Einheitsdenkmal

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    • Einheitsdenkmal

      Im "Regierungsprogramm 2002/2006" der CDU-Fraktion im Deutschen
      Bundestag fordert die CDU auf Seite 31 ein Freiheits- und Einheitsdenkmal:
      cducsu.de/upload/bbztm3cw5111376-5nr6lm3h.pdf


      Im Osten was Neues
      ...
      Friedliche Revolution der Ostdeutschen von 1989 als fester
      Bestandteil unserer Erinnerungskultur


      Deutschland muss mit der Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin
      dieses Ereignis würdigen. Der 50. Jahrestag des Arbeiteraufstandes am 17. Juni
      2003 muss als nationaler Gedenktag würdig begangen werden.
      ...


      Für das Denkmal setzt sich vor allem der CDU Politiker Günter Nooke
      ein, der am 16. Juni 2002 symbolisch auf der Berliner Schloßfreiheit
      den Grundstein für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal gelegt hat.

      Ein überfraktioneller Antrag aus dem Jahr 2000, der von der rot-grünen
      Mehrheit abgelehnt wurde, ist hier nachzulesen:
      nooke.de/DDE_ANTRAG_UEBERFRAKTIONELL.HTM

      Deutscher Bundestag Drucksache 14/....

      14. Wahlperiode Datum März 2000
      Antrag

      Errichtung eines Einheits- und Freiheitsdenkmals auf der Berliner Schlossfreiheit

      Der Bundestag wolle beschließen:

      Die Bundesregierung wird aufgefordert, in Erinnerung der friedlichen Revolution vom Herbst 1989 und der staatlichen Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 ein Einheits- und Freiheitsdenkmal zu errichten.

      Die Bundesregierung sollte prüfen, inwiefern sie in enger Abstimmung mit dem Berliner Senat zum 3. Oktober 2000, dem 10. Jahrestag der Deutschen Einheit, einen internationalen Wettbewerb zur Errichtung eines solchen Denkmals ausloben kann.

      Die Bundesregierung wird gebeten, das Anliegen der Initiative Denkmal Deutsche Einheit, wonach dieses Denkmal an zentralem Ort in Berlin, gedacht ist an den Sockel des alten Nationaldenkmals auf der Berliner Schlossfreiheit, das von zahlreichen Persönlichkeiten unterstützt wird, in eine entsprechende Planung einzubeziehen.


      Begründung:

      Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Bundestag ausführlich die friedliche Revolution vom Herbst 1989 und den Fall der Berliner Mauer gewürdigt. Beide im Zusammenhang stehende Ereignisse waren von großer nationaler, europäischer und internationaler Tragweite und haben einen dauernden Platz im öffentlichen Gedächtnis verdient. In den Geschichtsbüchern ist dies bereits geschehen. Es wäre äußerst sinnvoll, dieses Geschichtsbewusstsein durch ein geeignetes Denkmal in der Mitte Berlins wach zu halten und zu unterstützen.

      Mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze endete ein Jahrhundert zweier Weltkriege und zweier auf Weltherrschaft gerichteter totalitärer Diktaturen. Die Wende brachte das Ende eines halben Jahrhunderts Teilung des Landes, seiner Hauptstadt und seiner Nation. Sie war zugleich ein europäisches Phänomen: Ohne den Prager Frühling, ohne Polens Solidarnosc, ohne Glasnost und ohne die Öffnung der ungarischen Grenzen hätte es die Wende nicht gegeben, ohne die zahllosen Opfer, die den Weg bereiteten, nicht die friedliche Revolution. Sie wäre aber auch ohne die westliche Entspannungspolitik nicht möglich gewesen.

      Was in der Revolution von 1848 noch misslang, wurde nach 1989 zum europäischen Ereignis: Der Sieg der freiheitlichen, demokratischen und nationalen Bewegungen. Damit hat der Prozess der europäischen Einigung erst seine gesamteuropäische Dimension erhalten. In den jahrhundertlangen religiösen und ideologischen Grabenkriegen Europas waren die Deutschen – in der Mitte des Kontinents von innerer Zerrissenheit und Ruhelosigkeit geprägt – Täter, aber auch Leidtragende. Mit der friedlichen Revolution, der Wiedervereinigung in Freiheit und der Anerkennung der Grenzen sind wir gleichberechtigte Partner in der Völkergemeinschaft geworden. Ein Freiheits- und Einheitsdenkmal der friedlichen Revolution wäre zugleich Überwindung und Vollendung: Überwindung eines martialischen Nationalismus und Vollendung der demokratischen Revolution von 1848.

      Es gibt einen Ort im Herzen der wiedervereinigten Hauptstadt, der geradezu darauf wartet, als Denkmal neu gestaltet zu werden. Vom Berliner Schloss aus wurde Deutschland unter Bismarck zum ersten Mal geeint: von oben. Dafür stand ein pompöses Reiterdenkmal für Kaiser Wilhelm I. Der Kaiser hoch zu Ross ist nicht mehr. Aber der gewaltige Sockel harrt einer neuen Bestimmung. In der Nachbarschaft dieses Ortes tagte die frei gewählte Volkskammer und faßte am 23. August 1990 den Beitrittsbeschluss. Im Kronprinzenpalais wurde am 31. August 1990 der Einigungsvertrag unterzeichnet. Die revolutionäre Volksbewegung im Herbst 1989 mündete, von Leipzig ausgehend, in der größten Demonstration mit fast 1 Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz.

      Es gibt noch kein Freiheits- und Einheitsdenkmal der friedlichen Revolution. Das Denkmal soll Rückblick, aber auch Anstoß sein, Anstoß, den demokratischen Aufbruch jener Tage fortzusetzen, sich regende alte Geister zu bannen und Demokratie und Einheit zu festigen. Das Denkmal soll symbolischer Mittelpunkt und Treffpunkt der streitbaren Demokratie werden.

      Unser erstes Ziel ist die Auslobung eines internationalen Ideenwettbewerbs unter Künstlern und Architekten durch Bundesregierung und Berliner Senat. Der Wettbewerb sollte unter der Losung stehen: Wir sind das Volk! – Wir sind ein Volk!.

      Wir Deutsche tun uns schwer mit Denkmälern und Gedenkstätten. Es wird auch um ein Denkmal der deutschen Einheit Streit geben. Die Unfähigkeit zu feiern und die Unfähigkeit zu trauern gehören zusammen. Sie können auch nur zusammen überwunden werden. Denkmäler der Schande und der Trauer, des Stolzes und der Freude sind notwendige Grundsteine des neuen Deutschland und der neuen Bundeshauptstadt.

      ...


      Sollte Deutschland dieses Denkmal bauen ? Und wenn ja, hat jemand
      Ideen wie es ausschauen sollte ?


      An dem Ort, wo das Denkmal nach Meinung obiger Initiatoren gebaut
      werden soll, war früher das Kaiser Wilhelm I. Denkmal. Dem Kaiser
      der Reichseinigung 1871. Die Fundamente stehen noch. Der Rest wurde
      von der DDR abgerissen.





    • Ich bin auf jeden Fall für ein Denkmal, definitiv besser als eine Wohnbebauung!

      Und wenn ja, hat jemand Ideen wie es ausschauen sollte ?


      Ich denke, dass das Wichtigste ist, dass die Kolonnaden wieder hergestellt werden. Der Rest ist ja eigentlich egal, hauptsache es wird nicht irgendeine moderne Skulptur!

      Anscheinend hat die CDU erst Anfang Dezember erneut die Forderung nach einem Denkmal im Bundestag gestellt, hier jedenfalls die Reaktion Vollmers (Grüne):

      berliner-schloss.de/start.php?…a8217457e06f91b859093e8c6

      Aber anscheinend wurde der Antrag abgelehnt.
    • Also ich finde das Alte Nationaldenkmal ist eigentlich schon ein Einheits- und Freiheitsdenkmal, denn unter Kaiser Wilhelm dem Großen einigten sich die Deutschen Königreiche und Herzogentümer zu einem Großreich.

      Und der neuen Einheit gebührt ebenfalls ein Denkmal, denn darauf können wir Deutschen wieder richtig stolz sein, die größte Friedensbedrohung aller Zeiten ohne ein Menschenleben zu opfern gelöst zu haben, schließlich war die Wiedervereinigung auch das Ende des Kalten Krieges.

      Genug geschwätzt, ich würde auf der Schloßfreiheit das Alte Nationaldenkmal wiedererrichten. Nicht als Nationaldenkmal sondern als Architekturzeugnis.
      Und auf dem ehemaligen Köningsplatz vor dem Reichstags würde ich unter Rekonstruktion der ehemaligen Platzstruktur anstelle des Bismarck-Denkmals eine neue Skulptur als Einheits- und Freiheitsdenkmal schaffen lassen. Und zwar unter folgenden Bedingungen:
      1. Kein Beton
      2. Nicht überdimensioniert, das brauchen Denkmäler der Demokratie nicht zu sein
      3. Keine anspruchslose Gestaltung. Dem Denkmal sollte sofort anzusehen sein, was es darstellt und nicht erst durch eine 5-seitige Interpretation verständlich sein

      Bis vor etwa 70 Jahren hatten Denkmäler auch einen gewissen qualitativen Anspruch.
    • Wie ich schon ein Paar Mal sagte: Ich habe nichts gg. ein Denkmal einzuwenden, bin aber prizipiell gegen diesen Standort!

      Ich halte den "Platz der Republik" für besser, weil...

      - der Reichstag nun Mal der Sitz des Bundestages ist, der ja als Institution letztendlich auch etw. zur Wiederveinigung beigetragen hat,
      - der Platz z.Zt. einfach nur eine öde Savanne ist,
      - der Name ja auch recht passend ist,
      - es bestimmt so ein moderner, abstrakter Mist wird (das neue D ist ja schließlich modern, trasparent blablabla....), der dann direkt vor dem Eosanderportal stünde,
      - und die Option für das alte Nationaldenkmal, letzendlich auch ein Einheits- und Freiheitsdenkmal, somit offen bleibt.
    • stimme ben zu. ein neues denkmal auf der schlossfreiheit? ich denke, dass wir uns alle einig darüber sind, wie es wohl aussehen wird: "transparent" ("symbol" der demokratie :augenrollen: ) und "abstrakt" (das ereignis ist zu wichtig, als das man es mit personen ausschmücken könnte :augenrollen: )

      die idee, das alte nationaldenkmal zu rekonstruieren finde ich nicht schlecht, doch leider wird sie wohl keine (große) lobby finden, aus vielen gründen wie z.b. wegen des stils (historismus ist nach wie vor verpöhnt) oder wegen der (selbst)darstelleung des kaisers (schloss und kaiserstatue? das wäre für einige zu viel!). ergo: es entstünde ein modernes denkmal, ohne gestalterische beziehungen zu den nachbargebäuden - schinkelbau, schloss, dom, etc. - aufzunehmen und wir wären alle unglücklich, weil nun eine reko des ursprünglichen denkmals nicht mehr möglich ist.

      wie es aussehen sollte ist auch eine schwierige frage. ich würde für eine klassisch-klassizistische figurengruppe plädieren, die frage aber, was diese denn darstellen solle, bleibt nach wie vor. ein helmut kohl in tunika und mit lohrbeerkranz? gott bewahre! :)
      an dieser stelle könnten wir ja ideen sammeln und vielleicht zusammen einen entwurf erstellen. und sei's nur als anregung für die regierung / die bürger.
    • Mir gefällt die Idee eines Denkmals direkt vor dem Bundestag,
      also auf dem Platz der Republik, eigentlich auch sehr gut.
      Was würdet Ihr von einem Obelisken halten, der in etwa so
      hoch wie der Reichstag wäre und mitten auf dem Platz stehen würde.
      Das Material: Vielleicht Elbsandstein aus Sachsen, womit wir
      dann besonders die Revolutionäre von Leipzig ehren würden...

      Um den Obelisken sollte dann noch eine nette Landschaftsarchitektur
      entstehen - vielleicht im Radius von 30m. Büsche, Parkbänke,
      nette Blumen etc. 8)
    • Hui, das war ja mal eine wirklich bemerkenswerte Rede von Antje Vollmer, die hätte ich ihr nie und nimmer zugetraut. Und dem Senat fein den Kopf gewaschen.

      Das bauliche Symbol der Einheit, dessen Bedeutungsschwere ein Denkmal niemals auch nur annähernd erreichen würde, existiert bereits. Es steht auch in Berlin, auf dorischen Säulen, hat zwei Torhäuser und obenauf eine Quadriga.
    • Nationaldenkmal

      Der Bundestagsabgeordnete Nooke aus Berlin Mitte hatte mal vorgeschlagen, auf dem noch existenten Sockel ein neues Nationaldenkmal zu errichten. In meinen Augen eine schöne Idee, die ja deutlich machen könnte, daß die Einheit und Freiheit 1990 nicht von oben - mit "Blut und Eisen"-, sondern von den DDR-Bürgern friedlich demonstrierend erkämpft wurde.Der Vorschlag ist meines Wissens im Bundestag gescheitert. Vielleicht kommt er wieder nach der Rekonstruktion des Schlosses.

      Jetzt plant Berlin für das Spreeufer vor dem Schlossportal einen Gebäuderiegel, der ja auch bis zur Errichtung des Wilhelmdenkmals dort stand und somit historische Strukturen wiederherstellen würde. Das wäre natürlich bullshit in jeder Hinsicht!
    • Nationaldenkmal - zum 18.01.1871

      "davila" schrieb:

      Der Bundestagsabgeordnete Nooke aus Berlin Mitte hatte mal vorgeschlagen, auf dem noch existenten Sockel ein neues Nationaldenkmal zu errichten.

      Vor fünf Jahren, als das Kanzleramt noch im Staatsratsgebäude (Schloßplatz 1) untergebracht war, wollte ich mit zwei Freunden auf den 130. Jahrestag der Reichsgründung durch ein "Event" hinweisen.

      Gegenüber vom Portal des Staatsratsgebäudes liegt an der Spree das Fundament des Nationaldenkmals, das unter Kaiser Wilhelm II für dessen Vater und Gründer des "Zweiten Reiches" errichtet wurde, das den zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstand und das 1950 von den Kommunisten restlos abgeräumt wurde.
      Aber der Sockel mit seinen sieben Stufen ist noch da.

      Wir stellten also am 18.01.2001 nach Einbruch der Dunkelheit insgesamt 130 rote Kerzen auf den Stufen auf, die das Datum < 18. 01. 1871 > abbildeten.
      Dieses Datum müßte doch zu irgendwelchen Fragen Anlaß geben, oder?
      Wir warteten gespannt darauf, was passieren würde.
      Würden die Wachmänner vor dem Kanzleramt Alarm schlagen?
      Würde die Polizei anrücken?
      Würden sich die Passanten interessieren?

      Nichts von alledem:
      Ein paar Mountainbiker fuhren die Stufen rauf und runter und verschwanden wieder.
      Einige Passanten gingen mit müdem Blick an den Kerzen vorbei.
      Pause.
      Dann kam ein Bus mit polnischen Touristen.
      Der Reiseführer fagte uns was wir da täten.

      "Wir feiern Geburtstag" sagte ich.
      "Was Geburtstag?" fragte er.
      "Na, 130 Jahre Deutsches Reich." war meine prompte Antwort.
      Daraufhin er: "Scheen! Aberr warrum sind Sie so wennigä?"

      :zwinkern: :P :D :lachen:

      Wenn wenigstens die Kolonaden des Denkmals stünden, dann würde zumindest der Platzraum erkennbar sein.
      Die Plattform des Denkmalsockels wäre ja auch als Bühne nutzbar und auf dem künftig bis zur Spree ragenden Rasen wäre viel Platz für jedwedes Publikum...
      Der Wind gedreht
      Albtraum verweht
      Zum Schluss jetzt das Glück
      Das Schloss kommt zurück!
    • Nationaldenkmal

      Stolperstein wird in ferner Zukunft auch die Bebauung der Schloßfreiheit sein, die den Schinkelplatz optisch vom Humboldt-Forum abtrennt, vor allem, wenn diese 'modern' ausgeführt wird. Das Timing wird hier großen Einfluß haben.


      Anscheinend gibt es eine Neuauflage der Initiative für eine neues Nationaldenkmal auf dem Sockel des alten. Die FAZ hat darüber in der vorletzten Woche berichtet.

      Die Bebauung der Schloßfreiheit wäre jedenfalls ein ziemlicher Unfug (also wenn das Schloß mal käme).
    • Was sollte ein Freiheits- und Einheitsdenkmal versinnbildlichen?

      ...

      Plädoyer für den Leipziger Platz als Standort für das Denkmal.
      Das Forum Stadtbild Berlin ist der Auffassung, dass die Lage eines zu planenden Denkmales nicht nur vom Grad der Erreichbarkeit und der Wahrnehmung im innerstädtischen Raum abhängen sollte, sondern auch von der Aussagekraft des historischen Ortes. Für das Denkmal ist ein stark frequentierter innerstädtischer Bereich zu erwägen, der in der Nähe des Regierungsviertels liegt und darüber hinaus augenfällig mit der deutschen Teilung und den Ereignissen des Jahres 1989 verbunden ist. Diese Qualitäten bietet in einzigartiger Weise der Leipziger Platz.

      Vielfältige historische Gründe sprechen für diese Ortswahl: Bereits 1797 erachtete Friedrich Gilly den damals noch schlicht ‚Octogon’ genannten Platz als bedeutsam genug, um für diesen seinen berühmten Entwurf für ein Denkmal zu Ehren Friedrichs des Großen vorzulegen. Seit 1814 trägt das Achteck zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig den Namen jener Stadt und bietet somit historische Bezüge zu den Freiheitskriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Prompt entwickelte Karl Friedrich Schinkel einen Plan für einen Dom aller Deutschen, eine riesige Kathedrale in gotischen Formen, die jedoch ebenso wenig gebaut wurde, wie das Friedrichsdenkmal Gillys.

      Am 17. Juni 1953 wurden der Platz und seine Umgebung zum Schauplatz von Demonstrationen gegen die DDR-Regierung. Die Bilder dieses Freiheitskampfes und seiner Unterdrückung durch sowjetische Panzer gingen um die Welt. Hier zerschnitten seit 1961 Mauer und Todesstreifen besonders prägnant Stadt, Land und sogar die damalige Welt in zwei Hälften. Neben dem Brandenburger Tor war es vor allem der Leipziger Platz, der Jahrzehnte hindurch als Sinnbild für Unrecht und widernatürliche Teilung galt.
      Nicht zuletzt in der Zeit der friedlichen Revolution 1989 wurde zwischen Potsdamer- und Leipziger Platz mit besonderer Genugtuung, Erleichterung und echter Freude das erste Mauersegment herausgebrochen. Hier, an dieser Stelle fiel die Mauer! Der Name des Platzes verweist nun zugleich auf die Stadt, in der die friedlichen Proteste, die zur Wende von 1989 führten, ihren Ausgang genommen hatten. Neben historischen Gründen wäre die räumliche Nähe zu Bundesrat, Bundestag, zahlreichen Landesvertretungen und Botschaften gegeben, welche das Denkmal politisch einbinden würden. Außerdem läge es in der Nähe des Kulturforums mit Philharmonie, Staatsbibliothek und Museen. Zahlreiche Nahverkehrsmittel und sogar ein Regionalbahnhof erschließen diesen Platz.

      Städtebaulich böte der Leipziger Platz in Verbindung mit dem schon jetzt im Boden des Platzgeländes baulich markierten ehemaligen Verlauf der Berliner Mauer genug Raum für ein Denkmal geradezu jeder Größe und Gestalt. Hier reicht der Gestaltungsspielraum vom einfachen Gedenkstein über einen begehbaren Glaskubus, eine einfache oder doppelte Brunnenanlage, ein Denkmal mit skulpturalem Schmuck in gegenständlicher oder abstrakter Form, bis hin zum monumentalen, die Platzseiten verbindenden Torbogen. Selbst ein Denkmal in der Platzmitte wäre vorstellbar – bei allem Aufwand für das Verlegen von Fahrbahnen und U-Bahn-Zugängen. Kaum ein Entwurf wird hier eine räumliche Beschränkung erfahren oder das architektonische Platzgefüge beeinträchtigen. Sichtbarkeit und künstlerische Wirkung des Denkmals wären gewährleistet.

      ...



      deutsche-gesellschaft-ev.de/edenkmal-exposee.php?id=11
      &quot;Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen.&quot;
      Friedrich der Große
    • Was findest du denn daran so schwachfugig? Ein Tor o.ä. kann ic mir dort zwar nicht grad vorstellen, einfach weil dann die Sichtachse verstellt wär. Aber an sich wär diese Idee - eben auch auf Grund der Lage an der Grenze - doch gar nicht so abwegig.
    • Aus folgenden Gründen
      1. Der Leipziger Platz ist ungeeigent. Wenn man nicht ein randständiges Denkmal'chen auf einem der beiden Rasenflächen plazieren will, muss man irgendwie die zweispurige Hauptverkehrsachse überqueren. DAs wäre dann wohl ein Riesentor o.Ä. Dieses würde nicht nur die Raumkonzeption des Leipziger Platzes zerstören, sondern auch - wie Du festgestellt hast - den auf die Sichtachse Leipziger Str. ausgerichteten Potsdamer Platz.

      2. Wenn man mit der Mauersymbolik spielen will: Die Mauer (also die Grenzmauer) führte über den Potsdamer Platz.

      3. Der Leipziger Platz ist Durchgangsstraße, architektonisch steril und Shoppping-Gebiet. Das "ist gut so"; aber solch einem Denkmal nicht angemessen.

      4. Es gibt den Sockel auf der Schloßfreiheit. Ein Denkmal dort ermöglicht historischen Kontext, hält die Schloßfreiheit von unnötiger Bebauung frei, wäre ein weiterer Akkzent für die Betonung der echten Mitte von Berlin, bietet ein angemessenes Umfeld, etc. pp.
    • Wie ich bereits weiter oben sagte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht unbedingt dem hier allgemein vorherschenden Geschmack entsprechen wird, ist recht hoch. Somit würde das Ensemble von Schloss und Schinkelplatz verschandeln...
      Und dass es vom Thema her nicht so recht dort hin passt, da muss ich der DGirgendwie schon Recht geben...Mal so ganz übertrieben gesagt: Was hat ein Denkmal, wo sich ein Ossi und ein Wessi in den Armen liegen vor dem Schloss zu suchen bzw. damit zu tun? Thematisch würde es in de Nähe der Granze wohl am besten passen. Und der PP, LP oder der Platz der Republik würde am ehesten den nötigen Raum/Lage bieten, wobei der LP eben dummerweise durch die Straße geteilt ist und am Pots würde es zwischen den ganzen HH und dem Trubel drumherum untergehen. Wieso also nicht, wie die früher die Siegessäule, auf den PdR? Schließlich steht da auch schon genug Schrott rum, da würde eine zerquetschte Waschmaschine o.ä. nicht stören. Inzw. ist eher der Reichstag ein Fremdkörper...
    • Kommt ein Denkmal der nationalen Einheit?

      Lothar de Maizière sieht gute Chancen für die Errichtung eines Denkmals der nationalen Einheit und Freiheit auf dem Berliner Schlossplatz. Der Kulturausschuss des Bundestags stellte sich bislang gegen das Projekt.

      http://www.tagesspiegel.de/berlin/Schlossplatz-Schlossplatz;art974,2391179\r
      www.tagesspiegel.de/berlin/Schlo ... 74,2391179

      Auch bei Anhörungen der Deutschen Gesellschaft spüre er "überwiegend Zustimmung": "Ich glaube, dass der Abstand zu den Ereignissen die Notwendigkeit eines Denkmals dringlicher macht", so de Maizière. Das Denkmal könnte zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im Jahr 2009 fertig sein. Es sollte auf dem Berliner Schlossplatz stehen und nicht nur an die deutsche Einheit, sondern auch an die Freiheitsbewegungen in den osteuropäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern.