Wiederaufbau der Garnisonkirche

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    • Ich möchte mal kurz zum besten geben, wie sich die Fördergesellschaft Garnisonkirche den konkreten Wiederaufbau vorstellt:

      War noch vor kurzem angedacht, einfach ein Stahl-/Betonding mit Steinummantelung hinzugießen, stellt sich die Rekonstruktion nun in punkto Qualität in die Tradition der Frauenkirche! Das wird eine sehr schöne Sache. Ich kann es kaum erwarten, "Üb`immer Treu und Redlichkeit" in wohlbekannter Papagenomelodie wieder über den Dächern Potsdams zu hören. :D


      Zum Bau der Garnisonkirche

      Wiederaufbau – modern oder historisch getreu?

      Die Fundamente der Kirche sind überwiegend erhalten und damit als Bodendenkmal der Grund für das Wiederaufbauprojekt. Die Sichtachsenbezogenheit innerhalb der Potsdamer Kulturlandschaft (UNESCO-Welterbe) kann nur auf diese Weise wiedergewonnen werden. Eine „Verschiebung“ beim Wiederaufbau ist deshalb abzulehnen.
      Wie neuentstandene Bauten in Potsdam belegen, kann „moderne“, funktionale Architektur eine Stadtbild-Heilung nicht leisten. Die bewusste Verfremdung der Garnisonkirche wäre willkürlich und führte zu keiner gültigen Lösung sondern karikierte die ursprüngliche Bauidee.

      Die vorhandenen Quellen erlauben eine Rekonstruktion des gesamten Äußeren in der historischen Form, in historischer Bauweise und mit adäquatem Material. Eine solche materialgerechte Herstellung in alten Handwerkstechniken schließt die Anwendung einer zu ummantelnden Stahlbetonkonstruktion aus, wie sie zeitweise erwogen wurde.

      Der Wiederaufbau kann für die Schaffung von Arbeitsplätzen und als Lehrbaustelle zum Vermitteln und Erlernen alter Handwerkstechniken genutzt werden – auch dies ein Versöhnungszeichen in unserer Zeit.

      Vorstellungen zum Wiederaufbau

      Rekonstruktion des Äußeren: Die Bauidee Philipp Gerlachs ist von so hohem architektonischen Rang, dass nur eine weitestgehend form- und materialgerechte Rekonstruktion infrage kommt. Eine moderne Version des Bauwerkes als „Platzhalter“ scheidet aus, denn sie könnte weder die Heilung des Potsdamer Stadtzentrums bewirken, noch den Symbolgehalt nachvollziehbar machen.

      Turmnutzung: Die heutigen Baunormen erfordern es, im Turm zwei Treppen mit direktem Ausgang nach außen zu schaffen. Sie können innerhalb der Turmpfeiler ihren Platz finden, ebenso Sanitärräume und ein Aufzug. Die früheren beiden Treppenhäuser neben dem Turm, drei Ebenen im Mittelteil des Turmes und der Bodenraum über dem Kirchenschiff stehen somit neuen Nutzungen zur Verfügung, z.B. für Ausstellungen.

      Glockenspiel: Das von der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel gestiftete neue Glockenspiel sollte wieder in der Turmlaterne seinen Platz finden. Möglicherweise kann eine mechanische Bedienung über einen Stockenspieltisch wiederhergestellt werden.

      Geläut: Das schwingende Geläut war eine späte Zutat von 1939 und kann, muß aber nicht zwingend rekonstruiert werden. Ein neues Geläut sollte unter Verwendung der beiden 1950 gegossenen Bronzeglocken zusammengestellt werden.

      Nutzung West- und Ostflügel: Die ehemaligen Treppenhäuser können in vier Etagen mit zusammen etwa 400 m² Grundfläche ausgebaut werden. Die neue inhaltliche Bestimmung könnte sich in seinem inneren Ausbau widerspiegeln, der dann barrierefrei und mit moderner Technik zu gestalten wäre.

      Wiederaufbau des Kirchenschiffes: Da das Äußere der Kirche in der historischen Form von 1730/35 wiederhergestellt werden soll, muss auch der Innenraum dem Zustand von 1732 angenähert werden. Hierzu gehört die Querausrichtung des Raumes und die Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel an der Turmseite übereinander. Der neubarocke Zustand von 1898 sollte nicht rekonstruiert werden, weil hierdurch eine bauliche Entwicklung suggeriert würde, die der zu errichtende Neubau nicht durchgemacht hat.

      Der Ausbau der Emporenbereiche zu beiden Seiten der Kanzel für zusätzliche Nutzungen ist denkbar. Unter Berücksichtigung der heutigen bautechnischen Auflagen sind maximal 2.500 Plätze, bei Ausbau der Südemporen 2.000 Plätze zu erzielen.

      Erkennbarkeit als Neubau: Um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um den Ursprungsbau handelt, kann im Kircheninneren auf den militärischen Schmuck verzichtet werden, ohne die Gesamtwirkung zu beeinträchtigen. Zugleich wird damit klargestellt, dass es sich nicht mehr um eine Militärkirche handelt.


      Altar: Der erhaltene Feldaltar als wichtige Verbindung zur Vergangenheit soll wieder aufgestellt und mit Kruzifix und Leuchterpaar aus der Zeit der Union 1817 geschmückt werden.

      Kanzel: Eine Rekonstruktion des Kanzel-Gruft-Baues dürfte wegen mangelhafter Unterlagen und immenser Kosten vorerst nicht realisierbar sein. Hier könnte eine Gestaltung Platz finden, die Bezug nimmt auf die Formensprache des historischen Erscheinungsbildes und zugleich auf die Geschichte des Hauses.

      Orgel: Die Rekonstruktion der Wagner-Orgel ist technisch möglich und soll angestrebt werden. In der Potsdamer Orgellandschaft fehlt ein solches Instrument; zugleich böte sich die Möglichkeit, anhand einer wiedergewonnenen dreimanualigen Wagner-Orgel (eine solche blieb nicht erhalten) die Klangvorstellungen des Meisters nachzuvollziehen.

      Noch ein paar schöne Bilder zur Gemütssteigerung:


      Quelle: http://home.snafu.de/l.moeller/\r
      home.snafu.de/l.moeller/


      Quelle: http://www.klemund-potsdam.de\r
      www.klemund-potsdam.de

      Bereits wieder da! Gespendet durch die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel.

      Quelle: http://www.klemund-potsdam.de\r
      www.klemund-potsdam.de

      Der Akt der Barbarei, festgehalten in einer illegalen Photographie!

      Quelle: http://www.klemund-potsdam.de\r
      www.klemund-potsdam.de
    • Es geht los!

      Presseartikel aus den Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 8.1.2005

      "Initialzündung erwartet"

      2005 wichtiges Jahr für Projekt Garnisonkirche


      Der Vorsitzende des Fördervereins für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, Hans P. Rheinheimer, hat die „sensible Einstellung gegenüber den Erwartungen der Spender“ als eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen des Wiederaufbaus der Barockkirche bezeichnet. Die potenziellen Spender hätten dabei vor allem die Erwartung, „dass ein konfliktfreies Projekt vorgestellt wird“, sagte der Vereinsvorsitzende gestern den PNN. Es müsse der „Konsens aller Beteiligten“ hergestellt werden, „Klarheit über Architektur und Inhalt bestehen“. Rheinheimer: „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass genau dies gelingen wird.“ Das Nutzungskonzept, das auf der Frühjahrssynode der evangelischen Kirche erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll, werde sich klar an den Beschlüssen der Kirche orientieren. Rheinheimer: „Es wird auch Versöhnungsarbeit stattfinden.“ Das Konzept werde aber nicht nur definieren, was in der Kirche geschieht, sondern auch, wie der Innenraum gestaltet sein wird. Der Förderverein habe vorgeschlagen, die Kirchengestaltung an der „vorwilhelminischen, streng puritanischen Architektur vor 1898“ auszurichten.

      Rheinheimer zog eine positive Bilanz der Arbeit des Fördervereins, der am 15. Januar des vergangenen Jahres mit dem „Ruf aus Potsdam“ für eine weltweite Spendenaktion zum Wiederaufbau der 1968 gesprengten Kriegsruine erstmals an die Öffentlichkeit trat. Im ersten Jahr habe man sich nicht der Illusion hingegeben, viel Geld einzunehmen. Dafür habe es viel zu viel Arbeit auf anderen Feldern gegeben. Zudem „kann man nicht mit einem nicht enddefinierten Projekt an Spender herantreten“, sagte Rheinheimer. Daher komme der Vorstellung des Nutzungskonzeptes eine große Bedeutung zu. Das inhaltliche Konzept und auch die symbolische Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Kirche am 14. April – dem 60. Jahrestag des Bombenangriffs auf Potsdam am Ende des Zweiten Weltkrieges – müssten zur Initialzündung für die Spendensammlung werden, sagte der Vereinsvorsitzende. Überhaupt sei 2005 von immenser Bedeutung für das 50-Millionen-Projekt. Neben der Vorbereitung der Sammelaktion zählten die Gewinnung neuer Vereinsmitglieder und prominenter Unterstützer, die Gründung der Stiftung – die Bauherr und Eigentümer des Kirchennachbaus werden soll – und die Erarbeitung eines Architektur-Stufenplans zu den wichtigsten Aufgaben. Geplant sei, an der Stelle der symbolischen Grundsteinlegung mit der Fundamentfreilegung zu beginnen. Diese kann allerdings nicht vollständig stattfinden, weil sich auf einem Teil der Grundfläche ein Rechenzentrum befindet, dessen Mietvertrag erst 2007 ausläuft. Wie Rheinheimer weiter sagte, soll bis zum Frühsommer in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule eine 3-D-Simulation entstehen, auf deren Grundlage dann die Detailarchitektur entwickelt werden soll.
    • Ich denke dass die Garnisonskirche auf jedenfall kommen wird, da sie auch nach der Rekonstruktion ja immer noch als das genutzt werden kann, wozu sie ursprünglich da war!
      Ausserdem stellte sie wie die Frauenkirche in Dreseden ein Symbol dar!
    • Streit überschattet Grundsteinlegung für Garnisonkirche

      "Zwei Monate vor der geplanten Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) aus der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel ausgetreten. Schönbohm bleibe jedoch weiter gemeinsam mit Landesbischof Wolfgang Huber und dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) Schirmherr der vor einem Jahr gegründeten Initiative "Ruf aus Potsdam", die sich, wie auch die Traditionsgemeinschaft dafür einsetzt, die Kirche wieder aufzubauen, teilte das Innenministerium mit.


      Die Traditionsgemeinschaft um den früheren Oberstleutnant Max Klaar sammelt seit Jahren Spenden für die Wiedererrichtung der im Zweiten Weltkrieg beschädigten und zu DDR-Zeiten gesprengten Kirche, lehnt aber deren künftige Funktion als internationales Versöhnungszentrum ab. Klaar, dessen Organisation bereits sechs Millionen Euro zusammengetragen hat, besteht darauf, daß die Kirche ausschließlich in ihrer alten Funktion als Gotteshaus genutzt wird. Andernfalls stünden die Spendengelder nicht zur Verfügung. Über das künftige Konzept soll im April die Potsdamer Kreissynode endgültig entscheiden. Wegen der kompromißlosen Haltung Klaars hatten bereits einige Mitglieder die Traditionsgemeinschaft verlassen und sich dem "Ruf aus Potsdam" angeschlossen.

      Die Wiedererrichtung der Garnisonkirche, die als Symbol des alten Preußen gilt, soll am 14. April, dem Jahrestag der Bombardierung Potsdams durch die Engländer, beginnen. Die Baukosten werden auf etwa 70 Millionen Euro geschätzt. Woher das Geld für den Wiederaufbau kommen soll, ist derzeit noch unklar. Die evangelische Landeskirche hat 400 000 Euro für das Projekt bereitgestellt
      ."
      [...]


      Quelle:

      morgenpost.berlin1.de/content/…6/brandenburg/735228.html
    • Klaar, dessen Organisation bereits sechs Millionen Euro zusammengetragen hat, besteht darauf, daß die Kirche ausschließlich in ihrer alten Funktion als Gotteshaus genutzt wird
      .

      Das wäre ja auch wohl das einzig Angemessene!
      Was ist daran, eine Kirche ausschließlich als Kirche zu nutzen, denn so schlimm, dass man gleich einen Konkurrenzverein aufmachen muss?
      Und vor allem: was hat der Vorsitzende der EKD daran auszusetzen? Die Evangelen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren :kopfschuetteln:

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein katholischer Bischof oder Kardinal Schirmherr eines Vereins würde, der zum Ziel hat, dass eine Kirche außer als Kirche noch als was-weiß-ich-was genutzt werden kann.
    • Naja, es gibt noch genug Kirchen in Potsdam, für bestimmt nicht genug Mitglieder. Andererseit, wenn die Reko von diesem Streit abhängt, dann soll man doch ruhig wieder eine Kirche draus machen...Vielleicht kommt man ja noch zu einer Einsicht...

      Ich weiß sowieso nicht, was genau so ein "Versönungszentrum" sein soll...? Sollen sich da verstrittene Ehepaare u.ä. in den Armen liegen oder was? Dafür ließe sich doch dann bestimmt noch ein anderes Gebäude finden.
    • Am 14. April wird der Grundstein für den Turm gelegt....

      Da das Fundament des Turmes noch vorhanden und tragfähig sei, soll ein 1,50 Meter hoher Eingangsbogen der Heilig-Kreuz-Kapelle als erster sichtbarer Teil vom Wiederaufbau künden. Das Segment gehört zum Innern des Turms und befand sich hinter dem Haupteingang. In eine der Säulen wird die Grundsteinkapsel eingemauert. Inzwischen bildete die Fördergesellschaft mehrere Arbeitsgruppen, so für den baulichen Teil, denen unter anderen Rüdiger Patzschke, der mit seinem Bruder das Hotel Adlon entwarf, sowie Andreas Kitschke, Jürgen Stich und Bernd Redlich angehören. Die Ausführung übernahm die Firma Baudenkmalpflege Roland Schulze, deren Handwerker unter anderem das Fortunaportal aufbauten. Rheinheimer flog gestern nach Washington, um dort einen Freundeskreis zu gründen. In Warschau und anderen Städten gibt es solche Kreise bereits, sagte er. Die Gründung der Stiftung komme voran.


      Quelle: morgenpost.berlin1.de/content/…4/brandenburg/738846.html
    • Evangelische Kirche in Potsdam legt Nutzungskonzept für Neubau der Garnisonkirche vor


      morgenpost.berlin1.de/content/…1/brandenburg/740451.html

      Auszug mit meiner Meinung nach negativen Inhalten:

      Eine neue, modern gestaltete Kapelle ist bereits während der Bauphase im Eingangsbereich geplant.

      Das Nutzungskonzept sieht eine "weitgehend originalgetreue Wiederherstellung" der 1732 eingeweihten Barockkirche in ihrer "ursprünglich-schlichten calvinistischen Gestalt" vor. Die "widersprüchliche Geschichte" der Kirche, die am 21. März 1933 von den Nationalsozialisten zur Eröffnung des Reichstages genutzt wurde, soll durch eine "gestalterische Neuinterpretation" wie etwa eine Lichtinstallation aufgenommen werden.

      Für Teile der Außenfassade werde ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben, der die jüngere Geschichte der berühmtesten Kirche Potsdams thematisieren soll.
    • "Gestalterische Neuinterpretation! - da muss das alte Interieur wieder her: mitsamt saemtlichen Flaggen & Beutestuecken - ein nationales Baudenkmal a la Invalidendom, das endlich mal die glorreichen Apsekte preussendeutscher Vergangenheit herauskehrt...kann diese Nagelkreuz-wetzenden, versoehnungsphrasen-faselnden, linksfaschistoid-ignoranten selbsternannten Volkserzieher einfach nicht mehr ertragen... so moege sich denn die Erde auftun und sie alle hinunterwuergen...
      „Ein Volk, das von seiner Geschichte sich trennt, und wenn ihm Schmach auf der Stirne brennt, wird von Gott von der Tafel gelöscht.“ - Otto von Bismarck
    • Themenwoche zum 14. April

      60 Jahre nach Angriff, Befreiung und Konferenz
      Themenwoche widmet sich dem 14. April 1945

      Die Stadt Potsdam hat sich in den nächsten Wochen und Monaten dreier besonderer Jahrestage zu stellen. Am 14. April jährt sich zum 60. Mal der Tag des Bombenangriffs auf Potsdam. Ebenfalls ist es 60 Jahre her, dass die Stadt von der Roten Armee von der Naziherrschaft befreit wurde. Weiterhin fand 1945 auf Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz statt. Die Stadt wird diese Ereignisse mit zahlreichen Veranstaltungen begehen. „Im Mittelpunkt steht dabei eine möglichst differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte“, erklärte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gestern bei der Vorstellung der Veranstaltungen.

      Eine zentrale Stellung nehme neben dem 8. Mai zweifellos der 14. April 1945 ein, so Jakobs. Eine spezielle Gedenkwoche vom 11. bis zum 15. April unter dem Titel „Der Zerstörung gedenken - Die Zukunft gestalten“ widmet sich diesem Tag.

      So werden am 11. April, in der Breiten Straße 7 ,ab 17 Uhr in einer Ausstellung Werke des Malers Christian Heinze sowie originale Bau- und Schmuckelemente der Garnisonkirche zu sehen sein. Hartmut Knitter, ein ehemaliger Mitarbeiter des Potsdam-Museums, hat sie aus den Trümmern der gesprengten Kirche bergen können. Am 12. April sind Zeitzeugen der Ereignisse vor 60 Jahren eingeladen, ab 18 Uhr im Theaterhaus Am Alten Markt Nachgeborenen von ihren Erfahrungen zu erzählen. Die Gesprächsleitung hat PNN-Chefredakteur Michael Erbach. Der Eintritt ist frei. Augenzeugen werden gebeten, sich vorab unter Tel.: (0331) 981 11 21 anzumelden.

      Am 13. April wird ab 18 Uhr im Potsdam-Museum, Benkertstraße 3, der Zeitzeuge Hans Werner Mihan, Autor des Buches „Die Nacht von Potsdam“, einen Dia-Vortrag über den Luftangriff am 14.April 1945 halten. Laut Hannes Wittenberg vom Potsdam-Museum kann durch eine Sparkassen-Spende eine Dokumentation Mihans und weiterer Autoren zur Bombennacht noch in diesem Jahr herausgegeben werden.

      Am 14. April, dem 60. Jahrestag des Bombenangriffs, wird feierlich um 16Uhr der Grundstein für den Wiederaufbau der Garnisonkirche gelegt.

      Bereits ab 10.30 Uhr am selben Tag lädt Hartmut Knitter zu einem Stadtrundgang zum Thema „Zerstörung und Wiederaufbau der Potsdamer Altstadt“ ein. Treffpunkt: Obelisk am Alten Markt.

      Im Heilig-Kreuz-Haus, Kiezstraße 10, beginnt um 17.30 Uhr ein Themenabend der evangelischen Studentengemeinde zur Zerstörung der Stadt. Dabei sind die Zeitzeugen Christiane Dietzel und Brigitte Dorst sowie Pfarrer Markus Schütte. Im Nikolaisaal findet ab 19 Uhr ein Konzert und ein Podiumsgespräch mit dem Zeitzeugen Aribert Reimann statt. In der Friedenskirche werden ab 21 Uhr der Opfer des Bombenangriffs gedacht, dem folgt eine musikalische Totenmesse.

      Am 15. April halten Andreas Kitschke und Markus Schütte in der IHK-Geschäftsstelle, Breite Straße 2a, einen Vortrag zum Thema „Die Garnisonkirche in Vergangenheit und Zukunft“.



      Versöhnung als Herausforderung der Zeit

      Evangelische Kirche legt präzisiertes Konzept für Gestalt und Nutzung der Garnisonkirche vor

      VOLKMAR KLEIN

      INNENSTADT Das erweiterte und präzisierte Nutzungskonzept für eine wieder aufgebaute Garnisonkirche ist gestern von der evangelischen Kirche vorgestellt worden. An den Grundaussagen des Ursprungskonzeptes von 2001 ändert sich nichts. Das Gotteshaus soll laut Superintendent Bertram Althausen offene Stadtteilkirche sein, "Symbolkirche" und Internationales Versöhnungszentrum.Konkretisiert wurden die architektonischen Abweichungen vom Original, die geschichtliche Brüche verdeutlichen sollen. Prinzipiell wird das Haus dem Vorbild der 1732 eingeweihten Barockkirche in ihrer "ursprünglich-schlichten calvinistischen Gestalt" folgen, heißt es im Konzept. Das Coventry-Nagelkreuz als Ausweis der Mitgliedschaft in der internationalen Versöhnungsgemeinschaft soll vor dem westlichen Turm-Treppenhaus auf der Freifläche zur Plantage stehen. Über dem Hauptportal will man die Inschrift ergänzen. Hier stand der Hinweis, Friedrich Wilhelm I. habe den Turm "nebst der Garnisonkirche zur Ehre Gottes" erbaut. Die Bleibuchstaben sind teils erhalten und werden wieder verwendet. Zusätzlich werde auf dem Architrav der Hinweis zu finden sein, dass die Kirche durch Bürgersinn "als Gotteshaus für Suchende und Glaubende" wieder errichtet wurde.Die einstigen Plastiken mit militärischen Motiven und Trophäen im Portalbereich der Schmuckfassade und an der Kanzelwand sollen nach künstlerischem Wettbewerb durch Elemente ersetzt werden, die für die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums stehen. Die im Original glatt verputzten Giebelfelder des Kirchenschiffs werden plastischen Schmuck tragen. Zeigen soll er Ereignisse aus der Geschichte der Garnisonkirche. Da der Osten theologisch positiv besetzt ist - Sonnenaufgang als Symbol der Wiederkehr Christus -, wird diese Seite hoffnungsvolle Momente wie die Einrichtung der Heilig-Kreuz-Kapelle 1950 und die Übergabe des Nagelkreuzes 2004 zeigen. Die Nordseite soll an das Edikt von Potsdam sowie die gleichberechtigte Nutzung der Kirche durch Lutheraner und Reformierte erinnern. Der Westgiebel soll den Tag von Potsdam, die zerstörte Stadt und die Sprengung der Kirchenruine 1968 zeigen. Eine Lichtinstallation wird jenen Teil der Kirche herausheben, der bis zur Sprengung stand. Das Glockenspiel aus "Üb' immer Treu' und Redlichkeit" und "Lobe den Herrn" soll der Choral "Gib Frieden, Herr, gib Frieden" ergänzen.Unter Versöhnungsarbeit verstehe man die "Annahme der Herausforderung unseres Glaubens durch die scheinbar unversöhnlichen Konflikte unserer Zeit", erläuterte Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz. Jährlich will die Kirche einen Versöhnungspreis ausloben. Gemeinsam mit dem Lepsius-Haus und anderen Partnern werde man ein Archiv- und Dokumentationszentrum für Versöhnungsarbeit einrichten. Neben "Brennpunkt-Gottesdiensten" zu aktuellen gesellschaftlichen Themen sieht das Konzept Streitgespräche zu Militärdienst, Kirchenasyl oder multikulturellem Leben vor. Das Haus werde ohne eigene Gemeinde sein und die Gottesdienste der Ortsgemeinden ergänzen. Auch "kirchenferne" Zielgruppen und Touristen wolle man ansprechen, sagte Althausen. Nunmehr lägen "positive Inhalte vor, mit denen man sich auseinandersetzen kann", sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs. Dagegen kritisierte die Wählergemeinschaft "Die Andere" den Plan einer "Militärkirche, von der die Waffen abgekratzt sind". Der Kirchenkreis Potsdam will am 9. April über das Konzept entscheiden, die Leitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am 15. April.




      Ich kann da nur den Kopf schütteln. Bleibt zu hoffen, daß sich die Fördergesellschaft dem nicht anschließt, v.a. was das Ersetzen der militärischen Darstellungen im Eingangsbereich angeht.
    • Ja zur ganzen Garnisonkirche

      Evangelische Kreissynode bestätigt Nutzungskonzept für Turm und Schiff

      PEER STRAUBE

      Fünf Tage vor der symbolischen Grundsteinlegung hat die evangelische Kirche den Weg für den Wiederaufbau der Garnisonkirche freigemacht. Am Sonnabend stimmten die Teilnehmer der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Potsdam in der Sternkirche mit überwältigender Mehrheit dem erweiterten Nutzungskonzept für das Gotteshaus zu. Es soll danach nunmehr mit Kirchenschiff als offene Stadtkirche, Symbolkirche und internationales Versöhnungszentrum dienen. Bei weitgehend originalgetreuem Aufbau soll es Brüche geben: Statt militärischen Figurenschmucks will man Kunstwerke, die auf die Versöhnungsbotschaft des Evangeliums hinweisen; das Glockenspiel wird ergänzt durch den Choral "Gib Frieden, Herr, gib Frieden"; im Inneren der Kirche wird es eine Nagelkreuzkapelle geben. Die Synode beauftragte den Kreiskirchenrat, mit den Gemeinden der Innenstadt die Auswirkungen eines zusätzlichen Gotteshauses auf die Kirchenarbeit zu beleuchten. Keine Mehrheit fand ein gemeinsamer Antrag der Heilig-Kreuz-Gemeinde und des Pfarrsprengels Potsdam-West, den Nutzungsbeschluss aufzuschieben und zunächst Gespräche mit den Innenstadtgemeinden - darunter die Erlöser-, Friedens- und Nikolaikirchgemeinde - über eine Einbindung ins Konzept zu führen.Der Entwurf traf nicht bei allen auf Begeisterung. So bemängelte Nikolaikirchenpfarrerin Susanne Weichenhan, man stoße nirgends "in spezifisches Neuland" vor. Die meisten Punkte seien auch an den vorhandenen Kirchen umsetzbar, sagte sie. Die Nikolai-Kirchenälteste Anja Kriebel ging mit dem Konzept noch härter ins Gericht. Eine Garnisonkirche ohne eigene Gemeinde sei "nicht tragbar". Sie vermisse zudem, dass das Gebäude "zuerst der Ehre Gottes" diene. Andere Kirchenvertreter äußerten Zweifel, dass man die Kapazitäten eines riesigen Kirchenschiffs mit bis zu 1500 Plätzen benötige. So wurde die Sorge laut, man habe am Ende "zwar einen schönen großen Raum, aber dafür keine Nutzung". Superintendent Bertram Althausen entgegnete, man habe "keinen Platz zu verschenken". Allein die "Aura" eines Kirchenraums wirke auf Menschen, die sonst kaum mit der Kirche in Kontakt kämen. Das Konzept einer Kirche ohne Gemeinde komme jungen Leuten entgegen, so Althausen. Heutzutage ließen sie sich oft nicht mehr in traditionelle Gemeindestrukturen einbinden. Daher müsse man einen Ort schaffen, wo Andacht in einer "Gemeinde auf Zeit" möglich sei, erklärte er. Jutta Erb-Rogg von der Kirchengemeinde Bornstedt lobte das Nutzungskonzept als "modern": "Jesus hat schließlich keine Gemeinden gegründet, sondern Gemeinschaft gestiftet."
    • Oh, da wird der Klaar aber toben...
      Kleiner Detailgedanke am Rande: Ist die Übernahme des von der TPG gestifteten Glockenspiels in den Turm überhaupt gesichert, auch wenn es mit der TPG bis zur Baudurchführung keine Einigung mehr geben sollte, oder muss u. U. auch noch das Glockenspiel ein zweites mal erstellt werden? Oder gehört das Glockenspiel rechtlich schon der Kirche bzw. der Stadt Potsdam?