Augsburg

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    • Zum Straßenverkehr:
      Die Maximilianstraße südlich der Bgm.-Fischer-Straße ist nicht mehr im innersten Zentrum. Gleichwohl nervt der andauernde Autoverkehr, nimmt er doch die Gemütlichkeit weg und wenn man über die Straße will, dann ist das erheblich schwerer als in Landshut. Auch die vorhin gezeigte Jakoberstraße sowie ihre Verlängerung, Pilgerhausstraße, Leonhardsberg, Karlstraße und Grottenau, haben ordentlich Verkehr, deutlich mehr als die Maximilianstraße. Oberer -, Mittlerer -, Unterer Graben dito. Diese sind sehr fußgängerfeindlich.


      Jakoberstraße 24, Erker:
      Da sind halt die Fenster ein bisschen weiter draußen. Direkt in die Ecke wird man wohl eher nicht hineingehen können. Dein Bild zeigt jedenfalls den Kesselmarkt mit Blick nach Norden; in diesem Bereich verläuft die zuvor erwähnte Karlstraße.
    • @ Palantir
      genau, das ist der Erker am ursprünglichen Originalstandort. Der Erker stammt von 1504. Vom Höchstetterhaus war sonst bis auf das Erdgeschoß nicht mehr viel übrig. Das Senioratsgebäude der Fuggerei wurde übrigens auch erst 1954 errichtet und diente als Auffangort für verschiedene Spolien, der Erker wurde 1961/62 drangebaut, im Inneren des Hauses finden sich Reste des 1944 zerstörten Fuggerhauses am Rindermarkt, von der einstigen Leonhardskapelle im gleichzeitig zerstörten und unverständlicherweise nicht mehr wiederaufgebauten Welserhaus an der Karolinenstraße und darüberhinaus auch noch Interieur vom Fuggerschloß im schwäbischen Kirchheim.
    • "Markus" schrieb:

      der heute von Nachkriegsarchitektur geprägte Nordteil zwischen Moritz- und Rathausplatz ist Fussgängerzone inkl. Straßenbahn, der Autoverkehr endet südlich vor dem Moritzplatz, also insofern gibt es dort keinen Durchgangsverkehr mehr. Der weitgehend von Kriegsschäden verschont gebliebene Südteil zwischen Moritz- und Ulrichsplatz ist allerdings nachwievor Straße und vor allem Parkraum.

      Irgendwie falsch rum? :augenrollen:
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Falsch rum?

      Es ist in der Tat so, dass der nördliche Teil der Maximilianstraße, also nördlich des Moritzplatzes, deutlich modernere Züge aufweist als der südlichere, erheblich längere Teil (etwa 4 mal so lang). Seit alters her beziehe ich das Attribut der Maximilianstraße als Prachtstraße stets nur auf den Teil südlich des Moritzplatzes, schließe aber den Ulrichsplatz ein, zumal dieser ja den krönenden Abschluss bildet.

      Es kann sein, dass mir diese Situation als "falsch rum" im Alter von ca. 10 Jahren auffiel. Seitdem ist es für mich so und ich fand es schon deswegen keineswegs paradox, da die Prachtstraße eine ungewöhnliche Breite aufweist, wie im übrigen auch der Ostteil der Jakoberstraße (s. o.). Diese Breite ging in meinem Bewusstsein einher mit dem Attribut der Prachtstraße. Wenn man dies voraussetzt, gibt es im Innersten des Altstadtgefüges im doppelten Sinne keinen Platz für eine Prachtstraße und diese ist zwangsläufig außerhalb des innersten Kernes. In der Entwicklungsgeschichte Augsburgs freilich sehen wir die Endpunkte der "via principalis" mit Dom und Ulrichskirche von Anfang an. Der monumentale Kirchenbau der Basilika St. Ulrich und Afra, der die Erinnerung an die Bistumsheiligen wachhält und den südlichen Abschluss der Prachtstraße bildet, liegt ja mitnichten in einem Stadterweiterungsgebiet, sondern war von jeher Bestandteil von Augsburgs Altstadt. Doch selbst vor diesem Hintergrund erleben wir diesen Bereich immer noch als ein bisschen peripher (und daran konnte auch die City-Galerie nichts ändern). Die Entfernung der "über den Gräbern" der Bistumsheiligen errichteten Kirche von dem älteren, durch die römische Stadt vorgegebenen Kern im Bereich des Domes ist - auch dies im doppelten Sinne - das Rückgrat der Altstadt Ausgburgs.
    • Hm, ich weiß nicht, ob ich Augsburg mögen würde.
      Irgendwie hab ich in meiner Jugend genug solche Städte über mich ergehen lassen, und will mir heute eigentlich nur mehr angenehme, schöne ansehen, von denen es ja nach wie vor genug gibt.
      irgendwie ist dieser inferiore Wiederaufbau unerträglich, ich kann das nicht mehr sehen.
      Insgesamt bin ich von den Bildern enttäuscht bis entsetzt, glaubte ich doch, Augsburg sei weit weniger getroffen worden - mein Buch vom dkv ist anscheindend extrem geschickt photographiert.
      Irgendwo, ich weiß nicht wo, glaube ich gelesen zu haben, in Augsburg sei es den britischen Kunstfreunden nicht gelungen, ihren netten Feuersturm zu entfachen. Das sieht mir auf den vorliegenden Bildern leider gar nicht so aus. Dass doch noch ein bisschen was steht, scheint mir mit der Größe der Altstadt besser erklärbar.
      Schade auf jeden Fall, aus dieser Stadt wäre nach 1945 weit mehr zu machen gewesen!
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Zur Maximilianstraße noch:

      die heutigen Blickachsen von N Rtg. St. Ulrich und Afra sowie Rathaus und Perlachturm von S aus sowie die enorme Breite des südlichen Teilbereiches sind erst durch die Abbrüche des Salzstadels und des Siegelhauses Anfang des 19. Jh. entstanden. Zuvor gab es keine zusammenhängende Prachtstraße sondern abgeteilte (Markt-)Plätze, die drei Brunnenanlagen aus der Zeit um 1600 verweisen ebenfalls auf diese früheren Platzräume.

      Im übrigen liegen im N-Teil vorwiegend Geschäftshäuser (die ich durchwegs als hässlich und abstossend empfinde), während vom Moritzplatz ab nach S abwechslungsreiche und noble Bürgerhausfassaden überwiegen und auch der Wohnanteil noch recht hoch sein sollte.
    • "ursus carpaticus" schrieb:


      Irgendwie hab ich in meiner Jugend genug solche Städte über mich ergehen lassen, und will mir heute eigentlich nur mehr angenehme, schöne ansehen, von denen es ja nach wie vor genug gibt.
      irgendwie ist dieser inferiore Wiederaufbau unerträglich, ich kann das nicht mehr sehen.
      Insgesamt bin ich von den Bildern enttäuscht bis entsetzt, glaubte ich doch, Augsburg sei weit weniger getroffen worden - mein Buch vom dkv ist anscheindend extrem geschickt photographiert.
      Irgendwo, ich weiß nicht wo, glaube ich gelesen zu haben, in Augsburg sei es den britischen Kunstfreunden nicht gelungen, ihren netten Feuersturm zu entfachen. Das sieht mir auf den vorliegenden Bildern leider gar nicht so aus. Dass doch noch ein bisschen was steht, scheint mir mit der Größe der Altstadt besser erklärbar.
      Schade auf jeden Fall, aus dieser Stadt wäre nach 1945 weit mehr zu machen gewesen!


      bis vor etwa 7 Jahren war ich auch noch viel mehr von A begeistert als heute, saß gerne am Rathausplatz (wenn auch Richtung Rathaus) und nahm auch den Bereich zwischen Rathaus und Dom als nicht so schlimm hin. Mit zunehmender Beschäftigung, insbesondere auch mit dem Vorkriegs-Augsburg und dem Wiederaufbau ist die Ernüchterung jährlich im gleichen Maße gewachsen wie einige Plätze und Straßen innerhalb der Altstadt ich mir heute auch kaum noch zumuten will (und trotzdem auch diese Stellen, wenn auch teils inzwischen mit größeren Bauchschmerzen, wieder besuche).

      So sehr ich alles was an das alte Augsburg erinnert, die große Renaissancearchitektur als auch die vielen erhaltenen Bürgerhäuser aus der Zeit bis 1800, die vielen großartigen Kirchenbauten (von denen leider aber auch einige modern wiederaufgebaut wurden) schätze, so wenig kann ich dem meisten nach 1945 gebauten abgewinnen.

      Insgesamt empfinde ich aber Augsburg schon noch als eines der interessantesten Städteziele Deutschlands, wenn nicht Europas.
      Ein paar Rekonstruktionen würden aber auch dieser Stadt jedenfalls unheimlich nutzen.
      Die Zerstörungen durch den Krieg trafen das Herz Augsburgs stärker als es vielen bewußt zu sein scheint, der Wiederaufbau mit diesen Flachdachkisten im Bereich zwischen Rathaus und Dom bzw. Richtung Heilig Kreuz war, finde ich zumindest, eine einzige Katastrophe.
      Leider wird zumindest kurz- bis mittelfristig auch Augsburg in diesen Bereichen keine Stadtreparatur betreiben sondern sich lieber ein paar noch schlimmere Kisten wie den (allerdings gut zum benachbarten Parkhaus passenden) Neubau am Ernst-Reuter-Platz gönnen.
    • Als jemand, der im Schatten Augsburgs großgeworden ist, kann ich hierzu eigentlich kaum neutral Stellung nehmen. Zweifellos ist der Bereich zwischen Dom und Rathaus mit Im Thäle u. a. des alten Augsburg nicht würdig, aber irgendwann arrangiert man sich damit, auch wenn's einem auch nach über 30 Jahren immer noch jedesmal angesichts der Betonkästen der Stadtwerke (Hoher Weg 1) die Sprache verschlägt, wo doch einst das Riedingerhaus stand.

      Aha, dann hast Du auf dem Rathausplatz also stets nach Osten geschaut :lachen:. Und am Hohen Weg zwischen Obstmarkt und Beim Schwalbeneck wahrscheinlich nach Norden :zwinkern:.

      Nun ja, die Kiste der Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz 1 ist erst mal fertig. Da muss man einfach die Augen zumachen und sich darauf konzentrieren, dass dieser Platz früher auch schon abstoßend war.

      Danke auch, Markus, für Deinen Hinweis auf die einstige Platzfolge der Maximilianstraße. Auch hier geht es mir so: Wenn man immer nur den heutigen Zustand kennt, verliert man ein Stück weit den Blick für den früheren.
    • Weiter geht es wieder in der Jakobervorstadt ganz im Osten der Altstadt:


      der Fünfgratturm am Oblatterwall, im Volksmund Fünffingerlesturm genannt, erbaut um 1455, die Stadtmauer beidseits 1867 abgebrochen, die drei oberen Geschosse nur über Leitern erreichbar, neuerdings mit Außentreppe.




      Bei der Sanierung 1973/74 wurde das Dach mit handgestrichenen Mönchs- und Nonnenziegeln eingedeckt.







      Jetziger Zustand mit neuer Außentreppe (Sept. 2009):




      Nach S zum Jakobertor hin, rechts neue Wohnhäuser:


      Weiter entlang der Stadtbefestigung nach N den Oblatterwall folgend der unter dem berühmten Stadtbaumeister Elias Holl 1604 zur Wasserversorgung der Jakobervorstadt errichtete Untere St. Jakobs-Wasserturm:



      Der gesamte über einige Kilometer reichende Stadtmauerbereich an der Ostflanke der Altstadt sehr idyllisch und der hier recht breite teichartige Stadtgraben mit ausleihbaren Booten befahrbar.

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    • Der 1540 angelegte Oblatterwall an der nordöstlichen Ecke der Jakobervorstadt mit der Augsburger Kahnfahrt, eine besonders reizvolle Verbindung von Natur und Befestigungsarchitektur







      Nun wieder in die Stadt, Sankt Maximilian, wie fast alle Kirchenbauten innerhalb der Mauern 1944 von Bomben getroffen. Die typisch Augsburger Fassade (die Kirche ursprünglich erbaut 1611-13 von Esaias Holl) blieb erhalten. Der Wiederaufbau bis 1951 erfolgte ansonsten modern.





      Nahebei im Bereich des 1., 2. , 3. und 4. Quergässchens wieder ein kleines erhaltenes Alt-Augsburg-Viertel mit alten Bürger- und Handwerkerhäuschen:







      Wie diese Gasse wohl heisst?


      Selbstredend Am Rößlebad


      Etwas weiter nach W zu, Bei den Sieben Kindeln, hier das am stark befahrenen Mittleren Graben stehende barocke Bürgerhaus mit einem Relikt aus römischer Zeit am Eck, im Hintergrund der Perlachturm sowie St. Ulrich und Afra sowie der Chor der Barfüßerkirche (unten)

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    • Re: Augsburg - östliche Altstadt

      Nun noch einige Aufnahmen vom Unteren Graben und der sich darüber aufbauenden Stadtmauer mit einigen heute weitgehend bewohnten Wehrtürmen:


      Unterer Brunnenturm mit fünf ausgebauten Wohngeschossen, wohl seit Mitte des 18. Jh.










      Vom Mittleren Graben geht es über Treppen aufwärts zum Mauerberg und Springergässchen, unterhalb die hier bereits vereinten Werkbäche Mittlerer und Vorderer Lech








      Am Mauerberg, in dieser Ecke auch das einstige Wohnhaus Hans Burgkmairs d. Ä.


      als heutiger Abschluss noch ein Blick von O auf den Dom

      nächstes Mal geht es weiter in der östlichen Altstadt mit Barfüßerkirche und Umfeld.
    • Danke, Markus, für diese wunderbaren Bilder, die wiedergeben, was das Bild der Augsburger Altstadt ausmacht. Interessanterweise (oder vielleicht sogar naheliegenderweise) zeigen Deine Bilder nicht selten die Objekte, die auch mein Bildarchiv bereichern, häufig aus derselben Perspektive.

      Habt Ihr übrigens mein neues Avatarbild bemerkt und erkannt, was abgebildet ist? :D

      Bin schon gespannt auf die Fortsetzung des Rundganges, wenn wir zum Beispiel den Dom aus der Nähe sehen ...
    • Weiter geht es in der "Unterstadt", mit Barfüßerkirche und Metzgplatz

      Von der 1411 geweihten und 1723-25 barockisierten Barfüßerkirche, in der einst über 2000 Menschen Platz hatten, blieb nach weitgehender Zerstörung 1944 nur noch der hoch aufragende Chor übrig. Die Reste des Langhauses wurden 1946-48 niedergelegt und der Chor geschlossen.
      Heutiger Anblick vom Metzgplatz aus:



      Erhalten blieb ein Teil des gotischen Kreuzganges:


      Der Chor blieb innen unverputzt, an den kargen Wänden wurden gerettete Ausstattungstücke wieder aufgehängt.




      vor 1944 (Aufnahme aus einer Dokumentation zur Kirche im Kreuzgang)




      Aus dem Inferno gerettet wurde 1944 auch das segnende Christkind von Georg Petel, entstanden 1632


      Metzgplatz nach Osten mit dem Vordergebäude der am Mittleren Lech liegenden Kresslesmühle und dem 1992 hier wieder aufgestellten Georgsbrunnen (die Bronzefigur des hl. Georg 1565 gegossen)



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    • Auf der Nordseite des Metzgplatzes die nach 1944 wiederaufgebaute Stadtmetzg, 1606-09 von Elias Holl, 1937-39 komplett entkernt, dabei landeten 1783 gemalte Deckenfresken im Saal des Obergeschosses auf dem Schutt, Renaissance-Kassettendecken wurden nach Schloß Zeil bei Leutkirch verkauft, seit 1939 städtische Behörden. Unter der Stadtmetzg (und dem Metzgplatz) verläuft einer der Augsburger Stadtbäche.


      Die einst so prächtige Westseite des Metzgplatzes mit dem bemalten Schaurhaus wurde nach 1945 mit plumpen Flachdachkisten behelfsmäßig wiederaufgebaut.
      Oder in anderen Worten: durch die Rücknahme der Geschosse wurde in geradezu genialer Art und Weise der einst verstellte Blick auf Rathaus und Perlachturm an dieser städtebaulich höchst sensiblen Nahtstelle zwischen Ober- und Unterstadt freigestellt...
      Wie sehr würde ich mir den Wiederaufbau des Schaurhauses wünschen und wie sehr würde das diesen einst so schmucken Platz wiederbeleben...
      Eine Vorstellung dieses einst so prächtig bemalten Schaurhauses vermittelt heute zumindest noch in Lindau das Haus zum Cavazzen.

      Schaurhaus:

      Bildarchiv Foto Marburg










      Nach Westen geht der Blick vom Metzgplatz den Perlachberg aufwärts Richtung Rathausplatz, im Hintergrund erkennbar der Neue Bau, hier verläuft auch eine der Straßenbahnlinien, die vom Rathausplatz in die Jakobervorstadt und weiter nach Lechhausen führt. An der Nordseite vom Perlachberg stand einst das, wie ich finde, prächtigste Augsburger Gebäude, das Bäckerzunfthaus, dessen Verlust ganz besonders schmerzhaft ist (und dessen Rekonstruktion auch ganz besonders viel für das Stadtbild nutzen würde...).
      Hier nochmals zur Erinnerung:


      Bildarchiv Foto Marburg

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    • Auf dem Rain / Schmiedgasse

      Eine kleine Augsburger Traditionsinsel blieb im Bereich Auf dem Rain und Schmiedgasse erhalten, unmittelbar nordöstlich vom Metzgplatz und südlich des Nachkriegs-W-O-Straßendurchbruches am Leonhardsberg.

      Hier einige Aufnahmen von diesem vom Mittleren Lech durchflossenen reizvollen Alt-Augsburg-Viertel:


      Auf dem Rain


      ehem. Handwerkerhaus mit hohem Aufzugs-„Ohrwaschl“-Giebel, in das 16. Jh. zurückgehend (eine eigene Galerie mit "Ohrwaschl"-Häusern wäre auch mal angebracht).


      gegenüber am Vorderen Lech das Geburtshaus des größten Augsburger Dichters, des 1898 hier geborenen Bertolt Brecht, seit 1985 Gedenkstätte.






      Rückseite von Hinter der Metzg 12 zum Mittleren Lech, eines ehem., im letzten Jh. zu Wohnzwecken umgebauten Domherrenhofes


      und benachbart als Kontrast die Nachkriegsbebauung am Leonhardsberg, eine im Bereich starker Kriegszerstörungen durch die Altstadt gebrochenen W-O-Straßenschneise (der ehem. Domherrenhof Hinter der Metzg 12 links erkennbar)


      zurück in der Schmiedgasse




      das Eckgebäude Schmiedgasse 13


      Ostseite der Schmiedgasse, 1560-63 entstanden im Bereich der älteren, durch die Erweiterung der Jakobervorstadt überflüssig gewordenen Stadtmauer Handwerkerhäuser, speziell für Schmiede, z.t. mit hölzernem Laubengang im Obergeschoß.

      Weiter geht es dann voraussichtlich mit dem Elias-Holl-Platz.

    • Elias-Holl-Platz (Aufnahme vom Okt. 2009, vom Goldenen Saal des Rathauses aus)

      Nun zum nach dem großen Augsburger Stadtbaumeister benannten Elias-Holl-Platz. Der Platz entstand 1882 durch Abbruch des Eisenhofes.
      Einst Parkanlage, diente er im Nachkriegsaugsburg wohl als Parkplatz und vorübergehend als Standort des Christkindlesmarktes. Heute zumindest z.t. wieder eine platanengesäumte, relativ ruhige Parkanlage. Der neben dem Ulrichsplatz letzte rundum angemessen und geschlossen bebaute und damit heute attraktivste Platz Augsburgs. Die Nordseite jedoch von einem (bezeichnenderweise 1944 kaum beschädigten) wenig bedeutendsamen Verwaltungsbau von 1889 gesäumt (den ich offenbar auch noch nie fotografierte).


      Ostseite mit dem Franziskanerinnenkloster Maria Stern, der bestehende Bau 1574/76 von Johannes Holl errichtet, Kirche innen 1730 barockisiert, 1944 schwer beschädigt, Der Wiederaufbau der Klostergebäude erfolgte von der Fassade zum Platz abgesehen weitgehend ohne Bezug zum Vorkriegsbau




      Inneres der Klosterkirche Maria Stern, die Deckengemälde 1960 durch Karl Manninger in alter Form wiedererstanden, der auch in München einiges rekonstruieren durfte, u.a. in der Asamkirche, St. Anna im Lehel und der Heiliggeistkirche)


      vom Goldenen Saal aus, unten der Blick über die Dächer Richtung Vogeltor



      nach Süden führt die Pfladergasse eckerkergesäumt ins einstige Handwerkerviertel:



      Eckhaus Pfladergasse 2


      die geschlossen mit Alt-Augsburger Bürgerhäusern erhaltene Südseite des Elias-Holl-Platzes


      das Bürgerhaus Elias-Holl-Platz 8, ehem. Eisenberggasse


      auf der Westseite ragt das monumentale Rathaus in die Höhe, links im Bild die Treppen der Eisenberggasse hinauf zum Rathausplatz und der Maximilianstraße


      in der Mitte des Sockelgesimses ein 1450 bez. Sandsteinrelief vom Vorgängerbau des jetzigen, 1615-20 erbauten Rathauses, zwei wilde Männer halten das Augsburger Stadtwappen








      und zum heutigen Abschluß noch eine abendliche Aufnahme vom Perlachturm und der Peterskirche von O her

      weiter geht es demnächst im Bereich Vorderer, Mittlerer und Hinterer Lech...
    • "Zeno" schrieb:


      Mit der Nordseite der Straße verbinde ich seit alters her ein bemerkenswertes Gebäude, vermutlich ein Färberhaus. Beim allfälligen Betreten der Jakoberstraße habe ich regelmäßig dieses Haus in Erinnerung, das man heute nicht mehr findet. Du, Markus, hast aber Vorkriegsbilder mitgeliefert, die ein hohes Färberhaus zeigen. Kann es nach dem Krieg noch gestanden haben?
      Ich habe in Erinnerung, dass ich als Kind ein derartiges Haus in genau diesem Bereich der Jakoberstraße noch gesehen habe.


      heute habe ich mal wieder aweng in meinen beiden Alt-Augsburg-Büchern geblättert und zwei Aufnahmen gefunden, die eine vom März 1944, die andere von der Jakobikirchweih 1949 in der Jakoberstraße. Beiden Aufnahmen zufolge hat der Färberturm auf der Nordseite der Jakoberstraße die Bombennacht vom 25. auf den 26.2.1944 nicht überstanden, da gähnt auf beiden Aufnahmen eine große Leere.
      Fragt sich nur, wie das zusammenpasst...
      Auf der Aufnahme vom März 1944 standen die Fassaden der Bürgerhäuser beiderseits und zwischen den Nr. 49 und 55 noch.


      Die beiden sehr empfehlenswerten Alt-Augsburg-Bücher:
      Franz Häußler: Augsburg 1930-1955 Stadtgeschichte in Bildern (Wißner-Verlag Augsburg, 1993)

      Franz Schreiber: Augsburg Gebaut, Zerstört, Wiedererstanden Das Stadtbild in den letzten 100 Jahren (Betulius Verlag Stuttgart, 1999)
    • Zeno, hast du eine Aufnahme vom "Stoinernen Ma"? In dem einen Alt-Augburg-Band ist er abgebildet, den sehe ich zum ersten Mal. 1949 noch am ursprünglichen Standort Ecke Unterer Graben / Pulvergäßchen. Die Ruine des Hauses wurde gerade entfernt und man suchte ein neues Zuhause für die Augsburger Symbolfigur. 6 Jahre später ging es dann dorthin, wo er jetzt steht und mir jedenfalls bis dato entgangen ist.
      Ein weiteres Bild in dem Buch zeigt übrigens auch das Vogeltor im Jahr 1950 mit durchfahrender Straßenbahn.
    • Zwischenzeitlich habe ich mich auch mal um die Nordseite der Jakoberstraße gekümmert. Da stehen jetzt keine nach ca. 1980 gebauten Häuser. Auch die Literatur gibt dahingehend nichts her. Da habe ich mich wohl getäuscht!

      Vom Steinernen Mann habe ich selbst kein Bild. Solange hilft augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/SteinernerMann.
    • ja, diese Bilder versöhnen etwas, muss man sagen. Ist der etwas in die Rathausfassade hereinragende Bau rechts auf dem Nachtbild das angesprochene historistische Verwaltungsgebäude?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)