Einheitsdenkmal

    • Sehe ich anders. Zum einen will ich dem Mann auch bei einer ungeliebten Parteizugehörigkeit nicht unterstellen, dass er lügt. Zum anderen ist er als Berliner Kultursenator einer der wenigen Politiker, die sich gegen diese Wippe stellen. Wenn er dazu beiträgt, die Verschandelung der Schlossfassade zu verhindern, hat er in diesem Fall meine Sympathie.
    • Liebe Forumsmitglieder!

      Der Zweck heiligt meiner Meinung nach in diesem Falle die Mittel. Ich habe daher Kultursenator Lederer geschrieben und eine zustimmende Antwort erhalten. Er meinte, dass er mir in allen Punkten vollends zustimmen würde.
      Wie es jedoch aussieht hat Berlin keine Handhabe gegen das Denkmal. Der Berliner Senat kann das Denkmal somit nicht mehr stoppen.

      Wollen wir wirklich das Berliner Schloss und dessen Umfeld der Hässlichkeit anheimfallen lassen?
      Bedenkt, dass die "Wippe" allein schon wegen seiner Bedeutung als Denkmal für die Einheit nie wieder abgerissen werden kann, wenn sie erst einmal steht!

      Die Zeit drängt und auch wenn es nicht besonders aussichtsreich ist, so sollten wir alles tun, was in unserer Macht steht:

      Schreibt den Verantwortlichen immer wieder und lasst euch nicht mit Standardbriefen abwimmeln!
      Verlangt, dass man auf eure Argumente eingeht!
      Schreibt auch Verantwortlichen Wie Neil McGregor oder Hermann Parzinger!
      Ermuntert Freunde und Bekannte, dasselbe zu tun!

      Wenn wir nichts tun und nur lamentieren, so wird auch nichts geschehen! Ich hoffe, ich finde in euch zahlreiche Unterstützer, um der Schönehit Berlins willen.

      Und sollte es doch zum ersten Spatenstich kommen, so werde ich an diesem Tag an der Schlossfreiheit demonstrieren und hoffe auch da, Unterstützer in euch zu finden.

      Ich danke euch!
    • Was mich am allermeisten bei der ganzen Diskussion um diesen Standort für das Denkmal aufregt ist, dass es sich beim KW-Denkmalsockel doch um ein denkmalgeschütztes Bauwerk handelt, oder irre ich mich da!?
      Da wird nun von einer offensichtlich überschaubaren Politiker-Clique ein Denkmal durchgeboxt, das in dieser Form so viele ablehnen und ganz nebenbei wird - ohne Not, wohl gemerkt - ein Baudenkmal irreparabel zerstört! Angefangen von den Bodenmosaiken, die ja bereits entfernt sind, bis zur Durchbohrung der historischen Gewölbe.
      Aber wehe man hätte auch nur daran gedacht, das "originale" Portal vom Staatsratsgebäude ans Schloss zu versetzen, das wäre nicht zuletzt aus Denkmalschutzgründen UNDENKBAR gewesen! Hier wir ein Baudenkmal zerstört und keiner macht was dagegen! Es muss doch Politiker in Berlin geben, die das verhindern können!!
    • Genau! Am besten an die Regierungsfraktionen (sowohl Gegner als auch Befürworter) und an andere Verantwortliche in Kultur, etc., die sich öffentlich dagegen ausgesprochen haben. Je mehr Politiker sich wie Lederer öffentlich gegen die "Wippe" aussprechen, desto besser. Es kann natürlich sein, dass das dennoch nichts ändert, wenn man Kauder und Co. kennt, aber versuchen sollten wir es.
      Auf die Meinung von Politikern und Personen des öffentlichen Leben reagieren die Medien eher, nicht aber auf die Meinung einzelner Bürger.

      Ich habe beispielsweise auch dem DDR-Bürgerrechtler Arnold Vaatz (MdB, CDU) geschrieben, der auch gegen das Denkmal ausspricht.

      Wie gesagt! Viele müssen was tun und sich engagieren!
    • Freunde, die Baugenehmigung liegt vor und ist rechtskräftig. Die einzigen beiden, die noch etwas beeinflussen können, ist der Grundstückseigentümer (Land Berlin) oder der potenzielle Geldgeber (Deutschland). Und im Bundeshaushals steht zur Zeit kein Geld für die Wippe. Begönne Berlin jetzt, müsste das Land die Schale mindestens (vor)finanzieren, in der Hoffnung dass die Refinanzierung über das Haushaltsgesetzt 2018 erfolgt.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Zimmer (CDU) findet in seinem Blog, der regelmäßig in der Frankfurter Neuen Presse erscheint treffende Worte. Ob dies seine Partei auch so sieht?!

      "Ich bekenne mich hier einmal öffentlich: Das neue geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin zur Erinnerung an die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung finde ich ziemlich scheußlich."

      fnp.de/frankfurterstimmen/fran…iaszimmer/art2784,2581052
      (Quelle: Frankfurter Neue Presse, 18.04.2017)
    • Die Linke verschäft den Ton gegen das Denkmal für Einheit- und Freiheit. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher spricht von „Teilzerstörung“ des denkmalgeschützten Sockels.

      morgenpost.de/berlin/article21…-das-Einheitsdenkmal.html
      (Quelle: Berliner Morgenpost, 20.04.2017)

      Auch wenn ich mit der Linkspartei programmatisch und personell nichts anfangen, kann würde ich in diesem Punkt "die Linke" unterstützen.
    • Dass sich ausgerechnet die Protagonisten der SED Nachfolgepartei, deren Vorgänger das erhaltene Denkmal zerstören ließen, nun um dessen Denkmalsockel sorgen, bedarf keiner weiteren Worte. Hier geht es wohl eher darum zu verhindern, dass der friedlichen Revolution, welche den SED Apparat nebst DDR hinweggefegt hatte, überhaupt gedacht wird. Insofern soldarisiere ich mich mit diesen Leuten ausdrücklich nicht. Zumal es ja gerade Frau Lompscher selbst war, die das generöse Angebot des Bundes, die Kosten für die Wiedererrichtung der historischen Kollonnaden auf dem Denkmalsockel, der ihr plötzlich so am Herzen liegt, als Allererste "dankend ablehnte"!

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    • Man sollte der Dame sagen, dass sie entscheiden darf: "preußischer Kolonnadenkitsch" oder wippende Einheitsschale. Bei ersteren macht sie sich nur bei ihren Gesinnungsgenossen unbeliebt. Bei letzterem bei so ziemlich allen. So oder so, die Linke kann hier nichts gewinnen.

      Und das ist auch gut so!
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Auch bei ihr gilt: Zum einen will ich der Frau auch bei einer ungeliebten Parteizugehörigkeit nicht unterstellen, dass sie lügt. Zum anderen gehört sie zu einen der wenigen Politikern, die sich gegen diese Wippe stellen. Wenn sie dazu beiträgt, die Verschandelung der Schlossfassade zu verhindern, hat sie in diesem Fall meine Sympathie.

      Und auch wenn sie sich gegen die Kolonnaden gewendet hat: Es ist doch allemal besser, wenigstens den Denkmalsockel zu retten und vor allem eine störungsfreie Sicht auf Schlossfassade bzw. auch die zukünftige Bauakademie zu erreichen.

      Mich wundert, wie die starke, verbissene parteipolitische Abneigung hier dazu führt, dass man offensichtlich lieber eine dauerhafte Verschandelung der mit soviel Mühen wiedererrichteten Schlossfassaden durch dieses "Einheitsdenkmal" in Kauf nimmt.


      In dem Artikel ist übrigens ein gutes Bild von dem Entwurf, der zeigt, wie dieses Gebilde von der anderen Seite auf die Bauakademie wirken würde (allein schon diese primitiven "modernen" Geländer sind an dieser Stelle gruselig).

      morgenpost.de/berlin/article21…-das-Einheitsdenkmal.html
    • newly schrieb:

      vor allem eine störungsfreie Sicht auf Schlossfassade bzw. auch die zukünftige Bauakademie zu erreichen.
      Diese "störungsfreie Sicht" haben wir heute. Die Kolonnaden würden nach dieser Auffassung am ehesten die freie Sicht stören, die es historisch in dieser Form ja nie gegeben hat. Gegen das Einheitsdenkmal mit der Störung der Sicht zu argumentieren, ist schon etwas absurd. Das Einheitsdenkmal ist insgesamt niedriger als die Kolonnaden, in der Mitte hat es wohl nur wenig mehr als die Höhe eines Menschen. Mit der Sicht hat das also nichts zu tun.
      Dass die Linke möglichst die Kaiser-Kolonnaden (die ihre Vorgängerpartei ja beseitigt hat) und das Gedenken an die Revolution von 1989/90 verhindern möchte, ist ja klar. Damit mache ich mich nicht gemein.
    • Heimdall schrieb:

      Gegen das Einheitsdenkmal mit der Störung der Sicht zu argumentieren, ist schon etwas absurd. Das Einheitsdenkmal ist insgesamt niedriger als die Kolonnaden

      Um die Kolonnaden geht es schon lange nicht mehr, das Bonbon ist gelutscht. Es geht um dieses Gebilde (es fällt mir schwer, es "Einheitsdenkmal" zu nennen) an dieser Stelle, ja oder nein.
      Und bei Behaltung des jetzigen Zustands mit Denkmalsockel hat man eine störungsfreie Sicht, mit dem Konstrukt hat man diese eben nicht mehr. Ich weiß nicht, was da absurd sein soll.

      I.Ü. hat "Störung" natürlich nicht nur etwas mit der Größe (der Kolonnaden, der Wippe, eines Denkmals usw.) zu tun, sondern um die Art der Anlage, die entsteht. Insofern wird die Wippe natürlich mehr stören als es die Kollonaden getan hätten.


      Heimdall schrieb:

      Dass die Linke möglichst die Kaiser-Kolonnaden (die ihre Vorgängerpartei ja beseitigt hat) und das Gedenken an die Revolution von 1989/90 verhindern möchte, ist ja klar. Damit mache ich mich nicht gemein.
      ...und nimmt lieber die dauerhafte Verunstaltung in Kauf.

      Selbst "die Linke" (deren Mitglieder natürlich alle in hinterlistiger Weise ihre wahren Motive nicht offenbaren) wird sich bewusst sein, dass ein Einheitsdenkmal gebaut wird, wenn nicht an dieser, dann an einer anderen Stelle. I.Ü. ist diese Wippe sicherlich kein würdiges Gedenken an die Revolution von 1989/90.
    • Wessen sich die "Linke" bewusst ist, mag "newly" natürlich weit besser wissen als ich. Ich sage hingegen, dass es dieser Partei nicht um ästhetische Sichtachsen-Fragen geht, sondern darum, das Projekt eines Einheitsdenkmals möglichst zu verzögern oder zu hintertreiben. Wenn an der Stelle ein Liebknecht-Monument zur Debatte stünde, würde - so spekuliere ich mal - die "Linke" umgehend für dessen Errichtung eintreten. Sichtachse hin oder her. Wenn die Kolonnaden, laut "newly" ohnehin nicht kommen, weil der Bonbon angeblich gelutscht ist, plädiere ich für die Errichtung des Einheitsdenkmals an der Stelle. Ein leerstehender Sockel wäre die unbefriedigendste Lösung in diesem bewusst kahl gehaltenen Areal. Die Schale erscheint mir zudem durchaus wertig in der Ausführung und dürfte realisiert auch würdevoller wirken, als das vielleicht in der Vorstellung mancher Mitdiskutanten aussieht. Eine leicht wirkende moderne Nuance vor dem Schlossportal, ohne dieses zu stören. Und die Sichtbeziehung zwischen Schloss und Bauakademie bleibt natürlich trotzdem erhalten. Ich weiß allerdings, dass ich damit in dem Forum eine Minderheitenmeinung vertrete. Aber wenn bezüglich der Kolonnaden ohnehin "der Bonbon gelutscht" ist, wie der Kollege sagt, dann nehme ich diese Position ein.
    • Wir sollten uns bei städtebaulichen Fragen generell an Politikern der Linken orientieren und - da deren Gedanken zwangsläufig zu den schlechtesten Ergebnissen führen - dann automatisch die Gegenposition einnehmen. Dies erspart auch eine mühsame eigene Entscheidungsfindung.

      Im Ernst: Ich verstehe ohnehin die Eile nicht, mit der dieser Denkmalsockel bebaut werden soll.
      Die Wiedererrichtung der Schlossfassaden hat soviel Zeit und Mühe gekostet, wieso kann man nicht erstmal deren Fertigstellung (sowie die der Bauakademie) abwarten und sehen wie der Platz dann real wirkt?

      Es könnte zumindest vorübergehend eine gepflegte Grünanlage angelegt werden (bis sprichwörtlich Gras über die Sache gewachsen ist) und dann in ein paar Jahren Jahren belässt man es bei dieser oder errichtet ein passendes Denkmal, meinetwegen auch die Kolonnaden.

      Für die Wippe findet sich sicherlich zwischenzeitlich ein geeigneterer Standort.