Riga (LV) (Galerie)

    • Als Vorbild für das "Hochhaus der Wissenschaftsakademie" (1952-58) dienten, wie unschwer erkennbar, die Sieben Schwestern in Moskau. Erstmals in der Sowjetunion wurden bei diesem Bau Beton-Fertigteile verwendet, die mit Kunst- und Naturstein verkleidet wurden. Heute macht die ganze Ecke einen vernachlässigten Eindruck, alles scheint aus der Zeit gefallen.
      Eigentlich ist's schade, dass man derlei nicht in D. hat. Dieser Sowjet-Zuckerbäckerstil würde gut die Nachkreigstristesse der dt. Städte bereichern und sich etwa im Berliner Panorama (zugegeben: nicht im DDner) gut machen. Leider war derlei nach dem Fallenlassen des Neutralisierungsgedankens nicht mehr in Mode...
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Sowjet-Zuckerbäckerstil haben wir schon, nicht von der Höhe zwar, aber dafür in größerer Länge: Stalinallee, Lange Straße, Rossplatz, Altmarkt, Rosenhof, Wilhelm-Pieck-Allee und wie die einschlägigen Adressen alle heißen, bis hin in eine Vorstadt wie Wismars Wendorf. Schlimm vernachlässigt fand ich den Rigaer Bau übrigens nicht, als ich vor drei Jahren dort war, eher ganz angenehm patiniert und in vielen Details erhalten. Definitiv einen Abstecher wert - vom Bahnhof zu Fuß in 5 Minuten erreichbar.
    • Nein, das ist die von Stalin proklamierte Bezugnahme auf Tradition und Volkstum. Richtige verpflanzte SowjetRUSSISCHE -Architektur gibt es in D (mE leider) nicht.
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    • Du hast Recht, wenn Du nur von sowjetrussischen Architekten im Stalinistischen Stil geplante Architektur als "stalinistischen Zuckerbäckerstil" gelten lässt. Aber lässt sich dazu der Rigaer Kulturpalast rechnen? Immerhin ist dieser Bau von lettischen, nicht russischen Architekten geplant worden, sichtbar inspiriert von den Moskauer Hochhäusern, gewiss, aber das waren die deutschen Architekten, die 1951 mit der Bauakademie nach Moskau reisten, um über die "richtige" Art zu Bauen unterrichtet zu werden, letztlich auch.
    • OK. Aber das wird innerhalb der UdSSR ohnedies schwer zu trennen gewesen sein, meine ich. Was nicht, ob es opportun gewesen wäre, sich auf "lettisches Volkstum" zu beziehen, zumindest nicht im urbanen, Rigaer Bereich (was eher "deutsch" bedeutet hätte.
      Ich hab in der Tat mehr an das Warschauer oder Prager Beispiel gedacht.
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    • Die sowjetischen Architekten hätten ja die Chance gehabt, Kaliningrad im Zuckerbäckerstil aufzubauen. Aber die sozialistische "Musterstadt" , die das alte Königsberg ersetzen sollte, hat es nur zu einer tristen Plattenbauwüste gebracht. Aber freiwillig hätten wir die stalinistische Architektur sicher nicht übernehmen sollen, denn das wäre ja wirkliches Kriechertum.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "

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    • Nein, das haben sie sogar teilweise! Allerdings nicht mit Hochbauten.
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    • Luxemburger schrieb:

      Bis auf ein paar Bilder aus dem noblen Strandbad Jurmala im Norden der Stadt war's das von mir.
      Alles klar. Ich werde hier zu Riga aus meinem Bilderfundus sicherlich noch einiges ergänzen können, zumal ich auch besseres Wetter hatte. cool:)

      Für Jūrmala bitte einen eigenen Strang anlegen, falls ich dir nicht zuvorkommen sollte (was wahrscheinlich ist); da kann ich noch reichlich hinzufügen, dass es sich auch lohnt, zumal Jūrmala ein eigene Stadtgemeinde ist und architektonisch durchaus besonders ist.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Ergänzungen und Dopplungen zur Moskauer Vorstadt.

      Blick vom Bahndamm auf die Zentralmarkthallen


      Der zentral gelegene Rigaer Hauptbahnhof zwischen Altstadt und Moskauer Vorstadt gelegen; das hat man sicher schon mal schöner gesehen.


      Zwischen dem Bahnhof und den Markthallen der Stadtgraben (Pilsetas Kanal)


      Richtung Akademie der Wissenschaften mit dem besagten stalinesken Hochhaus, vorne das lettische Verkehrsministerium.


      Im Gegenlicht (vormittags)


      Der Ausblick auf die Moskauer Vorstadt vom Turm - Düna-aufwärts Richtung Fernsehturm.


      Nur locker bebaut, die Ecke.


      Eine beinahe kirchliche Anmutung bietet diese Perspektive.


      Die schon von Luxemburger gezeigten Kirchen - zunächst die orthodoxe Mariä-Verkündigungs-Kirche


      Und die lutherische Jesuskirche


      Die Gebäude der Rigaer Speicherstadt, hier befand sich auch im 2. WK das jüdische Ghetto. Heute werden die Gebäude als Kreativenzentrum und für Gastronomie und Handel genutzt.






      Unmittelbar wieder anschließend an die Speicherstadt sind die Zentralmarkthallen, wo im Außenbereich Unmengen and Obst, Gemüse, Blumen und Klamotten verkauft werden.


      Ein abschließender Blick von den Markthallen zur Altstadt mit der dominanten Petrikirche.
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    • Durchaus auch erneut zeigenswert, der teilrekonstruierte Rathausmarkt.

      Schwarzhäupterhaus, Rückseite, mit Turm der Petrikirche.


      Der Blick auf den Markt ist von Westen ist zum Teil vom Lettischen Okkupationsmuseum verdeckt.




      Schwarzhäupterhaus, links anschließend das Schwabehaus.










      Die Rekonstruktion wurde 1999 abgeschlossen.




      Das Rathaus, die Fertigstellung der Rekonstruktion erfolgte im Jahr 2003.


      Im Vordergrund der Roland.




      Rückzug über die Mazā Jauniela.

      Und noch weiter zurück.
      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Kleivas', CC BY-SA 3.0
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      (Immanuel Kant)

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    • Nö. Der Museumsbau ist älter als die benachbarten Häuser am Markt.
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    • Vom Stadtgraben aus legen u. a. solche Boote für eine Rundfahrt ab.



      Von der breiten Daugava (Düna) geht der Blick auf die Altstadt.


      Das gegenüberliegende Ufer mit der Lettischen Nationalbibiliothek.


      Der im Vorgängerbeitrag gezeigte Rathausmarkt von der Wasserseite aus; der Turm ist der des Rathauses, rechts das Schwarzhäupterhaus hinter dem Okkupationsmuseum.


      Der barocke Rathausturm für sich betrachtet.


      Der imposante, 123 Meter hohe Turm der Petrikirche, nach Kriegszerstörung wiederaufgebaut.


      Wieder rausgezoomt.


      Der Rigaer Dom, bremische Missionsgründung und größte Kirche des Baltikums, mit ihrem 90 Meter hohen Turm.


      Es folgt der etwa 80 Meter hohe Turm der altehrwürdigen St. Jakobs-Kathedrale.


      Es folgt der Turm der Anglikanischen Kirche.


      Die zuvor gezeigten Türme im Überblick, links gerät nun das Rigaer Schloss ins Blickfeld.


      Das durch einen schweren Brand im Jahr 2013 erheblich beschädigte Schloss ist seitdem in Wiederherstellung; es ist seit der Unabhängigkeit der Sitz des lettischen Staatspräsidenten.


      Und das Abschlussbild von nördlich der Vanšu-Brücke, im Vordergrund ein Gebäude der Steuer bzw. Zollverwaltung.
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      (Immanuel Kant)
    • Vor 100 Jahren eroberten deutsche Truppen die Stadt Riga von den Russen - und auch der Kaiser fand sich dort ein.

      Am Dünaufer - im Hintergrund die aufragende Petrikirche.


      Hier ist der Domturm im Hintergrund zu sehen.



      Lagernde Infantrie vor den Portalen der Petrikirche.


      Durchzug am Rathausmarkt vor dem Schwarzhäupterhaus.




      Das Ganze gibt es auch in bewegten Bildern beim Bundesarchiv.

      Schon weniger als 30 Jahre später sollte Riga erneut zwischen die deutsch-russischen Fronten geraten und deshalb zu erheblichen Teilen zerstört werden. Zum Glück haben die Letten den Wiederaufbau am Ende nicht nach deutschem Muster durchgeführt.
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