Wiederaufbau Frankfurter Altstadt (Areal Techn. Rathaus)

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      Auf die Schnelle habe ich nur eine damalige Baukosten-Prognose für die Römerberg-Ostzeile gefunden. Da ist von 100 Millionen D-Mark die Rede. Natürlich inclusive der dahinter stehenden zwei Reihen mit postmodernen Gebäuden. Aber Du kannst die seinerzeitigen Baukosten nicht mit heutigen Kosten gleichsetzen. Die Löhne haben sich verändert, ebenso die Anforderungen hinsichtlich bestimmter Baubestimmungen, auch die (Sanitär-)Ansprüche der Bewohner.
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      ja das stimmt schon, die drei dinge hatte ich auch noch im Hinterkopf, sanitär, Baubestimmungen, Löhne/Betriebskosten dürften höher sein, weil man heute viel mehr Arten von Personal braucht, was auch noch dazukommt sind zb Spezialgebäude wie die Goldene Waage. Es hätte mich aber schon rein, aus dem pkt. interessiert, was teurer wäre - moderner Bau oder Reko, dann hätten wir eventuell ein Argument mehr auf unserer Seite, die guten alten Kosten. Mit sowas werde ich wohl erst abwarten müssen, wenn alles fertig ist.
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      Dazu kann ich Dir nur sagen, was "Kardinal" mal erläuterte (wenn er mitliest und mir widerspricht, möge er sich melden). Grundsätzlich seien die Kosten für eine Rekonstruktion und einen modernen Neubau annähernd gleich. Also bezüglich der Grundbaus. Was bei der Rekonstruktion hinzukäme, wären Elemente des Bauschmucks, also handwerkliche Sandsteinarbeiten, Holzschnitzereien, eben alles, was nicht normiert hergestellt werden kann.
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      Eröffnungsfest Altstadt-Eröffnung: Konzept immer noch nicht beschlossen
      Seit Monaten wird darüber diskutiert, wie die Fertigstellung der neuen Altstadt im nächsten Jahr gebührend gefeiert werden kann. Doch im Magistrat wurde die Vorlage von Oberbürgermeister Peter Feldmann schon wieder vertagt. Die Zeit wird knapp. Und Kritik an den Kosten gibt es auch.
      fnp.de/lokales/frankfurt/Altst…eschlossen;art675,2824086

      Hier der vielleicht größte Posten der 1,5 Millionen, die für die Feier geplant sind:
      Diese Präzisierung gibt es mittlerweile. Demnach fallen wohl allein 600 000 Euro für die Logistik und die verschärften Sicherheitsvorkehrungen an.

      Auch eine Folge der etablierten Politik der vergangenen Jahre - die immer mehr steigenden Kosten für Sicherheitsvorkehrungen. Zu meiner Jugendzeit war das noch nicht nötig gewesen. Es gab die RAF, aber die sprengte sich nicht auf öffentlichen Festen in die Luft.

      P.S.: Vor einigen Tagen gab es einen kleinen "Streit" in diesem Thread. Ich wies einen Mitdiskutant darauf hin, nicht immer nur, für mich teils belanglose, Fragen zu posten, sondern auch mal etwas produktives beizutragen. Die Streit-Passagen wurden von der Moderation nach ein paar Tagen gelöscht, was ich auch richtig finde. Von meiner Kritik nehme ich inhaltlich nichts zurück, ich hätte sie aber vielleicht freundlicher und weniger ungehalten formulieren können. Aber ich möchte auch demonstrieren, wie man es statt allein Fragen zu stellen, alternativ machen kann. Obwohl mich selbst die letzte Frage nicht interessierte, habe ich mich bemüht, eine Antwort darauf zu recherchieren. Auch um dem betreffenden Forums-Kollegen zu zeigen, dass ich eigentlich ein netter Kerl bin. :zwinkern:
      Also, die Frage ging darum, warum die Baustellen-Webcam auf der Schirn ausgefallen sei. Ich schrieb die DomRömer GmbH an und erhielt in weniger als einer Stunde eine Antwort per E-Mail:
      Das Problem ist uns bekannt und die zuständige Wartungsfirma ist bereits informiert. Leider gibt es wohl ein Problem mit der Hardware der Kamera und witterungsbedingt konnte eine Reparatur noch nicht stattfinden. Es ist aber auch unser ausdrücklicher Wunsch, dass die Kamera so schnell wie möglich wieder funktioniert.
      Damit ist das hoffentlich geklärt.
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      Habe heute mal wieder ein paar Bilderchen gemacht. Das Rote Haus ist eingerüstet und im Rebstockhof ist es auch weitergegangen.




      Ein Blick Richtung Hühnermarkt und Dom, das Rote Haus ist eingerüstet und hat seine Gaubenfenster bekommen. Die merkwürdigen Bollonleuchten in Vordergrund auf dem Krönungsweg sind übrigens nur temporäre Baustellenlampen und kommen wieder weg.




      Das Obergeschoss des Roten Hauses ist nun verschiefert.




      Das Sockelgeschoss der Braubachstraße 21 ist nun endlich auch verputzt und gestrichen. Die rötliche Farbgebung finde ich sehr gewagt, den Kontrast zu den Sandsteinelementen finde ich nicht so schön (ist aber Jammern auf hohem Niveau).




      Die rötliche Brandmauer über dem großen Kragstein zwischen Braubachstr. 21 und dem Haus zum Rebstock musste noch etwas nach unten ergänzt werden, dadurch der weiße fleck, der vermutlich bei der Verfugung entstanden ist.

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      Heimdall schrieb:

      Hier der vielleicht größte Posten der 1,5 Millionen, die für die Feier geplant sind:
      Diese Präzisierung gibt es mittlerweile. Demnach fallen wohl allein 600 000 Euro für die Logistik und die verschärften Sicherheitsvorkehrungen an.
      Auch eine Folge der etablierten Politik der vergangenen Jahre - die immer mehr steigenden Kosten für Sicherheitsvorkehrungen. Zu meiner Jugendzeit war das noch nicht nötig gewesen. Es gab die RAF, aber die sprengte sich nicht auf öffentlichen Festen in die Luft.
      Da krieg ich echt zu viel. "Logistik" - also An- und Abtransport von allem möglichen Feiergedöns bis hin zu den dicken Limousinen, mit denen die Promi-Gäste hergebracht und wieder weggeschafft werden? Und Sicherheitsvorkehrungen? Die sind auch nur deshalb nötig, weil man ein Riesenbrimborium veranstalten will, also einen Menschenauflauf produziert, der natürlich Attentäter und Psychopathen magisch anzieht.

      Das Geld wäre besser investiert in eine dauerhafte Überwachung des Quartiers, um zu verhindern, dass die rekonstruierten Fachwerkhäuser durch Vandalismus beschädigt werden. Ganz zu schweigen von dem Feuerteufel, der seit einem halben Jahr durch Frankfurt und Umgebung zieht und nachts ein hölzernes Bauwerk nach dem anderen (Goetheturm, fernöstliche Pavillons, andere Aussichtstürme Kindergärten uvm.) abfackelt. Ich sehe den Rebstockhof schon lichterloh in Flammen stehen, wenn diese Missgeburt nicht bald geschnappt wird.
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      SchortschiBähr schrieb:

      Hm, wie wär's denn beim nächsten zu rekonstruierendem Frankfurter Altstadtviertel mal mit sozial erschwinglichen Mietwohnungen, wenn ich mir die Preise von 5-7000Euro/qm vergegenwärtige ...! :kopfschuetteln:
      Sonst wird das ein einseitiges Bevölkerungsbild!
      Das würde ich auch sehr befürworten.

      Es muss und soll ja kein Sozialwohnungsviertel werden, aber auch kein Reichen-Ghetto, sondern am besten eine gesunde Mischung. Keine Asis und keine Yuppies, sondern einfach normale Leute mit Schulabschluss und normalem Einkommen, ein paar Studenten, ein paar Künstler vielleicht. Das könnte man erreichen, indem man die Mietinteressenten, die sich bewerben, sorgfältig auswählt - handverlesene Mieter also. Das erreicht man natürlich nicht, wenn man die Wohnungen verkauft und dafür solche stolzen Preise verlangt - dann wird nur nach Einkommen sortiert. Nicht dass wohlhabende Leute unbedingt schädlich wären, aber darunter werden vermutlich einige sein, die sich eine zweit- oder Drittwohnung in der Altstadt zugelegt haben und nur sporadisch anwesend sind, somit also nicht wirklich in der Altstadt leben. Und das würde natürlich für abends dunkle Fenster in den Fachwerkhäusern sorgen, das Viertel also nicht beleben.
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      Eben, und das ist eindeutig ein Nachteil.

      Und das scheint auch bei der Ostzeile/Samstagsberg ein Problem zu sein. Vor Jahren hatte in der FAZ mal ein Leserbriefschreiber, der das geplante Dom-Römer-Projekt kritisierte, sich auch negativ über die "nachgebauten Fachwerkhäuser am Römerberg" ausgelassen und angemerkt "Niemand wohnt in ihnen". Ich erinnerte mich aber an eine Broschüre der Stadt Frankfurt aus der Zeit der Errichtung der Ostzeile, in der es u.a. hübsch bebildert hieß: "So wohnt man in der neuen Ostzeile". Wohnungen gibt es dort also zumindest auf dem Papier. Beim Weihnachtsmarktbesuch vor zwei Jahren ist es mir dann aber auch aufgefallen: Sämtliche Fenster der ganzen Häuserzeile waren dunkel.

      Das ist eigentlich Mist, und damit werden die Kritiker, die gesagt haben "Wir brauchen keinen Hessenpark mitten in Frankfurt" und "Wer will denn schon da drin wohnen?" auch noch bestätigt.
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      Das hat ja mit der Altstadt an sich wenig zu tun. Zentrale Wohnungen sind letztlich immer vor allem eine Investition.
      Klar, Sozialwohnungen gingen auch und würden für Bewohner sorgen. Allerdings wären das nur sehr wenige und sehr teuer privilegierte Bewohner, zudem mit vielen Steuermitteln. Das halte ich ehrlich gesagt nicht für fair und vertretbar. Dann lieber Büros, Kulturräume und Geschäfte daraus machen, die dann immerhin am Tage und abends für Veranstaltungen belebt werden.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
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      Es ist angesichts der Baukosten dieses Projekts (der heute üblichen und der zusätzlichen hinsichtlich der baukünstlerischen Gestaltung) und der Innenstadtlage völlig illusorisch, dass dort Sozialwohnungen oder auch nur Wohnungen für kleine Angestellte entstehen könnten. Leute, in welcher Welt lebt Ihr denn? Ein Bekannter von mir hat sich unlängst am Rand von Sachsenhausen (also nicht in der Innenstadt) eine Eigentumswohnung von etwas mehr als 100 Quadratmeter gekauft. Kostenpunkt über 600.000 Euro. Ein Freund, mit dem ich mich gleich zum asiatischen Abendessen treffen werde, zahlt für seine ähnlich große Mietwohnung eine Warmmiete von ca. 1700 Euro. Und das ist kein Fachwerkhaus in der Innenstadt, sondern ein neu errichteter Wärmedämm-Komplex an der äußersten Grenze Bornheims. Eine Freundin zahlt für eine 55-Quadratmeter-Wohnung im Europaviertel (das hier nicht vielen gefallen dürfte) 1050 Euro warm. Ich kenne einen Typ, der für ein Reihenhaus im Dornbusch mit anschließender Grundsanierung rund eine Million Euro gezahlt hat. Also, günstiger Wohnraum in der neuen Altstadt wäre nur durch massive Förderung von Seiten der Stadt möglich. Doch wie will man den Steuerzahlern vermitteln, dass die Kosten für ein solches Projekt, wie das Dom-Römer-Areal, dauerhaft noch höher ausfallen, weil man auf erzielbare Verkaufserlöse verzichtet oder Käufern dauerhaft ihre Mieter subventioniert? Also, bitte mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

      Hier mal ein Link zu den Wohnungen:

      Mit Blick auf Römer und Dom: So sehen die neuen Altstadt-Wohnungen aus
      Beim Duschen auf den Dom schauen oder beim Kochen das Treiben auf dem Römerberg beobachten: Bei den rund 70 Wohnungen der neuen Altstadt steht nur noch der Innenausbau bevor. Wir besichtigten zwei von ihnen.
      merkurist.de/frankfurt/besicht…ltstadt-wohnungen-aus_Ou6
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      Heimdall, schon klar, daß die Preise in den Ballungsgebieten so hoch sind, wie sie sind. Deshalb muß ich aber noch nicht mit dieser spätkapitalistischen Extrementwicklung einverstanden sein und auf eine Entwicklung hinweisen, die, sofern sie weitergeht durchaus unerwünschte Zustände in der Bevölkerungszusammensetzung nach sich ziehen wird. Und wenn die neuen Wohnungen der Altstadt auch noch teils als Anlageobjekt "missbraucht" werden, braucht man sich nicht wundern, wenn dann ultralinke Stadtregierungen (siehe Berlin) zum Gegenangriff pfeifen.
      Es ist auch klar, daß bezahlbarerer Wohnraum für normale Leute in den Innenstädten nur mit massiven Subventionen möglich sein dürfte. Aber anstatt nur nach Förderung durch die Stadt zu hoffen, könnten auch Modellprojekte über andere Fördermöglichkeiten entwickelt werden, wie EU-Zuschüssen (aus Nachhaltigkeitsprogrammen, Transition), Stiftungsgelder, Fördergelder der Kirchen; Banken, die soziale Projekte in ihrem Anlage-Portfolio haben (z.B. GLS), bis hin zu Crowd-Funding-Finanzierungsmodellen.
      Ideen braucht das Land.
      Wenn ich daran denke, daß in der Altstadt so Neureiche ne Zweitwohnung haben, die sie nicht als Hauptwohnsitz und nur selten bewohnen, könnt mir schlecht werden. Was soll das? Da ging's dann seitens der Stadt nur um's Finanzieren.
      Na gut, uns soll's recht sein, Hauptsache ein annehmbares, altstadtgerechtes Stadtviertel ist wieder erstanden. Aber so recht ist mir dabei nicht wohl!?
      (Guten Appetit beim Asiaten noch!)