Freiburg im Breisgau

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • ursus carpaticus schrieb:

      So geschmacklos und scheusslich kann man nur in D bauen. Man stelle sich so etwas in einer italienischen Altstadt vor! Gibt s in Sachen Torhaus keinen Denkmalschutz? Aber es ist natürlich etwas schmuddelig und muss daher weg. Die schwäbische Reinlichkeit kann derlei nicht hinnehmen, das darf niemand verlangen!
      Neh, das stimmt nicht. Solche Baunsunden gibt es auch in Norditalien.
    • Guten Abend!!!

      So wie ich das sehe ist das tatsächlich eine Angelegenheit für den Denkmalschutz, vor allem dieser pseudohistorische Bogen aus Disneyland..

      Das ganze wirkt auch mich wie eine AbM für Architekten und eine Geldverbrennungsaktion. Es würde ich nicht wundern, wennn die Gebäde bewußt heruntergewirtschaftet wurden. Unglaublich, dass so etwas heute noch möglich ist. Gerade im geschundenen Freiburg sollte man für jedes Original dankbar sein.
    • Neußer schrieb:

      Sehr schlimm, daß dieses Breuninger auch noch eine Fassade am Marktplatz hat.

      Neußer schrieb:

      Aber die Seite zum Marktplatz finde ich schon recht übel.
      Du sprichst vom Münsterplatz. Der Marktplatz befindet sich westlich der Kaiser-Joseph-Straße und ist komplett von historischen und historisierenden Bauten umgeben.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Guter Artikel:
      Dort, wo einst der Bertoldsbrunnen stand, befindet sich heute eine vierspurige, von vielstöckigen Verwaltungsbauten umstellte Straßenkreuzung. Weite Teile der Innenstadt sind locker mit gleichförmigen, von Grünstreifen durchzogenen Siedlungszeilen bebaut. Nur einige wenige, um das Münster gruppierte historische Gebäude erinnern als "Traditionsinsel" inmitten einer modernen, vom Autoverkehr durchfluteten Großstadt noch ans alte Freiburg.
      Unvorstellbar? So oder so ähnlich könnte Freiburg heute tatsächlich aussehen, wäre die Stadt nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gemäß dem damals vorherrschenden städtebaulichen Leitbild der "autogerechten Stadt" wiedererrichtet worden. So geschah es zum Beispiel in Berlin, Hannover, Kassel, Frankfurt am Main oder Stuttgart. Denn die historischen Altstädte hatten unter den Architekten und Stadtplanern jener Zeit kaum Fürsprecher: Die einst eng bebauten, verwinkelten Viertel erschienen ihnen als überholter Zustand, der nun dank der – wie es der Berliner Architekt Hans Scharoun ausdrückte – "mechanischen Auflockerung" durch den Bombenkrieg endlich überwunden werden konnte. In der Folge wurden auch zahlreiche vom Krieg unversehrte oder wiederaufbaufähige Gebäude den modernen Verkehrsplanungen geopfert, viele aus heutiger Sicht erhaltenswerte Baudenkmäler und Stadtbilder gingen dabei verloren. In Freiburg kam es, wie man heute nicht nur am Bertoldsbrunnen sehen kann, anders.[...]

      Freiburg: Der zweite Wiederaufbau - badische-zeitung.de
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Im Artikel wird jedoch auch der unbefriedigende Wiederaufbau in Städten wie Würzburg und Münster lobend hervorgehoben. Das ganze klingt stark nach süddeutscher Selbstzufriedenheit. "Seht her, was für tolle Kerle wir doch sind. Unmittelbar nach dem Krieg haben wir alles richtig gemacht. Andere Regionen mit weniger klugen Bevölkerungsteilen holen jetzt nach, was wir damals getan haben. Selbstverständlich gibt es bei uns nichts mehr zu verbessern und jede Forderung nach Rekonstruktionen ist demnach völlig deplatziert..."
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Georg Friedrich schrieb:

      Im Artikel wird jedoch auch der unbefriedigende Wiederaufbau in Städten wie Würzburg und Münster lobend hervorgehoben. Das ganze klingt stark nach süddeutscher Selbstzufriedenheit.

      Würzburg ist meine Geburtsstadt und ich halte den dortigen Wiederaufbau für wesentlich schlechter als den Freiburger (siehe auch "Kriegsschicksale Deutscher Architektur"). Ansonsten stimmt es natürlich, dass der heutige akzeptable Zustand der Freiburger Innenstadt Besseres verhindert - man ruht sich auf seinen Lorbeeren aus und ist sogar stolz auf diverse Verschlimmbesserungen der letzten Jahre, wie nun auch wieder beim zuletzt diskutierten Beispiel. Allerdings hat es aus der Bürgerschaft durchaus Gegenwind gegeben. "Süddeutsche Selbstzufriedenheit" ist dann doch ein wenig pauschal und undifferenziert - zumal Freiburg mit seiner grün-alternativen Mehrheit alles andere als "typisch süddeutsch" ist.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • (...)Tatsächlich gibt es abschreckende Beispiele wie die Rekonstruktion des
      Braunschweiger Residenzschlosses als Fassade für eine Shoppingmall. (...)
      Weiss gar nicht wieso das immer so negativ bewertet wird. Immerhin wurden innerhalb des neuen Schlosses auch einige Räume rekonstruiert. Und für mich steht die Aussenhülle an erster Stelle. Denn sie prägt das Stadtbild. So lange auf dem Gebäude nicht ein riesiges Schild mit der Aufschrift "Galeria Kaufhof" steht, finde ich am Braunschweiger Schloss mit Einkaufszentrum nichts auszusetzen.

      Was die Grünen in Baden-Württemberg angeht, bin ich mir ziemlich sicher, daß die nach der AKW-Debatte schnell wieder abgewählt werden. :squint:
    • Neußer schrieb:

      Was die Grünen in Baden-Württemberg angeht, bin ich mir ziemlich sicher, daß die nach der AKW-Debatte schnell wieder abgewählt werden.

      Freiburg ist schon seit Ewigkeiten Grünen-Hochburg, auch unser Bürgermeister ist grün. Im Vauban-Viertel hatten die Grünen bei der letzten Wahl über 70(!) Prozent - ohne AKW-Debatte wären es vielleicht 50 gewesen. :wink:

      Volle Zustimmung zum Braunschweiger Stadtschloss - ich bin sehr froh über dieses Rekoprojekt, gerade an dieser fürchterlichen Stelle.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Um dieses Projekt ist lange und viel gestritten worden. Sieht man dem Ergebnis nicht an.

      Anders als der Artikel vermuten lässt, liegt das Areal allerdings peripher in einer relativ vergessenen Ecke.
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Vision 2030
      Demokratische Stadtentwicklung
      Freiburg im Breisgau

      Dipl.Ing. Dr. phil J. H. Immo Kirsch

      Diese Arbeit entstand, nachdem die Stadt Freiburg sich erfolglos um die Teilnahme an dem Wettbewerb des Deutschen Instituts für Urbanistik (DIFU) "Stadt 2030" beworben hatte, zeitgleich in Freiburg die Vorbereitungen für die Aufstellung einer neuen FNP-Fortschreibung 2010 mit einem Dialogprozess liefen und wohl auch als Reaktion auf die total misslungene Bürgerbeteiligung in dem vom Bundesministerium für Bauwesen geförderten Workshop zum 'Alten Messplatz" eines EXWOST-Projektes.

      Quelle: Altstadt


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Mäcklers Entwurf

      Guten Abend allerseits,

      ich möchte nochmals auf den zweiten Bauabschnitt des Augustinermuseums zurückkommen und darauf hinweisen, dass das zum Abbruch bestimmte sog. Torhaus «überwiegend aus den 1920er Jahren [stammt], [und] nur ein geringer Teil der Fassade aus dem 18. Jahrhundert(Zitat aus dem Artikel). Ferner werden Torbogen und Balkon bewahrt und in Mäcklers Neubau integriert.

      Der alternative Entwurf unseres Forummitglieds «zeitlos» ist zweifellos schön, doch suggeriert er Historizität, versperrt abermals den Blick auf den Chor der Klosterkirche und ergreift nicht die Chance, den Klosterhof für Passanten erlebbar zu machen. Ich befürworte Rekonstrutionen an ihren Originalschauplätzen - dennoch möchte ich mich selbst nicht gedanklich in die Grenzen der architektonischen Phantasie von vor 500 Jahren sperren.

      Abgesehen von den Schießscharten des blauen Gebäudeabschnitts halte ich Mäcklers Entwurf für sehr gelungen und sensibel. Er ist kleinteilig, beschert einen sichtbaren Giebel, ein Vorplätzchen, einen Brückengang (wie man mancherlei in Freiburg findet). Des Weiteren sieht er vor, historische Versatzstücke respektvoll zu integrieren sowie eine eigenwillige Interpretation von in Freiburg häufig anzutreffender Fassadenfiguren anzubringen. Beliebigkeit kann dem Architekten jedenfalls nicht zum Vorwurf gemacht werden. Mit Verlaub: manchmal erscheint mir die Kritik in diesem Forum doch arg reflexartig. Die Gründe dafür liegen wiederum auf der Hand. Die Skepsis kommt nicht von ungefähr. Mäckler aber scheint den Bürgern zuzhören - ist das die gelebte Bürgergesellschaft, wie sie Kretschmann einläutet?


      Es grüßt
      GuideDuchemin
    • Die schlechte Nachricht: Die Anwohner haben noch wenig Gefallen an den Entwürfen des Neubaus an der Salzstraße.
      Aber is ja egal. huh:)



      "Scheußlich" urteilte ein anderer über Mäcklers Entwurf des Neubaus Salzstraße 32, der an Stelle des heruntergekommenen Torhauses entstehen soll. Der Neubau werde das hässlichste Haus der Oberen Altstadt, die Fenster seien unpassend, das eckige Tor für die Kunsttransporte viel zu groß.

      ein anderer störte sich an den gaubenartigen Lüftungsschächten.

      Nur Martina Feierling-Rombach lobte "die sehr selbstbewusste Architektur": "Das ist eine städtebauliche Aufwertung, wie man sie sich nur wünschen kann." Das alte Torhaus sei eine sehr monotone, abweisende Architektur.

      Freiburg: Sanierung: Trotz Finanzlochs: Planungen fürs Augustinermuseum gehen weiter - badische-zeitung.de
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • @GuideDuchemin

      Danke für deine Reaktion auf meine nicht relevante Alternative die, aufbauend auf den Entwurf von Mäckler, dessen wesentliche Schwächen beseitigt. Gegen Historizität habe ich nichts. Dich stört die Übernahme des Torbogens mitsamt Balkon an verrückter Stelle nicht?
      Die Verbesserung der Sichtbarkeit des Chors trifft nur bedingt zu. Die Höhe der Neubauten und ihre Ausdehnung hin zum Chor der Kirche erlauben kaum Einsicht auf selbigen.
      Der Zugang zum Innenhof bliebe dagegen unter Beibehaltung des Eingangstors am Originalstandort ebenfalls erhalten. Der dazugehörige Mauerabschnitt, welcher in den Chor überleitet, ist logisch und macht die Begrenzung des ehemalige Klosterareals verständlich. Das scheint mir in der Abwägung sinnvoller als ein schattiges Plätzchen mit zurück versetztem Torbogen.

      Ich habe nichts gegen Neues, sofern die Veränderung eine Gesamtverbesserung der Situation mit sich bringt. Zum Schutz des Stadtbildes, und darum geht es hier vorrangig, muss sich Mäcklers Entwurf daran messen lassen.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Der Freiburger Postbahnhof muss weichen: Das einst preisgekrönte Gebäude an der Bahnlinie wird nach nur 28 Jahren abgerissen und macht einem Dienstleistungskomplex Platz.
      Freiburg: Innenstadt: Postbahnhof wird abgerissen - nur 28 Jahre nach seinem Bau - badische-zeitung.de
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Breslau06 schrieb:

      ... und macht einem Dienstleistungskomplex Platz.

      Ich fürchte, in ein paar Jahren ungern Bilder des Dienstleistungskomplexes machen - oder sehen - zu wollen. Die Freiburgerinnen und Freiburger aus 2012 sind nicht mehr so locker, weltoffen und innovativ drauf, wie sie es vor 28 Jahren mal waren. Das hängt mit der Alterspyramide zusammen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Zirp ()