Molkenmarkt und Klosterviertel

    • Na das Dach entspricht mit dieser Optik (bis auf den mE zu steilen Winkel und die zu große Höhe) jedoch durchaus dem "klassischen" Berliner Dach, welches eine Satteldachoptik bei einem Pultdach vortäuscht.


      gemeinfrei, commons.wikimedia.org/wiki/Fil…liner_Dach.png?uselang=de
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Spreetunnel schrieb:

      Bald sollen umfangreiche archäologische Grabungen am Molkenmarkt erfolgen, so hofft man auf Funde aus dem Mittelalter.


      Berliner Zeitung
      In dem Artikel werden übrigens historische Gebäude genannt, auf deren Keller man womöglich stößt. (Haus zur Rippe, Zornsche Apotheke) Wären das nicht mögliche Rekonstruktionskandidaten bei der Neubebauung des Areals? Ich denke, auf die Parzellenaufteilung könnte doch noch Einfluss genommen werden.
    • Heimdall, zur Einordnung mal die historische Karte von 1812 mit den Hausnummern am Molkenmarkt.


      Die Zorn'sche Apotheke (Ansicht gibt's im Bildindex) hatte die N°4, also hinter der Einmündung der Stralauer Straße. Dort wird man mit Sicherheit Fundamente und Keller freilegen, wenn die Straße künftig mal in die Linkskurve zum Roten Rathaus gelegt werden wird.


      Es dürfte sich in etwa um den Bereich der heutigen Verkehrsinsel handeln.


      Das 'Haus zur Rippe' dagegen (Ansichten ebenfalls beim Bildindex) hatte die N°13, also schräg westlich gegenüber. Das Haus ist im Zuge der Wiederherstellung des Nikolaiviertels in deutlich veränderter, freier Form - und auch wohl deutlich zurückgesetzt - wiederaufgebaut worden.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Neu

      Ich muss sagen, dass ich vom Patzschke-Bau einmal mehr unglaublich enttäuscht bin. Abgerüstet ist er meiner Meinung nach voller Defizite.

      Die Bauausführung wirkt mal wieder leider sehr pappig und alles andere als hochwertig. Warum führt man den Sockel nicht mal in Naturstein aus, zumindest straßenseitig? Gleiches gilt für die Fenstergewände. Auch hier würde eine Natursteineinfassung Wunder bewirken.

      Schortschi spricht es an, die Balkonnischen sind viel zu viel, der Bau wirkt wie durchlöchert. Das versaut die gesamte Straßenseite des Baus.

      Und dann kommt das größte Defizit: Die Proportionen. Da stimmt mal wieder gar nichts mehr. Der Bau sieht aus, als wäre er aufgebockt worden. Keine Ahnung, vermutlich liegt es an der Ausdehnung des Sockelgeschosses auf 2 volle Etagen, aber dem Auge will der Bau in seiner Grundproportion gar nicht gefallen, ein Problem, was Patzschke leider in letzter Zeit immer wieder bei Neubauten hat.

      Es ist einfach schade, dass man es bei dem Architekturbüro nicht mehr hin bekommt, die Interessen des Bauherrn auf maximalen Profit und eine adäquate Optik in Einklang zu bringen. Wenn man sieht, was andere Architekten in Berlin da grade zustande bringen, ist Patzschke da bei mir im Ansehen doch sehr abgerutscht.

      Ganz ehrlich, ich finde das Holiday Inn da wesentlich gelungener. Ja, es ist etwas langweilig, ja, mit Naturstein statt Putz hätte man noch mehr rausholen können, aber der Bau wirkt trotzdem deutlich harmonischer als der Patzschke Bau.
      APH - am Puls der Zeit
    • Neu

      Ja, ich verstehe was ihr meint. Mir hat das vor Ort auch nicht gut gefallen mit den sehr tiefen Loggien.



      Aber diesbezüglich hat die Visualisierung ja nicht gelogen. Ob allein die abmildernde Bepflanzung und die Deko-Fensterläden (die hoffentlich noch kommen werden) die damalige Euphorie (auch bei mir) bezüglich des Baus hervorgerufen haben? Bei der allgemeinen Kubatur und Gestaltung des Baus gibt es ja- im Gegensatz zur Materialität und Detailaspekten - m. E. eher wenig auszusetzen.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Neu

      Ausgerechnet die Fassade zur Klosterstraße ist ganz schön missraten. Sehr unruhig, asymmetrisch und durchlöchert. Man musste ja auch unbedingt möglichst viele Loggien in die Fassade stanzen. Und noch eine Tiefgarageneinfahrt. Ne, ästhetisch ist was anderes. :(

      @Vulgo die Dekofensterläden kommen nicht mehr. Das war ein älterer Entwurf. Man hatte ja über Jahre immer mehr und mehr am Entwurf verschlimmbessert. Die Loggien auf dem von dir gezeigten Entwurf sehen ja auch noch um einiges annehmbarer aus. Dies ist die aktuelle Visualisierung und so wurde auch gebaut:
      berlin.neubaukompass.de/bilder/objekt/7219/21-gross.jpg

      Vielleicht kommt ja noch das bisschen Grün. ;)
    • Neu

      Fensterläden kommen da ganz sicher nicht mehr hin. Das sieht man nur schon an den fehlenden Kloben für die Scharniere und Ladenrückhalter.

      Die Dachlandschaft ist grauenvoll!! Bis auf den letzten cm ausgenützt, und auch dort diese tief eingeschnittenen Loggien. Der Übergang von der Mansarddachfläche zur oberen Schrägdachfläche... klobiger geht's nicht mehr. Dann in der rechten Rundung der Dachfläche hofseits die drei oberen Dachgauben... mehr zusammenpressen kann man solche nicht mehr!

      Auf den ersten Blick ein Projekt in die richtige Richtung, aber mit SEHR vielen formalen Mängeln. Man kann zwar nicht alle Mängel Patschke anlasten, denn es gibt immer noch einen Auftraggeber, der einfach das Maximum an Rendite aus dem Grundstück herausholen will. Man muss aber froh sein, dass er sich für Patschke als Architekten entschieden hat und nicht für eine(n) Architekten(in) auf der Welle der Madame Lüscher.
    • Neu

      Man kann natürlich an dem Patzschke-Bau herummäkeln. Mich stören die Loggien nicht, dafür mehr die Dacheinschnitte und der Verzicht auf die Pilaster, die man in der ersten Visualisierung noch sieht. (Von der Wertigkeit der Ausführung möchte ich jetzt gar nicht sprechen) Aber das "Holiday Inn" als gelungener darzustellen, läge mir dennoch völlig fern. Das Hotel sieht aus wie ein (schlechterer) Bau der Endphase der DDR oder wie ein etwas "historisch" aufgemotzter Plattenbau mit einem scheußlichen Blechdach. (Ist es überhaupt ein Neubau?) Da sind die Klostergärten auf jeden Fall vorzuziehen.
    • Neu

      Hey, die Visualisierung unterscheidet sich allerdings in wesentlichen Punkten von der Ausführung, nicht nur die Fensterläden fehlen. Die gesamte straßenseitige Dachpartie ist im unteren Bereich völlig anders. In der Visu noch klassisch anmutende Dachgauben und ebensolche rahmungen für die Dachloggien und keine eingeschnittenen Loggien. Und jetzt gibt es links an der Schmalseite noch diese beengten klassischen Dachgauben und straßenseitigt nicht mehr. Dafür stinknormale Dachliegefenster. Stilbrüchiger geht's nimmer. Da hat Jemand richtig schlechten Geschmack bewiesen!
      Auf der Visu stehen die Balkonplatten hervor, mit abgerundenten Ecken. Das wäre ja wenigstens noch eine belebende Rhythmisierung. Jetzt ist alles glatt durchgezogen. Insgesamt eine Verschlichtung und Reduzierung klassicher Erschinung. Nun sieht es wie geweollt und nicht weiter gesttaltet aus. Wer kann so eine gestalterische Verschlechterung wollen? Das schadet dem Renomee. Und das in dieser Straße. Schade!