Freiburg im Breisgau

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    • Grimmiger, nimm Heimdalls Informationen doch als Diskussionsgrundlage. Ich bin ihm jedenfalls dankbar für diese Fakten, die ich der Lokalpresse noch nie entnommen habe. Daß nicht die "superbösen Ausländer" die Unwirtlichkeit unserer Städte zu verantworten haben, ist doch jedem klar.

      Abgesehen vom zunehmenden Flächenverbrauch einer wachsenden Stadt sehe ich aber durchaus ein Problem in einer gewissen "Entwurzelung" – nicht nur ausländischer – Einwohner. Der FAZ-Artikel geht auch darauf ein:

      "Das 'Stadtquartier 2020' wurde auf einer Tagung in Freiburg präsentiert. Am Rande wurde dort auch die grundsätzliche Frage berührt, woher die große Misere im Städtebau eigentlich rührt.
      Unter der Vielzahl an Gründen - Vorrang des Autoverkehrs, wirtschaftliche Belange - sticht einer heraus: Viele Akteure bauen die Stadt, aber nur wenige fühlen sich ihr auch verbunden und verantwortlich. Es gibt kaum noch Bauherren, die ein Quartier nicht wie viele Bauträger rasch entwickeln und abverkaufen, sondern behalten und pflegen."

      Freiburg ist eben nicht mehr die gemütliche alemannische Stadt im Breisgau, sondern die "Green City", in deren Ökoviertel man es sich zwischen Passivhäusern und Biosupermarkt gemütlich machen kann. Die Altstadt wird zunehmend zu Konsumzentrum. Zugegeben, im vermeintlich "homogeneren" Umland sieht es mit der Baukultur auch nicht besser aus. Man will ja Schritt halten mit der "modernen" Stadt.

      Hier ist der Link zum kostenpflichtigen Artikel:
      plus.faz.net/evr-editions/2017-03-01/43212/324920.html
    • Badische Zeitung schrieb:

      Alter Andlau-Brunnen ersetzt das Alban-Stolz-Denkmal vor der Konviktskirche
      Das umstrittene Alban-Stolz-Denkmal kommt weg und wird möglicherweise gleich ganz vernichtet. Im Spätsommer beginnen die Arbeiten zum Neubau auf dem Grundstück des ehemaligen Andlauschen Hauses, auf der Herrenstraße. - Zur Erinnerung. So soll der Neubau einmal aussehen:

      ais.badische-zeitung.de/piece/07/46/af/c4/122073028.jpg
    • etinarcadiameo schrieb:

      Nach all den schlechten Nachrichten in diesem Strang über Abrisse historischer und denkmalgeschützter Bauten in Freiburg mal eine positive Meldung: das denkmalgeschützte Eckhaus Kaiser-Joseph-Straße 264 / Ecke Rempartsraße / Ecke Gartenstraße wird endlich innen wie außen komplett saniert, nachdem es von einem Münchner Investor erworben wurde.
      Gut ein Jahr nach obigem Beitrag auf Seite 9 des Strangs kann man verkünden, daß die Sanierung o.g. Gebäudekomplexes ihrer Vollendung entgegensieht. Eine deutliche optische Aufwertung dieses Bereichs unweit des Martinstors. Nicht ganz glücklich bin ich über die Netze, die man über die Giebel gespannt hat.

      Hier aktuelle Fotos:

      kitzelmann-hoerbiger-bau.de/referenzen/

      Und zum Vergleich ein Foto von Schortschibähr aus Beitrag 104

      abload.de/image.php?img=dsc_0924xtjg5.jpg
    • Ach Treverer, ich bin einfach davon ausgegangen, daß man ein in Architekturbetrachtung geschultes Publikum, wie es hier im Forum vertreten ist, nicht extra mit der Nase auf die veränderte Gaubengestaltung hinweisen muß ;)

      Zudem kann man auf den Fotos auf der verlinkten Seite sehen, daß der komplette Dachstuhl erneuert wurde (dabei wurden selbstverständlich auch die Gauben entfernt) und daß die profilierten Dreiecksgiebel und Lisenen der originalen Gauben aus Holz gefertigt waren, das nach rund 130 Jahren halt völlig morsch war. Natürlich ist es bedauerlich, daß die Gauben simplifiziert wurden. Vielleicht gibt es hier vor Ort einfach nicht - wie bestimmt in Leipzig - Baublechnereien, die die ursprüngliche Gestaltung in Zinkblech hätten nachfertigen können?

      Habe mir den Gebäudekomplex jedenfalls vorhin angesehen. Die Fassaden zur Kaiser-Joseph-Str. sind komplett abgerüstet, die zur Rempartstr. weitgehend, im Bereich der Gartenstr. (hier sind die Fassaden komplett im Jugendstil gestaltet) ist noch alles eingerüstet und es wird kräftig gearbeitet. Der Innenausbau scheint auch noch nicht beendet, ebenso harrt die ganze Ladenzone ihrer Vollendung.

      Irritierendweise hat man die Netze nicht nur über die Giebel gespannt, sondern über das gesamte (!) Mansarddach, also auch über die Gauben und die Dachfläche. Erinnert an die komplett in Spinnennetze eingehüllten Farmhäuser im B-Movie Arachnophobia. Den Sinn verstehe ich nicht so ganz. Wenn es jetzt am Holzmarkt – das ist der Platz direkt vor der Haustüre – so viele Tauben gäbe wie am Markusplatz zu Venedig…

      Bei den erneuerten Fenstern handelt es sich wohl um solche aus Kunsttoff, die nicht ganz glücklich proportioniert sind (das obere, querliegende Fensterteil hat seitlich einen schmaleren Rahmen als die beiden unteren Flügel).

      Bei der Ladenzone, die komplett in Buntsandstein verkleidet ist, hat man sehr sorgfältig in ihrer Substanz geschädigte Bossen und Diamantquader erneuert, seltsamerweise hat man den Sandstein im oberen Fünftel weißgrau wie die Putzfassaden überstrichen. Ich hoffe, daß man den Sandstein nicht bis zum Trottoir hinunter überfaßt und die bereits überstrichene Fläche wieder freilegt.

      Der Schilderwald, denn man auf SchotschiBährs oben verlinkten Foto noch sieht, ist natürlich entfernt, und ich hoffe, daß man die Gestaltung der zukünftigen Ladenschilder sensibler auf das Gebäude abstimmt.

      Trotz dieser vergleichsweise kleineren Kritikpunkte finde ich die Sanierung sehr gelungen. Optisch ist der ganze Bereich aufgewertet, denn zuvor war das schon ein bißchen ein Schmuddeleck. Es gibt an dieser Kreuzung drei jetzt allesamt wieder prächtig erscheinende Gründerzeitgebäude und gegenüberliegend das spätklassizistisch gestaltete Amtsgericht (Geburtshaus übrigens des Archäologen Adolf Furtwängler, Vater des noch berühmteren Dirigenten).

      Vor allem aber ist die Zukunft des Komplexes gesichert. Vor Jahren hatte es im Haus gebrannt und es war dadurch wohl teilweise unbewohnbar, das Dach war undicht und manche der Fenster standen – worauf SchortschiBähr und ich in früheren Beiträgen hinwiesen – das ganze Jahr über offen. Man schien das Haus mutwillig dem Verfall preisgeben zu wollen. Dieser ist jetzt erfreulicherweise abgewendet.

      Hier noch Fotos von den anderen Bauwerken an der Kreuzung:

      badische-seiten.de/bild/freibu…kaiser-joseph-strasse.php

      huller-architekten.de/Sanierung/opel.html

      de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Fu…Furtw%C3%A4ngler_9390.jpg


      @Neußer

      Ja, der Kasten daneben ist völlig daneben. Bevor der dazwischengekanllt wurde, stand hier ein niedriges, wohl spätbiedermeierliches Haus. Der Bereich der 'Kajo' hier wurde während der Gründerzeit nicht komplett mit höherer Bebauung versehen, es gab - und gibt - hier noch vereinzelt deutlich niedrigere und kleinformatigere Bauten aus der Vorgründerzeit.
    • Abrißstadt Freiburg

      Heute Nachmittag beim Vorbeifahren entdeckt!!! Im Stadtteil Wiehre, in der Silberbachstraße wird eine Villa abgerissen. Einfach so! Unfasslich. Das Haus ist in sanierungsfähigem Zustand gewesen. Ein Passant gesellte sich hinzu, als ich mit dem Handy fotografierte und war sichtlich auch etwas geschockt und rätselte genauso wie ich, ob das mit dem Denkmalschutz vereinbar sei. Er würde den Abriß jedenfalls dem hiesigen Wiehreverein melden. Ein anderer Passant, der sich mit einer Mutter über den Abriß unterhielt, meinte, es habe zuletzt eine alte, alleinstehende Frau darin gewohnt, dann sei das Haus eine Weile leer gestanden. Es gäbe eine Erbengemeinschaft. Er wisse auch nicht, obgleich Anwohner, was nun geschehe.
      Wahrscheinlich, so nehme ich an, wird flachdachkubisch neu gebaut und sauteure ETWs reingequetscht. Das Viertel war bislang nahezu unzerstört, bis auf einige Würfel, die in den vergangenen Jahren hinzukamen.
      Von wann ist das Haus? Kurz vor dem ersten Weltkrieg, oder doch schon 20er Jahre!?
      Wenn Freiburg so weiter macht. Das ist ja kein Einzelfall! rant:) disgust:)







    • Hallo SchortschiBähr,


      so läuft es leider Gottes Land auf, Land ab. Selbst wenn ein Gebäude unter Denkmalscutz steht, wenn einer mit viel Geld kommt und mit einem Prozess droht, falls er die Abbruchgenehmigung nicht erhält, mit gewieften Advokaten droht, so fürchtet die Behörde das Risiko eines verlorenen Prozesses und teuerer Kosten, was nach oben hin gar kein gutes Bild abgibt. Also ist man eher geneigt nachzugeben, als sich evtl. massiven Ärger einzuheimsen.
    • Citoyen schrieb:

      ...um diesen intakten Stadtteil vor der Spekulation zu schützen.
      Scheinbar ist dieser Stadtteil bereits empfindlich gestört und nicht mehr so ganz intakt.

      Basische Zeitung schrieb:

      (...) Etliche Fälle hat es in den vergangenen Jahren in der Wiehre gegeben – und regelmäßig gab es Protest: sei es in der Fürstenbergstraße, in der Maria-Theresia-Straße, in der Lugostraße oder zuletzt beim Studentinnenwohnheim St. Luitgard in der Quäkerstraße. (...)
      Und der Bericht ist von 2011. In der Zwischenzeit sind möglicherweise noch mehr Häuser beseitigt worden.

      Diese Investoren sind eine richtige Pest. Sind wahrscheinlich den ganzen lieben langen Tag auf der Suche nach freien Grundstücken und leeren Häusern. Damit sie dort ihre weißen wärmegedämmten Mehrfamilienklötze reinknallen können. So verdienen sie viel Geld und können sich eine schöne alte Villa auf einem großen Grundstück leisten.

      Aber auch die Erbengemeinschaften sind daran nicht unschuldig. Die möchten das Erbe, Haus und Grundstück, immer schnell zu Geld machen. Meine Schwester, mein Bruder und ich würden jedenfalls nie auf die Idee kommen, die Grundstücke und Häuser unserer Eltern/Großeltern an jemanden zu verkaufen, der die alten Häuser beseitigt und auf der gesamten Fläche etwas neues baut.

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    • Schön über raffgierige Erbengemeinschaften und Investoren geschimpft (was sicher nicht immer ganz unberechtigt ist), bestimmt kommt auch noch ein Kommentar über den unfähigen Denkmalschutz (wobei in Freiburg noch einige hundert Bauten dieses Typs zu finden sind, was das Feststellen einer Denkmaleigenschaft beim konkreten Objekt sehr schwierig gemacht hätte), aber brav die Politik ausgeklammert. Ohne die (grüne) Agenda der Nachverdichtung blieben solche locker bebauten Stadtquartiere viel eher intakt. Wir können natürlich davon ausgehen, daß man das Grundstück bis zum Geht-nicht-mehr ausnutzen wird, wie es in ähnlich gelagerten Fällen auch zu sehen ist, aber dafür hat man "erfolgreich" die Zersiedelung des Stadtrands um ein paar Quadratmeter verhindert.

      Zu SchortschiBährs Frage nach dem Alter der Villa: die Bebauung in diesem Quartier stammt vornehmlich aus den 20er und 30er Jahren; die gründerzeitliche Bebauung reicht etwa bis zum Goetheplatz / Maximilianstraße, danach folgen jüngere Straßenzüge. Ich kann mir gut vorstellen, daß das konkrete Gebäude sogar erst um 1930-35 errichtet wurde. Es macht sich schon eine gewisse Nüchternheit und Geradlinigkeit bemerkbar, die man an den häufig noch an barocken Vorbildern orientierten Villen der 20er Jahre nicht feststellen kann.
    • Schwarzwaldstr. 36-38 unter Schutz gestellt

      Auf Initiative unseres Vereinsmitglieds Joachim Scheck wurde der historische Bau auf dem Schützenareal vom Landesdenkmalamt unter Schutz gestellt. Der Investor wollte den Bau, der zu den ältesten im Stadtteil gehört, eigentlich abreißen lassen. Nun muss er umplanen. Die Entscheidung sei, so die Badische Zeitung, für den Investor völlig überraschend gefallen.

      Joachim Scheck hat bereits in der Vergangenheit Großartiges für den Erhalt von Freiburgs historisches Erbe geleistet und auch in Zusammenarbeit mit unserem Verein schon einige Veranstaltungen abgehalten. Ihm an dieser Stelle ein großes Dankeschön.


      Hier der Artikel dazu (evtl. hinter Bezahlschranke):
      badische-zeitung.de/denkmalpfl…rittenen-wiehremer-neubau
      A P H - Wir machen neue Baukultur möglich.

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    • Neu

      Das Haus der badischen Heimat in der Hansjakobstraße (erbaut 1926) wird saniert und bekommt seine ursprüngliche Farbgebung in Ochsenblutrot zurück.

      Ein sattes Rot, das soll das Haus der Badischen Heimat an der Hansjakobstraße bald zeigen. Die Fassade soll dem Ursprungszustand von 1926 möglichst nahe kommen, so wie sie damals der Architekt Carl Anton Meckel entworfen hatte. Derzeit lässt der Landesverein Badische Heimat das denkmalgeschützte Gebäude sanieren; seine Geschäftsstelle befindet sich seit 1926 im Haus.

      Nun, nach mehr als 80 Jahren, wird das Haus wieder rot. Auch die klappbaren Fensterläden im Obergeschoss, die in den 70er-Jahren entfernt wurden, sollen nachgebaut werden. "Es sind silbergraue Fensterläden überliefert", so Kabierske. Die neuen Läden sollen auch wieder silbergrau werden, sagt Yvonne Faller, die Münsterbaumeisterin. Sie betont, dass es das oberste Prinzip bei der Sanierung sei, den denkmalgeschützten und qualitätsvollen Bestand des Gebäudes zu erhalten. Gleichzeitig sollen aber Energieverbrauch und Komfort an den aktuellen Standard angepasst werden.

      Bald wieder Ochsenblutrot


      Haus Badische Heimat (Freiburg im Breisgau) 32 [CC BY-SA 3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], by Own work (Dr. med. Mabuse), from Wikimedia Commons

      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.