Einheitsdenkmal

    • Die Berliner Morgenpost hat sich am 09.01.2017 auch mit dem Einheitsdenkmal beschäftigt. Es hat wohl am Montag eine Expertenanhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben.

      morgenpost.de/berlin/article20…ohne-Oeffentlichkeit.html

      ...es scheint doch etwas durchgesickert zu sein...

      rbb-online.de/politik/beitrag/…tekt-besteht-auf-bau.html
      (Quelle: Regionalfunk Berlin- Brandenburg, 09.01.2017)

      heute.de/am-tag-des-offenen-de…eitsdenkmal-45159252.html
      (Quelle: Zweites Deutschen Fernsehen, ZDF, 11.01.2017)
    • Bitte liebe Planer und Architekten hört endlich mit diesem Quatsch auf - und legt die "Wippe" oder "Skaterbahn" oder "Honeckers Rettungsboot" in die Schublade. Und wenn man sich gar nicht einigen kann, lasst den Sockel mit den restaurierten Mosaiken frei, bis es eine andere Generation besser macht.
      Im übrigen ist der Mittelpunkt der Republik der "Platz der Republik" - vielleicht wissen es einige Planer nicht, dass das neue Schloss nur eine Fassade ist und ein Museum wird. Das politische Deutschland spielt sich seit einigen Jahren zum Glück weiter westlich ab.
      Den Kolonnaden-Befürwortern wird immer vorgeworfen, sie würden an alte Kaiserzeiten anknüpfen (wird übrigens schwierig mangels Kaiser) - aber tun das nicht viel mehr diejenigen, die mit dem neuen "Nationaldenkmal" auf dem Kaisersockel die Geschichte fortführen? Tut mir Leid, aber das ist alles völlig absurd.

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    • Ganz persönlich würde ich mir für ein Nationaldenkmal wünschen, dass es 'konkret' ist:

      1) Die Idee mit der Wippe, welche die unsichere Stimmung im Oktober und November '89 abstrahiert, ist an sich gar nicht mal schlecht (wie sonst soll man Gefühle darstellen, wenn nicht abstrakt?), aber nur für die Menschen verständlich, die seinerzeit auch wirklich auf der Straße waren. In 50 - 100 Jahren wird das niemand mehr dekodieren können.

      2) Waren es keine 'Gefühle' welche die Mauer schließlich überwanden, sondern echte Menschen, die sich bewusst der Gefahr für Leib und Leben aussetzten und gut 149 Jahre nachdem sich Fallersleben die Trias aus 'Einigkeit, Recht und Freiheit' für alle Deutschen gewünscht hatte, diesen Wunsch endlich friedlich durchsetzten. Also setzt diesen Menschen ein Denkmal!

      Denn Standort des alten Nationaldenkmals fände ich dabei gar nicht mal so schlecht. Ein Denkmal für die 'doppelte Einigung Deutschlands - einmal mit Blut und Eisen, einmal friedlich erreicht. Vielleicht ließen sich die Kolonnaden auch mit der Überwindung der Mauer verbinden - schließlich sind Kolonnaden auch eine Art Begrenzung, aber eine durchlässige. Oder würde das zu einem Kompromiss führen, der niemanden glücklich, aber alle enttäuscht zurücklassen würde?
      "Städte, in denen Leute sich zu Fuß und mit dem Rad bewegen können, werden bessere Orte."
    • Seien wir doch ehrlich, die deutschen Amtsträger und Entscheider sind nicht Willens oder in der Lage ein würdevolles, zeitloses und zeitgeistunabhängiges, vereinigendes und interpretationsloses Denkmal zu errichten. Ein solches "Wiedervereinigungsdenkmal", welches schon im Planungsvorfeld in unterschiedliche Lager spaltet, wird niemals seiner ureigensten Funktion, dem Gedenken an die Teilwiedervereinigung Deutschlands und dem eigentlichen Einigungsgedanken gerecht.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Primergy schrieb:

      Denn Standort des alten Nationaldenkmals fände ich dabei gar nicht mal so schlecht. Ein Denkmal für die 'doppelte Einigung Deutschlands - einmal mit Blut und Eisen, einmal friedlich erreicht. Vielleicht ließen sich die Kolonnaden auch mit der Überwindung der Mauer verbinden - schließlich sind Kolonnaden auch eine Art Begrenzung, aber eine durchlässige. Oder würde das zu einem Kompromiss führen, der niemanden glücklich, aber alle enttäuscht zurücklassen würde?
      Nein, zumindest nicht von meiner Seite. Ich halte zwar nach wie vor den Platz vor dem Reichstag, am ehemaligen Platz des Einheitsdenkmales von 1871, der Siegessäule, für den geeignetesten Platz für ein Einheitsdenkmal. Jedoch finde ich die Argumentation gut und könnte es als Kompromiss akzeptieren.

      Im Moment jedenfalls nervt mich diese Ideen- und Perspektivlosigkeit zu dem Thema, welche nun herrscht. Der Sockel ist, wie auch das restliche Schlossumfeld, gerade wie ein unbefriedigendes Standbild in einem Sturm aus Veränderung zum überwiegend Besserem. Über dessen Zukunft weiß keiner so konkret Bescheid und es wird von allen Seiten bedrängt und/oder blockiert.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Ich kann mich hier auch nur wiederholen:

      Für mich stellen die Einheitsdenkmäler eine Chronologie dar.

      Das Einheitsdenkmal vor dem Schloß steht für die erste deutsche Einheit von 1871 und sollte daher auch möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden.
      Das Einheitsdenkmal, daß die friedliche (aber nur mit den Vorgaben der ehemaligen Siegermächte ermöglichte) Einheit von 1990 darstellen soll, müsste an einem anderen Standort gebaut werden. Und da hängt die Architektur eben stark vom gewählten Standort ab. ich habe nichts gegen die goldene Wippe, sofern sie nicht in das historische Umfeld vom Schloß gestellt wird. Ich hatte mal eine Umgestaltung des Straßenverlaufs am Leipziger Platz vorgeschlagen, sodaß dort dann die Wippe in die Mitte gestellt werden könnte. Das hätte den Vorteil, daß man mehrere Bezugspunkte auf einmal schafft. Erstens passt die Architektur der Wippe zur modernen Umgebung, zweitens steht der Name Leipzig für die Montagsdemonstrationen, auf denen die geplanten Sprüche auf der Wippe ("Wir sind das Volk" und "Wir sind ein Volk") zum ersten Mal zu hören waren und drittens wäre damit der Chronologie der Ereignisse Rechnung getragen.
      Standorte wie das Marx-Engels-Forum oder Alexanderplatz würde ich nicht bevorzugen, damit dort keine Fakten geschaffen werden, die einer späteren Stadtreparatur im Wege sind.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Ich möchte einem Vorredner Recht geben. Ein wirkliches Denkmal für die Deutsche Einheit ist das Brandenburger Tor. Es steht mehr als irgendetwas-herbei- erzwungenes für das Leid der Teilung und die Freude der Wiedervereinigung. Für ein Deutschland. Ein würdiger Ort des Gedenkens und ein gewachsener Ort des vereinigten Deutschlands mit allem was dazu gehört. Eine Wippe brauchen wir da nicht, denn sie kann niemals dem gerecht werden, was damals passiert ist. Nein, sie wäre sogar eine Beleidigung in ihrer Banalität. Leider möchte sich hier nur ein Architekt ein Denkmal setzen, dies sollte man nicht zulassen.

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    • Heimdall schrieb:

      Ich verweise auf meine Antwort auf Seite 47 dieses Threads.
      @Heimdall
      Mit deiner Differenzierung zwischen Denkmal und Symbol hast Du genau genommen
      ja sicher recht. Nur erinnert mich diese Fixierung auf bestimmte Begriffe etwas an
      einen Botaniker, der darauf besteht, dass eine Erdbeere eine Nuss und keine Beere
      sei. Auch er hat recht und der Rest der Bevölkerung liegt ständig falsch.

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    • Die Berliner Zeitung (BZ) hat sich am 17.01.2017 mit der Schlossmitte und dem Einheitsdenkmal in einem Artikel beschäftigt.

      "Am 25. Januar soll der Haushaltsausschuss des Bundestags noch einmal über die Goldene Einheitswippe und die Frage debattieren, ob an ihrer Stelle die Säulenreihen des einstigen Kaiserdenkmals wiederentstehen. Viel interessanter wäre es, darüber nachzudenken, wie an dieser Stelle wieder Zivilität in die Umgebung des neuen Humboldt Forums einziehen könnten. Es kann nur besser werden als alles, was bisher hier geplant war und ist."

      berliner-zeitung.de/25559100
    • Die olle Volksverschaukelungswippe war doch nie ein Projekt von oder für die Helden von 89/90 und das deutsche Volk, sondern stets von ein paar wenigen verkopften Egomanen. Schon der Wettbewerb war doch der reinste Lacher.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Dem stimme ich zu! Natürlich gibt es gewisse Schwierigkeiten ein derartiges Denkmal an die Wiedervereinigung mit größtmöglicher Akzeptanz für alle Bürgerinnen und Bürger, für Menschen wie Du und Ich zu gestalten und einen aufstellungswürdigen Ort zu finden. So eine Wippe finde (inzwischen nicht nur) ich völlig daneben - weder als Denkmal, weder als Erinnerung an das denkwürdige Thema und noch viel weniger auf den geplanten Aufstellungsort würdig. Vor dem Reichstag- ja, aber bitte nicht diese furchtbare Wippe! Wenn der Architekt darauf besteht - warum? Das Preisgeld hat er doch bekommen, oder? Er sollte mir möglichst einfach erklären, was er mit seinem Entwurf mir als mündigen Bürger sagen möchte. Ich fühle mich mit seiner Wippe überhaupt nicht angesprochen und ich kann damit nichts anfangen. Bin Jahrgang '64, Ossi, war in der Wendezeit bei der NVA, komme aus einer Kleinstadt bei Riesa. W A S sagt mir dieser EINHEITSDENKMALSENTWURF? Gibt es keine anderen Möglichkeiten so etwas sinnvoll(!!!) zu gestalten, das damit sich viele auch identifizieren können. Sicher, jedem kann man nicht recht machen, aber im Interesse der meisten Leute hier sollte man doch nochmal darüber gründlich nachdenken. Diese Wippe ist in meinen Augen einfach nur lächerlich.
      In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten
    • kaffeesachse schrieb:

      Gibt es keine anderen Möglichkeiten so etwas sinnvoll(!!!) zu gestalten, das damit sich viele auch identifizieren können.
      So wie die Ereignisse 89 vom Volk ausgegangen sind, sollte ein Denkmalsimpuls oder eine Denkmalsplanung ebenfalls vom Volk ausgehen. Ein vom Establishment, in dem vielerlei DDR Vergangenheiten mitmischen, gebautes Denkmal ist m.E. per se unaufrichtig und entspricht nicht dem damaligen Geist und dem Freiheitsbestreben der Menschen. Für die meisten da "oben" war und ist die Wiedervereinigung eh nur ein Lippenbekenntnis.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Kaiser Karl schrieb:

      Auch wenn es bei den Betonköpfen im Senat sicher nichts bewirkt. Abstimmen kann man ja trotzdem:

      rbb-online.de/kultur/beitrag/2…-vors-schloss-berlin.html
      Au Backe - das ist ein eindeutiges Ergebnis. Damit haben die bestimmt nicht gerechnet. Aus deren Sicht ein Eigentor . . .
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"