Amberg (Galerie)

    • Nachtrag:

      "ursus carpaticus" schrieb:

      Was den Hang zur Verschandelung betrifft, ist diese Grenze leider nicht spürbar.

      Diesbezüglich möglicherweise nicht, aber das entzieht sich auch meiner Kenntnis.

      Allerdings ist der Unterschied leicht in der jeweils vorhandenen regionaltypisch-historischen Bauweise auszumachen. Auch wenn bereits in Amberg - und noch mehr in der weiter westlichen Oberpfalz (Sulzbach, Neumarkt) – fränkischer Einfluss erkennbar ist, so bleibt doch die vorherrschende historische Bauart eine andere als bei unseren westlichen und nördlichen Nachbarn.

      Dem möchte ich schließlich noch hinzufügen, dass dies selbstverständlich kein qualitatives Urteil darstellt und ich keineswegs Aversionen gegen Franken hege. Als Lokalpatriot, der ich nun einmal bin, war es mir schlicht ein Anliegen die „Oberpfälzer Identität“ herauszustellen.

      Um meine Wohlgesinnung gegenüber Franken zu verdeutlichen, empfehle ich als lohnendes mittelfränkisches Reiseziel, das zwischen Nürnberg und Amberg gelegene Hersbruck, idyllisch gelegen im Süden der Fränkischen Schweiz.

      (Ebenso würde es sich anbieten eine Städtereise nach Regensburg und Amberg mit Kallmünz zu verbinden.)
      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)
    • Der Name "Oberpfalz" führt leicht zu Verwirrung - viele würden ein solches Land nicht in Bayern vermuten. Nach dem Hausvertrag von Pavia ist der Name der Pfalz langsam auf die Gebiete der pfälzischen Wittelsbacher auf dem bayerischen Nordgau übergegangen. Die Bezeichnung "Obere Pfalz" für die Pfalz auf dem bayerischen Nordgau zur Unterscheidung von der "Unteren Pfalz", d. h. der eigentlichen, seit 1214 wittelsbachischen (Kur)Pfalz bei Rhein mit ihrer Hauptstadt Heidelberg, kam in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf. Trotzdem war man sich stets der Tatsache bewusst, dass das Land Teil des alten Bayerns war. Übliche damalige Bezeichnungen waren "Das Land zu Baiern zu der Pfalz gehörig", "Der Pfalz Land zu Baiern", "Unsere Pfalz gein Amberg", "Unser Land hieroben zu Baiern" oder "Der kurfürstlichen Pfalz hieroben zu Baiern gemeine Landschaft".

      Das Fürstentum der Oberen Pfalz war das größte Territorium auf dem Boden des heutigen Regierungsbezirks, aber bei weitem nicht das einzige. Weitere bedeutendere Territorien waren das Fürstentum Pfalz-Sulzbach, die Landgrafschaft Leuchtenberg, die Reichsstadt Regensburg, das Hochstift Regensburg, die gefürstete Grafschaft Lobkowitz-Störnstein und die Herrschaften Breitenegg, Parsberg, Sulzbürg und Pyrbaum. Vilseck war bambergische Exklave. Das gesamte Gebiet gehörte zum bayerischen Reichskreis. Die nicht-wittelsbachischen Territorien fielen in den napoleonischen Kriegen an Bayern. 1808 wurde der Regenkreis gebildet, 1837 wurde dieser in "Oberpfalz und Regensburg" umbenannt und nach dem 2. Weltkrieg "Regensburg" aus dem Namen gestrichen sowie die Bezeichnung "Kreis" durch "Regierungsbezirk" ersetzt. So kamen der Name "Oberpfalz" und ihr heutiger Umfang zustande.

      Das erwähnte Eger, das zusammen mit seinem Umfeld 1322 an Böhmen verpfändet wurde, lag übrigens auch auf dem alten bayerischen Nordgau und blieb sich dessen bis zuletzt immer bewusst.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • @Georg Friedrich

      So schön hat's mir aber noch niemand erklärt, vielen Dank für Ausführlichkeit und Mühe!

      Es gibt ja noch mehr Kuriosa, so ist der Name des Bundeslandes Sachsen von den heutigen Niedersachsen nach elbeaufwärts gewandert, während die Niedersachsen eigentlich die 'richtigen' Sachsen sind. Wobei letztere eigentlich aus Ostwestfalen stammen, das ein weiteres Kuriosum dargestellt, denn man findet zwar noch Westfalen, aber keine Ostfalen mehr, aber wenn man sie suchen würde, so fände man sie im heutigen Braunschweiger Land.

    • Das Klösterl am Eichenforstplatz beherbergt heute das Luftmuseum des Künstlers Willy Koch.
      Errichtet im 14. Jahrhundert, diente es zunächst als fürstliche Kapelle und Ratsstube.
      Der Kauf des Anwesens durch den Orden der Armen Schulschwestern 1838 gab diesem bis heute den Namen „Klösterl“
      Links angeschnitten das Rußwurmhaus.


      Die Statue zeigt den in der Oberpfalz geborenen und in Amberg getauften Friedrich V. ,Kürfürst der Pfalz und kurzeitigen
      König von Böhmen: "Der Winterkönig" de.wikipedia.org/wiki/Winterk%C3%B6nig


      Rußwurmhaus
      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)
    • Ehemalige Ratstrinkstube

      Baubeginn: 1728
      Von 1817 bis 1900 : Gaststätte „Wittelsbacher Hof“
      „1957 wurde der Bau entkernt – eine der vielen Bausünden der damals fetischistisch-modernen Zeit. Die mehrmaligen Nutzungsänderungen des Gebäudes in den letzten Jahrzehnten hat die Korrektur von Fehlern des Äußeren versäumt: So vermisst man nach wie vor die Sprossenfenster und auch die früheren Schleppgauben, neun an der Zahl“
      (Amberg und seine schönsten historischen Bauwerke; Pablo de la Riestra)



      Eine von vier Allegorien, welche die vier Elemente personifizieren
      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

    • Walfischhaus
      Das Haus in der Löffelgasse 2 wurde 1693 von Samuel Balthasar Hetzendorfer, einem jüdischen Konvertiten gebaut. Von Beruf war er Schwarzfärber, dies mag die originelle – heute leider etwas verblasste – Farbfassung der Fassade erklären, die aus einer Mischung von Holzruß, Firnis und Bienenwachs bestand.
      (Amberg und seine schönsten historischen Bauwerke; Pablo de la Riestra)



      An der linken Konsole wird Jonas gerade vom Wal verschluckt und an der rechten wieder ausgespien.




      Kroatischer Soldat
      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

    • In der Entengasse






      Ehemaliges Klosters der Salesianierinnen.
      Gebäudekomplex aus unterschiedlichen Bauzeiten. Der hier teilweise zu sehende „Äbtissininentrakt“ gehört zu dem von Wolfgang Dientzenhofer erichteten Kern



      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

    • Die heute evangelisch-lutherische Paulanerkirche gehört zur alten Niederlassung der Paulaner in Amberg.
      Die Klosterbauten von Wolfgang Dientzenhofer wurden zuletzt 1916 vereinfachend. Überarbeitet.
      Ein berühmt-berüchtigter Mönch des Amberger Klosters war der Oberpfälzer Valentin Stephan Still, besser bekannt als Frater (Bruder) Barnabas. Dieser wurde 1774 als Braumeister des Klosters Neudeck am Fuße des Nockherbergs berufen und erfand das später als Salvator bekannt gewordene Heilig-Vaterbier!




      Winkler Biergarten




      Häuserzeile am Paulanerplatz

      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

    • Blick in die Salzgasse am Raseliushaus vorbei auf St. Martin


      Synagoge in der Salzgasse
      „Willkommen, der Eintritt in das Haus Israel, er sei gesegnet von Gott“


      Raseliushaus (Sitz von Stadtbibliothek, Kulturamt und Volkskochschule)
      Benannt ist das Haus nach dem in Hahnbach (zwischen Amberg und Sulzbach) geborenen Komponisten Andreas Raselius (1560 – 1602), der einen Teil seiner Jugend in Amberg verbrachte und später Hofkapellmeister in Heidelberg war.


      Haus in der Zeughausstraße
      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)
    • Nach den Bildern meines letzten Spaziergangs durch einen Teil der Amberger Altstadt möchte ich nun einige Bilder zur Wallfahrtskirche Maria-Hilf zeigen:

      Die Geschichte der Wallfahrt geht auf das Jahr 1634 und die Zeit der großen Pest zurück. Aufgrund des großen Pilgerzustroms wurde die Vorgängerkapelle 1697 durch einen Kirchenneubau nach Plänen von Wolfgang Dientzenhofer ersetzt.
      Stuckarbeiten und Hochaltar: Giovanni Battista Carlone
      Deckenfresken: Cosmas Damian Asam


      Die letzte Station des Kreuzweges hinauf zur Kirche


      Marterl



      "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)