Einheitsdenkmal

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    • "Reinhard" schrieb:

      Direkt gegenüber dem sowjetischen Ehrenmal wäre nicht nur viel Platz. Mit dem Denkmal für die friedliche Revolution und die errungene deutsche Einheit wäre dem matialischen Sowjetdenkmal mit seinen Kanonen und Panzern ein angemessenes Gegenstück möglich. Versteckt darin wäre auch eine Reminiszenz an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953, wo ebensolche Panzer wie die auf der anderen Straßenseite den Volkswillen nieder walzten.

      "Wir sind das Volk!" "Wir haben es geschafft - trotz alledem!" paßt gut an einen Platz, der nach dem Willen der Sieger ein für allemal das Ende der (abgeräumten) preußischen Siegesallee sein sollte.

      Gibt es einen besseren Standort?


      Sowas ähnliches gabs schon einmal:

      veradoerk.de/pdf_home/Pav1937.pdf
      "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
      Friedrich der Große
    • @ Sagebiel:
      Daran habe ich auch gleich denken müssen. Doch 1937 war das Sowjetmonument von nach vorne stürmenden Statuen gekrönt, die durch den Turm des deutschen Pavillons gestoppt wurden. Der Sowjetsoldat und die Panzer im Tiergarten bleiben dagegen ruhig stehen.

      Weis eigentlich jemand hier im Forum wo die Reste des deutschen Pavillons von 1937 verblieben sind. Nach einem Plan sollte dieser nach dem "Endsieg" an der Danziger Freiheit (heute Münchner Freiheit (erinnert an die Freiheitsaktion Bayern, die verhinderten, das München verteidgt wurden und es so vor der Zerstörung bewahrten)) wiedererrichtet werden. Das würde bedeuten, dass der Pavillon ja inach 1937 rgendwo eingelagert worden sein muss.
      Münchens Denkmäler: http://www.denkmaeler-muenchen.de/\r
      www.denkmaeler-muenchen.de/
    • Marmor, Stein und Eisen nicht
      http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/meinung/699422.html\r
      www.berlinonline.de/berliner-zei ... 99422.html

      Wie etwa soll ein Einheitsdenkmal an jene erinnern, die sich mit den Mächtigen arrangierten, weil das auch den Machtlosen diente oder dienen sollte? Wie soll es darstellen, dass der Sturz der SED-Herrschaft nur ein Teil jener Revolution war, die Osteuropa, die Europa befreite? Die Montagsdemonstrationen, der Mauerfall, die deutsche Einheit sind nicht zu verstehen ohne die Solidarnosc in Polen, ohne den Machtwechsel dort und in Ungarn, ohne die Unabhängigkeitsbewegungen der baltischen Nationen, ohne Gorbatschows Einsicht in die Notwendigkeit des friedlichen Rückzugs, ohne den immensen Vertrauensvorschuss, welche Frankreich, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Israel, Russen und Polen nicht zuletzt oder die USA den Deutschen entgegen gebracht haben.

      Um diese Schattierungen verständlich zu machen, gibt es Instrumente: Feste, Literatur, Filme, Theater, Musik, Ausstellungen und Museen, auch Gedenkstätten an den originalen Orten der europäischen Revolution. Denkmäler aber gehören nicht dazu. Sie können selbst bei bester Vorbereitung nur Kunstgewerbe sein, gänzlich unwichtig für die deutsche und europäische Erinnerung.
    • Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für mehrere Einheitsdenkmäler in Ost- und Westdeutschland ausgesprochen. Vielleicht gelinge es, «in eine neue Ära der Denkmäler einzutreten» :augenrollen: und die friedliche Revolution «in vielen Orten in Deutschland» erlebbar zu machen, sagte er bei der Ausstellungseröffnung «Ein Denkmal für Freiheit und Einheit» am Montag in Berlin. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) begrüßte die Idee mehrerer Gedenkorte. Die friedliche Revolution sei «nicht allein ein Hauptstadtereignis» gewesen, sagte er.


      Statt über den Bau weiterer Denkmäler zu diskutieren, sollte lieber darüber nachgedacht werden, wie man die schon bestehenden (sich teilweise in einem desolaten Zustand befindenden) Denkmäler erhält.
    • Wie etwa soll ein Einheitsdenkmal an jene erinnern, die sich mit den Mächtigen arrangierten, weil das auch den Machtlosen diente oder dienen sollte? Wie soll es darstellen, dass der Sturz der SED-Herrschaft nur ein Teil jener Revolution war, die Osteuropa, die Europa befreite? Die Montagsdemonstrationen, der Mauerfall, die deutsche Einheit sind nicht zu verstehen ohne die Solidarnosc in Polen, ohne den Machtwechsel dort und in Ungarn, ohne die Unabhängigkeitsbewegungen der baltischen Nationen, ohne Gorbatschows Einsicht in die Notwendigkeit des friedlichen Rückzugs, ohne den immensen Vertrauensvorschuss, welche Frankreich, die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Israel, Russen und Polen nicht zuletzt oder die USA den Deutschen entgegen gebracht haben.


      Also sollten Mitlaeufer der SED auch positiv gedacht werden, und war der deutsche anteil an dieser "europaeischen Revolution" Null. Es hat etwa keine Reparationen, keine Wiedergutmachungen, keinen Verzicht auf die Ostgebiete gegeben. Und keine deutsche Zahlung des sowjetischen Abzugs. :augenrollen:

      Auf jeden Fall steht dort mal ehrlich dass Laender wie die Niederlande die dt. Teilung wollten. So war auch die Stimmung dort 1989.

      Im uebrigen sehe ich auch nichts in so einem Denkmal. Es muesste an eine immense Abwicklung von Altlasten erinnern, in Ost wie West scheinbar oft wider Willen.

      In Berlin gibt es der Denkmaeler zuviel, nicht zu wenig. Die deutschen Denkmaeler sind dort ab '45 bis auf wenigen Ausnahmen (Siegessaeule, Reiterstatue Friedrichs d. Gr.) alle abgeraeumt. Zuerst muss der Zahn der Zeit auch an den anderen nagen.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Statt über den Bau weiterer Denkmäler zu diskutieren, sollte lieber darüber nachgedacht werden, wie man die schon bestehenden (sich teilweise in einem desolaten Zustand befindenden) Denkmäler erhält.


      Im uebrigen sehe ich auch nichts in so einem Denkmal.


      Ist schon interessant, daß der Zeitgeist selbst in diesem Forum noch irgendwie präsent ist. Während Deutschland immer noch mit Gedenkstätten geradezu bombardiert wird und mit Stolpersteinen zugepflastert wird, und dies kaum noch mehr Widerspruch als ein Schulterzucken hervorruft, regt sich Skepsis bereits bei einem winzigen Nationaldenkmal. An die Selbstkasteiung (denn diese steckt letztlich dahinter) durch viele große und kleine Holocaust-Stelen in allen Städten (es sind mittlerweile hunderte Gedenkorte, an denen die Denkmal-Lobby auch gut verdient) hat man sich gewöhnt. Ein Denkmal, das hingegen einmal versucht, dem etwas positive Identität entgegenzusetzen, wird aber rasch als überflüssig abgetan.

      Es scheint ein deutsches Spezifikum dieser Zeit. Im Ausland würde das wohl niemand verstehen.
    • "Heimdall" schrieb:

      Ein Denkmal, das hingegen einmal versucht, dem etwas positive Identität entgegenzusetzen, wird aber rasch als überflüssig abgetan.

      Wie wahr!
      Gerade hier in diesem Forum hätte ich eine andere Einstellung erwartet... :?
      Der Wind gedreht
      Albtraum verweht
      Zum Schluss jetzt das Glück
      Das Schloss kommt zurück!
    • "Heimdall" schrieb:

      Ist schon interessant, daß der Zeitgeist selbst in diesem Forum noch irgendwie präsent ist.

      Kannst du das näher erläutern?

      "Reinhard" schrieb:

      Gerade hier in diesem Forum hätte ich eine andere Einstellung erwartet... :?


      Für die vorgestellten Entwürfe, die wir in den letzten Wochen sehen konnten (Ranken auf dem Alexanderplatz, Kuhle auf dem Platz der Republik etc.), habe ich leider kein Verständnis.
      Ich persönlich kann mit sich ergänzenden Ringen wenig anfangen.
      Nach eurer, für mich unerwartet heftigen, Reaktion auf meine kurze Bewertung dieses Vorhabens, gehe ich davon aus, dass ihr einen Bezug zu diesen oder ähnlichen Denkmälern herstellen könnt.

      "Heimdall" schrieb:

      Ein Denkmal, das hingegen einmal versucht, dem etwas positive Identität entgegenzusetzen, wird aber rasch als überflüssig abgetan.


      Das ist ein Missverständnis!
      Grundsätzlich bin ich für den Bau von Denkmälern, sofern sie qualitätvoll und wohl durchdacht sind. Ein Beispiel für ein gelungenes Denkmal ist das Stelenfeld von Peter Eisenman.
      Ein Denkmal braucht eine lange und gründliche Planungsphase und kann nicht innerhalb von 1 1/2 Jahren fertig gestellt sein (dem enthalten sind Planung und Bau).

      Wenn man ein Denkmal baut sollte es auch längere Zeit stehen und nicht nach einigen Jahren wieder abgerissen werden, weil es nicht mehr gefällt. In dem Zusammenhang darf ein Nationaldenkmal auch etwas kosten (wie ich vor einiger Zeit schon einmal geschrieben habe).

      Es ist gleichgültig wie teuer das Denkmal letztendlich wird, wichtig ist für mich, dass es das Geld wert ist.

      Zudem habe ich auch die Befürchtung, dass das Denkmal auf der Schlossfreiheit realisiert werden könnte und damit dauerhaft die Chance vertan wird, das alte Nationaldenkmal vor dem Stadtschloss mit zeitgemäßer Symbolik zu rekonstruieren.

      Des Weiteren schwillt mir der Kamm, wenn ich von der Senatverwaltung höre, dass für die meisten Denkmäler (z.B. Goethedenkmal) das Geld fehlt, um sie wenigstens vor der Witterung zu schützten und im Gegenzug ernsthaft darüber nachgedacht wird weitere Denkmäler zu bauen.


      Ich bitte um Verständnis.
    • Zudem habe ich auch die Befürchtung, dass das Denkmal auf der Schlossfreiheit realisiert werden könnte und damit dauerhaft die Chance vertan wird, das alte Nationaldenkmal vor dem Stadtschloss mit zeitgemäßer Symbolik zu rekonstruieren.


      Eine Rekonstruktion dieses Denkmals waere ohne zeitgemaesse Symbolik wuenschenswert, als Denkmal aus einer anderen, versunkenen Epoche. So wie man heute auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz sieht. Dann kann es originalgetreu rekonstruiert werden, was esthetisch am meisten her gaebe.

      Des Weiteren schwillt mir der Kamm, wenn ich von der Senatverwaltung höre, dass für die meisten Denkmäler (z.B. Goethedenkmal) das Geld fehlt, um sie wenigstens vor der Witterung zu schützten und im Gegenzug ernsthaft darüber nachgedacht wird weitere Denkmäler zu bauen.


      Fuer die meisten Denkmaeler in der Art des Goethedenkmals ja. Interessant waere zu erlaeutern, fuer welchen Denkmaeler ja sehr wohl Geld ausgegeben wird.

      Die kaiserzeitlichen Denkmaeler werden in Berlin sicherlich noch so gesehen, so wie sie etwa Heinrich Mann gesehen haette. Die Statuen der ehemaligen sogenannten "Siegesallee" zum Beispiel im Tiergarten fristen ihr Dasein im "Lapidarium", entstellt von Kriegs- und Witterungseinwirkungen. Sie waren nach dem Krieg zunaechst zwanzig Jahre im Garten von Schloss Bellevue vergraben (!) gewesen. An eine Wiederaufstellung ist nicht zu denken, und an eine Rekonstruktion des Nationaldenkmals auf dem Schlossplatz auch nicht.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • So sieht der Gewinnerentwurf für das mögliche Einheitsdenkmal aus, der heute von Lammert und Tiefensee in Berlin vorgestellt worden ist:

      http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2007/11/2007-11-06-denkmal-dt-einheit.html\r
      www.bundesregierung.de/nn_1264/C ... nheit.html

      Na ja, wieder mal ein abstrakter Entwurf der für weiß was auch immer stehen könnte. Es hätte sicherlich noch schlimmer kommen können, aber für diesen Anlass hätte ich mir doch einen besseren Entwurf erhofft. Schade, wieder einmal eine Chance vertan.
    • Schade, wieder einmal eine Chance vertan.


      Das sehe ich nicht ganz so pessimistisch.

      Der Ring ist ein uraltes Symbol, eigentlich der Ursprung der Symbolik. In der Antike reichte ein Gast seinem Gastgeber zum Abschied oft einen Tonring als Erkennungszeichen bei einem Gegenbesuch eines Mitglieds aus dem Gastgeberhaushalt. Der Ring wurde zerbrochen und dann beim Gegenbesuch zusammengefügt. Zudem kennen wir den Ring ja auch bis heute als wichtiges Symbol der Verbundenheit in der Ehe.

      Deshalb kann ich auch mit dieser Abstraktion gut leben. Es war zudem einfach auch der beste Entwurf unter den Eingereichten (die einige Spinnereien beinhalteten).

      Zudem ist ja gar keine Chance vertan. Tiefensee betont ja selber, daß es nicht bei diesem einen National- und Einheits-Denkmal bleiben sollte, sondern er sich derer viele wünsche. Also öffnet sich dadurch nun ein breites Feld an Gestaltungsmöglichkeiten, an denen sich jeder in seiner Gemeinde beteiligen kann. Und diese können vom Reiterstandbild mit Helmut Kohl über Brunnen mit Engelsallegorien, Einheitstürme, moderne Klanginstallationen, Graffitis, abtrakte Farbspiele oder kleine Gedenkplaketten mit Eichenlaub bis hin zu monumentalen Tempelanlagen reichen. Der Phantasie und dem Engagement sind doch keine Grenzen gesetzt.
    • Naja.

      Es gibt sicherlich auch noch wesentlich schlechtere Entwürfe; oder auch bessere: ein Obelisk (auch aus Glas) wäre auch nicht schlecht gewesen.
      Vor der gewaltigen Fassade des Eosander-Flügels wird man es sowieso kaum sehen. Und wenn die Errichtung des Denkmals nach sich ziehen würde, dass die Schlossfreiheit unbebaut bliebe, dann bin ich für diesen Entwurf.
    • Einheitsdenkmal in Berlin

      Berlin bekommt Denkmal zum Mauerfall
      Das Einheits- und Freiheitsdenkmal soll 2009 eingeweiht werden - vermutlich am 9. November zum 20. Jahrestag der Maueröffnung. Das beschloss der Bundestag. Als Standort ist vor allem das Gelände des ehemaligen Berliner Stadtschlosses in Berlin-Mitte im Gespräch.
      http://www.morgenpost.de/desk/1347327.html\r
      www.morgenpost.de/desk/1347327.html

      "Die Diskussion über das Wie und das Wo ist mit der Debatte im Bundestag nicht beendet, sondern hat jetzt erst richtig begonnen."
    • Streit um Einheitsdenkmal in Berlin - Wowereit begrüßt Entscheidung des Bundestags - Koalition empört über das Verfahren
      http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail.php?msg=ddp_1946209690\r
      www.berlinonline.de/aktuelles/be ... 1946209690

      Die schnelle und einsame Entscheidung «spricht jeder demokratischen Kultur Hohn», kritisierte der ehemalige Berliner Kultursenator und jetzige Abgeordnete, Thomas Flierl (Linke). Seine Fraktion werde zudem «mit aller Kraft» Überlegungen entgegentreten, das Denkmal auf dem Sockel des alten Wilhelminischen Nationaldenkmals am Schlossplatz zu errichten.:applaus:


      Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, hatte seinen Parteifreund, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, vor der Abstimmung heftig kritisiert. Thierse, der sich vehement für das Denkmal einsetzte, mache es sich «zu leicht». Der ganze Plan sei eine «Hauruck-Aktion, die ohne Not» Fakten schaffen solle. Allerdings werde sich die Berliner SPD-Fraktion nicht zwingend nach einer Entscheidung der SPD im Bundestag richten, betonte Gaebler. «Der Bundestagsentscheid kann keine Vorgabe sein.»