Einheitsdenkmal in Berlin

    • Von Herrn Kretschmer hätte ich mehr erwartet als das, was er da am Podium fabulierte. Gerade er als Görlitzer sollte wissen wie "toll" gerade die Marienplatz-Umgestaltung bei den Leuten ankam und immer noch bewertet wird. Er offenbart, dass er sich nur dort als der bürgernahe Hardliner gibt. In Berlin aber ist er wieder Madame's treuer Erfüllungsgehilfe in der oberen Riege der CDU-Paladine.

      Bezeichnend auch die Beiträge von SPD und Grüne, welche, im Gegensatz zur CDU, direkt auf den Standort eingingen und eindeutig formulierten, dass auch Umwidmung, quasi der Sieg über die Akteure von 1871, symbolisiert werden soll.

      Nun ja, ich sehe da keine positiven Entwicklung mehr, aber immerhin durfte man auch die Personen hören und sehen, welche die Bürger (darunter meine Wenigkeit) in Mails so schön weggebügelt haben.

      Die ganze Debatte im Bundestag zum Freiheits- und Einheitsdenkmal kann man sich übrigens hier nochmal anschauen.
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fusajiro ()

    • Es liegt hier weniger an Frau Merkel, als Bundeskanzlerin sondern mehr an Herr Thierse (SPD), Herr Lammert (CDU) und Herr Nooke (CDU). Diese drei Abgeordneten werden sich vor der nächsten Legislaturperiode aus dem Bundestag verabschieden und setzen sich vorher noch ein Denkmal.

      Auch habe ich die ganze Zeit das Gefühl gehabt, das Herr Thierse (SPD) sehr oft in der Presse vorgekommen ist und uns seine Privatmeinung aufzwängen wollte. Leider kamen die Kritiker viel zu spät oder garnicht zu Wort, obwohl ich grundsätzlich niemanden erkennen kann, außer Herr Lederer (die Linke) der diesem Projekt wirklich kritisch gegenüber stand.

      Keiner hat den Mut gehabt, auch nicht Frau Grütters (CDU) diesem Projekt öffentlich kritisch gegenüberzustehen. Nun kann ich nur noch und das macht mir Sorgen, auf die Linke hoffen, dass der rot-rot-grüne Senat dieses Projekt noch verhindert.
    • Ich möchte 2 Dinge zum Einheitsdenkmal sagen:


      1. Ich habe mich vor fast drei Wochen in einer umfangreichen Anfrage ans Landesdenkmalamt Berlin gerichtet. Leider gab es bis heute keine Antwort. Ob man die Anfrage einfach ignoriert oder noch immer recherchiert, wie man die Fragen beantwortet, ich weiß es nicht. Fakt ist aber, dass dem Denkmalschutz nun die entscheidende Rolle zukommt. Viel wird dabei auch davon abhängen, wie die Berliner Politik zum Denkmal steht und wie sie sich in der Folge dann auch zur Entscheidung des Bundestags verhält. Wenn man das Denkmal mit aller Konsequenz verhindern will, wird das über den Denkmalschutz sicher irgendwie möglich sein, es bleibt die Frage, ob man das will oder ob man nicht seitens des Landes Berlin eher einen Deal versucht: Ihr bekommt das Denkmal, dafür bleiben der Neptunbrunnen und die Rossebändiger wo sie sind. Das wäre natürlich der übelste Fall der eintreten könnte.


      2. Zweitens muss man zur gestrigen Debatte fair sein und nach den Motivlagen der Abgeordneten unterscheiden.
      Mir kam es nach der "Debatte" so vor, als ginge es den Abgeordneten in der Mehrheit darum, den Menschen der friedlichen Revolution endlich ein Denkmal zu setzen. Ich kann dieses Ansinnen erst mal nur komplett positiv begrüßen. In Berlin gibt es für jede erdenklich Minderheit mittlerweile ein Denkmal, aber für die große und friedliche Revolution der Deutschen und hier besonders der Ostdeutschen, die Leib und Leben riskiert haben für eine freie Gesellschaft, da gibt es bis heute nichts.
      Daher kann ich die Intention vieler der Abgeordneten verstehen, die meinen, dass es jetzt endlich an der Zeit ist. Auch da besteht eigentlich in der Gesellschaft kein Dissens. Und nach einem Tag drüber schlafen kann ich auch verstehen, warum man so abgestimmt hat. Klar ist, dass wenn man nicht dafür votiert hätte, wäre alles wieder auf Anfang gegangen, wir hätten vermutlich in 10 Jahren noch kein Denkmal. Dem waren sich die Abgeordneten bewusst. Und da viele der Generation aus der Bewegung um 1990 herum so langsam den Bundestag verlassen, kann ich für diese Menschen verstehen, dass man dies jetzt als Signal an die eigene Lebensleistung durchsetzen wollte. Für diese Haltung habe ich durchaus Respekt.
      Und diese Einstelllung hat dann leider dazu geführt, dass über das Denkmal an sich gar nicht mehr diskutiert werden konnte. Und hier liegt das eigentliche Problem. Eben weil sich der Planungsprozess so lange hingezogen hat, weil so viel Schrott in den Wettbewerben dabei war, weil die Diskussion bisher so unglaublich schwierig war, kann ich verstehen, dass man jetzt gesagt hat, dass bevor wir das gesamte Paket jetzt wieder öffnen, bleibt es jetzt dabei, weil die Alternative wäre gar kein Denkmal oder eines in 10 oder 15 Jahren.
      Und so baut man jetzt eine Schale, die vermutlich auch viele der Politiker nicht wirklich wollen, eben weil es kein wirklich gelungenes Denkmal ist und auch der Ort einfach sehr fragwürdig ist, man in der persönlichen Abwägung hinsichtlich des gewollten Signals in Bezug auf die vielen Ostdeutschen, die sich nach wie vor nicht durch ein Denkmal repräsentiert fühlen, aber zu dem Ergebnis gekommen ist, die politische Botschaft über das ästhetisch vielleicht nicht ganz gelungene Denkmal zu stellen.


      Ja, das mag für uns im APH schwer zu akzeptieren sein, weil wir eben anders argumentieren. Trotzdem habe ich gestern in der Debatte das Gefühl gehabt, dass Menschen eben dieses ehrliche Signal für sich und ihre Leistung gerne hätte und ich kann dieses Ansinnen nachvollziehen, weil man zugestehen muss, dass nicht alle Menschen so sehr auf die Architektur schauen wie wir hier vielleicht.


      Somit bleibt als Fazit, dass ich die Positionen der Befürworter der Idee des Denkmals verstehen kann, auch wenn ich das Ergebnis der Wippe nach wie vor nicht teile und die Ausführung für falsch halte. Wir werden sehen, ob die Wippe nun wirklich kommt, wie sie angenommen wird und wie lange sie an diesem Ort dann stehen wird.
      APH - am Puls der Zeit
    • Häch, jäch...
      Das wird halt so wie mit der Siegessäule.
      Die stand jahrzehntelang stummelig in einer Ecke, bis dann Speer sie endlich an einen passenden Platz versetzt und auf die richtige Höhe aufgebaut hat.
      Irgendwann in 20, 30 Jahren oder so findet man dann hoffentlich den Mut, die Wippe vor den Reichstag zu versetzen und die Kolonnaden wieder aufzubauen...
    • Nächste Hürde für das Denkmal - bzw. Hoffnung für uns: der neue Finanzierungsplan und die bevorstehende Bundestagswahl!

      rbb-online.de/abendschau/archi…mung_Einheitsdenkmal.html

      Vielleicht sollte man den beiden - mir sehr sympathischen Herren des Haushaltsauschusses - Rüdiger Kruse und Johannes Kahrs (und sicher auch Monika Grütters) mal den Vorschlag unterbreiten, das Einheitsdenkmal vor den Reichstag zu holen - der Standort hätte ja nicht nur symbolische sondern auch finanzielle Vorteile: sicher wäre der Standort am Reichstag kostengünstiger, da hier der Untergrund im Gegensatz zum Sockel des Nationaldenkmals wesentlich unproblematischer sein dürfte. Natürlich haben die Herren nicht die Standortfrage zu klären. Aber mit der Kostenkeule kann man denke ich so einiges bewirken...

      Idee: die Wippe kommt auf den Platz der Republik; ein paar Meter weiter westlich ergänzt man das Denkmal um eine Skulpturengruppe demonstrierender DDR-Bürger; die man umgehen kann; versammelt sich eine gewissen Anzahl von Personen auf der Wippe, kippt diese nach vorne und man kann dann (erst) vom Standort der demonstrierenden Bürger die Inschrift "Dem Deutschen Volke" am Reichstag lesen. Das hätte doch mal Symbolwert!!! Und das Kippen der Wippe bekäme dann erst einen logischen Sinn: was vorher nicht erreichbar ist, kann mit vereinten Kräften geschafft werden!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von campus solis ()

    • Ich habe heute Morgen an den CDU Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz zur Errichtung des Denkmals für Einheit- und Freiheit eine Anfrage gestellt und innerhalb eines kurzen Zeitraums auch schon Antwort erhalten. Da schon einige Forumsmitglieder mit Herrn Wanderwitz Kontakt aufgenommen haben, bitte ich euch zu prüfen ob diese Antwort mit euren Antworten deckungsgleich ist.

      Seit 2005 gibt es einen öffentlichen Diskurs über ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin. Im November 2007 ist es auf Initiative von CDU und CSU hin gelungen, die Errichtung dieses Denkmals im Deutschen Bundestag zu beschließen. Im Dezember 2008 folgte der Bundestagsbeschluss für den Ort des Denkmals in Berlin auf dem Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Denkmals.

      Danach gab es einen offenen Wettbewerb mit 920 Entwürfen, viele öffentliche Diskussionsveranstaltungen und die Entscheidung einer Jury für den Entwurf „Bürger in Bewegung“.

      Leider kam es bei der Umsetzung des Entwurfes vor allem durch äußere Faktoren (wie z.B. den Fund alter Mosaiken) zu Planungs- und Zeitverzögerungen und einem erheblichen Abstimmungsbedarf mit dem Land Berlin. Seit Oktober 2015 liegt eine Baugenehmigung vor. Da durch die unplanmäßigen Verzögerungen die Baukosten auf 15 Millionen Euro gestiegen sind, haben wir in den letzten Monaten in der CDU/CSU-Fraktion und innerhalb der Koalition noch einmal intensiv beraten. Der Kulturausschuss führte am 25. Januar 2017 dazu beispielsweise ein Fachgespräch durch.
      Im Ergebnis dieser Diskussionen und in Anerkennung des jahrelangen Prozesses haben wir entschieden, an der Umsetzung des Freiheits- und Einheitsdenkmals festzuhalten.

      Der Deutsche Bundestag hat nun am 1. Juni 2017 mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und Grünen den Antrag „Beschlüsse zum Freiheits- und Einheitsdenkmal konsequent umsetzen“ beschlossen, den ich in der Anlage gern mit sende, ebenso wie eine Pressemitteilung von mir dazu. Wir sind überzeugt, dass mit dem Entwurf „Bürger in Bewegung“ an die Friedliche Revolution von 1989, die glücklichsten Momente unserer Geschichte und die gesamten positiven Freiheits- und Einheitsbewegungen Deutschlands erinnert werden kann und soll.

      Ich sehe im Humboldtforum auch nicht die "Wiederauferstehung" des Stadtschlosses - und daher auch keine "Notwendigkeit" die Kolonnaden zwingend zuzubauen.

      Hier noch der Link zur entsprechenden Pressemitteilung des Deutschen Bundestags und der CDU/CSU Bundestagsfraktion.

      presseportal.de/pm/7846/3650312
      (Quelle: Presseportal der CDU/CSU Bundestagsfraktion)

      dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/125/1812550.pdf
      (Quelle: Deutscher Bundestag)
    • Der von mir hervorgehobene Satz gehört ebenfalls zu der Antwort. Ich habe Ihn nur hervorgehoben, da ich das Gefühl gehabt habe, hierbei handelt es sich um eine persönliche Aussage. Ich stelle auf jeden Fall fest das Herr Wanderwitz (CDU) einer Rekonstruktion der Kolonnaden persönlich ablehnend gegenübersteht bzw. dem Zwang der CDU/CSU Bundestagsfraktion folgt.
    • Ich denke, man sollte jetzt mal sehen, was wirklich aus dem Denkmal wird oder eben nicht. Mit etwas Glück rutscht das allles in die nächste Wahlperiode, dann ist Herr Lammert nicht mehr da und wer weiß, wie die Prioritäten dann aussehen.

      Ich fände es viel sinnvoller, die Energie in Dinge zu investieren, die wirklich noch beeinflussbar sind, hier geht es um den Brunnen, die Rossebändiger, die Fürsten, die Adlersäule etc.

      Ich hätte da auch einen Vorschlag. Warum nicht die Originale abscannen und nächstes Jahr dann per 3 D Druck an den Fehlstellen aufgestellt. Ähnlich wie man es mit der Fassade in den 90-ern schon geamcht hat. Dann würde man sehen, wie immens wichtig die Stücke sind und wie extrem sie fehlen, wenn man sie wieder abbauen würde. Vielleicht wäre das ja eine Anregung.
      APH - am Puls der Zeit
    • Dies war natürlich zu erwarten, deshalb hatte ich hier auch schon frühzeitig geschrieben, daß man sich hier keine falschen Hoffnungen machen sollte. Der Zeitgeist und seine Protagonisten in Politik und Medien haben sich nicht geändert. Wir leben immer noch in Deutschland, also dem Land, das seiner Vergangenheit größtenteils mit Ablehnung, Scham und Schwarzmalerei gegenüber steht.
      Alle bisherigen Reko-Projekte waren nur möglich, indem eine einflußreiche und oft finanzstarke Minderheit den Anfang machte und den zweifelnden Rest der Entscheidungsträger dadurch überzeugte, daß der schönen Verpackung natürlich ein politisch-korrekter Inhalt unserer Zeit beigefügt wurde. So wurde aus dem Potsdamer Stadtschloß der Brandenburgische Landtag, aus dem Berliner Stadtschloß ein Museum für außereuropäische Kulturen und in der Garnisonskirche wird natürlich in Zukunft keine Garnison der Bundeswehr gesalbt werden, sondern es wird eben eine Friedenskirche mit irgendwelchen Toleranzprojekten der EKD entstehen.
      Bei den Kolonnaden fehlte die Möglichkeit, die Bedeutung gemäß dem Zeitgeist umzuwidmen. Es gab hier aus Sicht der liberalen Eliten außer dem ästhetischen Aspekt keinen diskussionswürdigen Ansatz. Wer erwartet denn schon von der Mehrheit der Merkel-CDU, der SPD oder gar den Grünen eine Begeisterung für die kaiserliche Monarchie und ihrer Denkmäler?
      Der Coup der zwei Akteure aus dem Haushaltsausschuß war mir sehr symphatisch, doch war ihr Scheitern natürlich schon im Ansatz erkennbar. Sie handelten ohne Rückhalt ihrer Parteien und stoppten ein Projekt über 14 Millionen Euro, nur um dann ohne ausreichende Begründung ein neues Projekt für 18,5 Millionen Euro freizugeben. Sie haben es zumindest versucht und dafür gebührt ihnen Dank.
      Davon abgesehen stehe ich einem Denkmal für die friedliche Revolution von 1989 und der daraus resultierenden Wiedervereinigung Deutschlands natürlich grundsätzlich positiv gegenüber. Es ist auch das erste Mal seit vielen Jahrzehnten, daß in Deutschland wieder ein Denkmal mit einer bejahenden Sichtweise auf ein Ereignis der Vergangenheit entsteht und das sollten wir alle eigentlich unterstützen. Der Standort hätte viel früher diskutiert werden müssen, aber nun ist der Kuchen gegessen. Zumindest haben Einheimische und Touristen bald in Berlin noch eine andere Anlaufstelle als nur Mahnmale über Genozid, Terror, Mauerbau, Vertreibung, sowjetische Siege und Unterdrückung.
      Wir sollten auch froh darüber sein, daß aus dem ganzen Schrott der eingereichten Entwürfe tatsächlich noch der beste prämiert wurde. Wie oft haben wir es erlebt, daß uns bei Architekturwettbewerben eigentlich der zweite oder dritte Preis viel besser gefallen hätte und wir über das Ergebnis nur den Kopf schütteln konnten?
      Eine vergoldete Schale ist nicht der Weltuntergang. Man denke vergleichsweise an eine mit antiken Möbeln eingerichtete Wohnung. Eine vergoldete Schale stört da auf einem schönen alten Tisch oder einem Sideboard im Kolonialstil noch am wenigsten bzw. passt als modernes Element noch am Besten zur Umgebung.
      Und bei Berlin kann man sowieso nie wissen, was die Zukunft bringt. In der Stadt ist man es seit Hitler gewohnt, daß die Monumente der Stadt je nach Zeitgeist in der Gegend rumgeschoben werden. Es kann also auch eines Tages tatsächlich ein Umzug der goldenen Schale stattfinden. Für den Augenblick ist es - abgesehen von der Reko der Kolonnaden - aus Sicht moderner Architektur noch das Beste, was uns passieren konnte.
      Ich verstehe jeden, der trotzdem ein anderes Ästhetikempfinden hat und über diesen Entwurf unglücklich ist, aber wir sollten uns nicht mit denen gemein machen, die der Wiedervereinigung in Freiheit ablehnend gegenüber stehen und deshalb das Denkmal verhindern wollen.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Meister Lampe schrieb:

      Der von mir hervorgehobene Satz gehört ebenfalls zu der Antwort. Ich habe Ihn nur hervorgehoben, da ich das Gefühl gehabt habe, hierbei handelt es sich um eine persönliche Aussage. Ich stelle auf jeden Fall fest das Herr Wanderwitz (CDU) einer Rekonstruktion der Kolonnaden persönlich ablehnend gegenübersteht bzw. dem Zwang der CDU/CSU Bundestagsfraktion folgt.
      Die CDU kannst Du heute generell vergessen und auch NICHTS mehr von dieser ehemaligen bürgerlichen Partei erwarten - vorausgesetzt, wenn Du bürgerlich wählen möchtest. Nicht umsonst sind dermaßen viele Mitglieder aus dieser ehemaligen konservativen Partei ausgetreten und wechselten zu einem Teil zur einzigen bürgerlichen Alternative. Spätestens mit dem Austritt Steinbachs ist das auch vielen - nun ehemaligen - CDU Wählern klar geworden. Merkel hat aus der CDU eine Mischung aus SPD und Grünen gemacht = quasi die neue SED.

      Nur so lese ich diese Worte des CDU...äh...SEDlers Wanderwitz (nomen est omen) zum geplanten Einheit(spartei)denkmal. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass ihr Deutsche diese Leute bzw eigentlich diese Partei (SPD/CDU/Grüne) in die Regierung gewählt habt. Eine moderne DDR halt - eine Partei, aber mit vielen Namen, wenn man so will.

      Vermutlich werden erst unsere Enkelkinder die Wiedererrichtung der Kolonnaden et cetera erleben - hoffentlich.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Den heutigen Tag möchte ich abschließen, mit zwei Artikeln des Berliner Tagesspiegels und der Berliner Morgenpost, diese sich heute noch einmal mit dem Einheitsdenkmal beschäftigt haben.

      tagesspiegel.de/kultur/gruenes…-wipp-hurra/19888736.html
      (Quelle: Berliner Tagesspiegel, 02.06.2017)

      "Erledigt hat sich damit die eigentlich überzeugendste Idee: Das Brandenburger Tor zum Denkmal dessen zu erklären, was sich die Deutschen in Ost und West so lange erträumt haben."

      morgenpost.de/berlin/article21…sdenkmal-nach-Berlin.html
      (Quelle: Berliner Morgenpost, 02.06.2017)

      Übrigens, für mich ist diese neue Partei am Himmel wirklich keine wahre Alternative.

      Ich möchte diesen Beitrag noch um einen Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ergänzen, der durchaus interessant ist. Auch die Leserbriefe sollten Beachtung finden.

      faz.net/aktuell/feuilleton/deb…-der-nation-15044822.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Meister Lampe ()

    • Wie mehrere Tageszeitungen übereinstimmend berichten, möchte Kultur- Staatsministerin Grütters (CDU) für das geplante Einheitsdenkmal offensiv um Symphatie werben. Sonst ist auch die letzte Chance zu dem Denkmal vertan.“ –

      berliner-zeitung.de/berlin/fri…-einheitsdenkmal-27034998
      (Quelle: Berliner Zeitung, 05.06.2017)

      Wenn Frau Kultur- Staatsministerin Grütters (CDU) bei mir um Symphatie für dieses Denkmal werben möchte, soll Sie einer Errichtung dieses Denkmals nicht zustimmen.
    • Kann ich Meister Lampe nur zustimmen. Im Grunde ist es auch nichtmal wirklich ein Versagen der Politik, ich bin eher der Meinung dass es die Unfähigkeit der modernen Kunst oder eher der sogenannten Künstler ist, die augenscheinlich nicht mehr in der Lage sind angemessene Denkmäler zu gestalten.

      Ich habe mir damals die eingereichten Beiträge angeschaut, dass meiste sah aus als hätte die Titanic (Satite Zeitschrift) diesen Wettbewerb ausgeschrieben. Fremdschämen pur.
    • Wie weiter oben angesprochen, hatte ich mich mit einem doch etwas umfangreichen Fragenkatalog an das Landesamt für Denkmalschutz Berlin gewandt und habe dann doch tatsächlich nach 4 Wochen eine Antwort erhalten, die sowohl mich als auch das APH nicht zufrieden stellen dürfte.

      Zunächst einmal schilderte man mir, dass man aus gesundheitlichen Gründen der zuständigen Fachkraft aber auch aufgrund von Personalknappheit die Fragen derzeit nicht beantworten kann.
      Man verwies mich dann an das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

      Inhaltlich war dies hier die einzige Einlassung, zu der man sich bereit sah:

      Landesamt Berlin schrieb:

      Kurz zusammengefasst kann zumindest so viel gesagt werden:

      Ziel des Landesdenkmalamts ist die Erhaltung des Sockels und der Einbau des Bodenmosaiks nach erfolgter Sanierung des Sockels. Sollte das Einheitsdenkmal errichtet werden, ist eine Bewahrung des Bestandes sicher problematisch. Der weitere Umgang mit dem Bestand ist in jedem Fall zwischen BBR und Landesdenkmalamt abzustimmen.
      Ich hatte eher das Gefühl nach dem Lesen der E-Mail, dass man sich weder äußern konnte noch äußern wollte, weil das Thema vermutlich sehr heikel ist.
      Aber ich habe nicht locker gelassen und in bestimmten Ton eine Beantwortung meiner Fragen in einem zeitnahen Rahmen erbeten. Wenn die Antwort eintrudelt werde ich selbstverständlich darüber berichten. Ich bleibe jedenfalls an dem Thema dran.
      APH - am Puls der Zeit

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wissen.de ()

    • Vielen Dank für diese Information, lieber Wissen.de!

      Das klingt wirklich danach, als ob man sich nicht festnageln lassen will, weil das Thema sehr heikel ist und man keine Politik machen will.

      Immherhin scheint es ja das Ziel des Landesdenkmalamtes zu sein, dass die Mosaiken nach der Sanierung wieder eingebaut werden und der Sockel "bewahrt" werden soll. Letzteres ist aber sehr schwamming, zumal jeder weiß, dass der Bau der "Wippe" den Sockel erheblich beschädigen würde.

      Ich habe vor, am den beiden Tagen der offenen Baustelle vor dem Eingang Unterschriften für meine Petition zur Nichtbebauung des Sockels zu sammeln. Hat vielleicht jemand Lust und Zeit, mir zu helfen bzw. Ideen, wie man das klug anstellen könnte? Man müsste gleichzeitig darüber informieren, dass nur eine Miderheit der Deutschen die "Wippe" befürwortet und wie undemokratisch die Standort- und Entwurfswahl war.

      Der Grüttersschen Sympathiewerbung, die doch ein wenig überpädagogisch wirkt, müsste doch etwas entgegenzusetzen sein. Die Mehrheit ist gegen die "Wippe", nur muss diese auch mobilisiert werden, zumal gerade die Berliner sehr träge sind, was ihre Stadt angeht.