Schauspielhaus / Schauspiel

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    • Wer betreibt eigentlich die Facebook-Seite Schauspielhaus Frankfurt Wiederaufbau? Jemand aus dem Stadtbild-Forum?


      Tolles Farbfoto(!) des alten Frankfurter Schauspielhauses:




      Ein Prachtbau mit Metropolencharme, wie ich finde.

      Der FAZ-Artikel dazu vom September 2016:
      Frankfurter Schauspielhaus - Das wandelbarste Gebäude der Stadt
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • SchortschiBähr schrieb:

      Mich beeindruckt noch viel mehr die Szenerie im Vordergrund mit den 3 auf dem Bordstein sitzenden Kindern, die dem Straßenbahnschienenschleifer zuschauen. Was eine mühevolle Arbeit! Den Strom holt er sich aus der Oberleitung. Offenbar gab es noch keine Schleifwägen!? Von wann ist das Foto?
      Es sieht mehr so aus, als wenn er schweißt. Bei genauem Hinsehen kann man entweder Kratzer -oder aber- Funkenflug erkennen. Und auf dem Kopf könnte er auch soetwas wie eine Schweißermaske tragen.
      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Ja, da können wir jetzt ein Szenerierekonstruktionsspiel draus machen: Wenn er schweißen würde, würde er wahrscheinlich die Kinder nicht so ungeschützt zuschauen lassen. Die hätten nämlich die volle Blendung! Zum Schweißen bräuchte er Gasflaschen. Ich sehe keine. Vorne rechts steht doch ein Elektromotor, der seinen Starkstrom aus der Oberleitung bekommt. Von dem geht eine flexible Welle zum Arbeiter hin. Und dieser hält das daran angeschlossene Schleifrad. Deshalb auch der Funkenflug weg von ihm. Man sieht auch die blanke, hellere Schiene vor dem Arbeiter, das Arbeitspensum, was er schon erledigt hat. Kontrastiert deutlich zu den nicht bearbeiteten Schienen. Sowieso bissel unverantwortlich die Kinder so nah dabei zu lassen. War halt 30/40er Jahre. Wird schon gut gegangen sein. Jedenfalls hat die Szene vor dem mondänen Hintergrund auch unseren Fotografen berührt!
    • Weshalb sollte denn das Schauspielhaus rekonstruiert werden? Ich vermute, dass vom ursprünglichen Bau höchstens noch ein Viertel - wenn überhaupt - noch vorhanden ist. Und die wichtigsten Teile wie Hauptfassade, westliche Seitenfassade gegen die Untermainanlage und Innenräume existieren nicht mehr. Das Gebäude hatte grosse Kriegsschäden erlitten und 1987 einen weiteren Grossbrand. Ich tendiere deshalb dazu, dass noch weit weniger Originalsubstanz vorhanden ist.

      War denn das Schauspielhaus so ein grossartiger Bau, dass dieser rekonstruiert werden muss? Da gibt es viele wesentlich bessere Theater- und Operbauten aus der Zeit um 1900. Die Seitenfassade finde ich sogar eher schlechte Architktur, und das Umfeld bietet fast keine historistische Bauten mehr, um eine Ensemblewirkung zu erhalten. Gut, ein historistischer Solitärbau kann sich auch in einer modernen Umgebung gut entfalten, wie dies ja bei der Alten Oper der Fall ist.

      Die Idee einer Rekonstruktion lediglich der Eingangsfassade, die der heutigen modernen Fassade (oder auch eines Neubaus) vorgestellt würde, wäre noch reizvoll. Eine reine Kulissenarchitektur, die gerade die Nutzung als Theater noch unterstreichen würde. Aber wie bereits geschrieben, so ein wahnsinns toller Bau war das jetzt auch nicht.
    • Müssen eigentlich immer die Historismus-Verschmäher ihren destruktiven Senf dazu geben, wenn es um ein historistisches Bauwerk geht? Ihr fallt damit nicht nur den Leuten in den Rücken, die sich für den Wiederaufbau engagieren, sondern stützt indirekt auch noch die ideologische Ablehnungshaltung unser aller Gegner, der Modernisten. Haltet euch doch einfach raus wenn ihr das Anliegen für so vernachlässigbar haltet. Und lasst die Leute diskutieren und agieren, die ein Herz für solche Architektur haben und sie gern wiederaufgebaut sähen. Danke fürs Verständnis.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Königsbau ()

    • Du wirst oft sehr schnell persönlich.

      Bin ich ein Historismus-Verschmäher?

      Du würdest besser eine Antwort geben, weshalb das Schauspielhaus rekonstruktionswert sein soll. Zudem habe ich auch ein Argument FÜR die Rekonstruktion gegeben, gerade weil es ein Theaterbau ist. Wenn ich den ganzen Strang zurückblättere (129 Beiträge), finde ich keinen einzigen Beitrag von Dir, der sich mit dem Schaupielhaus beschäftigt, im Gegensatz zu ......

      Historistische Bauten kann man von mir aus sehr gerne auch rekonstruieren, aber nur wenn sie dem Stadtbild etwas bringen, wenn die Architketur wirklich auch gut ist und die Originale eine minimale geschichtliche Tiefe in sich bargen.

      Oder soll das auch rekonstruiert werden? Einfach weil es alt ist? Einfach weil es mal 60 Jahre lang existiert hat?

      Riegel schrieb:


      (1904 gelaufene Ansichtskarte, ohne Verlagsangabe)
    • Meinen destruktiven Senf gebe ich gerne auch mal dazu, nicht nur wenn es um die Rekonstruktion eines Historismus-Baus geht. Auch dann mal, wenn ich eine Rekonstruktion für nicht erstrebenswert halte, egal ob es sich um ein gotisches oder barockes Vorbild handelt. Einfach wenn eine Rekonstruktionsforderung aus rein ideologischem Denken herausgewachsen ist. Ideologisches Denken schadet uns allen Rekonstruktionsbefürworter!

      Hast du dich jemals mit rekonstruktionswürdiger Historismus-Architektur in Frankfurt befasst?

      Ich schon:
      - Rekonstruktion des "Langen Franz" und des Rathausdaches (1)
      - Rekonstruktion des "Langen Franz" und des Rathausdaches (2)
      - Das Bahnhofsviertel
      - Die Braubachstraße
    • Wenn jetzt auch hier schon so ein Geist umgeht, "wozu soll man Sowas denn rekonstruieren?", dann können wir uns das alles sparen, das Forum, den Verein, jegliche Überzeugungsarbeit. Und daran sind dann solche Quertreiber schuld, die von der hohen Warte ihres vermeintlich überlegenen Kunstbegriffs den Daumen nach oben oder unten drehen. Schönen Dank!
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Dann antworte doch endlich mal, weshalb genau dieses Gebäude rekonstruiert werden soll. Ich diskutiere wenigstens mit, liefere Grundlagenmaterial, liefere Argumente... Ich schreibe nicht nur Gemeinplätze.

      Königsbau schrieb:

      "wozu soll man Sowas denn rekonstruieren?"

      Das ist doch genau die entscheidende Frage!!!

      Wenn du darauf die Argumente und Antworten liefern kannst, dann kannst du es mit Modernisten und Rekonstruktionsgegnern aufnehmen! Wenn nicht, dann wirst du nur kleingehackt und erreichst nichts!
    • Ich finde man sollte grundsätzlich zu bedenken geben dass es auch innerhalb der Rekonstruktionsbefürworter eigentlich zwei große Gruppen gibt. Da ist die eine, die Rekonstruktionen zunächst aus kunsthistorischen und konstruktiven Belangen her begründt. Ob Riegel, Kardinal oder Oktavian, alle argumentieren hier sehr wissenschaftlich und vom Grundsätzlichen her.
      Und dann gibt es die zweite Gruppe die Rekonstruktionen zunächst aus primär ästhetischen Gründen unterstützt. Man könnte auch salopp sagen man ist für die Reko einfach weil es schön aussieht.

      Ich finde, beide Ansichten haben ihre Berechtigung. Beide sind wichtig und beide auch zu respektieren ohne die andere Gruppe jeweils zu diskreditieren. Ich gebe aber zu, dass auch mich der erhobene Zeigefinger der Anhänger der "wissenschaftlichen" Gruppe hier manchmal etwas stört. Insbesondere wenn es um den Historismus geht.

      Uns sollte klar sein dass es nur Erfolge geben wird wenn beide Gruppen miteinander statt gegeneinander arbeiten. Dazu gehört, dass die eine Gruppe die manchmal etwas nervige Pedanterie der einen was die möglichst exakte Rekonstruktionen bis ins Detail anbetrifft ebenso toleriert, wie die andere den vielleicht etwas zu enthusiastischen Einsatz der andeten Gruppe für vielleicht etwas zu überladenen Bauschmuck.

      Beide Ansichten haben ihre Berechtigung und in Anbetracht der Tatsache dass ich noch keinen einzigen Kaiserpalast in Deutschland rekonstruiert gesehen habe doch sowieso mehr Träumerei als Realität. Aber lasst uns doch die Träume. Die Welt ist grausig genug. Ich glaube einen Kaiserpalast oder das Schauspielhaus in Frankfurt erträgt dieses Land. Und etwas Staunen im positiven Sinne wäre beim opulenten Anblick dieser Gebäude doch nicht das schlechteste.
      APH - am Puls der Zeit
    • Sehr richtig, zumal offen bleibt, was "Riegel" denn als Alternative vorschlägt. Die Sanierung des Bestandsbaus? Sind die heutigen Städtischen Bühnen bessere Architektur als das alte Schauspielhaus? Haben die Städtischen Bühnen eine bessere Seitenfassade? Ist das übertrieben lange Glasfoyer keine "Kulissenarchitektur"? Oder wäre die Alternative für bessere Architektur ein Neubau durch Christoph Mäckler?

      Ich will auch eine Antwort auf die (mir zwar nicht gestellte) Frage geben, weshalb man das Gebäude rekonstruieren sollte. Frankfurt hat im zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit viel an seinen historischen Bauwerken verloren. Insofern sollte jede Möglichkeit genutzt werden, die sich bietet, etwas vom alten Frankfurt zurück zu erhalten. Ich sage gleich, dass die Chancen und Zeitfenster minimal sind. Nutzt man sie nicht, zaudert man, weil selbst die Reko-Befürworter etwas als "nicht rekonstruktionswürdig" erachten und sich spalten lassen, ist die Schlacht bereits verloren, bevor sie begonnen hat. Denn die Widerstände der Anti-Reko-Seite sind enorm. Gerade hier zusätzlich noch von der sich "progressiv" wähnenden, real aber zumeist geistig gleichgeschalteten Kultur-Elite. Das alte Schauspielhaus ist ein imposantes Gebäude, das den optischen Abschluss von Taunus- und Gallusanlage darstellt. Es würde einen reizvollen historischen Kontrast zu den Bankentürmen und Neubauten in der unmittelbaren Umgebung darstellen. Zudem ist es die attraktivere Alternative zum Status Quo. Das ein solcher historischer Blickfang positiv als Aufenthaltsort aufgenommen wird, zeigt der durchaus beliebte Platz vor der Alten Oper. Selbstverständlich geht es nur um die Wiederherstellung der Schaufassade des Gebäudes, hinter dem sich ein modernes Bühnengebäude befinden wird.

      Also, die Chancen sind ohnehin minimal. Den Sinn einer Rekonstruktion des Gebäudes in Frage zu stellen ist angesichts der Lage destruktiv. Das muss ich leider so schreiben.
    • Ich bedanke mich bei Heimdall, denn er hat zum Ausdruck gebracht was ich Riegel ansonsten auch entgegnet hätte.

      Fassen wir zusammen: Den Wiederaufbau des Schauspielhauses befürworten nur ein paar Träumer, damit können wir diesen Strang eigentlich schließen und jegliche Aktivitäten diesbezüglich einstellen. Danke auch an unsere Forumsrealisten wie Riegel, die uns die Augen über dieses sinnlose Anliegen geöffnet haben.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Na ja, was heißt schon sinnlos?

      Versteht mich bitte nicht falsch: Im Sinne der mehr oder weniger denkmalpflegerischen Erkenntnis war es schon gut, dass man, wie es so schön heißt "mal drüber geredet" hatte. Die Erkenntnisse über das,was man Schlimmes mit dem Bau angestellt hat, (was auch ich absolut bedauere) war schon sinnvoll.

      Aber ihr glaubt doch nicht etwa, nur weil hier 10-15 Mann im Forum diskutieren, würde dieser Riesenbau wiedererstehen?
      Ich denke eine Reko ist hier nicht denkbar: Der Aufwand viel zu groß, die Reste zu wenig, der Bau selbst - Tschuldigung - nicht bedeutend genug.
      Vorstellbar hingegen aber vielleicht wirklich ein Mäcklerscher (oder von wem auch sonst) traditionelle orientierter Neubau der die herausgepellten Reste integriert - das hielte ich für denkbar!

      Dennoch ist es aber schon gut, dass man das hier ans Licht gezerrt und erstmals auch der Politik vermittelt hat, was da in den 60er unnötigerweise verloren ging...
      Hannover ist eine mittelmäßige Stadt, aber dort sind viele, die sich große Mühe geben, etwas Besonderes daraus zu machen.
      Dresden ist eine besondere Stadt, aber hier sind leider viele, die alles versuchen, etwas Mittelmäßiges daraus zu machen (M. Roth)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Oktavian ()

    • Unglaublich.

      Offenbar stellen sich hier manche als Universaldenker dar, die sich aus hunderten von Kilometern Entfernung anschicken, Urteile über Bauobjekte zu fällen.

      Gerade das Schauspielhaus gehörte - im kulturellen Bereich - zu den wichtigsten Gebäuden der Stadt, da es im Zusammenspiel mit der Alten Oper die wichtigste Schauspielszene des nördlichen Rhein-Main-Gebiets repräsentierte. Nicht umsonst ist der Frankfurter Theaterplatz (von regierenden Sozialdemokratenn vor einiger Zeit in "Willy-Brandt-Platz" umbenannt) so sehr in das mittelhessische Bewusstsein gelangt - eben, weil es der Platz des Frankfurter Schauspiels mit dem Frankfurter Schauspielhaus war.

      Abgesehen davon waren bereits seine imposante Größe sowie die charismatische Kuppel ein Höhepunkt der städtischen Verkehrsknotenpunkte.

      Hier von einem unbedeutenden Bauwerk zu reden, verbietet sich total.

      Daher können sich hier manche gerne für die Beendigung des Themenstranges starkmachen. Ich als Forumsmitglied werde das Thema stets wieder aufleben lassen.

      Warum? Weil ich hier in einem Forum bin, das sich für bedeutende Rekonstruktionen anstelle schäbiger Nachkriegsbauten einsetzt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Euer
      Stauffer
    • @ Oktavian

      Wer entscheidet hier eigentlich immer was angeblich bedeutend war und was nicht. Bei dir hört sich das immer so an als ob es zwei oder drei Leute gibt die hier den Daumen heben oder senken und dann ist die Diskussion beendet. Ich finde so geht es nun nicht.

      Man muss beim Schauspielhaus eben neben der kunsthistorischen Relevanz auch andere Kriterien beachten die eine Rekonstruktion begründen.

      1. Auch wenn der Bau vielleicht nicht der Glanzpunkt des Historismus sein mag so finde ich ihn als Vertreter seiner Zeit trotzdem okay. Er zeigt wesentliche Merkmale der Epoche auf. So viele Häuser dieser Art sind in Deutschland nämlich nicht übrig geblieben.

      2. Im Verhältnis zu anderen verlorenen Bauten dieser Art ist noch Originalsubstanz vorhanden. Dies ist ein für eine Reko herausragendes Kriterium gegenüber allen anderen verlorenen Bauten dieser Art. Hinzu kommt dass das Gelände nicht privat verkauft und daher einer Reko obsolet würde.

      3. Das Gebäude ist zwar völlig verunstaltet aber es gibt es in der Grundstruktur noch und es erfüllt nach wie vor den gleichen Zweck. Es ist ein Schauspielhaus.

      4. Das Haus muss saniert werden. Da wären wir aus unserer Sicht als Rekobewegung doch bescheuert wenn wir darüber nicht zumindest diskutieren würden.

      Wo wenn nicht hier wäre der Wiederaufbau eines Opern- oder Schauspielhauses in diesen Dimensionen aus der Zeit des Historismus denn sonst in Deutschland überhaupt denkbar.

      Darum geht es doch. Wenn man jetzt frei wählen könnte würde man wenn man alle Historismusbauwerke dieser Art durchgeht vielleicht 5 oder 6 Kandidaten finden die kunsthistorisch vielleicht noch bedeutender waren. Aber die werden aufgrund von Überbauung oder Neunutzung der Flächen eh nie wieder kommen. So muss man sich mit dem Machbaren auseinander setzen. Daher bin ich dafür dieses Thema noch viel offensiver nach vorne zu bringen. Ich kann dieses Historismus bashing echt manchmal nicht mehr hören. Allein aus Protest gegen diese Haltung sollten Schauspielhaus und Kaiserpalast zurückkehren. Punkt.
      APH - am Puls der Zeit