Schauspielhaus / Schauspiel Frankfurt

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    • Re: Schauspielhaus / schauspielfrankfurt

      Naja, die Fassade des jetzigen Schauspielhauses stammt aus den 1960ern, allzu lange dürfte es auch nicht mehr dauern, bis hier die Frage nach einem Ersatz aufkommt. Da das Alte Schauspielhaus in seinen Resten da ja immer noch druntersteckt, wird die Chance meines Erachtens dann relativ groß sein, eine Reko zu erreichen. Vorher allerdings kaum.
    • Re: Schauspielhaus / schauspielfrankfurt

      Im Prinzip trifft das zwar zu, aber vor kurzem gabs am westlichen Anbau noch Umbauarbeiten und zur Zeit finden Umbauarbeiten an den Bühnenwerkstätten statt. Schätze dass man jetzt mal nicht so schnell wieder was ändern wird. Zumal die Betreiber des Schauspielhauses wohl mit der nüchternen Beton-, Glas- und Wellblechfassade glücklicher sind als mit der, vermutlich nach deren Geschmack reaktionären Fassade der Kaiserzeit. Vielleicht ändert sich die Denkweise der "herrschenden Schichten" wenn die Generation der sogenannten 68er Jahre mal verschwunden sein sollte. Andererseits werden die Kosten des Sozialstaates eher noch steigen und den Großteil des vorhanden Geldes verschlingen, so dass für prunkvolle Fassaden-Rekos nicht mehr viel übrig bleiben wird. Leider...
      Denn ich, bin ein Mensch und habe als solcher in jedem Menschen, der vor mir war, gelebt und werde in einem jeden, der nach mir kommt, leben...
      (Mika Waltari /Sinuhe der Ägypter)
    • Re: Schauspielhaus / schauspielfrankfurt

      Früher wurden solche Bauten oft ausschließlich von Bürgern getragen. Wie heute der Wiederaufbau der Frauenkirche. Oder in den 80ern beim Knochenhaueramtshaus. Das muss wieder zur Regel werden, keine Ausnahme bilden. Und das halte ich, Verwerfungen in den Staatskassen hin oder her, für gar nicht so unwahrscheinlich. Die Bürger besinnen sich wieder auf ihre Städte, ihre Heimat, auf das Geben statt das Nehmen.

      2030 steht das Schauspielhaus wieder.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Ganz interessant:

      Oper Frankfurt: Die schöne Leiche

      Artikel in der FAZ über die - bei näherem Hinsehen bzw. wenn man weiß, wo man hinschauen muss und wenn man drankommt - immer noch erkennbaren Reste des gründerzeitlichen Baus, der noch immer unter der hässlichen 60er-Jahre-Fassade steckt. Unbedingt Bilderstrecke durchklicken.

    • Wow... vielen Dank für den Link. Ich habe mich immer schon gefragt, wieviel vom Ursprungsbau noch übrig ist. Die stille Hoffnung besteht, dass irgendwann in ferner Zukunft die verlorenen Altbaudetails rekonstruiert werden und durch ein neues architektonisches Konzept mit dem kleinen Haus verbunden werden. Ich wette allerdings, dass die Modernisten diesen Sieg über die Schönheit bis aufs Messer verteidigen werden.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Schloßgespenst schrieb:

      Ganz interessant:

      Oper Frankfurt: Die schöne Leiche

      Artikel in der FAZ über die - bei näherem Hinsehen bzw. wenn man weiß, wo man hinschauen muss und wenn man drankommt - immer noch erkennbaren Reste des gründerzeitlichen Baus, der noch immer unter der hässlichen 60er-Jahre-Fassade steckt. Unbedingt Bilderstrecke durchklicken.
      Oh wow das ist ja der Hammer das wusste ich nicht! Aber ich war schon oft dort dann kann man so nicht sehen oder?

      Gibt es da noch mehr oder ist dies der einzige Teil?
      Wo genau ist das? Kann mir das jemand an einem alten Bild einzeichnen zeigen?

    • Für eine möglichst breite Rekonstruktion von Stadtbildern benötigt man Eckpfeiler. Daher sollte man sich als nächstes erst mal um den Willy-Brandt-Platz (früher: Theaterplatz) kümmern und für die Wiedererrichtung des Schauspielhauses werben:

      Zustand früher:
      de.wikipedia.org/wiki/Schauspielhaus_(Frankfurt_am_Main)

      Zustand heute:
      rmv.de/linkableblob/de/48376-3…ankfurt_Aussenansicht.jpg

      Das nämlich könnte dann die positive Folge haben, zwischen Schauspielhaus und Römerberg weitere Rekonstruktionen anzukurbeln.

      Zwischen diesen Punkten eine historische Achse herzustellen, wäre für die Stadt ein Sauerstoffschub, der ihr wieder einen bedeutenden Teil seiner Identität einhauchte.
    • Also das ist ja wirklich nicht zu glauben. Das alte Schauspielhaus hatte den Krieg einigermaßen überstanden, wurde dann wieder instandgesetzt um dann in den 60ern völlig zerstört zu werden:

      Einst:






      Nach der Wiederherstellung nach dem Krieg noch mit den Ecktürmen:


      ca. 1960 bereits mit gestutzen Ecktürmen.:


      und nach der sicher nicht billigen Umwandlung in ein gesichts- und geschichtsloses "Nichts"


      Wer hat dieses Verbrechen zu verantworten? Diese Person sollte mit Namen und Foto und Angabe seiner Schandtat vor dem Eingang ausgehängt werden!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaiser Karl ()

    • *wow* tolle Bilder das ohne Turmspitzen in Farbe kannte ich noch gar nicht!

      Habe mir nun mal einen langen Artikel durchgelesen über die Geschichte des Schauspielhauses
      "Man will doch nur spielen" von Dieter Bartetzko

      unter anderem ging hervor, dass es zwei bronzene Schwäne noch gibt!

      und in diesem Thema:
      Schauspielhaus / Schauspiel Frankfurt

      hatte ich auch einen Tipp über eine Bildergalerie bekommen und das hier unten existiert zB noch heute aber wo und an welcher Stelle im im jetzigen Komplex, weiß ich bisher nicht!
    • Die Frage ist was alles hiervon noch eingebaut wurde... da wo auf dem Bild noch die Türme stehen müssten heute die Wolken des Foyers hängen...

      Die zwei Schwäne der Turmspitzen existieren wohl auch noch!


      Quelle: buehnen-frankfurt.de/grafiken/…/historischefotos/017.htm


      und das hier ist ja auch noch ein ganzes Stück:

      Quelle: faz.net/aktuell/rhein-main/ope…ussen-zeigt-14162775.html

      befindet sich wahrscheinlich hier:


      ich habe mal auch das Bild verbessert was
      Kaiser Karl
      hier Wiederaufbau Frankfurter Altstadt (Areal Techn. Rathaus) gepostet

      hatte;
      So sah es 1960 noch aus:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kaiserpalast ()

    • Schauspielhaus

      Da krieg ich ja echt die Krise!


      Kaiser Karl schrieb:



      Das ist einfach nur unfassbar. Manchmal ist es besser, wenn man nicht alle Informationen hat. Das grandiose Bauwerk war ja fast vollständig erhalten. Sogar die Quadriga war noch bis zum Schluss auf dem Dach. Was muss nur in einem Kopf vorgehen, solch ein Schmuckstück, einfach so, durch banalen Schrott zu ersetzen?!

      Auf dem heutigen Gebäude steht geschrieben, "Schauspielfrankfurt". Das ist sicher ein Rechtschreibfehler. Denn eigentlich müsste es heißen, "Trauerspielfrankfurt"!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Neußer ()

    • Ja, ich schaue mir das auch ungern an. Eine Rekonstruktion ist aber derzeit nicht möglich. Aus mehreren Gründen:

      1. Die Zeit ist noch nicht wirklich reif für die Rekonstruktion historistischer Gebäude. Dazu ist das Architektur-Dogma zu stark, gerade in Frankfurt.
      2. Es ist kein Geld vorhanden, ein solches Vorhaben zu stemmen. Zumal es den Abriss eines großen Teils des intakten Bestandsgebäudes bedeuten würde. Das ist mit Hinblick auf die Steuergelder nicht der Öffentlichkeit vermittelbar.
      3. Das großzügige Glasfoyer mit der Decke aus Wolkenskulpturen gefällt vielen Leuten. Es gäbe Widerstände (auch aus der linken Theater-Szene) gegen einen Abriss.

      Aktuell brauchen wir also keine Hoffnungen in ein solches Vorhaben legen. Wenn der Bestandsbau mal zur Disposition stehen sollte, kann man aber die Chance zu ergreifen versuchen.
    • Mir würde ja schon eine Vorverblendung der Türme und Eingangsportal reichen....

      oder wenigstens ab und an mal einen RIESEN BANNER aufhängen damit die Allgemeinheit weiß was da stand...

      Lustig ist nur dass dann "Schauspiel" über/vor der Oper hängen würde, das Schauspiel befindet sich ja links in dem Komplex :)

      oder auch im Wolken-Foyer die Rest Mauern freilegen evtl ergänzen und integrieren.
    • Das Schauspielhaus in Frankfurt ist leider nur eines von mehreren traurigen Beispielen, die man einfach Abgerissen hat. Das Dortmunder Stadttheater ist zwar im Krieg ausgebrannt, war aber wiederaufbaufähig. Trotzdem entschied sich auch der Rat der Stadt Dortmund ende der 1050er Jahre, das Alte Stadttheater zugunsten eines Neubaus abzureißen. Im Gegensatz dazu ist in Frankfurt wenigstens noch ein Teil der historischen Substanz erhalten.

      Heimdall schrieb:

      Ja, ich schaue mir das auch ungern an. Eine Rekonstruktion ist aber derzeit nicht möglich. Aus mehreren Gründen:

      1. Die Zeit ist noch nicht wirklich reif für die Rekonstruktion historistischer Gebäude. Dazu ist das Architektur-Dogma zu stark, gerade in Frankfurt.
      2. Es ist kein Geld vorhanden, ein solches Vorhaben zu stemmen. Zumal es den Abriss eines großen Teils des intakten Bestandsgebäudes bedeuten würde. Das ist mit Hinblick auf die Steuergelder nicht der Öffentlichkeit vermittelbar.
      3. Das großzügige Glasfoyer mit der Decke aus Wolkenskulpturen gefällt vielen Leuten. Es gäbe Widerstände (auch aus der linken Theater-Szene) gegen einen Abriss.

      Aktuell brauchen wir also keine Hoffnungen in ein solches Vorhaben legen. Wenn der Bestandsbau mal zur Disposition stehen sollte, kann man aber die Chance zu ergreifen versuchen.

      Ich kenne mich nicht so gut in Frankfurt aus. Wenn man sich allerdings die vielen Rekonstruktionsprojekte anschaut, die es gab und gibt, etwa Schloss Herrenhausen in Hannover, die Frauenkirche in Dresden oder die Stadtschlösser in Berlin und Potsdam, denke ich schon, dass die Zeit für eine Rekonstruktion auch in Frankfurt reif wäre.

      Geld ist ein anderes Wichtiges Thema. Die Mehrkosten für die Fassaden der Stadtschlösser in Berlin und Potsdam wurden aus Spenden finanziert. Wenn sich ein Förderverein gründet, der das Schauspielhaus rekonstruieren will und Spenden sammelt, könnte man dieses Vorhaben am Ende schon stemmen. Vor allem, weil im Gebäude ja auch noch einiges der Originalsubstanz vorhanden ist.

      Natürlich müsste man bei einer Rekonstruktion auch mit Wiederständen rechnen. Nicht nur aus der Bevölkerung, sondern vor allem auch durch den Denkmalschutz, wenn diese das Schauspielhaus als erhaltenswertes Zeugnis aus der Zeit des Wiederaufbaus einstuft und unter Denkmalschutz stellt. Das ist die größte Gefahr, die ich bei möglichen Rekonstruktionsbestrebungen sehe. Ein möglicher Kompromiss könnte dann am Ende sein, dass man zwar das Alte Schauspielhaus rekonstruiert, den modernen Teil daneben aber ebenfalls erhält. Wenn man der Bevölkerung allerdings die Fotos des Alten Schauspielhauses zeigt und sie sehen, wie es heute aussieht, denke ich nicht, dass es bei der Bevölkerung große Wiederstände gegen eine Rekonstruktion geben würde.

      Auch ohne Rekonstruktion könnte man mit relativ einfachen mitteln viel erreichen, wenn man die historischen Mauern einfach freilegen und die Geschichte des Baus so wieder Seh- und Erlebbar würde.