Straubing (Galerie)

    • Begriffe "Altstadt" und "Neustadt"

      Das habe ich auch schonmal gewusst und habe es längst wieder vergessen. Dann gehört Straubing zu jenen Städten, bei denen der Begriff Altstadt problematisch ist, weil dieser Name für eine Vorgängersiedlung noch persistiert. Mir sind in diesem Zusammenhang Schongau, Neustadt a.d. Waldnaab und Bayreuth geläufig, aber es betrifft wohl weitere Städte. Bisweilen ist der Name "Altstadt" für einen außerhalb des ummauerten Gebietes gelegenen Siedlungsteil wenig geläufig, wie in Schweinfurt.
      Aus einem anderen Grund heikel ist der Begriff bei Landshut, da die Altstadt nur eine Straße im ummauerten Bereich ist, in dem auch die Neustadt liegt. Aber das dürfte ja allgemein bekannt sein.


      Theresienplatz 17

      "MunichFrank" schrieb:


      [...]
      ... dieses Photo mit einem recht neu erscheinenden Sparkassenhaus ... (weiß jemand, ob das ein Neubau oder ein vollkommen überformter Altbau ist?):

      [...]

      Zunächst vorweg, um keine unberechtigten Hoffnungen zu wecken: ich weiß es nicht.

      Mir fiel das Haus auch schon auf, und ich meine mich zu erinnern, dass es irgendwann neu war und es vorher irgendwie anders aussah. Aussehen tut es absolut nach Neubau. Es ist ganz in der Art der altstadtgemäßen Bauweise, die wir in Altbayern und Schwaben vorfinden. Die Sparkasse müsste entlang der Seminargasse und dem Pfarrplatz einen größeren Teil dieses Baublocks einnehmen. Dort fanden in den letzten Jahren defintiv Baumaßnahmen statt.
    • Re: Straubing

      Beenden möchte ich meine ergänzende Bildreihe zu Straubing mit zwei Straubinger Kirchen, die sich außerhalb des Zentrums befinden. Im erst 1972 eingemeindeten Stadtteil Sossau befindet sich die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, deren Ursprungsbau der Legende nach 1177 von Engeln in Sossau abgesetzt worden ist. Im 12. Jahrhundert wurde ein einschiffiges Kirchenbau mit Westturm errichtet…



      …, der im 15. Jahrhundert mit einem erhöhten Ostchor erweitert….



      …und im 18. Jahrhundert Innen barock dekoriert wurde…





      Die andere Kirche ist die St. Peterkirche, die sich östlich des Zentrums in der eigentlichen Altstadt, dem ältesten Siedlungskern Straubings befindet. Der Bereich um St. Peter war schon in der Römerzeit besiedelt, verlor aber nach der Gründung der Neustadt um 1218 an Bedeutung. Zudem wurde die Altstadt im Gegensatz zur Neustadt im letzten Krieg schwerer zerstört, so dass dort heute nicht mehr viel alte Bausubstanz zu finden ist.

      St. Peter gehört zu den großen romanischen Kirchen in Südbayern…



      …und weist noch…



      zwei hervorragende romanische Portale auf…



      Das Innere erfuhr im Laufe der Zeit zahlreiche Umgestaltungen und wurde nach Barockisierung im 18., Neoromanisierung im 19. dann leider in den 1970er Jahren in sehr karger zeittypischer Weise pseudo-romanisch umgestaltet, wobei ua. das barocke Gewölbe durch eine Flachdecke ersetzt und die neoromanische EInrichtung und die Ausmalung im Nazarenerstil entfernt wurde:



      Innerhalb einer Ringmauer ist St. Peter von einem Friedhof umgeben, der mit seinen Grabdenkmälern aus dem 14. bis 19 Jahrhundert zu den bedeutendsten und stimmungsvollsten Friedhöfen in Süddeutschland gehört:







      Auf dem Friedhof befindet sich u.a., rechts im folgenden Bild teilweise zu erkennen, die Totentanzkappelle von 1486, die um 1763 Innen erneuert…



      …und die Wände mit einem umfangreichen Totentanz ausgemalt wurden, wobei u.a. 37 Bilder zeigen, wie der personifizierte Tot Menschen aller Schichten mitten im Leben stehend überrascht:





      Vor einigen Jahren war die Kappelle noch frei zugänglich, heutzutage ist sie leider wegen Diebstahl und Vandalismus nur noch durch ein Gitter zu besichtigen. Schade, aber sehr verständlich.

      Das war´s.