Jurahäuser im Altmühltal (Galerie)

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    • Wenn die Bilder halbswegs repräsentativ für die Region sind, sollte die allgemeine Entwicklung positiv sein. Viele Häuser scheinen erst kürzlich frisch saniert worden zu sein, andere sind eingerüstet. Sehr erfreulich ist natürlich ebenso, dass die Gemeinden das Problem leerstehender, verfallender Häuser erkannt haben - der bayerischen Politik ist dieses Thema ansonsten ja bis heute nicht selten völlig egal.

      Allerdings ist in meinen Augen abzusehen, dass selbst wenn große Fortschritte in Sachen Sanierung gemacht und viele Jurahäuser dauerhaft vom Abriss gerettet werden sollten, die für diese Landschaft charakteristischen Legschieferdächer mehr und mehr zugunsten einfacher, handelsüblicher Ziegeldächer verschwinden dürften. Offenbar lassen sich die alten Schieferplatten auf den Dächern schwer wiederverwenden (oder will man es einfach nicht?), während der Neukauf von ein paar Tonnen Schiefer pro Hausdach heute kaum mehr zu bezahlen ist.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • @Georg Friedrich
      lasst euch nicht täuschen, es wird leider immer noch viel zu viel abgerissen; gerade viel Bauten dem der Laie auf dem ersten Blick nicht mehr ansieht, das es sich um ein Jurahaus handelt und bei dem tatsächlich dem Betrachter viel Phantasie abgerungen wird und dem Besitzer noch mehr Geld fürs herrichten, ist der Weg zum Abrissbagger nicht weit; zumal viele Gebäude nicht in der Denkmalliste stehen

      bei den Sanierungen gibt es ein gespaltenes Bild:
      Wenn sich ein Liebhaber gefunden hat, oder Bürgervereine Geld in die Hand nehmen, kommt fast immer ein Glanzstück dabei heraus. Das ist jetzt meine These: bei Gebäuden die schon lange im Familienbesitz sind ist das Intresse an einer fachgerechten Sanierung weitaus geringer.

      Was auch bemerkenswert ist, dass die Öffentlichkeit vor der Sanierung immer von Schandfleck redet, der besser heut als morgen beseitigt werden sollte und nachher immer ein "ohhh" und "ahhh" "wie schön ist das geworden, dass hätte man nicht für möglich gehalten..." "...eine Bereicherung" hört, obwohl es mittlerweile so viele gute Beispiele für die Sanierung gibt, die aufzeigen könnten wie die Häuser im sanierten Zustand sich in wahre Perlen verwandeln können. Es fehlt absolut die Vorstellungskraft, was eine denkmalgerechte Sanierung alles bringen könnte...
      Aber sich mit dem eigenen baulichen Erbe auseinanderzusetzen ist in Zeiten von Fertighäusern und Baumarkt nicht gefragt. Viel Arbeit an Bewusstseinsförderung muss noch getan werden, um wirktlich ein Umdenken in der breiten Bevölkerung zu erreichen. Lobend will ich da den rührigen Jurahausverein erwähnen, der seit Jahren für die Sache kämpft und nicht müde wird Perspektiven aufzuzeigen und Fehlverhalten anzuprangern, obwohl das oft ein Kampf gegen die Windmühlen ist.

      Zum Thema Schieferplatten: also so weit ich das mitbekommen habe ist noch nie irgendwo das alte wiederverwendet worden; ich glaube das wäre viel zu aufwendig erst noch die wiederverwendbaren Platten herauszusuchen.
      Also wenn mich nicht alles täuscht, hat der Besitzer des Stadels (Beitrag 18; fünftes Bild) gesagt es lägen ca 13 Tonnen an Legschiefer auf dem Dach...


      Hinweisen möchte ich schon mal auf die Sendung
      "Schlicht und einfach - Jurahäuser im Altmühltal"

      Viel Arbeit, Zeit und Liebe: Schlicht und einfach - Jurahäuser im Altmühltal | Unter unserem Himmel | Bayerisches Fernsehen | BR
      Faszination Altmühltal: Jurahäuser und archäologische Schätze | Wege & Ziele | Bayern | BR

      die am Freitag, 16.09.2011 um 11:00 in BR-alpha wiederholt wird; wirklich sehenswert! :wink:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • Danke für die Darstellung der hochinterssanten Hauslandschaft. Die Beschäftigung damit ist aber definitiv nichts für zarte Gemüter. Einiges von dem gezeigten ist mir auch recht vertraut, da ich dort regelmäßig unterwegs bin, Eibwang zb war mir aber völlig unbekannt.

      Das unter Ort vergessen nach der Kirche abgebildete Fachwerkhaus ist auch in Erlingshofen.
    • @Markus
      Danke für den Hinweis!
      Auch ich entdecke immer wieder neue Flecken die ich so noch nicht kannte... was kleine Touren durch das Altmühltal und drumherum durchaus immer wieder spannend machen...

      @Zeno wenn ich mich recht erinnere waren es zwar ältere Häuser, aber keine die das Ortsbild entscheidend geprägt haben (sofern dies positiv in diesem Siedlungsbrei überhaupt noch möglich ist) in einem war - glaub ich - noch eine verlassene Döner- oder sonstige Imbissbude...

      Wer übrigens ein paar Euros locker machen will kann bei Weißenburg ein komplett saniertes Haus erwerben :cool: :

      Verkauf Jurahaus / Bauernhaus / Anwesen bei Weißenburg / Altmühltal: Historisches Bauernhaus, wunderschön renoviert!
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Wildenstein bei Dietfurt/Opf.

      Schloss:






      irgendwie könnte ich mir dieses Haus auch gut in Süd-England vorstellen:









      entstellt:



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    • Breitenbrunn:





























      rund um den Unteren Markt:





      frisch gebaut und sehr sensibel in der Architektur:








      Stattliche Geschäftshäuser, keine Jurahäuser, das rechte wird gerade von der Gemeinde saniert:



      von der anderen Seite (zwischen Hauptgebäude und Werkstatt war früher ein Steg):









      Rund um den Unteren Markt in Breitenbrunn gibt es eine ganze Reihe erhaltener Jurahäuser, die - denkmalgerecht saniert - ein unglaubliches Ensemble bilden würden und wohl zu den schönsten Ortsbildern in diesem Gebiet gehören würden ... aber: hätte, wäre, könnte... :augenrollen:

      Parleithen:

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    • Dietfurt/Opf.:





      Gasthof Stirzer:


      im Hinterhof:




      Innenaufnahmen finden sich auf der Webseite:
      Über den Stirzer

      interessant auch: auf der einen Seite mit Legschiefer gedeckt, auf der anderen mit Zwicktaschen:








      zum Teil sind die alten Häuser ziehmlich entstellt:


      aber es gibt auch sehr positve Beispiele:














      das Rathaus:




































      Um dieses Haus im Besitz der Stadt wird gestritten, ob es saniert oder abgerissen werden soll; der Bürgermeister ist dafür




      bei diesem vorbildlich sanierten Haus handelt es sich nicht um ein Jurahaus:













      Museum im Hollerhaus:
      Museum im Hollerhaus - Dietfurt an der Altmühl
      Museum in Dietfurt im Altmühltal







      Stadtmauer mit Stadtpfarrkirche:
















      Alles in allem gibt es in Dietfurt noch recht viele Jurahäuser, die allerdings meistens kein Dach aus Kalkplatten mehr haben und oft zum letzten mal in den 60er/70er unsachgemäß hergerichtet worden sind, was auch negativ auffällt.

      weitere Bilder hat baukunst-nbg 2006 eingestellt:
      Reise durch die Oberpfalz - Seite 3 - Süd - Architectura Pro Homine
      Darauf sieht man auch noch den Zustand bevor die Hauptstraße saniert und gepflastert worden ist.
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    • Neues Leben in altem Gemäuer

      Bild: Neues Leben in altem Gemäuer . Eichstätt Eichstätt (fmz) Eine Plastikplane flattert im Wind, Holzlatten türmen sich in einer Ecke, Werkzeug liegt am Boden verteilt: Im Inneren des mächtigen Jurastadels in der Eichstätter Antonistraße wird derzeit fleißig gearbeitet, denn bereits in wenigen Tagen soll das ehemals stark sanierungsbedürftige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert in neuem Glanz erstrahlen.

      Eichstätt (fmz) Eine Plastikplane flattert im Wind, Holzlatten türmen sich in einer Ecke, Werkzeug liegt am Boden verteilt: Im Inneren des mächtigen Jurastadels in der Eichstätter Antonistraße wird derzeit fleißig gearbeitet, denn bereits in wenigen Tagen soll das ehemals stark sanierungsbedürftige Gebäude aus dem 18. Jahrhundert in neuem Glanz erstrahlen.


      Eichstätt: Sanierungsarbeiten am Pfarrzehentstadel in der Antonistraße stehen kurz vor dem Abschluss
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • Die großartige Dokumentation von Dieter Wieland über die Jurahäuser ist nun auch auf Youtube zu sehen:

      Bayerische Hauslandschaften Jurahäuser im Altmühltal Dieter Wieland,1995

      Es sind Häuser, die man eher in einem Mittelmeerdorf vermutet: mit dicken Mauern aus hellgrauen Kalksteinplatten, darauf "wie ein dicker Schuppenpanzer" ein schweres, flachwinkliges Schieferdach. Die Jurahäuser im Altmühltal - ein einzigartiger Haustyp, in einem engbegrenzten Landstrich zwischen Treuchtlingen und Kelheim. Hier findet man den in dünnen Platten abgelagerten "Solnhofer Jurakalk". Jahrhundertelang wurden daraus Häuser gebaut, überaus stabil und von schlichter Schönheit "als hätte sie ein Bildhauer hier hergestellt", schwärmt Dieter Wieland.

      In den 1950er und 1960er Jahren gab es noch ganze Dörfer in diesem Baustil. Obwohl Heimatvereine und Künstler damals für ihren Erhalt plädierten, findet man heute nur noch vereinzelte Gebäude und die oft gezielt vernachlässigt, um eine Abbruchgenehmigung zu erwirken. Denn Plattenmauern und -dächer sind für einen Umbau schlecht geeignet, weil sie "schieben". Seit 1980 gibt es zwar ein Sonderprogramm für den Erhalt der Jurahäuser mit Zuschüssen vom Bayerischen Kultusministerium, dem Bezirk Oberbayern und dem Landkreis Eichstätt. Doch 1993 genehmigte eben jenes Landratsamt Eichstätt 120 Abbrüche, während über das Sonderprogramms jährlich nur etwa fünf bis sechs Gebäude und 15 Dächer saniert werden können.

      "Und dann wundern wir uns, warum die Dörfer so dürftig und so langweilig werden und jammern um staatliche Hilfen und Förderprogramme und dann kommt so ein armer Dorferneuerungsarchitekt und soll all diese tausend gewünschten Hässlichkeiten wieder aus der Welt schaffen, pflanzt einen dorfgerechten Baum und dekoriert die Fertiggaragen mit alten Straßenpflastern aus Böhmen und aus Wien und wir alle zahlen diese hilflose Kosmetik mit Steuergeldern" - Zitat Dieter Wieland.


      Quelle: Jurahäuser im Altmühltal | Unter unserem Himmel | Bayerischer Rundfunk
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    • Vor einigen Monaten wurde vom Stadtrat in Dietfurt die Renovierung des sogenannten 'Stoklossa'-Anwesens abgelehnt. :sad: Der Bürgermeister war übrigens ein leidenschaftlicher Fürsprecher trotz Millionenaufwand.

      Es handelt sich dabei um dieses Gebäude:
      (rechts:)





      (Klostergasse 5, 92345 Dietfurt)

      weitere Infos und Bilder:
      Stoklossa-Haus: Ewiger Streit um altes Gebäude

      immer noch nichts begriffen hat anscheinend Ottonormalbürger :kopfschuetteln:
      Umdenken bei Stoklossa

      Mittelbayerische Zeitung - Das „Stoklossa-Haus“ spaltet Bürgermeister und Stadträte

      Stoklosser-Haus soll erhalten bleiben :: Homepage - Region - Neumarkt :: Mittelbayerische Zeitung :: www.mittelbayerische.de

      Dietfurt: Stocklossa-Haus in Dietfurt: Sanierung abgelehnt

      Die Entscheidung fiel mit zehn Stimmen für eine Sanierung und elf dagegen denkbar knapp aus. Lediglich die drei Stadträte der SPD waren sich einig, dass es am besten sei, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude nicht mehr zu sanieren. Bei den anderen Fraktionen gab es sowohl Gegner als auch Befürworter.
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    • zur Vollständigkeit halber hier noch der Verweis auf den Beitrag zum Abbruch des "Thomasbauernhofes" (war ebenfalls ein Jurahaus) in Kinding den Zeno dankenswerterweise :smile: eingestellt hat:
      Kinding
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    • Ach ja, das liebliche Bayerland mit seinen so traditionsverbundenen Menschen, die noch dazu so auffallend viel südländisch-italienische Leichtigkeit versprühen... Wenn sie nur wüssten, welcher Teil Deutschlands heute am ehesten dem negativen Klischee des knausrigen, bieder-verklemmten Deutschen entspricht, dem die eigenen kulturellen Werte nichts bedeuten und für den nur Arbeit und Wirtschaft zählen. Wirtschaftlich mag man so durchaus sehr erfolgreich sein, der Rest muss dagegen auf der Strecke bleiben.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Mühlheim (Gemeinde Mörnsheim)

      Ein hübsches Jurahäuschen, sogar noch mit Kalkplattendach, ist dieses Austragshaus aus dem 18. Jh., zur Kronmühle bei Mühlheim im Gailachtal (Nebental der Altmühl) gehörig:





      In Mühlheim gibt es auch noch eine ältere Brücke über die Gailach aus Kalksteinmauerwerk

      Am Hang blieb diese Gebäudegruppe aus dem 18. Jh. erhalten (Schaudistr. 1 und 3), das linke vor kurzem saniert, beide Häuser ehemals mit Kalkplattendach:


      Gailachtal und Steinbrüche oberhalb von Mörnsheim:
    • besser spät als nie: @Markus Vielen Dank für deine Stimmungsvollen Bilder!

      in Mörnsheim war ich letzten Dezember, und ich muss sagen, so idyllisch der Ort immer Sommer ist, im Winter möchte ich dort nicht wohnen... man wähnt sich am Ende der Welt und durch die Tallage geht dort die Sonne sehr früh unter, dazu kommen noch ettliche unsanierte Häuser im Ortskern... wirkte etwas depressiv auf mich...

      das hier ist übrigens das Haus, dass ich in meinem Beitrag im Beilngries Strang erwähnt habe:


      im Beitrag des BR wird ein Foto des Vorzustandes gezeigt und ein kleines Interview mit dem Hausbesitzer:
      Denkmäler ohne Schutz?: Der Kampf um die Jurahäuser | Schwaben & Altbayern | Bayerisches Fernsehen | Fernsehen | BR.de
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    • und wieder einmal vom BR:
      Bauen und Abreißen im Altmühltal
      Wie viel Heimat steckt in einem Haus?

      Toskana-Häuser, griechische Säulenportale oder gesichtslose Einheitsarchitektur: Bayern scheint seine regionalen Bautraditionen zu verlieren. Dabei kann so viel schöne Heimat in einem Haus stecken, ob alt oder neu gebaut.
      [...]
      br.de/fernsehen/bayerisches-fe…tage/heimat-haus-100.html

      Leider wurde die Sendung bisher weder in die BR-Mediathek noch in der ARD-Mediathek eingestellt.
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    • In Eichstätt ist im Oktober das Jurahaus-Museum eröffnet worden:

      Häuser auf der Roten Liste

      Jurahaus-Museum in Eichstätt

      Ein Haustyp stirbt aus: Das Jurahaus. Und ein Verein springt ein: Der "Jurahausverein". Er eröffnet am 10. Oktober in Eichstätt sein Museum.

      Bericht über das Museum:
      br.de/mediathek/video/sendunge…useum-rote-liste-100.html

      Bilderreihe:
      br.de/nachrichten/oberbayern/i…g-jurahausmuseum-122.html

      ein weiterer Bericht:
      Heimatgeschichten: Jurahäuser
      br.de/mediathek/video/sendunge…hten-jurahaeuser-100.html
      hier wird auch nochmal kurz dieses Haus in in Engelgrösdorf thematisiert, für das es mittlerweile 5 nach 12 ist:





      und dieses Haus in Dietfurt, Hauptstraße 12:


      und hier nochmals der Film von Dieter Wieland aus dem Jahr 1995, der gestern in ARD-alpha lief:
      Topographie:
      Bayerische Hauslandschaften: Jurahäuser im Altmühltal
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    • Pfalzgraf schrieb:

      Der BR zeigt morgen um 20:15 Uhr unter dem Titel: "Wie viel Heimat steckt in einem Haus"

      Danke für den Tipp, das war eine sehr interessante Sendung. Was mir nicht bekannt war, dass auch eine Vielzahl neuer Gebäude in der Tradition des Jurahauses errichtet werden/wurden. Sehr schön, wenn dies in Neubaugebieten geschieht und hierfür keine Altbausubstanz geopfert wird.
    • Ich kann jetzt nur von Eichstätt sprechen und dort hat sich in den vergangen Jahren wirklich viel getan. Ich wohnte selbst von 2009 bis 2015 in der Stadt und habe miterlebt, dass viele alte, heruntergekommene Gebäude saniert wurden. Da sich die Uni direkt neben der Altstadt befindet, sind auch die Altstadtwohnungen äußerst nachgefragt und es herrscht ein wirklicher Kampf am Wohnungsmarkt. Als ich im April auszog und meine Wohnung in Facebook stellte hatte ich binnen 1 Stunde 37 Bewerber. Deshalb verstehe ich auch nicht warum dieses Scharfrichterhaus oder der Zwinger nicht saniert wird. Vielleicht ist das aber auch nur ein Wohlstandsproblem, denn der Landkreis Eichstätt führt seit Jahren das Ranking der niedrigsten Arbeitslosigkeit Deutschlands an. Ich glaube manchen ist das einfach zu viel Aufwand so ein Gebäude zu sanieren und wenn man dann Studenten als Mieter hat, ziehen diese auch nach ca. 3 Jahren wieder aus und die Wohnung dann neu zu vermieten ist schon ein morz Aufwand :rolleyes:
      Aber das mit den Neubauten am Seidelkreuz im Jurahausstil war etwas übertrieben. Dort habe ich von 2009 bis 2011 gewohnt und schön ist es da oben nicht wirklich. Da hat sich der BR eben ein paar wirkliche "Schmankerl" rausgepickt aber das Gesamtbild lässt zu wünschen übrig. Zumindest ist das meine Meinung.
      Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.
    • Ja der Tenor der Sendung ist schon sehr rosig gezeichnet. Der Altbestand wird im ganzen Altmühlgebiet aufs Jahr gesehen immer noch im Dutzend abgerissen (wenns reicht) und bei den Neubauten gehören insgesamt gesehen bestimmt keine 40% dem Jurastil an und manche, die als solche bezeichnet werden, sind schon arg frei interpretiert, wo man sich schon fragt wo die Beziehung zur Tradition (sowohl in Form als auch Materialauswahl) noch gegeben ist. Diese erinnern dann eher an diesen grauenhaften 60er Jahre Allerweltsstil (bei so einem einfachen Haus wie dem Jurahaus ist es ein sehr schmaler Grat zwischen gelungen oder nicht gelungen bei der Neuinterpretation)... Nichtsdestotrotz gibts bei uns (ich komm aus dem Altmühltal) aber in der Richtung trotzdem wenigstens etwas Bewusstsein... in manchen anderen Gegenden (und da braucht man gar nicht weit außerhalb des Jurahausgebiets fahren) schauts in Richtung regionaler Baukultur noch viel schlimmer aus... Da weiß man gar nicht was das bedeutet...

      Zum gepriesenen Gemeindezentrum in Wettstetten (und hier) kann man sagen, das es durchaus sehr wertig gebaut worden ist. In einem intakten Dorf würde es sich bestimmt gut machen und sein gestalterischen Qualitäten auch zur Geltung bringen (obwohl man da auch einiges kritisieren kann), aber auch in Wettstetten sind bis auf ganz wenige Ausnahmen die alten Höfe abgeräumt. Der Ortskern ist wie bei so vielen anderen Dörfern hier geprägt von diesen spießigen 60er/70er Jahre Kisten (schön hier rechts zu sehen). Es wirkt nicht mehr - ganz im Gegenteil, bei mir verstärkt es eher das Unbehagen, das einem ob der zerstörten Ortsbilder befällt. Um einen modernistisch geprägten Kontrapunkt setzen zu können braucht man eben die alte Umgebung - nur die gibt es eben nicht mehr. In wenigen Jahren wird es daher ebenso abgestanden, schal und geschmäcklerisch wirken wie so manch ein Architekten-Erguss der 70er (an die mich das Ensemble ein wenig erinnert).

      An den Moderator: Vielleicht sollte man einen eigenen Faden für diese Thema eröffnen?
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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