Bad Windsheim (Galerie)

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    • Bad Windsheim (Galerie)

      Windsheim


      Wie vor einiger Zeit angekündigt kommen nun Bilder aus Bad Windsheim. Bad Windsheim liegt ungefähr 50 km westlich von Nürnberg an der Aisch und hat 12.000 Einwohner. 1280 erhielt es die Stadtrechte und war ab 1433 eine freie Reichsstadt. Nach einer Blüte in spätmittelalterlicher Zeit sank bereits im Verlauf des 16. Jahrhunderts die Bedeutung der Stadt nach der Verlegung der Fernstraße Nürnberg-Würzburg und da es Windsheim nicht gelang ein Territorium gegen die Brandenburger Markgrafen (Brandenburg-Ansbach) zu schaffen.

      Die Stadt verfügt über einen der reichsten Bestände an Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert - einzelne Häuser sind teilweise auch noch deutlich älter - in Franken, viel ist jedoch verputzt. Massive Bausünden durch Neubauten gibt es in der Altstadt eigentlich nicht. Unsensible Umbauten der alten Häuser sind dagegen leider häufiger anzutreffen.


      Bedal listet für Bad Windsheim 220 Fachwerkhäuser aus der Zeit vor 1600. Damit liegt es hinter Nürnberg (471), Dinkelsbühl (438), Rothenburg (365) und Bamberg (248), aber vor Forchheim (120) und Weißenburg (102).
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • 1. Die Südliche Altstadt bis zum Rathaus



      Wir nähern uns der Stadt von Süden, vom Gebiet des Fränkischen Freilandmuseums aus...








      Das ist der rückwärtige Zwerchbau eines Hauses aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der Zwerchbau stammt allerdings noch aus dem 15. Jahrhundert.


      Backsteinbau von 1894, im neugotischen Stil erbaut


      An dieses zweigeschossige, langgestreckte Mansardhaus aus der Zeit um 1750 schließt sich dem eben erwähnte Zwerchbau aus dem 15. Jahrhundert an. Derartige Traufbauten mit Mittelerker im sog. Markgrafenstil waren so etwas wie das Standard-Norm-Haus im protestantischen Mittelfranken des 18. Jahrhunderts.


















      Ein großes Problem im Windhsheimer Stadtbild sind maßlose Ladeneinbauten im Untergeschoss - ähnliches wird leider noch häufig auf meinen Bildern zu sehen sein.








      Schönes freistehendes Fachwerkhaus mit reichem Ziergiebel von 1562




      Rechts: Kapelle Maria am See, 1402 geweiht, 1980 und 1986 renoviert, Buntziegelsteindach geht bis in das 16. Jahrhundert zurück


      Drei fast identische massive Traufbauten mit Mittelerker, erbaut 1751 von Johann Michael Krauß (unter dem Einfluss Johann David Steingrubers)












      Noch einmal ein Blick in die Seegasse...


      Rechts: Turnhalle von 1890
      Links: Ochsenhof, ein Getreidespeicher von 1537, heute "Reichsstadtmuseum im Ochsenhof", im 17. und 18. Jahrhundert mit neuem Dachstuhl versehen, 1936 zu Wohnzwecken umgebaut
















      Auch ein Problem im Stadtbild: Einmal Sprossenfenster, aber ohne Fensterläden, sondern Rollos, einmal zu große Fenster ohne Sprossen, ohne Fensterläden und zusätzlich Rollos :x
      Die Fachwerkgaragen sind auch bemerkenswert. :o








      Von der alten Holzkonstruktion bleibt nach der Sanierung wohl kaum noch etwas übrig... :(
























      Kloster der Augustiner-Eremiten: gestiftet 1291, aufgelöst 1525, nur der Chor der Kirche erhalten, um 1620 Umgestaltung für die Stadtbibliothek, Fachwerkturm datiert auf 1616


































      Weinstube: von 1528, im Kern 1333/34, zählt zu den ältesten Gaststätten und zu den am besten erhaltenen frühen Fachwerkhäusern der Stadt (Schwedenkönig Gustav Adolf soll hier 1632 ein häufiger Gast gewesen sein)






      Rathaus: 1713 bis 1717 als schloßartiger Barockbau von Gabriel de Gabrieli erbaut, am 03. Dezember 1730 ausgebrannt, bis Juli 1732 unverändert wiedererrichtet


      Stadtkirche St. Kilian: ursprünglich 1190-1216, Neubau nach 1400, nach Brand 1730 Wiederaufbau als Predigtkirche unter der Leitung von Johann David Steingruber






      Apotheke: von 1717, Gestaltung soll Bezug auf das Rathaus nehmen










      Bad Windsheimer Roland: 1928 als Mahnmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges und des Ersten Weltkriegs errichtet, die Rolandfigur aus Crailsheimer Muschelkalksandstein acht Meter hoch, Säulenhöhe mit Baldachin elf Meter
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    • 2. Vom Rathaus in die nördliche Altstadt und wieder zurück















      Vorne links: Wohnhaus von Bürgermeister und Oberrichter Georg Wilhelm von Keget, 1725
      Vorne rechts: Geburtshaus von Georg Wilhelm Steller (1709-1746), 1741 Begleiter von Vitus Bering auf der Großen Nordischen Expedition (nach ihm ist die kurz nach ihrer Entdeckung "ausgestorbene" Steller'sche Seekuh benannt)






















      Schneiderscheune von 1565 mit drei Dachgeschossen




























      Spitalkirche: 1415 bis 1417 errichtet, heute Museum "Kirche in Franken"
      Es drängt sich geradezu auf, das Fachwerk des Kirchendaches endgültig freizulegen.
























      Zum Kornmarkt... Der weiß verputzte Bau "Apotheke am Kornmarkt" stammt im Kern aus dem Jahre 1318 und ist eines der ältesten Fachwerkhäuser in Bad Windsheim.


      Rechts nebenan eine der beiden (von einstmals 30) örtlichen Bierbrauereien, 1765 erbaut


      Rechts: Massivbau mit Mansarddach, Mittelrisalit und dreiachsigem Dachzwerchgeschoß, 1759 wohl von Johann Michael Krauß erbaut (Wohnhaus von Georg Wilhelm Dietz, Rektor des Gymnasiums)












      Die Stadtkirche St. Kilian von der Langhausseite




      Stadtschreiberhaus: von 1570, typischer Fachwerkbau des späten 16. Jahrhunderts mit reichen Zierformen wie Andreaskreuzen und Viertelkreisbögen


      Alte Lateinschule: 1573 anstelle des bereits 1438 bezeugten Vorgängerbaus errichtet






      Rektorhaus: 1567 errichtet, im Unterschied zum ungefähr gleich alten Stadtschreiberhaus wirkt der Fachwerkgiebel noch eher spätmittelalterlich










      Das Stadtschreiberhaus von der Krämergasse aus gesehen










      Blick durch die Krämergasse Richtung Kornmarkt


      Wir sind wieder beim Rathaus.


      Das gelbe Haus links bräuchte dringend Sprossenfenster, das weiße Haus rechts daneben ist das Steinhaus. Es wurde bereits 1210 erwähnt und ist damit wohl das älteste Bürgerhaus der Stadt. Ob hier allerdings noch Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist, halte ich für sehr zweifelhaft. Das Haus scheint allerdings einen spätmittelalterlichen Kern zu haben.






      Das Hotel wurde ursprünglich 1858-1860 als neues Rathaus errichtet.
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    • 3. Der Weinmarkt und seine weitere Umgebung


      Wir gehen die Kegetstraße entlang Richtung Weinmarkt...


      Kegethaus: 1702 von Bürgermeister und Oberrichter Augustin Keget (1708 geadelt) errichtet
















      Blick auf den Weinmarkt, vorne der "Schöne Brunnen": ursprünglich von 1572, der gesamte Brunnen mit Becken von 1590, die Bildsäule mit 1626 datiert, die Statue Kaiser Karls VI. von 1727 (1904 verändert), das Gitter noch von 1590


      Kaiser Karl VI.


      Rokoko-Haus: Sehr schöne Rokoko-Fassade mit reichen Stuck-Ornamenten, durchgehenden Kompositionspilastern auf Sockeln, 1743 von Johann Michael Krauß erbaut, 1997 aufwändig restauriert










      Dieses Haus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts wahrscheinlich nach einem Plan Johann David Steingrubers errichtet. Wie das Rokoko-Haus ist es im Grunde eine Fachwerkkonstruktion - wahrlich "unehrliche" Architektur, ganz böser Fassadismus. :lachen:




      Hotel "Zum Storchen": Das Alter des Kernbaus wurde auf 1296 d bestimmt. Damit ist dieser Bau unter den bisher datierten Fachwerkhäusern Frankens der zweitälteste. Lediglich das Templerhaus in Amorbach (Bädersweg 3/5, 1290 d) ist noch einen Tick älter.


      Aua :(


      Fronveste: im Kern 1426, damals reichsstädtisches Gefängnis, heute indisches Lokal




      Noch zwei rücksichtslose Sanierungen: Außerhalb des Giebelbereichs werden nur geringe Teile der Holzkonstruktion erhalten, die Gefache werden mit Ziegeln ausgefüllt, die Untergeschosse bestehen nun ebenfalls aus Ziegeln... :x














      Heutzutage braucht ein Händler nun einmal viel Ausstellungsfläche... :(




      Dito... :x Hoffentlich bringt der angekündigte Umbau eine Besserung...




      Mit diesem Blick in die Seegasse ist unser Rundgang durch die Windsheimer Altstadt auch schon wieder vorbei.


      Abschließend kann gesagt werden, dass der Bestand an alten Fachwerken in Bad Windsheim wirklich beachtlich ist - als ich mich nach meinem Besuch noch einmal über die Stadt informierte, musste ich feststellen, dass ich sogar noch einige sehr wichtige Bauten (besonders den städtischen Bauhof und das Zeughaus) gar nicht aufgesucht hatte. Die Stadt täte allerdings gut daran, etwas gegen allzu brutale Ladeneinbauten zu unternehmen, konsequent auf Sprossenfenster mit Fensterläden zu setzen und in Zukunft behutsamer zu sanieren. Es bestünde zudem die Möglichkeit, das Stadtbild durch Fachwerkfreilegungen aufzubessern. Insgesamt macht die Stadt jedoch ohne Frage einen positiven Eindruck.
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    • Vielen Dank für den besonders tollen und sehr ausführlichen Stadtrundgang.
      Windsheim hat tatsächlich einen sehr eindrucksvollen Bestand an alten Fachwerkhäusern. Im Gegensatz zu Rothenburg, Dinkelsbühl oder Nördlingen ist das wohl eher wenig bekannt.

      Durch das bayernweit mit Abstand sehenswerteste und umfangreichste Freilandmuseum lohnt es sich, einen ganzen Tag dafür einzuplanen.
      Im Rahmen des Freilandmuseums sollte man sich unbedingt auch die Baugruppe Stadt mit dem alten Bauhof und weiteren dorthin translozierten Häusern der Stadt Windsheim, darunter - wenn ich mich nicht irre - auch noch ein im Kern uraltes Fachwerkgebäude aus dem 14. Jh. anschauen, v.a. innen sind die auch hochinteressant. Die erhaltene Holzkonstruktion des Bauhofes aus der Mitte des 15. Jh. zählt zum eindrucksvollsten, was ich bisher gesehen habe :schockiert:
      Bilder davon könnte ich noch dazustellen.
      Das ehem. Zeughaus wurde ziemlich stark umgebaut und ist übrigens auf deinen Aufnahmen zu sehen (Bild-Nr. 110).

      Links zum alten Bauhof:
      jltb.de/theater-im-alten-bauhof.aspx
      baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=2003097125625

      p.s.: Der Seitenaufbau überfordert meinen Laptop beinahe...
    • Eine fantastische Bilddokumentation, die hier von ihrer Qualität her wirklich Maßstäbe setzt. Danke für die viele Mühe, die du dir gemacht hast, Georg Friedrich.

      Die Stadt scheint ein mustergültiges Beispiel einer mittelgroßen deutschen Stadt zu sein, deren bauliches Erbe die schlimmsten Zeiten des 20. Jahrhunderts weitgehend unbeschadet überstanden hat. Faszinierend ist auch immer wieder zu sehen, dass gerade die ältesten Bauten, wo man besonders archaische Konstruktionen erwarten würde, die äußerlich unscheinbarsten sind.

      Kaum zu glauben auch, dass es in der Stadt (lt. Wikipedia) 1730 einen Brand gab, der "weite Teile" zerstört hat, und dennoch soviel alte Substanz vorhanden ist. Die damals wohl entstandenen spätbarocken Großbauten fügen sich wundersamerweise nahtlos ins spätmittelalterliche Straßenbild ein.

      Zu den misslungenen Sanierungen kann sicher Riegel das ein oder andere sagen. Interessant in dem Zusammenhang natürlich auch die Nähe zu Nürnberg, auch wenn die Altstadt unzerstört dort 4 - 5x so groß gewesen sein dürfte.

      [...]

      Durch das bayernweit mit Abstand sehenswerteste und umfangreichste Freilandmuseum lohnt es sich, einen ganzen Tag dafür einzuplanen.
      Im Rahmen des Freilandmuseums sollte man sich unbedingt auch die Baugruppe Stadt mit dem alten Bauhof und weiteren dorthin translozierten Häusern der Stadt Windsheim, darunter - wenn ich mich nicht irre - auch noch ein im Kern uraltes Fachwerkgebäude aus dem 14. Jh. anschauen, v.a. innen sind die auch hochinteressant. Die erhaltene Holzkonstruktion des Bauhofes aus der Mitte des 15. Jh. zählt zum eindrucksvollsten, was ich bisher gesehen habe :schockiert:
      Bilder davon könnte ich noch dazustellen.
      Das ehem. Zeughaus wurde ziemlich stark umgebaut und ist übrigens auf deinen Aufnahmen zu sehen (Bild-Nr. 110).

      Links zum alten Bauhof:
      jltb.de/theater-im-alten-bauhof.aspx
      baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=2003097125625

      p.s.: Der Seitenaufbau überfordert meinen Laptop beinahe...


      Wenn du noch Bilder vom Bauhof hast, bitte einstellen. Diese freitragende Dachkonstruktion ist auf den ersten Blick der Hammer... :schockiert:
    • Hallo,

      vielen Dank für die tollen Bilder. Man kann es kaum glauben, ich habe auf den Bildern kein einziges Haus erkennen können, was durch Graffiti Schmierereien verunstaltet wurde. Das es sowas noch in Deutschland gibt. Als ich letzte Woche in Weimar war, konnte ich die Häuser, welche noch nicht durch irgendwelche Schmierereien verunstaltet wurden, an einer Hand abzählen.

      Was mir aber immer wieder ausfällt bzw. was schade ist, dass die konsequente Umsetzung von Fußwegen und Straßen durch Kopfsteinpflaster (zumindest innerstädtisch / innerdörfisch) nicht umgesetzt wird, damit verliert man viel an Authentizität. Bei uns ist es leider nicht anders - für mich ist jedenfalls schlimm mit anzusehen, wenn so ein prächtiges Fachwerkhaus im Asphaltmeer baden geht.

      Man könnte zumindest die Fußwege mit Kopfsteinpflaster und die Straßenränder durch Einer - oder Zweierreihen Kopfsteinpflaster auffüllen, wenn nur Kopfsteinpflaster zu teuer ist.

      Adios,XFlipx
    • "Markus" schrieb:

      Durch das bayernweit mit Abstand sehenswerteste und umfangreichste Freilandmuseum lohnt es sich, einen ganzen Tag dafür einzuplanen.
      Im Rahmen des Freilandmuseums sollte man sich unbedingt auch die Baugruppe Stadt mit dem alten Bauhof und weiteren dorthin translozierten Häusern der Stadt Windsheim, darunter - wenn ich mich nicht irre - auch noch ein im Kern uraltes Fachwerkgebäude aus dem 14. Jh. anschauen, v.a. innen sind die auch hochinteressant.


      Im Freilandmuseum war ich ebenfalls. Dort befindet sich in der Baugruppe Mittelalter ein Bauernhaus aus dem Dorf Höfstetten in Mittelfranken (gehört heute zur Stadt Heilsbronn), das aus dem Jahre 1367 stammt und als eines der ältesten Bauernhäuser Europas gilt. Bilder dazu und aus anderen Bereichen des Freilandmuseums kann ich bei Interesse hier vorstellen.

      Das ehem. Zeughaus wurde ziemlich stark umgebaut und ist übrigens auf deinen Aufnahmen zu sehen (Bild-Nr. 110).


      Demnach ist das also ein Teil des 1527 errichteten und 1612 erweiterten Zeughauses:

      Wegen der Größe und Lage dieses Gebäudes kam bei mir im Nachhinein ein dumpfer Verdacht auf, dass es sich hierbei um das besagte Zeughaus handeln könnte, ich hatte jedoch aufgrund meiner Unterlagen mit einem völligen Massivbau ohne Fachwerk gerechnet.

      An Bildern vom Bauhof wäre ich natürlich auch interessiert. :D
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Besten Dank für diese Bildserie :!: Ich muß gestehen, dass mir bisher von Bad Windsheim bloß das wunderbare Rokokohaus "bekannt" war, und das auch nur, weil es hier vor gar nicht allzulanger Zeit als Bild der Woche vorgestellt wurde.

      Vor allem interessieren mich immer Sakralbauten: hast du auch im Innern der Kirchen von Windsheim photographiert? Sind diese sehenswert?
    • Die Kirchen waren bei meinem Besuch leider verschlossen. Nach den Bildern zu urteilen, die ich gesehen habe, würde ich behaupten, dass die Kirchen Windsheims nicht allzu bedeutsam sind. Sie wurden alle im 18. Jahrhundert sehr nüchtern protestantisch barockisiert. Heute präsentieren sie weder einen gediegenen gotischen Raumeindruck noch prachtvollen Barock.

      St. Kilian zeigt sich von innen folgendermaßen:
      commons.wikimedia.org/wiki/Cat…t.Kilian_in_Bad_Windsheim

      St. Maria am See sieht von innen so aus:
      commons.wikimedia.org/wiki/Cat…aria-See_in_Bad_Windsheim
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
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    • (Bad) Windsheim - Städt. Bauhof

      Im übrigen sicherlich auch noch erwähnenswert ist der Windsheimer Zwölfbotenaltar, eines der Hauptwerke Tilman Riemenschneiders, ehemals in der Windsheimer Stadtpfarrkirche, heute im Kurpfälzischen Museum zu Heidelberg.
      Eine Kopie des Altars befindet sich in der Seekapelle.
      de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lfbotenaltar

      Noch zu den ältesten Fachwerkhäusern:
      In dem Buch "Kleine Kunstgeschichte des deutschen Fachwerkbaus" werden 9 Gebäude aus Bad Windsheim abgebildet, deren Konstruktion ins 14. Jh. bzw. in die 1. H. des 15. Jh. zurückreichen. Zwei scheinen aber davon aber offenbar gar nicht mehr vorhanden zu sein (Schüsselmarkt 9 rechts neben der Weinstube sowie Herrngasse 4).
      Weinmarkt 1 dürfte die von dir angesprochene Apotheke sein, taucht in der Denkmalliste im übrigen auch nicht mehr auf.
      Im Kern erhaltene Fachwerksäulenbauten sind nach den bayr. Baudenkmälern Kornmarkt 2, Metzgergasse 28 und Wassergasse 3.
      Auch bei den Häusern Pfarrgasse 19 und 21 ist offenbar aktuell noch besonders altes Fachwerk irgendwo vorhanden.
      Das 9te Gebäude ist die Weinstube, Schüsselmarkt 7.

      Bilder zum Freilandmuseum würden mich schon auch sehr interessieren.
      War dort mal einen ganzen Tag, habe aber bei weitem nicht alles geschafft...

      Nun noch die Aufnahmen zum Städt. Bauhof am Holzmarkt.
      Das Eingangstor zum Städt. Bauhof neben dem Gasthaus zum Hirschen (mit dem alten Zwerchbau) gab es hier im Rundgang bereits ganz am Anfang zu sehen.

      Durch das Tor ergibt sich dann dieser Blick auf die Nordseite des Bauhofs:




      Nochmals ein Link dazu:
      baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=2003097125625

      1442/45 erbaut, die Dachkonstruktion überspannt einen freien Raum von etwa 14x25m, "trotz der Windbelastung und der späteren, zu schweren Doppeleindeckung wurde an den Holzverbindungen seitdem nichts verändert".

      Die gewaltige Holzkonstruktion:




      Südseite:



      2004 wurde ein Fachwerkhaus aus der 2. H. des 15. Jh. von der nahen Konrad-Förster-Gasse neben den städt. Bauhof umgesiedelt, das auch innen besichtigt werden kann:



      1. OG

    • Georg Friedrich schrieb:

      Das ehem. Zeughaus wurde ziemlich stark umgebaut und ist übrigens auf deinen Aufnahmen zu sehen (Bild-Nr. 110).
      Demnach ist das also ein Teil des 1527 errichteten und 1612 erweiterten Zeughauses:

      Wegen der Größe und Lage dieses Gebäudes kam bei mir im Nachhinein ein dumpfer Verdacht auf, dass es sich hierbei um das besagte Zeughaus handeln könnte, ich hatte jedoch aufgrund meiner Unterlagen mit einem völligen Massivbau ohne Fachwerk gerechnet.

      Nein, das ist nicht das Zeughaus. Das gezeigte Fachwerkgebäude ist ein Teil des Hl.-Geist-Spitals in der Alten Brunnengasse.

      Das Zeughaus steht zwar auch am Spitalwall, aber weiter nördlich. Es ist tatsächlich ein Massivbau.


      Nachtrag (13.08.17):
      Das richtige Zeughaus ist hier abgebildet: Bad Windsheim (Galerie). Es sieht eher aus wie ein Wohnblock aus den 30er-Jahren als das Zeughaus einer Freien Reichsstadt von 1427.
    • Weinmarkt 6, Hotel zum Storchen

      Bild 4913


      Dieses Haus wurde 1296 erbaut. Das mit seinem heutigen Äußeren unscheinbare Haus ist damit das älteste bekannte Fachwerk-Bürgerhaus in Bayern. Mit einer Grundfläche von 30 mal 15 Metern ist es auch das mit Abstand größte Fachwerkhaus in Bad Windsheim.

      Georg Friedrich schrieb:

      Ein weitgehend erhaltenes Haus mit dem Alter der Webergasse 8 in Esslingen gibt es in Franken nicht. Die ältesten zu großen Teilen erhaltenen Fachwerkbauten Frankens sind das Templerhaus in Amorbach (Bädersweg 3/5, von 1290 d), dicht gefolgt vom Haus Weinmarkt 6 in Bad Windsheim (von 1296 d).

      Georg Friedrich schrieb:

      Hotel "Zum Storchen": Das Alter des Kernbaus wurde auf 1296 d bestimmt. Damit ist dieser Bau unter den bisher datierten Fachwerkhäusern Frankens der zweitälteste. Lediglich das Templerhaus in Amorbach (Bädersweg 3/5, 1290 d) ist noch einen Tick älter.


      Vor 20 Jahren freilich war in der Denkmalliste noch von der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts die Rede...