Augsburg

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    • "ursus carpaticus" schrieb:

      Wird die W-Seite des E.Holl-Platzes ausschließlich vom Rathaus gebildet, oder ragt noch eine moderne Rückseite der Maximilianstraße störend hinein? Lt mir vorliegendem Luftbild müsste eigentlich leider Letzteres der Fall sein.


      siehe das von Heimdall verlinkte 360Grad Panorama


      Noch zum Rathausplatz:

      könnte man auch als Treppenwitz bezeichnen, so derzeit zu erleben auf der vom Elias-Holl-Platz zum Rathausplatz hinaufführenden Eisenberggasse:


      und am letzten Absatz angekommen bietet sich einem der überwältigende Anblick eines der schönsten Plätze der Welt:



      nun ja, die Geschmäcker sind nun mal verschieden...
    • Re: Augsburg - Lechviertel

      Noch ein paar weitere Aufnahmen aus dem Lechviertel:


      St. Ursula, die ehem. Dominikanerinnenklosterkirche, 1519/20 geweiht, am Mittleren Lech, außen original wiederaufgebaut, innen neu gestaltet



      am Vorderen Lech, Nr. 41 ein weiteres Färberhaus (sechsgeschossig mit Trockenböden):



      Hunoldsgraben




      Hunoldsberg 5, links geht es über Treppen hinauf zur Maximilianstraße

      Eine der dunklen Treppengänge zwischen Maximilianstraße und Lechviertel:


      Ein paar weitere hübsche Alt-Augsburger Bürgerhäuser am Hunoldsgraben, die Nr. 31 wieder mit halbem Aufzugsgiebel:



















      links im Bild verdeckt die ehem. Dominikanerkirche


      eines der bemerkenswertesten der erhaltenen Bürgerhäuser aus dem 17. Jh. ist Wintergasse 7, hier die zum Hunoldsgraben abfallende offene Rückseite, die Vorderseite zur Wintergasse eher unscheinbar, das sich südlich anschließende Gebäude auf seine Weise originell (die Rückseite auf dem vierten Bild im Hintergrund zu sehen)



      Soweit mal zum Lechviertel, weiter geht es mit der Dominikanerkirche
    • Rathausplatz vor 1944 (damals noch Ludwigsplatz):


      http://www.bildindex.de/bilder/MI03409a12a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/MI03409a12a.jpg
      Bildarchiv Foto Marburg


      und heute, Blickrichtung W bzw. NW

      der Platz wurde durch den Abriss der ausgebrannten Ruinen des Börsengebäudes auf der Südseite (auf der Vorkriegsaufnahme ganz links) deutlich vergrößert, im Bildvergleich dient der Neue Bau vorne rechts als Anhaltspunkt.
    • weitere Vorkriegsaufnahmen vom Rathausplatz (ehem. Ludwigsplatz)


      http://www.bildindex.de/bilder/mi04845e06a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/mi04845e06a.jpg


      http://www.bildindex.de/bilder/mi04845e07a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/mi04845e07a.jpg


      http://www.bildindex.de/bilder/mi03409c12a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/mi03409c12a.jpg


      http://www.bildindex.de/bilder/mi03409c14a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/mi03409c14a.jpg
      alles Bildarchiv Foto Marburg

      aktuell nochmals West- und Nordwestseite:




      die Ostseite des Platzes (2009, da passt das mit einem der schönsten Plätze nachwievor):


      nochmals zum Vergleich die Nordostecke mit dem im gegensatz zum links angeschnittenen Neuen Bau nicht wiederaufgebauten Bäckerzunfthaus:



      http://www.bildindex.de/bilder/MI03417a03a.jpg\r
      www.bildindex.de/bilder/MI03417a03a.jpg
      Bildarchiv Foto Marburg
    • Besonders hässlich ist dieser Platz ja nun auch nicht. Problematisch sind nur die beiden Gebäude links. Ansonsten besteht die Bebauung aus schöne Altbauten und angepasste Neubauten.
      Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker
    • Re: Augsburg - Rathausplatz

      Noch ein paar Anmerkungen zum Ludwigs- bzw. Rathausplatz:
      Die ausgebrannte Börsen-Ruine auf der Südseite des Ludwigsplatzes stand noch etliche Jahre und wurde nach 1945 behelfsmäßig genutzt. Im Juli 1949 erfolgte der Abbruch bis auf das Ladengebäude im Erdgeschoß. Die baldige Neubebauung war eigentlich bereits beschlossene Sache und die IHK plante ein Bürogebäude, "das durch seine schlichte Fassade die imposante Wirkung des uns erhalten gebliebenen Rathauses gegenüber noch steigern wird".
      Im September 1950 war der Augustusbrunnen wiederhergestellt, kehrte die 1940 abgebaute und verwahrte Augustusfigur auf den angestammten Platz zurück. Bereits 1950 stand der Flachdachbau auf der Westseite ("Bertele", der zweite links vom Neuen Bau), ansonsten herrschten Provisorien vor. Rathaus und Perlachturm waren wieder bereits weitgehend zumindest außen wiederhergestellt. Der 1876 veränderte Neue Bau von Elias Holl erstand bis 1950 wieder im ursprünglichen Zustand des 17. Jh. 1954 wird ein Wettbewerb zur Neubebauung des Börsenareals ausgerufen. 162 Architekten reichen Pläne ein. 1960 wird auch das Erdgeschoß der Börse noch abgebrochen und im August kauft die Stadtsparkasse den Grund zum Bau einer großzügigen neuen Zentrale. Im Oktober beginnen die Bauarbeiten, doch bei einem Bürgentscheid votieren 55056 Augsburger gegen eine Bebauung des Börsenareals. Dem schließt sich später auch der Stadtrat an. Der weite Platz soll vorläufig nicht neu bebaut werden. Der neue, deutlich größere Rathausplatz wird schließlich 1963 gepflastert, im Dezember findet dort auch der Christkindlesmarkt erstmals statt.
    • "Treppenwitz":
      Auf dem nachfolgenden Bild von Rathausplatz sieht man wenige Meter südlich des Augustusbrunnens einige Kinder oder Jugendliche auf dem Boden sitzen, darunter eines mit einer gelben Jacke. Ungefähr an dieser Stelle steht auf dem Boden geschrieben auch ein Spruch, so sinngemäß, dass man genau hier am Mittelpunkt der Welt steht (vielleicht auch nicht ganz so großspurig) oder an einem der schönsten Plätze dieser Welt oder so ähnlich.

      Kein Wiederaufbau der Börse:
      Die heutige Größe des Rathausplatzes war in der Tat ursprünglich nicht vorgesehen. Jeder weiß aber, dass diese Größe notwendig ist, um das Rathaus zur Geltung kommen zu lassen und der Weihnachtsmarkt, der auf einem Teil des Platzes stattfindet, ist ja auch immer total eng. Daher ist eine Bebauung auf lange Sicht völlig undenkbar geworden.
    • "Zeno" schrieb:

      Jeder weiß aber, dass diese Größe notwendig ist, um das Rathaus zur Geltung kommen zu lassen

      Also ich weiß das nicht. Wie gesagt, hat mir die Situation vor Ort nicht zugesagt - die beiden grandiosen Bauten standen an einem Platz, der ein wenig bezugslos "parallel" existierte. Die Interaktion zwischen Platzgefüge und Repräsentationsbauten war gestört. Und dank Markus weiß ich jetzt, warum. :zwinkern:
      Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
      Jesus ist mein Herr und Retter!
    • Warum ist das Bäckerzunfthaus denn nicht wiederaufgebaut worden, nachdem man sonst fast alle bedeutenden Werke von Elias Holl mustergültig wiederhergerichtet hat? Wenn ich diese Kiste an der Stelle da heute sehe, weiß ich nicht, ob ich brechen oder heulen soll...
    • Danke für die vielen Bilder, Markus. Das ist bereits jetzt die beste Augsburg-Galerie im Netz, die ich kenne.

      Walter Henkels schrieb in dem Augsburg-Band der Reihe "Merian: Städte und Landschaften - Eine Monographienreihe" den Aufsatz "Nach der Walpurgisnacht", in dem es heißt:

      "[url schrieb:

      http://www.archive.org/stream/augsburg00hamb/augsburg00hamb_djvu.txt[/url]"]Es war, für die goldene Stadt, eine exemplarische
      Walpurgisnacht, und der Stadtchronist hat in Zahlen
      festgehalten, was bei zwei Angriffen an einem Tage
      auf sie niedersauste: 2450 Sprengbomben, 45 000
      Phosphorbomben, 1200 Flüssigkeitsbomben, 250 000
      Stabbrandbomben, 10 Blitzlichtbomben, 20 Leucht-
      bomben, 4 Zielmarkierungsbomben, die letzteren,
      wenn wir uns erinnern wollen, schön und bildhaft
      „Ghristbäume" genannt. Am schwersten wurde das
      Krankenhausviertel, dann das Jakoberviertel und
      die Innenstadt bis zum Dom getroffen.
      In einer nahezu zweitausendjährigen Geschichte
      hatte die Stadt eine solche Zerstörung noch nicht er-
      lebt, obwohl sie besser davonkam als zum Beispiel
      Würzburg und Nürnberg. In Schutt und Asche
      sanken das Weiserhaus, das Höchstetterhaus, das
      Weidenbachhaus, das Fuggerschlößchen (Konserva-
      torium), das Schaurhaus, das Kröll- und Hillhaus,
      das Kutscher- und Gehrhaus und die Jakobskirche.
      Vollkommen ausgebrannt waren Elias Holls be-
      rühmtes Rathaus, der Perlachturm und das Hotel
      „Drei Mohren"; ausgebrannt die Moritz-, die Bar-
      füßer-, die Heilige-Kreuz-, die St. -Stephan- und die
      Maxkirche, das Stadttheater, das Jakobertor und
      zum Teil die Fuggerei, ungezählte herrliche Bürger-
      häuser dazu.
      Es war wohl wie ein böser Aphoris-
      mus, wie ein höhnischer, schauriger, .absurder Nekro-
      log, als am Tage danach an einem Lichtspieltheater
      der Film angepries^ wurde: „Zum Leben verur-
      teilt". Oder war es das große Komische, was hier
      waltete? Es war schon eine echte und rechte Wal-
      purgisnacht gewesen, die da herniedergekommen
      war.

      Der rot hervorgehobene Teil liest sich wie eine Hauptverlustliste für die bürgerliche Profanarchitektur der Stadt. Die schwersten Verluste sind wohl die bereits erwähnten: das Schaurhaus, das Bäckerzunfthaus, das Höchstetterhaus und das Welserhaus - das wären wohl die allerersten Rekonstruktionswunschkandidaten. Der Barockfreund wird sicherlich auch das Hotel "Drei Mohren" aus dem Jahr 1723 in der Maximilianstraße vermissen, welches abgerissen wurde, obwohl noch viel nach dem Krieg davon stand. Das Kröll- und Hillhaus, das Kutscher- und Gehrhaus und das Weidenbachhaus kenne ich dagegen leider gar nicht einmal.

      Bei der Westseite des Rathausplatzes würde mich interessieren, wie viel Altbau sich hinter der grauen Rasterfassade des Hauses mit dem Stufengiebel auf der Brandmauer noch verbirgt. Der Rathausplatz wäre für Rekonstruktionsvorhaben ebenfalls prioritär, da er zentral gelegen ist und sich mit etwas gutem Willen schnell komplettieren ließe. Auf die Börse kann ich jedoch sehr gut verzichten - nur ihr Fehlen schafft wenigstens einen weiträumigeren Platz in der Stadt.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Annastraße 19

      "Georg Friedrich" schrieb:


      [...] Das Kröll- und Hillhaus [...] kenne ich dagegen leider gar nicht einmal. [...]

      Kannst Du auch gar nicht kennen 8), weil es nämlich Kröll-und-Nill-Haus (also mit N) heißt (steht in der Quelle http://www.archive.org/stream/augsburg00hamb/augsburg00hamb_djvu.txt\r
      www.archive.org/stream/augsburg0 ... b_djvu.txt bereits fehlerhaft) und von diesem einstigen Haus der Fugger 1944 nur zwei Portale übrigblieben. Das eine der beiden Portale habe ich kürzlich fotografiert. Ich kann es beitragen, wenn Markus' wunderbare Galerie es nicht ohnehin vorsieht. Das Haus wurde vorbildlich wiederaufgebaut.


      Philippine-Welser-Straße 6

      "Georg Friedrich" schrieb:


      [...] Bei der Westseite des Rathausplatzes würde mich interessieren, wie viel Altbau sich hinter der grauen Rasterfassade des Hauses mit dem Stufengiebel auf der Brandmauer noch verbirgt. [...]
    • "Zeno" schrieb:

      Das eine der beiden Portale habe ich kürzlich fotografiert. Ich kann es beitragen, wenn Markus' wunderbare Galerie es nicht ohnehin vorsieht. Das Haus wurde vorbildlich wiederaufgebaut.


      nur zu, bis ich bei der vorgesehenen weiteren Reihenfolge dort angelangt bin ist wahrscheinlich Weihnachten oder Ostern eh vorbei...Vorbildlich? Nun ja.
    • @ Georg Friedrich

      erstmal danke für das Kompliment und den Walpurgisnacht-Aufsatz. Wenn alles normal läuft, kommt noch sehr viel zu Augsburg von mir.
      Das klassizistische Schlösschen, in dem das Leopold-Mozart-Konservatorium vorher untergebracht war, lag irgendwo im Kreuzviertel (Nähe Hl. Kreuz). Da verbrannte 1944 u.a. die wertvolle Musikbücherei. Weidenbachhaus, Kutscher- und Gehrhaus sagen mir auch nichts, mal sehen ob sich dazu was findet.
      Das graue Haus am Markt sollte ein völliger Nachkriegsbau sein, wobei unmittelbar nach 1945 wohl erst ein dem links anschließenden ähnliches stand und dieses auch noch mal ausgetauscht wurde. Auf einer Aufnahme von vor 1949 stand davon nur noch bischen Erdgeschoß. Das links folgende weiß angestrichene mit dem roten Dach überstand eigentlich 1944, wurde aber offenbar vor einigen Jahren verändert, vielleicht kann Zeno dazu noch etwas sagen.
    • "RMA" schrieb:

      Warum ist das Bäckerzunfthaus denn nicht wiederaufgebaut worden, nachdem man sonst fast alle bedeutenden Werke von Elias Holl mustergültig wiederhergerichtet hat? Wenn ich diese Kiste an der Stelle da heute sehe, weiß ich nicht, ob ich brechen oder heulen soll...


      letzteres geht mir genauso. Immerhin hat tatsächlich das meiste und wichtigste der Elias-Holl-Bauten 1944 überstanden bzw. ist danach wiederaufgebaut worden. Das gerade dieses Gebäude nicht dazugehört ist sehr bitter. Im Buch Bayerische Baudenkmäler im 2. Weltkrieg steht dazu: "1944 ausgebrannt, um 1950 wegen Verbreiterung der Straße Am Perlachberg abgebrochen." Bilde mir aber ein, irgendwo gelesen zu haben, das 1945 das Haus noch einen Volltreffer abbekam (?)


      Im übrigen wäre es auch ganz interessant was sich im Depot der Städt. Kunstsammlungen noch so alles an diversen geretteten Fragmenten befindet. So sollen ja dort z.B. vom Hummelhaus (P.-Welser-Str. 14) noch geringe Reste der Fassade mit der einzigartigen Renaissancebemalung vorhanden sein.
    • Annastraße 19, Kröll-und-Nill-Haus

      Bild 813


      Bild 814



      Philippine-Welser-Straße 8

      "Markus" schrieb:

      Das [...] weiß angestrichene mit dem roten Dach überstand eigentlich 1944, wurde aber offenbar vor einigen Jahren verändert, vielleicht kann Zeno dazu noch etwas sagen.

      Ja, kann ich. Das Haus war in der Denkmalliste von 1986 wie folgt beschrieben:
      Bürgerhaus, dreigeschossiger Traufseitbau, im Kern 16./17. Jh.

      Gemeinsam mit dem schon jahrelang ungepflegten Haus Annastraße 11, das ebenfalls denkmalgeschützt war, wurde es so Ende 80er-, Anfang 90er-Jahre abgebrochen und neu erbaut. Während mich das bei Annastraße 11 nicht so sehr überraschte, war es doch ungewohnt, an der Westseite des Rathausplatzes eine aktuelle Neubebauung vorzufinden.