Einheitsdenkmal

    • Ich ahne schlimmes:

      http://www.tagesspiegel.de/kultur/Einheitsdenkmal;art772,2493704\r
      www.tagesspiegel.de/kultur/Einhe ... 72,2493704

      Einheitsdenkmal kommt auf Schlossplatz!

      Genauer gesagt auf den Podest, wo das Nationaldenkmal stand.

      Das schlimmste es wird wohl so ein moderner Mist werden.


      Ich zitiere:

      "Um eine große Akzeptanz des Denkmals zu erreichen, solle ein offener Gestaltungswettbewerb gestartet werden, hieß es. Architekten aus aller Welt könnten sich beteiligen, sagte Neumann."

      Womöglich kommt das Chipperfield in Frage? :augenrollen:

      mfg
    • Die Entwürfe an sich sind ja gar nicht mal so schlimm, wie ich finde. Aber das ist eben moderne Kunst und gehört eher auf einen beliebigen Platz in der Stadt und ist für mich kein typisches Einheits-, Sieges- oder vergleichbares Denkmal bzw. das, was ich mir darunter vorgestellt hätte. Außerdem sind sie von dem, was sie darstellen, also eben zwei Figuren, die sich die Hände reichen und so, nicht sonderlich einfallsreich. Aber nur weil etwas beschlossen ist, heißt es ja oft nicht gleich, dass es auch ausgeführt wird.
      Mit welche Argumenten ist denn die Linke dagegen?
    • Kommentar von Michael Lühmann zum Denkmal in der "Zeit":

      Einheit und Freiheit von Preußens Gnaden - Ein neues Denkmal kommt auf den Berliner Schlossplatz, dazu ein Infozentrum. Das wird auch bitter benötigt, denn zu verstehen ist die Entscheidung für diesen Ort nicht. Ein Kommentar. - Die Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989 soll ab 2009 auf preußischem Fundament thronen - mitten in Berlin. Mit der Umwidmung des Sockels, auf dem bis 1950 das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. stand, werde nun ein zeitgemäßes Gedenken möglich. Das jedenfalls sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen. [...] Dieses Denkmal jedoch direkt gegenüber dess wiederzuerrichtenden Hohenzollern-Schlosses aufzustellen, macht die ganze Entscheidung dann doch zur Farce. [...] Doch der eigentliche Fehler am gesamten Konzept des Freiheits- und Einheitsdenkmals liegt in der Verkettung zweier Ereignisse, die eigentlich eine getrennte Würdigung finden müssten: Freiheit und Einheit. Denn am Anfang der Revolution stand der Ausspruch: "Wir sind das Volk" und nur der steht für Freiheit. Freiheit und Einheit sind mithin nicht ein Geschwisterpaar, sondern Mutter und Tochter. [...] Eben dies hätte auch im gesamten Denkmalsstreit passieren müssen. Dann hätte das Freiheitsdenkmal in Leipzig und das Einheitsdenkmal in Berlin errichtet werden können und man hätte sowohl der historischen Realität als auch den unterschiedlichen Befindlichkeiten im historischen Streit zwischen Leipzig und Berlin Rechnung tragen können. [...]


      Den kompletten Kommentar findet ihr unter: http://www.zeit.de/online/2008/12/denkmal-berlin-leipzig?page=2\r
      www.zeit.de/online/2008/12/denkm ... zig?page=2
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Das Denkmal für Wilhelm I. hatte etwas Würdiges und Erhabendes. Es ist schon ein Unglück für ein Land, wenn das eigene Nationaldenkmal im Krieg beschädigt und danach auch noch von ideologisierten Landsleuten abgeräumt wird.
      Die Bundesrepublik war bisher nicht in der Lage, etwas wirklich Würdevolles bezüglich seiner Selbstdarstellung zu erbauen.
      Man schaue sich nur die lieblos aufgestellte Fahne der Einheit vor dem Reichstag an und überlege sich, was wohl Franzosen oder Amerikaner hier gemacht hätten. Ich vermuute mal, die Fahne würde auf einem Marmorsockel stehen, der Fahnenmast hätte eine vergoldete Spitze (wie z.B. die fahnen vor dem Hradschin in Prag) und es würde noch eine Ehrenwache davor stehen.
      Nun bekommen wir also ein "zeitgemäßes" Ehrenmal. Erstmal ist zu betonen, daß die Idee selbst natürlich zu befürworten ist (wenn sie auch etwas spät kommt), doch die Gestaltung nach zeitgemäßen Vorgaben lässt mich jetzt schon erschauern.
      Auf ein Bauwerk mit Elementen aus Marmor, Granit, Sandstein oder Kupfer könne wir da vermutlich lange warten. Wohl auch auf eine für jedermann sofort sich erschliessende Plastik. Es wird wohl tatsächlich etwas im Stil des rostigen Stahträgers vor dem Bundeskanzleramt oder eines verdrehten Aluminiumreifens wie im Artikel des Tagesspiegel beschrieben werden.
      Da macht mir der Besuch des künftigen Schloßplatzes gleich gar keinen Spaß mehr, besonders wenn ich nach Umrundung des Stadtschloßes dann auch noch auf eine PdR-Glas-Beton-Fassenvariante treffen sollte.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Masslosen Selbstschuld

      Die Deutschen leiden an ein massloses Schuldkomplex. Es wird ungeheuer übertrieben mit Holocaust-Mahnmal, ein weitverbreites anti-Reko Syndrom (kein Wiederaufbau gestattet!!!). Keinen Verweisungen zu der Bunker, nichts von der Helden und Opfer der beiden Weltkriege, nichts über die schreckliche Vernichtungen Berlins, Hamburgs und Dresdens. Nichts über die fürchterliche Verluste unter die Zivilbevölkerung in Berlin, das Spreewald (grösstes Schlachthaus am Deutschen Boden). Nichts über 12 millionen Vertriebenen, nichts über millionen die dabei umkamen. Nichts über die 1,1 millionen Deutschen die in der USSR in Lager umkamen, nichts über denen die nach den Krieg in Lager in der Ostzone umkamen usw....................

      Es kamen auch mindestens 8 millionen Deutschen um im Zweiten Weltkrieg. Hundertausende Soldaten wurden nach Übergabe einfach abgeschossen........wer ist dann eigentlich Täter oder Opfer?????

      Ein Herzloser Staat für seine Bürger.

      Ich finde das die Deutsche Staat übertreibt.

      Über Schuld am 1. Weltkrieg: alle Länder. Nach dem Krieg wurde Deutschland grosses Unrecht angetan. Grund für den Zweiten Weltkrieg.

      Ich denke das anno 2008 die Schuld und die anti-Reko Haltung enden soll.

      Und weiss das andere Staaten das eigentlich auch gerne sehen möchten.
    • Ja, so ist nun mal die deutsche Seele, immer einen Hang zur Sebstkasteiung :kopfwand:
      Genau diese Haltung spiegelt sich ja nur allzu offensichtlich in der heutigen bundesdeutschen Architektur wieder. Immer nur modern und jaa nicht traditionell. Immer politisch korrekt!!
      Fehlte noch, dass ein "ausländischer" Architekt / Künstler oder "Wichtigtuer" das neu zu errichtende deutsche Einheits-und Freiheits- und Nationaldenkmal entwirft und baut. Wie peinlich!


      Vielleicht sollten wir hier mal ganz genau unseren Staatspartnern, wie z.B. Frankreich oder Amerika auf die Finger schauen um mal was sinnvolles, wie z.B. Umgang mit Geschichte oder nationalen Symbolen, etc., von ihnen zu adaptieren.
    • >>Fehlte noch, dass ein "ausländischer" Architekt / Künstler oder "Wichtigtuer" das neu zu errichtende deutsche Einheits-und Freiheits- und Nationaldenkmal entwirft und baut. Wie peinlich! <<


      Es gibt eigentlich nichts, was den Reichstag an Peinlichkeit noch toppen könnte. Es wäre darauf zu achten, daß das Denkmal in Leipzig was anständiges wird (es kann auch was spartanisches sein)...aber Berlin ist seit 1945 das Architektur- und Utopienklo der Deutschen und wird es bleiben. Je mehr Unsinn dort getrieben wird, desto weniger wird der Rest des Landes kontaminiert.

      Vielleicht wird es eine Mischung zwischen Peter Eisenman und Niki de Saint-Phalle. Die Fassung sollte man am besten Daniel Libeskind überlassen, der ist Bundesexperte für emphative, gehaltvolle Architektur. Jeder Entwurf hat seine ganz eigene Note...................................oder nicht...?!!
      Nein, die werden gedünstet
    • Re: Masslosen Selbstschuld

      "uaoj36" schrieb:

      Die Deutschen leiden an ein massloses Schuldkomplex. Es wird ungeheuer übertrieben mit Holocaust-Mahnmal, ein weitverbreites anti-Reko Syndrom (kein Wiederaufbau gestattet!!!). Keinen Verweisungen zu der Bunker, nichts von der Helden und Opfer der beiden Weltkriege, nichts über die schreckliche Vernichtungen Berlins, Hamburgs und Dresdens. Nichts über die fürchterliche Verluste unter die Zivilbevölkerung in Berlin, das Spreewald (grösstes Schlachthaus am Deutschen Boden). Nichts über 12 millionen Vertriebenen, nichts über millionen die dabei umkamen. Nichts über die 1,1 millionen Deutschen die in der USSR in Lager umkamen, nichts über denen die nach den Krieg in Lager in der Ostzone umkamen usw....................

      Es kamen auch mindestens 8 millionen Deutschen um im Zweiten Weltkrieg. Hundertausende Soldaten wurden nach Übergabe einfach abgeschossen........wer ist dann eigentlich Täter oder Opfer?????

      Ein Herzloser Staat für seine Bürger.

      Ich finde das die Deutsche Staat übertreibt.

      Über Schuld am 1. Weltkrieg: alle Länder. Nach dem Krieg wurde Deutschland grosses Unrecht angetan. Grund für den Zweiten Weltkrieg.

      Ich denke das anno 2008 die Schuld und die anti-Reko Haltung enden soll.

      Und weiss das andere Staaten das eigentlich auch gerne sehen möchten.


      Ich würde dich doch (wie schon oft) bitten, dich etwas zurückzunehmen. Der erste Teil deines Beitrags geht ja okay, aber aus dem Unrecht von Versailles den Grund für den Zweiten Weltkrieg herzuleiten, grenzt doch arg an "Dolchstoßlegende", falls dir das was sagt. Danke.

      Zum Thema: einen internationalen Wettbewerb für ein deutsches Einheitsdenkmal halte ich in der Tat für absurd bis bizarr. Typisch deutsche political correctness halt. Allerdings finde ich es genauso wenig zeitgemäß, dort das Reiterstandbild eines Monarchen aufzustellen.
    • Der Bezug auf die "Dolchstoßlegende" ist zwar etwas schief , weil diese mit der These, der Versailler Vertrag habe zum 2. Weltkrieg geführt (was insofern falsch ist, als Handlungen eben ihren Grund, wenn auch vielleicht nicht ihre Motivation, immer in den Entscheidungen der für sie Verantwortlichen haben) nicht viel zu tun hat: "Dolchstoßlegende" bezeichnet vielmehr die Meinung, das Deutsche Reich sei im 1.Weltkrieg nur besiegt worden, weil die Sozialisten zuhause die Arbeiterschaft aufgewiegelt hätten, so daß diese dem Heer "in den Rücken gefallen" sei.
      Ansonsten aber volle Zustimmung zu RMA.
    • Ich denke nicht das wir ein Denkmal bekommen, was uns hier im Forum zusagen würde. Ich bin mir sicher das es modern sein wird und dazu wieder irgend so eine pseudointellektuelle Botschaft vermitteln soll, die bei den Besuchern des Monuments nicht ankommen wird, da gar nicht vorhanden. Ich persönlich bewundere die Amerikaner in der Hinsicht wie sie Denkmäler errichten. Hier einige Beispiele aus meiner Sammlung:

      Franklin D. Roosevelt Memorial


      Korean War Memorial


      Vietnam War Memorial


      auch sehr bekannt, nur ist mir der Name entfallen


      und als letztes das 2005 errichtete World War II Memorial
      &quot;... der Mensch mit den modernen Nerven, braucht das Ornament nicht, er verabscheut es.&quot; (Adolf Loos, Ornament und Verbrechen)

      Diese Aussage ist ein Verbrechen
    • Denkmähler ähnlich wie die Amerikaner das haben:

      Finde es wirklich die höchste Zeit das für die millionen ermordeten Deutschen im 2.Weltkrieg auch endlich solche Denkmähler kommen, so was ich hier oben von den Amerkikanern gesehen habe.......

      1. Für die halbe million ermordeten Zivilsiten in der Bombenhorror.
      Es war mehr dann grauenhaft: die hunderttausenden verkohlten Leichen.

      2. Für die million Zivilisten die umkamen während der Invasion der Sowjetunion und ihre Rache am Deutschen in 1944 und 1945. Breslau, Königsberg, Berlin und unzählige Dörfer und Städchen. Aber auch die zehntausenden die umkamen bei der Torpedirung der Wilhelm Gustloff, General Steuben und Goya in der Ostsee.

      3. Für die weit von Haus umgekommen 1,1 millionen Wehrmachtsoldaten in die Sowjetlager (auch nach dem Krieg).

      4. Vielleicht auch für die Kampf ums Überleben der hundertaussenden Soldaten an den Fronten, besonders die hunderrttausenden die eingekesselt wurden und von denen niemamd mehr etwas gehört hat (Weiss-Rusland und Rumänien 1944). Es waren am Ende auch Kinder und Alten die in die Todt geworfen wurden. Weigern bedeutete die Todesstrafe!!!!!

      Es geht mich nur um Menschlichkeit und die Deutsche Unwille zur Rekonstruktion der Baudenkmähler, weil nur die eigenen Schuld immer benachdrückt wird.
    • Bezüglich der oben angeführten Versailles-These möchte ich noch anfügen, daß natürlich jeder geschichtliche Ablauf irgendwie auch auf historische Vorsituationen zurückzuführen ist. Auch Hitler oder Stalin sind natürlich ohne die Aufklärung des 18. Jahrhunderts, die die Abkehr von Kirche und Thron einleitete, nicht ganz vorstellbar. Gleichwohl haben die politisch Verantwortlichen zu jeder Zeit auch die Möglichkeit bzw. Macht, Dinge zu verändern. Und so können sie sich nicht herausreden, nur Produkt einer historischen Situation zu sein. Konkret: Natürlich hat der Vertrag von Versailles den Aufstieg des NS-Systems begünstigt. Ein gemäßigterer Friedensvertrag hätte wahrscheinlich die politische Radikalisierung jener Jahre eingedämmt. Und insofern trägt auch Versailles einen Teil zur späteren Entwicklung bei, incl. Krieg. Gleichwohl entschuldigt das aber in keiner Weise die damaligen politisch Verantwortlichen.

      Nun zum Vorschlag von "uaoj36" zu einem zentralen Denkmal für die deutschen Opfer des 2. Weltkriegs, dem ich generell zustimme:

      In Berlin wird das ja für den Bereich der Vertreibung von der Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach seit Jahren versucht. Doch die politischen Widerstände in Deutschland (vor allem in der SPD) sind bezeichnenderweise enorm, so daß das Konzept immer mehr verwässert wird und wohl irgendwann irgendein "Zentrum gegen x-beliebige Vertreibungen" (wahrscheinlich auch der Kurden oder Eriträer) herauskommen wird.
    • Allerdings finde ich es genauso wenig zeitgemäß, dort das Reiterstandbild eines Monarchen aufzustellen.

      @RMA

      Wenn es um ein Einheitsdenkmal geht, dann führt dieses Vorhaben jede Nation zu seinen Ursprüngen zurück.
      Auch das heutige Deutschland wäre ohne die Befreiungskriege und die Reichsgründung im Jahre 1871 gar nicht denkbar.
      Im Jahre 1990 schlossen sich die beiden Teile Deutschland wieder zusammen, die sich aufgrund eben dieser Reichsgründung überhaupt nur als gemeinsame Nation verstanden haben. Die wichtigsten Persönlichkeiten der Reichsgründung selbst waren nunmal der Monarch Wilhelm I. und sein Kanzler Bismarck.
      Natürlich kann man das neue Einheitsdenkmal auch nur als reines Wiedervereinigungsdenkmal zur Erinnerung an 1989/1990 begreifen und dagegen wäre auch nichts einzuwenden, doch dann fehlt der Nation doch wieder die Erinnerung an den Ursprung (wie sie das Nationaldenkmal vor dem Schloss verkörperte).
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "