Breitscheidplatz & Umgebung Bahnhof Zoo

    • Also ich finds ganz schick. Hab die Sanierung eine Weile mit verfolgt, da ich regelmäßig am Bahnhof Zoo umsteige. Das Restaurant zum Goldenem M befindet sich nun schon einige Monate dort und residierte vorher im gegenüberliegenden Beton-Blechplatten-Hochhaus. Substanziell ist von den Zoo-Terrassen nichts übrig geblieben, außer der tragenden Stahlkonstruktion. Die Wände, der Boden, das Doch - quasi komplett entkernt und neu gemacht. Da wurde sicherlich nichts konserviert. :wink:
      Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.
    • Dann halt "wiederbeleben" statt "konservieren".
      Auch nicht besser.
      Das McDonalds fand ich durchaus passend da, wo es war (andere Straßenseite), für die Terrassen am Zoo hätte ich mir eine etwas eleganter-persönlichere Café-Bewirtschaftung gewünscht. Halt was Berlinerischeres, nicht 08/15-Rindertalg.
      (Bezüglich Hamburger hab ich einfach ein Trauma von meinem ersten USA-Aufenthalt 1980, von dem ich um einige Kilo abgemagert zurückkam, weil ich das Essen so schrecklich fand.)
    • McDonalds gefällt mir da auch nicht gut, vor allem weil ich persönlich kein Kunde bin. Etwas ausgefallenes, kosmopolitisches und vor allem zeitgemäßes hätte mir besser gefallen. Imbissangebote gibt es im Bahnhof ja genug und die wird es auch weiterhin geben, so wie es sich für eine Bahnhofshalle gehört. Für die Terrassen stelle ich mir was anderes vor; Wie das Neni um die Ecke. Kann ich sehr empfehlen übrigens; im weitesten Sinne israelische Küche und eine super Aussicht.

      Ansonsten bin ich sehr froh, dass die Gegend mal gemacht wird und finde es auch alles in allem ganz gelungen. Vor allem dass konsequent die schlimmsten Bausünden entfernt wurden. Das Bikinihaus ("Hippes" Einkaufszentrum) und den Zoo Palast (Kino) mag ich. Im Bikinihaus bin ich auch kein Kunde, aber ich finde das hat durchaus seine Berechtigung an der Stelle.

      Das Amerika Haus ist toll und ich finde es klasse, dass die C/O Galerie dort unter gekommen ist. Mehrere Ausstellungen habe ich schon angeschaut.

      Und die Gedächtniskirche mag ich auch, sie ist halt ein Monument, sowohl die Ruine, als auch die Neubauten. Und im Dunkeln, wenn die Kapelle von innen heraus durch die blauen Glassteine leuchtet, finde ich sie richtig schön. Von innen sowieso, auch tagsüber. Allein durch das Licht.

      Im neuen Kranzler war ich noch nicht. Vor ein paar Jahren war das noch das reine Elend. Wie eine Kantine mit eingeschweißten DIN A3-Speisekarten zum Wenden. Jetzt ist es angeblich wie ein Starbucks, wie ich hörte. Aber wenigstens ist es als Café erhalten geblieben.

      Wo ich gerade von Cafés schreibe, den meisten wird es bekannt sein, aber in der Fasanenstraße gibt es das Café im Literaturhaus. Im Sommer sehr schön, weil man im Garten sitzen kann, allerdings ist es schwer einen Platz zu finden, meistens muss man warten. Drinnen sitzt es sich aber auch sehr nett. Eine alte Villa, mit tollem Kuchenangebot und hektischer Betriebsamkeit.

      Eine weitere Architekturperle (in meinen Augen) ist das Jüdische Gemeindehaus, das heute u.a. die jüdische Volkshochschule beherbergt. Wunderbare 50er Jahre-Architektur, in Würde gealtert. Ich war leider noch nicht drin, freue mich aber immer beim Vorbeigehen...

      ...und bedauere, ja schäme mich geradezu, dass es noch heute nötig ist, das Haus ständig von der Polizei bewachen zu lassen. Eine Schande ist das!


      Alles in allem- und das fällt mir immer wieder auf- muss ich sagen, dass die Verantwortlichen seit einigen Jahren wirklich das beste aus der Gegend machen. An entscheidenden Stellen wirklich Tabula Rasa, an der anderen Ecke die nötige Behutsamkeit, aber alles konsequent umgesetzt. Toll. So verdient das alte "Zooviertel" den neuen Namen "City West".

      So etwas würde ich mir auch am Alexanderplatz wünschen. Radikales Neudenken und den ehrlichen Wunsch zur menschenfreundlichen Schönheit, die einer Hauptstadt angemessen ist.
      "Schlage die Trommel und fürchte dich nicht"

      *gelesen bei Maria Gräfin von Maltzan, geschrieben von Heinrich Heine

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    • Bei Starbucks gibt es wenigstens bequeme Sessel. Das neue Kranzler ähnelt eher einer Mensa, in der das Jungvolk und der Billigtourist kreuz die quer auf Holzstühlen an ungedeckten Holztischen sitz, Smartphone, Tablet oder Laptop in Reichweite. Von gediegener, nieveauvoller Atmosphäre Null. Es muss ja nicht gleich wie an Omas Kaffeetafel aussehen, aber das legendäre 50er Jahre Ambiente ist es eben leider nicht mehr. Für mich ein Ort, den ich für immer meiden werde.
    • Vielleicht ist Euch bekannt, wie der Bahnhof Zoo früher mal aussah, wie es sich da siffig angefühlt hat.

      Es gibt scheussliche Ecken von Berlin wie den Spittelmarkt ohne jede Aufenthaltsqualität. Der Raum Zoo gehört für mich nicht dazu. Eine Verdichtung mit Hochhäusern würde ich hier sehr begrüßen. Der Irrsinn der Traufhöhenregulierer ist am Zoo dieses Hochhaus mit dem übergroßen Segel. Ja, es waren dort 3 Blöcke in die Höhe geplant statt zwei.

      Seit der Kommerz in den Bahnhöfen ist, versifft es nicht total.