Umbau der Staatsoper Unter den Linden

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    • Umbau der Staatsoper Unter den Linden

      Freunde der Staatsoper wollen Gebäude retten

      Mit einer großen Spendenaktion wollen die Freunde und Förderer der Berliner Staatsoper Unter den Linden das Haus vor dem Verfall retten. Der Vereinsvorstand habe beschlossen, 30 Millionen Euro für die Renovierung des Opernhauses aufzubringen.

      Der Bund und das Land Berlin sollen die restlichen Kosten der Sanierung tragen, teilte der Verein [...] in Berlin mit. Die Gesamtkosten wurden auf 160 Millionen Euro beziffert. Beschädigt sind unter anderem das Dach, die Fundamente sowie die Bühnentechnik.


      Quelle: rbb-online.de/_/nachrichten/ku…_jsp/key=news2797051.html
    • Moderne Umgestaltung der Staatsoper Unter den Linden

      Habe ich vorhin im DAF entdeckt und es lässt nicht nur bei mir die Alarmglocken schrillen:
      tagesspiegel.de/berlin/Staatsoper;art270,2535865

      Äußerst beunruhigende Zitate:
      "Staatsoper Unter den Linden soll modernen Zuschauerraum bekommen"
      "Das prämierte Modell von Klaus Roth sei ein "mutiger Entwurf, einen Saal des 21. Jahrhunderts zu schaffen""

      Wie immer drückt man sich sehr ungenau aus. Und teilweise widerspricht man sich auch...
    • Na ja. So lange nur der Innenraum verändert wird. Ich kenne die Oper zwar nicht von innen, aber ich nehme mal an, daß ohnehin seit dem Wiederaufbau nicht mehr die Originalausstattung vorhanden war.

      Was mich nur wundert ist, daß sich anscheinend niemand über die 265 Mio. Euro für die Baukosten beschwert. Das Land Berlin berappt mal eben 35 Millionen. Beim Stadtschloss dagegen, hat sich Wowereit ziemlich angekackt.
    • "Neußer" schrieb:

      Na ja. So lange nur der Innenraum verändert wird. Ich kenne die Oper zwar nicht von innen, aber ich nehme mal an, daß ohnehin seit dem Wiederaufbau nicht mehr die Originalausstattung vorhanden war.

      Was mich nur wundert ist, daß sich anscheinend niemand über die 265 Mio. Euro für die Baukosten beschwert. Das Land Berlin berappt mal eben 35 Millionen. Beim Stadtschloss dagegen, hat sich Wowereit ziemlich angekackt.


      Das ist der besagte Zuschauerraum jetzt:


    • "Oktavian" schrieb:

      Ihr Leute - tut euch bitte einmal etwas besser informieren: Der ZR der Staatsoper ist eine absolut wunderbare (handwerklich sehr sehr gut gemachte) sozialistische Paraphrase auf Knobelsdorf!!
      Dieser Wiederaufbau müßte längst schon unter Denkmalschutz stehn.

      Bitte informiert euch!!!!!


      Wie auch immer...die können doch nun nicht hingehen und diesen wundervollen Raum wieder zerstören...?!
    • "Oktavian" schrieb:

      Bitte informiert euch!!!!!


      Das hast Du ja hiermit übernommen. Vielen Dank auch! Ja, das mit dem Denkmalschutz muß man, glaube ich, nicht verstehen. Der Innenraum der Oper ist nicht geschützt, dafür aber das Staatsratsgebäude. - Stimmt! Das ist ja auch viel schöner.

      Ich finde es nur zu traurig, daß es selbst den tollen "Verein der Freunde und Förderer der Deutschen Staatsoper Berlin e.V." überhaupt nicht zu interessieren scheint. Die sammeln sogar noch Spenden.
      openpr.de/news/78386/Dussmann-…-30-Mio-Euro-sammeln.html
    • es ist ja nicht zu fassen.

      230 mio steuergelder für eine überflüssige umgestaltung.
      ich würde das haus für 50 mio renovieren und das restliche geld in fassaden und platz rekos im umfeld stecken.
      dann wäre die akustik vielleicht nicht ganz so optimal, aber das umfeld aufgewertet und das abendvergnügen sicherlich gesteigert.

      jetzt darf man in einem weiteren modernen multiplex dolby surround style platz nehmen. was für ein erlebnis :augenrollen:

      wenn der kulka schon was anfasst...
      wieviel historische konzerträume hat berlin denn noch zu bieten?
      die philharmonie und das kongresshaus bieten doch schon modernistische säle. jetzt muss es einer mehr werden. unter den linden. muss ja auch 'modern' sein. ja klar.
      einzellerdenke.

      ach was solls. deutschland ist eh nicht mehr zu helfen.
    • Berlin hat so wenig alte, repräsentative Architektur...warum verstehn die heute immer noch nicht, dass es so etwas eben auch braucht.
      Warum rekonstruiert man auf der einen Seite einen Schinkelplatz mit viel Mühe und Geld und zerstört dafür an einer anderen Stelle mit viel Mühe (und noch mehr Geld) einen alten Konzertsaal? Ich verstehs echt nicht! :x
    • Wie auch immer...die können doch nun nicht hingehen und diesen wundervollen Raum wieder zerstören...?!


      Schön ist er ja ... aber leider weist die miserabelste Akustik aller großen europäischen Opernhäuser auf, weil beim sozialistischen Wiederaufbau die Decke massiv tiefer angesetzt und die Logen und Galerien verbreitert wurden. Dadurch wurde die ganze fein abgestimmte Akustik des Knobelsdorfschen Baus komplett ruiniert. Das Ergebnis: vor dem Wiederaufbau eine der besten Akustiken aller europäischen Opernhäusern, danach die vermutlich schlechteste.

      Das heißt allerdings nicht, daß man da nun irgendeinen modernistischen Unsinn hinstellen sollte. M.E. gehört einfach der Knobelsdorffsche Innenraum rekonstruiert (wenn möglich mit Elementen des ästhetisch ja durchaus gelungenen sozialistischen Wiederaufbaus).
    • "Nibelgauer" schrieb:

      ach was solls. deutschland ist eh nicht mehr zu helfen.


      Nur am Rande: Sorry, aber solche Aussagen und Einstellungen schaden Deutschland mehr, als schlechte Architektur ... auch wenn es polemisch-vereinfachend gemeint sein mag.


      Richtig.
      Außerdem kann ich mittlerweile Leute wie rakete und wolfsheim verstehen, wenn ich diese polemischen Explosionen hier lese, bei dessen Schreibern ich mir sicher bin, dass sie ausser der Überschrift nicht mal die Zeit genommen haben sich wenigstens etwas Hintergrundwissen zu verschaffen...
      Dass etwas gemacht werden muss steht schon seit über 10 Jahren fest. Dass es in der Form eines neuen Innenraumes daherkommen soll, finde ich persönlich auch nicht gerade prickelnd. Nur den Förderverein kann man am wenigsten dafür verantwortlich machen. Und ausserdem ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
      Im übrigen wäre dass nicht das erste mal dass ein schöner Operninneraum nicht dorch Bomben oder Feuer zerstört würde- die Oper in Lyon wurde in den 90ern auf diese Weise geopfert!

      @marc: Warst Du überhaupt schon einmal in einem Konzert oder hast Dir einen Opernabend gegönnt? Nachdem was Du die letzten Tage von Dir gegeben hast, scheint Dir dieser Bereich der Künste ziemlich egal zu sein.
    • Als häufige Besucher der Staatsoper kann ich nur sagen, daß dies eine schreckliche Nachricht für uns ist. Der aktuelle Saal ist wundervoll und voller Charme, allein der Kronleuchter den Besuch wert. Und auch auf den billigen Plätzen in der 3. Empore war jede Oper noch immer ein besonderes Erlebnis.

      Dieser Umbau zeigt wieder einmal, in welch schrecklicher Zeit wir leben. Kommandantur mit offenem Rücken, das Schloss mit Palast-Ostfassade, die Museumsinsel mit Monster-Klohaus usw.

      "Wolfsheim_Jena" schrieb:

      Nur zur Erinnerung: Die Semper-Kommode in Dresden ist ein Neubau des VEB Gesellschaftsbau, ein Plattenbau mit Zuckerbackwerk wenn man so will. Ich fordere hiermit den Abriß dieser Kopistenhütte wegen mangelnder Authentizität!


      Auch dieser Wunsch wird sicher bald erfüllt.

      Hier noch ein Bild des neuen Innenraums:

      welt.de/berlin/article2023374/…per_wird_umgestaltet.html
      "Nichts zeichnet eine Regierung mehr aus als die Künste, die unter ihrem Schutze gedeihen."
      Friedrich der Große
    • richtig, studi, übertrieben. absichtlich, um die idiotie des kollektiven wissensstandes, bzw des wissenverlustes, auch in der lehre, durch meine übertreibung darzustellen. um das zu verstehen, muss man eine gewisse intellektuelle flexibilität besitzen, die ich bewusst herausfordere, die natürlich polarisiert, und an der du gerade noch arbeitest.

      ich reise mit meiner firma seit 15 jahren quer durch den kontinent und kann sagen:
      nur bei den euro-anglo-germanen herrscht dieser unsensible modernistische manieriusmus noch vor.
      franzosen, italiener, russen und amerikaner verhalten sich da ganz anders, bauen nicht mehr ausschliesslich altmodernismus schinken, überall.
      und auch in england und deutschland stirbt die altmodernistische vorherrschaft mit sicherheit in den nächsten 15 jahren, aber eben langsam. provinziell langsam. 30 jahre später als in frankreich.

      das wäre im detail aber eine langwierige ausführung hier, dazu habe ich jetzt keine lust. ich halte es lieber mit friedel:

      „und was sie nicht fühlen, das werden sie auch nicht erjagen“.

      Hast du Dich schonmal ein bisschem mit moderner Architektur aus den Niederlanden, der Schweiz oder Großbritanien befaßt? wahrscheinlich nicht...



      Hab ich, und es nervt mich, denn das sind genau die länder, plus skandinavien noch dazu, welche englisch, deutsch oder deutsche derivate sprechen, sich an den unis austauschen und ergo der selben architektur krise unterlegen. genau wie du, auch du bringst hier eben genau diese beispiele. echt international, studi.

      london, stockholm, kopenhagen, aachen und zürich sind eben gleichgeschaltet. CH, D und SE besonders schlimm.

      was soll ich sagen? hast DU schon mal in frankreich, spanien oder italien die neubauszene angesehen? oder in usa, russland und polen?

      aber klar, der deutschland studi macht sein praktikum in zürich, rotterdam oder in london, maximal geht er noch nach australien. welch abenteuer. Its ja auch einfach so, englisch reden kann halt jeder... auch die berliner senatsbaudirektorin ist schweizerin.
      aha. wieso nicht französin? russin?
      na klar, ausgerechnet eine betonkopfgermanin musste es sein. Hat in zürich eine techno 3000 weihnachtsbeleuchtung aufhängen lassen. Sie fand das ganz toll, künstlerisch wertvoll. Hat millionen chf gekostet und wird nach 3 jahren wieder abgehängt, da sich die leute beschwert haben. wie immer, wenn betonköpfe ihren ungeist für kunst halten...
      wär sie italienerin oder russin, wären die entscheidungen sicher ganz anders ablaufen.

      den saal in einen neubausaal umzugestalten ist, mit verlaub gesagt, schwachsinn.

      neubausäle gibt es viele, da brauchts keinen weiteren. das schränkt nur die vielfalt des angebotes ein. und die akustik ist eh nur ein vorwand, damit mainstream büros mal ein bischen mehr umsatz machen sowie unbedarfte planer auch mal was sagen dürfen.

      und zu wolfsheim-jena: du hälst dich anscheinend für progressiv, bist es aber nicht.

      glaubt mir, ich mag dieses land, ich mag auch andere länder. wer aber auf detail kritik patriotisch beleidigt reagiert, dem fehlt es an erfahrung und übersicht.