Wien - Stadtentwicklung und Baugeschehen

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    • Re: Stadtentwicklung Wiens

      Ein lesenswerter, wenn auch, was einige Geschichtsdeutungen angeht, kritisch zu betrachtender Aufsatz von Elisabeth Lichtenberger über die Stadtentwicklung Wiens, der den Bogen vom Mittelalter bis ins späte 20. Jahrhundert spannt: Aufs Engste mit dem Schicksal der Habsburger verknüpft - Wien: Zwischen extremer Grenz- und Mittelpunktlage
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Stadtentwicklung Wiens

      ein ziemlich deftiger Artikel über die Zustände in Wien auf Telepolis:


      Teil 1: Einstürzende Altbauten
      Teil 2: Abstürzende Eilbauten
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Das nenne ich mal eine "Gürtelrose" für Wien. :augenrollen:

      Das Hotelprojekt Ibis Styles Wien City am Döblinger Gürtel ist für Denkmalschutzinitiativen ein "Grund zum Erbrechen". Ein Gründerzeitgebäude, das Teil eines "schützenswerten Ensembles" war, wurde abgerissen, um mehr Zimmer zu gewinnen - in einem Neubau, den Claus Süss, Vizevorstand der Initiative Denkmalschutz, als architektonische "Metastase" bezeichnet.[...]
      Ibis-Hotelprojekt bringt Denkmalschützer in Rage « WirtschaftsBlatt.at

      Kommentar:
      Totengräber des Wiener Gründerzeitflairs « WirtschaftsBlatt.at
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Exilwiener schrieb:

      ...naja, wir sparen bei der optischen Attrakivität - wie man beim Bild der vermutlich hässlichsten Oper der Welt sehen kann.

      Keine Sorge Bilderbuch, auch wir haben unsere Bauprojekte die zu Megalodonprohjten ausgeartet sind, Flughafen Wien, Stadthallenbad Wien und bald auch die Renovierung des Parlaments in Wien, bei dem die Sanierungskosten jetzt schon fast auf eine halbe Milliarde Euronen geschätzt werden. Allerdings ist unser Steuergeld in diesem herrlichen Hansen Bau vermutlich besser angelegt als in 5 Linzer Opernbalästen...

      dazu ein halbes Jahr alter Artikel:
      diepresse.com/home/politik/inn…-wird-500-Mio-Euro-kosten

      [...]
      Im Sommer 2008 gewinnt Heidl den Architektenwettbewerb zum Bau eines neuen Nationalratssitzungssaals. 17 Millionen Euro soll er kosten, und im kleinen Linzer Büro mit einer Handvoll Mitarbeiter knallen die Sektkorken.
      [...]
      Spätestens Ende 2009 war klar, dass das Parlament nicht nur einen neuen Plenarsaal braucht, sondern von Kopf bis Fuß saniert werden muss. Statt von 17 Millionen war plötzlich von 311 Millionen Euro die Rede.
      Als sich die Juristen bei den Kosten wieder einmal nicht auf einen Betrag einigen können, meint die Vorsitzende etwas ungeduldig: „Wir sind in derartigen Höhen, da spielen zehn Millionen keine Rolle.“ Es sind 260 bis 300 Mio. Euro netto, meinen die Vertreter der Parlamentsdirektion schließlich.Der Rechnungshof gehe in seinem jüngsten Bericht längst von mehr als 500 Millionen Euro aus, wirft Heidls Anwalt Stephan Heid ein.
      [...]
      Somit wäre auch dieser Punkt protokolliert. Tatsächlich scheinen 100 Millionen mehr oder weniger keine Rolle mehr zu spielen. [...]

      Auch wenns nicht lustig ist, beim lesen des Artikels musste ich lachen.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Der Jugendstil-Hofpavillon der Wiener Stadtbahn, erbaut 1899 von Otto Wagner, wird saniert und in den Originalzustand zurückgeführt.

      „Wir gehen auf den Originalputz zurück. Strahlend weiß, dazu das ganz dunkle Grün. Ein Bauwerk, das glänzen wird“, sagt Wehdorn. Der Innenraum ist weitgehend im Originalzustand. Auch er soll jetzt detailgetreu restauriert werden. Insgesamt investiert die Stadt 1,7 Millionen Euro in den Otto Wagner-Pavillon. "Das Museum der Stadt Wien wird hier versuchen, Touristinnen und Touristen anzulocken. Den Wienerinnen und Wienern soll ein völlig neuer Blick auf den Jugendstil ermöglicht werden“, sagt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

      wien.orf.at/news/stories/2595964/
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Hello, Vienna calling? Was passiert denn mal beispielsweise so in...Österreich?

      Jedenfalls wird an recht prominenter Stelle im 1. Bezirk ein Abbruch und Neubau erfolgen, wie in weltweit ausgestrahlten Medien berichtet wurde.

      Rathausstraße 1, das ab 1976 errichtete Amtshaus im Bannkreis des Wiener Rathauses, welches ein Rechenzentrum beherbergt, wird abgerissen.

      Bildquelle: Wikipedia, Benutzer "Buchhändler"

      Den vorgesehen Neubau in Glas-Messing-Optik kann man hier betrachten:
      wienerzeitung.at/nachrichten/w…trum-wird-abgerissen.html
      wien.orf.at/news/stories/2619949/
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Es scheint sich immer mehr zu bewahrheiten, daß die Bauten der zeitgenössischen Moderne nur 30-40 Jahre Lebenserwartung haben und dann bereits wieder als überholt gelten. Der Neubau setzt auf das gleiche architektonische Repertoire wie der Vorgänger und wird demnach wohl auch nicht länger existieren. Nachhaltig und ökonomisch ist sowas nicht.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Das Thema Abriss von Gründerzeithäusern ist ja auch in anderen Strängen hier im Forum gerade aktuell. Dass der Abriss von Gründerzeithäusern nicht unbedingt etwas mit der Einwohnerentwicklung zu tun hat, sieht man am aktuellen Wiener Zinshausmarktbericht von Otto Immobilen 2013 (siehe Bild). Wien soll in den kommenden Jahren um weitere 300.000 Einwohner zunehmen...ob das gut ist, sei einmal dahingestellt?

      Aber erschreckend ist die Anzahl der Häuser von vor 1945, die in den letzen Jahren in Wien abgerissen wurden!!!

      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • So, die Sau ist aus dem Sack gelassen...

      Wiens hässlichstes Plattenbauhotel, das Intercontinental, am Stadtpark wird leider nicht abgerissen, sondern wird im 70er Jahre "Stil" beklebt und bekommt noch einen steifen Penis anoperiert, der den Charme eines DDR Hochhauses versprüht!

      Wenn diese Bausünde am Stadtrand oder der Donauplatte stehe würde - Schwamm drüber, aber dieser Schandfleck steht umgeben von wundervoller Architektur (Stadtgartenamt, Palais Larisch, Konzerthaus, Akademisches Gymnasium, Kursalon und Otto Wagner Stadtbahnarchitektur)!!!

      Visualisierung:
      diepresse.com/home/panorama/wi…l-bleibt-73MeterBau-kommt

      Da Wien leider (noch immer) von einer selbstgefälligen sozialistischen Stadtverwaltung regiert wird, die Wien architektonisch in den 70er Jahren verhaftet sieht, wird sich so schnell nichts an den katastrophalen Stadtentwicklungen ändern. Wenigstens hat die UNESCO bereits angekündigt, Wien von der Welterbeliste zu streichen, wenn dieses Umgetüm - das wichtige Sichtachsen stört - gebaut werden sollte! Nach all den Altbau-Abrissen, die in den letzten Jahren verbrochen wurden und bereits weiter geplant sind (sic!), frage ich mich ohnedies, weshalb Wien noch immer auf dieser "Best of" Liste stehen darf? Karl Lueger, der sicherlich beliebteste und beste Bürgermeister Wiens aller Zeiten, der Wien einstmals zu einer der schönsten Millionenmetropolen der Welt entwickelte, würde sich im Grab umdrehen, wenn er sehen würde, was seine bemitleidenswerten Nachfolger mit dieser ehemaligen Märchenstadt angestellt haben :kopfwand: !

      Wenn man sich die Leserkommentare ansieht, dann hat man aber wenigstens das gefühl, dass die Bürger sich nicht mehr weiter veraxxxxen lassen:

      Das übliche erbärmliche Geschwätz der Bauklotz-Versteher.
      Da fehlt dann nur noch das unvermeidliche und immer zitierte "Spannungsfeld" zwischen Alt und Neu, der Brücke zwischen dem alten Stadtkern und der unglaublichen Lebendigkeit der Moderne......

      Unerträglich!



      schaut aus, wie die Sozialbauten in Bratislava (Petrzalka & Biskupice), nur halt neu



      McDonalds-Architektur
      Sie wie ein Big-Mac überall gleich schmeckt, könnten diese beiden Klötze in Paderborn, Lima oder in Harbin stehen. Der Architekt hat sich nicht das geringste für Wien überlegt (so wie Chipperfield: siehe die Wiener Kopie von Innsbruck). Einfallslose, monotone Architektur. In Berlin ist man schon weiter und baute das alte Stadtschloss wieder auf. Die Provinz Wien glaubt sich noch mit Stahl-Glas Bauten modern zeigen zu müssen, und merkt nicht, wie gewöhnlich dies heutzutage ist.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Exilwiener ()

    • Abriß und Neubau im BOKU-Viertel

      Das in der Peter-Jordan-Straße gelegene TÜWI (Türkenwirt), schräg gegenüber der altehrwürdigen BOKU (Universität für Bodenkultur) wird abgerissen werden. Ein leider in den vergangenen Jahrzehnten sehr vernachlässigter Gründerzeitler, der dem Verein für Kommunikation, Interaktion und Integration dient und als Haus der Studierenden genutzt wird:

      tuewi.action.at/de/node/10

      Anstelle dessen kommt ein gullimäßig vergitterter Kasten a la 60igerJahre hin, zwar mit mehr Raum und mulitfunktional von der BOKU genutzt, inklusive tiefer gelegtem Hörsaal, aber das gründerzeitliche Bokuviertel am wunderschönen Türkenschanzpark ist damit empfindlich gestört. Kenne die Ecke aus eigener Anschauung sehr gut! Typisch, angepaßtes Bauen scheint überhaupt kein Thema mehr zu sein.
      Schade drum, mein schönes Wien!

      nono:) disgust:)

      boku.ac.at/news/detailansicht/…05b8760a2969384d00bbdbdd2

      Damit es klarer wird, in welchem sensiblen Kontext hier modernistisch geklotzt werden soll:


      Hier das alte Bokuhauptgebäude Ecke Peter-Jordan-Str./Lineeplatz(Gregor-Mendel-Haus) in Neorenaissance ( gerade aufwändig in Restaurierung) mit kleiner Fotoserie!

      meinbezirk.at/wien-16-ottakrin…us-boku-wien-d808336.html

      Etwa in Höhe des Fotosstandpunktes links an der Straße soll das neue Gebäude gebaut werden:




      Und hier das weiter oberhalb stehende etwas jüngere Wilhelm-Exner-Haus in barockisierenden Jugendstilformen:





      Ein Überblick zu den Gebäuden der Boku:
      boku.ac.at/universitaetsleitun…emen/geschichte/gebaeude/

      Bildmaterial: eigene Fotos!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von SchortschiBähr ()

    • Danke für die Info. Sehr schade um den Altbau, und bei dem Neubau zieht´s einem ja alles zusammen. Zu dem tollen Bokuhauptgebäude, das ja eindrucksvoll frei steht, passt das ja gar nicht dazu, wahrscheinlich wird eben diese monumentale Wirkung des Baus, die durch das Freistehen und den großen Garten im gezeigten Bild erzeugt wird, empfindlich beschädigt...
    • Das ist wirklich traurig! Bis auf die Hotelfachschule in der selben Straße handelt es sich bei dieser Gegend um eines der schönsten Gründerzeitvillenviertel Wiens! Die roten Kulturbanausen schaffen es tatsächlich immer wieder in jeden unverschandelten Stadtteil ein Monster hinzupflanzen.

      Um unseren bundesdeutschen Brüdern das Problem etwas nachvollziehbarer zu machen: Dieses Projekt ist vergleichbar, als wenn man mitten am Weißen Hirsch in Dresden den Kulturpalast einpflocken würde oder die Humboldt Info Box an den Potsdamer Griebnitzsee...
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Bedauerlich um das TüWi-Gebäude. Es kommt keinesfalls optisch besseres nach, wie ich an den Visualisierungen sehe.

      Eine weitere schlechte Nachricht:


      Hauseinsturz in Wien
      Explosion durch Selbstmörder verursacht
      20min.ch/ausland/news/story/26866885

      Offenbar ein Gründerzeitler, oder? Ob dessen Fassade rekonstruiert wird? Zu wünschen wäre es allemal.
    • Denkmalwert ist gut...in Wien werden jedes Jahr ca. 200 Altbauten abgerissen (vom Gründerzeithaus. über das Biedermeierhaus bis zum Barockhaus). Allein bei mir um die Ecke wurden gerade zwei Gründerzeithäuser und ein Biedermeierhaus abgerissen. Vor allem die wirklich alten Häuser mit nur einem Stockwerk sind Ziel von Bauträger, weil die Häuser relativ günstig sind und man ein Vielfaches an Geschoßen herausholen kann. Die wenigsten Gebäude in Wien stehen unter Denkmalschutz - leider. Auch so manches Barockpalais - man glaubt es kaum.
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      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Ja, das ist mir im Abgleich mit den Wikipedia-Denkmallisten auch aufgefallen. Ich würde mal schätzen, dass nur ungefähr 25 % dessen, was wirklich denkmalwürdig ist, auch unter Denkmalschutz steht. Und da spreche ich jetzt nicht von irgendwelchen Zinshäusern der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern von den vielen im Kern sicher noch barocken Vorstadthäusern und biedermeierlichen Vorgründerzeitlern der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die es wohl selbst in Wien nicht mehr in Massen gibt.
    • Architekturhistorisch wohl kein großer Verlust bei dieser eher faden Fassade. Aber eine traurige Geschichte...
      Ich würde mal schätzen, dass nur ungefähr 25 % dessen, was wirklich denkmalwürdig ist, auch unter Denkmalschutz steht. Und da spreche ich jetzt nicht von irgendwelchen Zinshäusern der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, sondern von den vielen im Kern sicher noch barocken Vorstadthäusern und biedermeierlichen Vorgründerzeitlern der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die es wohl selbst in Wien nicht mehr in Massen gibt.
      In Wien steht es mit dem Denkmalschutz wohl noch besser als im restlichen Österreich. Das ist direkt schockierend, welche Gebäude keinerlei Schutz erhalten. Vom Großteil der gründerzeitlichen Zinshäuser über zahlreiche im Kern spätmittelalterliche Wohnhäuser (siehe z. B. Wilhelmsburg, dort sind die meisten Häuser in der Altstadt im Kern noch aus dem 15/16. Jh.) bis zu mittelalterlichen Wehrbauernhöfen und spätgotischen Troadkästen (z. B. Wartberg ob der Aist und Pregarten)... alles ohne Denkmalschutz. Sowas gäb´s in Deutschland nicht ;)