Einheitsdenkmal in Berlin

    • Der Münchner schrieb:

      selbst die Vertriebenenverbände nach dem Krieg keine preußische Identität hochhielten, sondern nur die ihrer jeweiligen Region, also Pommern, Schlesien, Ostpreußen usw...
      Na dreimal darfst Du raten womit das was zu tun hat. Da Preussen als Hort allen Übels gebrandmarkt wurde, wäre es damals (und heute auch) fast schon Selbstmord, wenn man sich offen und stolz zu Preuusen bekannt hat.
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Loriot bezeichnete sich als Preußen. Rudolf Augstein hatte auch einen Preussenfetisch.

      Ansonsten ist Preussen bekanntlich von den Deutschnationalen abgewickelt worden, weil es sozialdemokratisch regiert war. Die Allierten haben dem nur noch den Rest gegeben. Eine Rolle spielte auch, dass kein Otto Braun sondern sein rheinisch-katholischer Erzrivale Adenauer die Bundesrepublik anführte.

      In jedem Fall ist das Berliner Schloss ja keine Preussenzentrale.
    • Es ist schon äußerst dreist und selbstgefällih, wie die verantwortlichen Politiker stichhaltige und unwiderlegbare Argumente mit immer denselben, unwahren "es-wurde-alles-in-der-Öffentlichkeit-besprochen"-Sätzen abtun. Andererseits ist es nur allzu verständlich, da sie sonts zugeben müssten, dass dies nicht der Fall ist und über den Standort nicht demokratisch und ohne jedweden gleichberechtigten Alternativvorschlag abgestimmt wurde.

      Ich finde, dass solch ein Gebahren öffentlich gemacht werden sollte. Das hat mit Demokratie nicht viel gemein.
      Es wundert mich auch nicht, dass man gerade den Denkmalsockel ausgewählt hat, um dort angeblich schlechte deutsche Geschichte und verabscheuungswürdiges Preußentum zu übertünchen und "umzuwidmen".

      Taktisch geschickt wird die Jury für die Auswahl des Entwurfs verantwortlich gemacht. Unwahr ist aber dennoch, dass der Siegerentwurf aus den drei "Siegerentwürfen" von einer Jury ausgewählt wurde. Dies geschah - ebenso wie bei der Standortwahl - unter Kulturstaatsminister Neumann (CDU) in irgendwelchen Hinterzimmern.

      Gegen solch ein Gahnren (Umgang mit Anfragen von Bürgern, Hinterzimmerpolitik) soll man sich wie gesagt wehren. Ich werde nochmal an verschiedene Zeitungen schreiben und davon berichten. Vielleicht tut es mir der ein oder andere von euch ja gleich.

      Dank übrigens für alle bisherigen Unterstützer meiner Petition hier aus diesem Forum. Leider müssen wir noch sehr viel mehr werden und ordentlich dafür werben.
      Auch ist eine ablehnende Haltungs Berlins (mit einem Rückzug vom geplanten Standort) meiner Meinung nach die letzte Möglichkeit, die Wippe dort noch zu verhindern und die Entscheidung über eine möglichen Rückkehr der Kolonnaden in die Zukunft zu verschieben.
    • Der Münchner schrieb:

      Es ist sowieso ein ziemliches Phänomen, daß Preußen als Staat oder gemeinsamer Kulturraum über seine Auflösung hinaus überhaupt keine Anziehungskraft besitzt. ...
      So phänomenal ist es doch nicht.

      1. Auf Preußen wurde (nicht nur durch die Allierten bei der Auflösung des Staates 1947) ein Großteil
      der historischen Schuld bzw. Verantwortung abgeladen.
      Für andere deutsche Länder / Landsmannschaften war dies durchaus praktisch, dezimierte es doch
      dadurch automatisch die eigene Verantwortung bzw. die nervige Auseinandersetzung damit.
      Man konnte sich unbelasteter, als "etwas Besseres" fühlen.

      2. Preußen als gemeinsamer Kulturraum bestand eigentlich nur aus dem "Kernpreußen", also den
      Provinzen West- und Ostpreußen, ggf. noch Pommern und Brandenburg.
      Zumindest was Brandenburg angeht, ist heute durchaus eine gewisse Anziehungskraft noch
      vorhanden, kulturell und auch generell, z.B. heißen manche Fußballvereine wieder so
      moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1573421

      Bekanntermaßen wurden die Bewohner i.Ü. vertrieben, deren Nachkommen in Restdeutschland
      vollkommen "assimiliert". Woher sollte nach Auslöschung einer eigenen Identität eine
      Anziehungskraft entstehen? In meiner Schulzeit wurde weder Preußen noch die ehemaligen ostdeutschen Provinzen auch nur ein einziges mal in einem kulturellen oder sonstwie positiven Zusammenhang erwähnt.

      3. Alle anderen Provinzen, aus denen Preußen bis zum 20. Jahrhundert bestand, waren kulturell
      völlig unterschiedlich, allein schon vom Dialekt konnten sich wohl manche Ostpreußen, Schlesier
      und Rheinländer untereinander noch nicht einmal verständigen.
    • Neu

      Die Hüllen am Sockel des 'Nationaldenkmals' sind gefallen. Man hat die Steine gereinigt und einiges ausgebessert.

      Wie man aber an der Mitte des Sockels erkennen kann ist das, was bisher ergänzt wurde, ist im wahren Sinne des Wortes nur ein blasser Schimmer des Originals. Vielleicht wird daran ja noch gearbeitet, so aber sieht es nach einer schlechten Kopie aus. Seht selbst:

      Blick auf den Sockel von der 'Humboldtbox' aus:




      Der gesamte Sockel:






      Detail der mittleren Achse:










      Im Original: