeben sich ja in zehn oder fünfzehn Jahren Möglichkeiten, wenn andere Entscheidungsträger im Rathaus sitzen.
      Eben, und deshalb plädiere ich ja immer wieder dafür, jetzt auf keinen Fall das ehemalige Marienviertel bebauen zu wollen. Es käme nichts gutes dabei heraus. Man sehe den Molkenmarkt als Probelauf und schaut dann, was man besser machen kann.
    • In der Berliner Zeitung ist heute ein interessanter Artikel zum Stand der Arbeiten am Schloss erschienen.

      Die beste Nachricht darin lautet:

      Berliner Zeitung schrieb:

      „Wir sind im Zeitplan, 2019 werden wir fertig sein", sagt Hans-Dieter Hegner, Vorstandsmitglied der Stiftung Berliner Schloss im Humboldt Forum, die den Bau managt. (...) Noch in diesem Jahr sollen sich die Berliner aber die erste rekonstruierte Barockfassade ansehen können. „Wir wollen im Sommer die Fassade zur Lustgartenseite abrüsten und dem Publikum präsentieren – fertig geputzt und gemalert", sagt Hegner. Außerdem wird die Kuppel über dem Portal III mit Kupfer eingedeckt.
      Det is doch knorke, wa ?! cclap:)

      >> Hier der Link zum gesamten Artikel der Berliner Zeitung
      .
    • Neu

      Neues von Nikolaus Bernau in der Berliner Zeitung - diesmal zum Schloß.

      So ein Unsinn. Geschichte kann man nicht idealisieren oder fälschen - sie ist ja vergangen und über die Vergangenheit des Berliner Schlosses gibt es keinen Deutungsstreit. Bernau akzeptiert nur nicht, dass die Geschichte dieses Ortes weiter geht, nicht mit der DDR beendet ist und die Existenzpause des Berliner Schlosses eben auch wieder beendet werden kann.
      Auch das gehört zu der "vielgestaltigen Architekturgeschichte" des Schlosses, die Bernau in seinem ersten Satz beschwört.
      Auf die Idee zu kommen dass der Wiederaufbau "nationalistische Töne" hat, weil unterschlagen wird, dass Andreas Schlüter "im Königreich Polen geboren" wurde ist allerdings eine weitere Verdrehung. Erstens ist der Geburtsort Danzig, der seinerzeit zu über 95 % deutschsprachig war, nicht verbürgt - andere Quellen sprechen von Hamburg als Vaterstadt. Zweitens Hat sich Schlüter nicht als Pole gefühlt, auch wenn er am Königsschloß in Warschau gearbeitet hat; Rastelli ist auch kein Russe geworden. Drittens wäre das Gegenteil "nationalistisch", nämlich wenn der Geburtsort ein Kriterium wäre. Viertens spielte das im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert gar keine Rolle - ist also, wie so viel bei Bernau - aus heutger Sicht geurteilt.
      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff
    • Neu

      Ich will mich jetzt nicht so sehr über Herrn Bernau aufregen, allerdings würde ich doch etwas mehr Sachkenntnis befürworten, wenn man in der Zeitung etwas schreibt, als nur den Wikipedia-Eintrag zur Schlossfreiheit zu übernehmen. Und nur als einer von mehreren Punkten möchte ich darauf hinweisen, dass das Cafe Josty die Adresse "An der Stechbahn 1" hatte und nicht an der "Schlossfreiheit" lag und über eine Terrasse zum Wasser verfügte. Es ist übrigens mittig auf meinem Profilbild zu sehen, das die Stechbahn am Schlossplatz zeigt.
    • Neu

      Der Bernauer Nikolausi hat auch unlängst in der "Frankfurt Rundschau" einen Artikel über Kulturbauten in der BRD im Allgemeinen und Berlin im Besonderen hinsichtlich grandioser Steuerverschwendungen verfasst.

      Vieles mag stimmen, aber natürlich kann er sich nicht verkneifen, im letzten Absatz ausgerechnet einen Seitenhieb auf's Berliner Schloss einzubauen - dem derzeit einzig bekannten öffentlichen Kulturbau, der, anders als alle anderen, sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan liegt und darüberhinaus als einziges seine herrliche Barockfassade aus den freiwilligen Spenden der Bürger gebaut bekommt.

      fr-online.de/leitartikel/subve…ht,29607566,35077760.html

      Auch hier zeigt sich wieder Bernaus mangelnde Kenntnis der Materie.

      Habe umgehend mit einem entsprechenden Leserbrief gekontert - ob der veröffentlicht werden wird, wird man sehen.
    • Neu

      Bautradition, Friedenau, ich schlage vor, dass ihr eure Meinungen nochmal in der Kommentarfunktion der betreffenden Online-Artikels wiederholt. Das ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, etwas Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Ich selbst nutze das gerne, allerdings fühle ich mich fachlich nicht berufen, zum Berliner Schloss fundiert Stellung zu beziehen.
    • Neu

      Kralle schrieb:

      In der Berliner Zeitung ist heute ein interessanter Artikel zum Stand der Arbeiten am Schloss erschienen.

      Die beste Nachricht darin lautet:

      Berliner Zeitung schrieb:

      „Wir sind im Zeitplan, 2019 werden wir fertig sein", sagt Hans-Dieter Hegner, Vorstandsmitglied der Stiftung Berliner Schloss im Humboldt Forum, die den Bau managt. (...) Noch in diesem Jahr sollen sich die Berliner aber die erste rekonstruierte Barockfassade ansehen können. „Wir wollen im Sommer die Fassade zur Lustgartenseite abrüsten und dem Publikum präsentieren – fertig geputzt und gemalert", sagt Hegner. Außerdem wird die Kuppel über dem Portal III mit Kupfer eingedeckt.
      Det is doch knorke, wa ?! cclap:)
      >> Hier der Link zum gesamten Artikel der Berliner Zeitung
      .
      Ist das wirklich knorke?
      Wie schon Benni geschrieben hat ist die Südfassade schon viel weiter und
      der Bauherr verzichtet auf die Einnahmen von Samsung, die sicherlich noch ein weiteres Jahr geflossen wären.
      Anscheinend braucht man kein Geld mehr.
    • Neu

      Weissenseeer schrieb:

      [...] der Bauherr verzichtet auf die Einnahmen von Samsung, die sicherlich noch ein weiteres Jahr geflossen wären.
      Anscheinend braucht man kein Geld mehr.
      Ich bin davon überzeugt, dass die Stiftung ein Teufel tun wird, das Projekt auch nur ansatzweise zu gefährden oder auch nur minimal in ein schlechtes Licht zurücken. Sie werden sich da wohl ganz sicher sein.


      Weissenseeer schrieb:

      Ist das wirklich knorke?
      Wie schon Benni geschrieben hat ist die Südfassade schon viel weiter
      Auf beiden Seiten sind die Fensterachsen alle fertig, vom Sockel bis zur Balustrade. Nur die Portale sind auf der Südseite je zu ca. 90% fertig, auf der Nordseite zu ca. 50% (Portal V) und ca. 30% (Portal IV) und diese bestehen aber überwiegend aus Sandstein. Beides ist möglich, aber die Nordseite verspricht mehr PR. ;)

      PS: Ich würde übrigens die Westfassade als am weitesten hinterher hängend einschätzen. Das Eosanderportal ist bestimmt nicht bis Juni/Juli fertig.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Neu

      Wann kommt die häßliche Box eigentlich wieder weg? Ich würde die ja versteigern... Spätestens, wenn die Lustgartenfassade fertig ist, steht sie im Weg.

      Simulation von Catherine Feff 1992/4:

      "Modernität kann im Gewande der Vergangenheit hervortreten. Das ist eigentümlich für alle Renaissancen." Jacques Le Goff

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