Denkmalschutz in Bayern

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    • Bayern - Denkmalliste

      Vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gibt es einen neuen Service: unter
      BayernViewer-denkmal
      findet man ein Google-Maps ähnliches Angebot mit allen Denkmälern Bayerns.
      Das ist nicht für für die interessant, die sich für Denkmäler vor ihrer Haustür interessieren, da die Luftbilder für viele Regionen aktueller und zum Teil auch besser sind als die von Google.
      Einen Nachteil sehe ich aber: Da viele unausgegrabene Stätten (Gräber, Siedlungen etc.) eingezeichnet sind werden wohl viele Raubgräber diese Daten nutzen um unseres Kulturerbe zu zerstören.
      Münchens Denkmäler: http://www.denkmaeler-muenchen.de/\r
      www.denkmaeler-muenchen.de/
    • Es geht auf jeden Fall nur mit dem Explorer und Java, aber selbst dann offenbar nur mit bestimmten Versionen.

      Ich mochte aber die alte BLfD - Datenbank lieber, weil man da auch schnelle Abfragen machen konnte, z. b. örtlich einschränken und nach bestimmten Begriffen suchen. Das geht jetzt offenbar leider nicht mehr, z. b. nach "dendro" und "Nürnberg" zu suchen, um alle Einträge mit dendrochronologischen Datierungen in Nürnberg zu finden oder "expressionis" bayernweit um alles Expressionistische zu bekommen. Schade!
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Re: Bayerns Denkmäler

      Im Bayern-Viewer Denkmal
      geodaten.bayern.de/tomcat/viewer
      wurden die Benutzerhinweise neu gefasst:

      Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege arbeitet mit der Bayerischen Vermessungsverwaltung am Aufbau eines Fachinformationssystems, das alle Vorgänge der Denkmalfachberatung erfasst sowie der Öffentlichkeit und Fachanwendern Informationen bereitstellt.

      Bereits vor Abschluss des Projekts Nachqualifizierung und Revision der Denkmalliste wird eine Version des BayernViewer-denkmal der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, Baudenkmäler und Ensembles flächenscharf, d. h. bis auf die Ebene eines Gebäudes oder eines Gebäudeteils und Bodendenkmäler in ihrer bekannten Ausdehnung darzustellen. Außerdem sollen zu jedem Baudenkmal Fotos mit der Außenansicht aufrufbar sein.
      Die derzeit vorliegende Version wurde zu einem großen Teil automatisch generiert und bildet den Denkmalbestand noch nicht flächendeckend ab. Erst im Zuge der Nachqualifizierung ist eine kontinuierliche Verbesserung der Kartierungs- und Datenqualität zu erwarten.

      Die Ergebnisse des Projektes werden zeitnah in den BayernViewer-denkmal eingestellt. Das heißt, dass auch Nachträge in die Denkmalliste in der Kartierung erscheinen, für die aus technischen und logistischen Gründen das Benehmen mit der Gemeinde noch nicht hergestellt werden konnte. Die Gemeinden werden nach Abschluss des Projekts im Rahmen einer Stadtratssitzung bzw. Bürgermeisterdienstbesprechung vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege über die Ergebnisse des Projekts informiert. Anschließend stellt das Landesamt schrittweise das Benehmen mit den Gemeinden nach Art. 2 DSchG her. Die Baudenkmäler sind in noch nicht nachqualifizierten Gemeinden lediglich als Punkt ohne die Möglichkeit zur Fotoansicht kartiert. Nicht geprüfte Bodendenkmäler werden als Kreissymbol in einheitlicher Größe dargestellt. Es ist zu beachten, dass die Bodendenkmäler in einigen Gebieten Bayerns noch nicht inventarisiert sind.

      Die Bayerische Denkmalliste ist das zentrale Informations- und Verwaltungsinstrument für Denkmalschutz und Denkmalpflege. Sie ist ein nachrichtliches Verzeichnis aller bekannten Baudenkmäler, Bodendenkmäler und beweglichen Denkmäler. Die Denkmalliste wird vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege von Amts wegen geführt und fortgeschrieben. Sie bildet die Grundlage für die kartografische Darstellung der Denkmäler im BayernViewer-denkmal.

      Beachten Sie, dass die Denkmaleigenschaft nicht von der Eintragung in die Bayerische Denkmalliste und von der Kartierung im BayernViewer-denkmal abhängt. Auch Objekte, die nicht in der Bayerischen Denkmalliste verzeichnet sind, können Denkmäler sein. Die Verwendung des BayernViewer-denkmal ersetzt nicht die Beteiligung der zuständigen Genehmigungs- und Denkmalfachbehörden.

      Jede Veränderung an oder im Nähebereich von Bau- und Bodendenkmälern bedarf einer denkmalrechtlichen Erlaubnis gemäß Art. 6 BayDschG und Art. 7 BayDschG. Wer Bodendenkmäler auffindet, ist verpflichtet, dies gemäß Art. 8 BayDschG unverzüglich den Unteren Denkmalschutzbehörden oder dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege anzuzeigen.
      (BayernViewer-denkmal)


      Es ist nun deutlicher, dass das Fehlen eines Bauwerkes in der Denkmaltopographie nicht bedeutet, dass es kein Denkmal wäre. Bisher war dies zwar auch so dargestellt, aber man konnte den Eindruck gewinnen, dass es hier nur um bisher unbekannte (unentdeckte) Bodendenkmäler ginge. Dies ist natürlich nicht der Fall. In allen Denkmalkategorien kann es vorkommen, dass Denkmäler in der Denkmalliste fehlen.
    • Nachqualifizierung der Denkmäler in Bayern

      Nachqualifizierung der Denkmäler

      Seit einigen Jahren findet ein Bayern die Nachqualifizierung der Denkmallisten statt. Das bedeutet, dass die vorhandenen Denkmäler daraufhin überprüft werden, ob sie der Denkmaldefinition noch genügen. Umgekehrt kann es aber auch zur Neuaufnahme von Denkmälern kommen.

      Der frühere Leiter des Landesamtes, Dr. Michael Petzet, sah sich nun veranlasst, sich über den seines Erachtens großen Dilettantismus bei dieser Aktion zu äußern. In der Praxis führe die Nachqualifizierung dazu, dass eine größere Zahl von Denkmalen aus der Denkmalliste gestrichen wird, nachdem sie durch unerfahrenes Personal oberflächlich betrachtet werden. Umgekehrt gibt es so viel wie keine Neueintragungen.

      Man hat den Eindruck, dass der Staat hier mal wieder sparen will und eine Aktion ins Leben rief, bei der das Landesamt selbst ein Stück Demontage seines Auftrages veranlassen soll.

      abendzeitung.de/muenchen/52449
    • Re: Nachqualifizierung der Denkmäler in Bayern

      Das ist wirklich unglaublich:

      .... Ein Beispiel aus der Maximilianstraße: Dort soll ein Haus aus der Liste gestrichen werden, von dem nun mal nach dem Krieg nur noch die Fassade stand und das später großteils rekonstruiert wurde. Das ist ein sehr wichtiger Bau für München, aber es soll offenbar nur noch gewichtet werden, wie viel originale Bausubstanz vorhanden ist. So kann ich an das Objekt nicht herangehen, denn so übergeht man den Entwurf, die historische Bedeutung und das Gesamtkonzept Maximilianstraße. Hier hat eine falsch programmierte Truppe offenbar einen Denkmalbegriff, der mit praktischer Denkmalpflege nichts zu tun hat...

      Dieser Ihrer Meinung nach falsche Denkmalbegriff bedeutet, dass nur das noch schützenswert sein soll, was absolut im Original aus früheren Jahrhunderten vorhanden ist, und alles andere nicht?

      Genau, und das ist fatal – gerade in einer Stadt wie München, die im Krieg enorm zerstört worden ist. Man muss den Zusammenhang, den historischen Wert berücksichtigen. Man muss sehr überlegen, welche Reste zu bewahren sind und welche nicht. So wie das hier geschieht, kann ich nicht an ein wiederaufgebautes Altstadtensemble herangehen....

      Quelle: abendzeitung.de/muenchen/52449

      Da läuft wohl derzeit einiges falsch im bayerischen Denkmalamt, wie Herr Petzet, der selbst 25 Jahre lang Leiter der Behörde war, in außergewöhnlicher Klarheit moniert.
    • Re: Nachqualifizierung der Denkmäler in Bayern

      Ich habe eben eine Email an den momentanen Leiter der Behörde, Prof. Greipl ( blfd.bayern.de/landesamt/amtsleitung/index.php ) geschrieben, in der ich darauf hingewiesen habe, dass mir das momentane Vorgehen seiner Behörde falsch erscheint und er hoffentlich mäßigend auf seine Mitarbeiter einwirken wird. Werde euch auf dem Laufenden halten, falls ich eine Antwort bekomme.
    • Re: Nachqualifizierung der Denkmäler in Bayern

      ad Bambergensis Hallenbadem:
      erlich xakt find ich es nicht so schlimm und verwerflich, einen Solitär aus den Sechzigern, der keinem weh tut, nichts Bedeutendes verdrängt hat und auf seine Art so etwas wie Lebensgefühl einer Epoche widerspiegelt unter Schutz zu stellen. Wer sollte Verständnis dafür haben, wenn nicht wir? Schließlich ist s die Zeit unserer Kindheit.
      Und so übel dünkt mich diese Kiste gar nicht. Vielleicht ist sie überhautp drin ganz schön.

      Natürlich ist s Schwachsinn, Wiederaufbauleistungen in Altstäden von DMS auszunehmen, das steht außer Zweifel.

      falsch programmierte Truppe


      Das find ich echt gut. Das könnt man über unser Denkmalamt auch sagen mit seiner ....

      ach was.

      Was ist schon von Weiberwirtschaft zu erwarten.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Re: Nachqualifizierung der Denkmäler in Bayern

      "ursus carpaticus" schrieb:

      so etwas wie Lebensgefühl einer Epoche widerspiegelt unter Schutz zu stellen. Wer sollte Verständnis dafür haben, wenn nicht wir? Schließlich ist s die Zeit unserer Kindheit.

      Da hast Du etwas sehr Wahres ausgesprochen. Es gibt jede Menge Bauten der Nachkriegszeit, auf die wir getrost verzichten können. Aber es gibt auch die Bauten, die unser Lebensgefühl ansprechen. In unseren Jahren sind es sogar häufig die Bauten des Brutalismus, denen - jedenfalls in meinen Augen bisweilen - mehr Vertautheit anhaftet als überladenen Barockhäusern oder Gebäuden des Klassizismus. Mir persönlich sind Gründerzeitbauten von Natur aus weitgehend unbekannt und daher bedeuten sie mir wenig, aber der Profanbau augsburgischer Renaissance ist die in meinen Augen höchste Ausformung einer Baukunst, die für zweitausend Jahre unseres Denkens in ihr einen Höhepunkt findet.
    • Mittlerweile habe ich eher den Eindruck bekommen, dass im Rahmen der Nachqualifizierung (NQ) doch einiges an älteren Bauten in die Listen aufgenommen wird. Es ist manchmal unglaublich, wenn man sieht, dass in Städten, die fast nur aus Altbauten bestehen, die Denkmalkarte vor der NQ nicht nur löchrig erscheint, sondern man den Eindruck gewinnt, hier seien nur vereinzelt, sozusagen musterhaft, Objekte eingetragen worden. Andererseits wissen wir natürlich auch, dass z. B. Objekte, die bisher nicht mit einer gültigen Hausnummer in der Liste gestanden sind, regelmäßig erst nach dem jeweiligen Abschluss der NQ in der Denkmalkarte erscheinen. Die NQ dient ja auch dazu, die bisher eingetragenen Objekte genau zu kartieren und zutreffend zu beschreiben, was vielerorts bereits die Denkmaltopographie verbessert hat. Streichungen von Objekten von vor 1780 sind mir jetzt eigentlich keine bekannt. Diese kommen vielmehr durch die Praxis mancher Gemeinden und vor allem verantwortungsloser Denkmaleigentümer, mit dem Denkmälerbestand recht großzügig umzugehen, zustande.
    • Denkmalnetz Bayern

      [...]Um diese oft solitären Bemühungen besser zu koordinieren, soll am Freitag ein sogenanntes 'Denkmalnetz Bayern' ins Leben gerufen werden. 'Denkmalpflege ist nicht nur eine Angelegenheit für hauptamtliche Spezialisten. Es ist höchste Zeit, dieses bürgerschaftliche Engagement zu bündeln', sagt Martin Wölzmüller, der Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege. Gerade auch, weil das Denkmalschutzgesetz durch die zunehmende Deregulierung an Vollzugsdefiziten leidet. Immer mehr Denkmäler gehen in immer kürzeren Abständen verloren. Alle Vereine, Initiativen, Stiftungen und engagierte Einzelpersonen, die Zeugnisse der historischen Baukultur und die überlieferten Orts- und Landschaftsbilder als wichtige Zukunftsressource erhalten wollen, seien zur Mitarbeit eingeladen[...]

      Gemeinsam gegen die Abrissbirne - sueddeutsche.de

      Das Denkmalnetz Bayern geht auf einen Zusammenschluss Bayerischer Bürgerinitiativen zurück, die sich alle im weitesten Sinne mit Denkmalschutz und Denkmalpflege beschäftigen und ehrenamtlich tätig sind. Sie begründeten am 13. Januar 2012 in der Evangelischen Akademie Tutzing einen Arbeitskreis zur Betreuung der Website "denkmalnetzbayern.de", die am 15. April 2012 online gestellt werden soll. Gleichzeitig wurde die "Tutzinger Erklärung" von den Anwesenden unterzeichnet, in der die Absichten der bürgerschaftlichen Denkmalpflege formuliert sind. Der bekannte Fernsehjournalist und Filmemacher Dieter Wieland hielt ein Mut machendes Eingangsreferat und begrüßte das neue bayerische Netzwerk.

      Denkmalnetz Bayern – Wikipedia

      Man kann nur dankbar für diese Engagement sein, denn von staatlicher Seite ist nicht mehr viel zu erwarten... :applaus:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) kommt in den Nachrichten des Denkmalnetzes nicht gut weg. Offenbar haben die Mitglieder des Denkmalnetzes auch so ihre Erfahrungen damit gemacht, wie windelweich der Denkmalschutz heutzutage ist, wie leicht er sich aushebeln lässt und wie zaghaft sich das Landesamt bei der Forderung nach Unterschutzstellung und Erhaltung, wie großzügig aber bei der Freigabe von Denkmälern verhält. Die für den aufmerksamen Leser unübersehbare Kritik wundert freilich nicht, denn die Existenz des Denkmalnetzes ist ja ganz offensichtlich eine Reaktion auf die immer wieder zu beobachtende Zahnlosigkeit des Denkmalschutzes. An der Demontage des Schutzes arbeiten die "Fachleute" tatkräftig mit, indem sie sich immer mehr der Moderne zugewandt haben - gegenwärtig sind die Bauten der 50er- und 60er-Jahre die als wertvoll gehandelten Objekte. Aber wenn es um den Verfall alter und ortsbildprägender Gebäude geht, dann hat man kein Personal und kein Geld mehr, um diesem Verfall Einhalt zu gebieten. Klar, wenn man seine Ressourcen anderweitig einsetzt...

      Nun, da das Landesamt ja offenbar kein verlässlicher Fürsprecher mehr für die Erhaltung unserer Stadtbilder ist, nimmt das Denkmalnetz die Sache selber in die Hand!