Jurahäuser im Altmühltal (Galerie)

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    • Jurahäuser im Altmühltal (Galerie)

      Heute will ich mal ein paar fotos von den so genannten Jurhäusern im Altmühltal posten
      Die Jurahäuser bilden eine Hauslandschaft von europäischem Rang und sind entlang der Altmühl, und etwa bis zu 30km links und rechts davon zu finden. Die Besonderheit ist das Steindach, dass mit Legschiefer gedeckt ist. Leider sind sie heute "vom aussterben bedroht", denn vor allem in den 60er 70er und 80er Jahren aber auch bis heute sind diese wertvollen Häuser en masse abgerissen worden.
      Anfang der 80er haben sich deswegen einige engagierte Bürger zusammengetan und den Jurahausverein gegründet, als lobby für die Häuser:

      Jurahausverein

      weitere Infos:

      Jurahaus – Wikipedia

      Stadthäuser in Beilngries:








      (eingefügt 06.09.11)


      (eingefügt 06.09.11)


      (eingefügt 06.09.11)



      Wirtschaftsgebäude noch zum Teil mit Zwicktaschen gedeckt:



      Hirschberg:





      Neubau im Jurastil (ohne Steindach):



      Haunstetten:

      (eingefügt 07.09.11)

      Neubau mit typischen Merkmalen:

      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)

      also wenn der Schein nicht trügt würde ich sagen, dass dieses Haus aus den 50ern ist und somit eines der letzten "alten" Jurahäusern:

      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)

      Neubau:

      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)

      ebenfalls ein - sehr gelungener - Neubau (leider wurde für dieses vor einigen Jahren ein altes Haus mit Legschiefereindeckung abgerissen):

      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)




      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 07.09.11)


      (eingefügt 12.09.2011)


      (eingefügt 12.09.2011)

      in Denkendorf:










      (eingefügt 06.09.11)


      (eingefügt 06.09.11)

      Schönbrunn bei Denkendorf:


      (eingefügt 12.09.2011)

      Dörndorf:




      (eingefügt 06.09.11)

      Zandt:


      (eingefügt 12.09.2011)


      (eingefügt 12.09.2011)


      (eingefügt 12.09.2011)


      (eingefügt 06.09.11)



      PS: Die Bilder stammen vom Winter '06

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Salve

      Was für stimmungsvolle Bilder, die Häuser haben trotz Sanierung/Renovierung ihre Würde bewahrt und sind nicht mit Baumarktprodukten kaputtgewerkelt worden.
      Allein wie nett die Doppelgarage auf dem letzten Bild mit den freundlichen Holztüren, obwohl es kein Stall ist, sondern ein Gehäuse für Motorpferde, wirkt der Anbau sehr harmonisch.
      Es geht also, wenn man sich nur bemüht.
      Habe mir auch gerade ein historisches Haus gekauft, aus dem Jahre 1938, in drei Wochen ist Einzug und ich freue mich jetzt schon aufs Herrichten, Fensterläden werden noch angebracht, die Terrasse wird von den Waschbetonplatten befreit und letztere werden durch Natursteine ersetzt werden. Juchu!

      Ars aedificandi
    • @thommystyle™

      Danke, dass du diese besondere Hauslandschaft im Forum vorgestellt hast. Ist v. a. in den Dörfern oder tatsächlich auch in den Kleinstädten massiv abgerissen worden? Die Situation in den Dörfern kenne ich nicht. Die Städte im Bereich der Altmühl machen meines Erachtens zumeist einen recht gut erhaltenen, kompakten Eindruck, der eher durch falsche Sanierung als durch Abriss gestört wird.


      "[url schrieb:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Jurahaus[/url]"]Da das Kalkplattendach sehr schwer ist – ein Quadratmeter wiegt zwischen 180 und 200 Kilogramm, – ist der Dachstuhl vergleichsweise massiv gestaltet.


      Sind die ursprünglichen Legschieferplatten tonnenweise und das möglichst zu akzeptablen Preisen heutzutage überhaupt noch zu beziehen? Auffallend ist ja, dass das Ziegeldach in der Region mittlerweile sehr heimisch geworden ist.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • @thommystyle Vielen Dank für dieses Thema! Das Jurahaus ist sehr faszinierend. Auch mir hat die Geschichte von der unbegrenzte Lebensdauer gefallen.

      Ich finde die (Klein-)Städte mit den Jurahäusern auch recht schön, aber es wird offenbar doch viel Wertvolles abgerissen. Gleichzeitig sind viele der Gebäude "modernisiert" worden, mit unpassenden Fenstern, Putz, Dachdeckung etc.

      Daß die Legschieferdeckung ziemlich teuer sein muß, kann ich mir vorstellen.

      Ach ja, hier hatte ich schon mal Dietfurt-Bilder gepostet, mit einem ziemlich heruntergekommenen Haus mit Schieferdach:

      aphforum.de/forum/viewtopic.ph…b5e7eebcbf839f809dc4d656e

      @ars aedificandi: Viel Glück beim Einzug, das bedeutet viel Zeit und Nerven, aber man wird belohnt.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Ich finde die (Klein-)Städte mit den Jurahäusern auch recht schön, aber es wird offenbar doch viel Wertvolles abgerissen. Gleichzeitig sind viele der Gebäude "modernisiert" worden, mit unpassenden Fenstern, Putz, Dachdeckung etc.

      Daß die Legschieferdeckung ziemlich teuer sein muß, kann ich mir vorstellen.


      Die ist tatsächlich ziemlich teuer, soweit ich weiß zahlt man dafür locker das doppelte einer normalen Ziegeldachdeckung. Wenn man im Landkreis Eichstätt sein Jurahaus stehen hat, gibts wenigstens noch Zuschüsse (sofern das Objekt auf der Denkmalliste steht) fürs Dach

      In der Tat sind sehr viele Jurahäuser abgerissen worden. Vor allem auf den Dörfern, wo früher teilweise bis auf die Dorfkirche alle Dächer mit Legschiefer eingedeckt waren, hat sich das Bild seit den 50ern dramatisch gewandelt. Das Problem ist, dass die Leute, die ein Jurahaus besitzen den idiellen Wert ihrer Häuser nicht erkennen. ("Oits Glump") Vor ungefähr zwei Jahren wurde ein bedeutsames Jurahaus trotz großzügig angebotender Fördermittel in einer Nacht-und Nebel-Aktion abgerissen.

      Der frühere Vorsitzende des Jurahausvereins, Peter Leuschner, sagte die Verluste kämen dem 30 Jährigen Krieg nahe.

      Es gibt aber auch Hoffnungsschimmer, zum Beispiel wurde in Kottingwörth nahe Beilngries ein Jurastadel vorbildlich von der Dorfgemeinschaft restauriert. Und auch Neubauten im Jurastil sieht man mittlerweile öfter.


      Hier ein Jura-Wirtshaus in Beilngries (vor einigen Jahren saniert) Ihr Gasthof Stern in Beilngries im Altmühltal – Reinkommen & Wohlfühlen :





      im Biergarten:


      Schuppen im Biergarten mit sogenannten Zwicktaschen (eine Sonderform des Legschiefers in Form von Bieberschwanzziegeln gebrochen)

























      Habe mir auch gerade ein historisches Haus gekauft, aus dem Jahre 1938, in drei Wochen ist Einzug und ich freue mich jetzt schon aufs Herrichten, Fensterläden werden noch angebracht, die Terrasse wird von den Waschbetonplatten befreit und letztere werden durch Natursteine ersetzt werden. Juchu!


      Viel Spaß dabei :)

      PS: im August werde ich mal eine größere Tour durchs Altmühltal machen, dann gibts mehr Bilder...

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ () aus folgendem Grund: Bilder ergänzt

    • Mir sind die Häuser zu kühl und abweisend. Etwas mehr Ornament, Liebe und Wärme darf es schon sein.

      dafür sind sie innen um so gemütlicher, und die hier gezeigten Fotos decken natürlich noch bei weitem nicht die ganze Bandbreite der Jurahäuser; Es gibt sie mit und ohne Fachwerk, als prächtige barocke Pfarrhäuser, als einfache Häuser für Tagelöhner oder dem Dorfhirten, als große Bauernhöfe mit mächtigen Stadel...

      Leider sind die Fachwerkhäuser in Bayern alle zugekleistert worden - vielleicht sollte man diese mal von ihrem Mehltau befreien !


      Stimmt, an vielen historischen (aber auch neueren Bauten) kleben diese hässlichen Eternit-Platten oder völlig unpassender Putz :übelkeit:
    • "Oliver" schrieb:

      Leider sind die Fachwerkhäuser in Bayern alle zugekleistert worden - vielleicht sollte man diese mal von ihrem Mehltau befreien !


      An der Altmühl gibt es zwar noch Fachwerkhäuser, aber ich würde das Gebiet nicht als Fachwerklandschaft beschreiben. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass dieser Landstrich direkt vor den Toren des fast vollkommen fachwerkfreien Oberbayerns liegt. Viele Bauten, wenn nicht gar die meisten Bauten dieser Region, waren seit jeher nüchterne Steinbauten, von denen einzelne vielleicht ein Fachwerkobergeschoss hatten.

      Tendenziell wird, sofern ich das richtig beurteilen kann, die Fachwerkbauweise seltener je weiter man in Deutschland nach Osten vordringt. Hessen quillt über vor Fachwerk, weite Teile Unterfrankens sind ebenfalls reich an Fachwerk, geht man allerdings weiter Richtung Süden und Osten nach Mittel- und Oberfranken wird der Fachwerkbau schon seltener. Man trifft nun sehr oft neben Fachwerkhäusern auf eine alte, bodenständige Steinbauweise (vgl. Rothenburg, Nürnberg, Coburg etc.). Verlässt man Franken gen Altbayern verschwindet der Fachwerkbau dann nahezu gänzlich. Ähnliche Phänomene lassen sich feststellen, wenn man andere Landschaften auf einer West-Ost-Schiene anhand ihres Fachwekbestands vergleicht: Hessen-Thüringen-Sachsen, Harz-Brandenburg, Niedersachsen-Holstein-Mecklenburg-Vorpommern - jedesmal sinkt der Fachwerkanteil im Stadtbild nach Osten hin ab. Selbst Ostschwaben hat klar weniger Fachwerkbauten als Westschwaben.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • so, hier weitere Bilder:

      Kinding:

      (eingefügt 06.09.11)





      Neubauten:






      (eingefügt 06.09.11)

      bei diesem bin ich mir nicht sicher:



      (eingfügt: 06.09.11)











      natürlich kein Jurahaus:



      (eingefügt 06.09.2011)

      Enkering:



      links gelungener Neubau:






      zugehöriger Stadel:

      (eingefügt 04.09.11)

      ebenfalls ein Neubau (wohl aus den 60ern später etwas an den Jura-Stil angepasst):


      die Kirche:


      Friedhof (Mauer mit Legschiefer; Leichenhaus mit Zwicktaschen):




      prächtiges barockes Haus:






      von der anderen Seite:

      (eingefügt 04.09.11)


      (eingefügt 05.09.11)

      Neubau mit Fachwerk:



      (eingefügt 06.09.11)

      Seitental:


      Schafhausen:











      Erlingshofen:

      typischer Neubau der vergagnenen Jahre in unserer Gegend (gibts Massenweise) mit Kirche:














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    • aufm Berg Euerwang:


      kein Jurahaus, trotzdem schön:






      Ziegelhof (Einödhof):


      Berletzhausen:


      Wachenzell:




      hier kann man auch übernachten Entdecken Sie das Jurahaus :






      noch seltener als das Jurahaus: diese Hofform war auch schon zu früheren Zeiten im Altmühlgebiet recht ungewöhnlich:






      Kapelle mit Legschieferdach:

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ () aus folgendem Grund: fehlende Bilder ergänzt

    • "Oliver" schrieb:

      Danke für die Bilder. Sind das eigentlich Wohnhäuser aus der Nachkriegszeit ?


      Die Häuser, zu denen ich "Neubau" geschrieben hab schon.
      Das vierte Bild im zehnten Beitrag der ersten Seite :biggrin: zeigt das Gemeindehaus von Kinding, ein ziemlich hässlicher Neubau aus den 50er oder 60er schätze ich, bei dem man versucht hat, es etwas an den Jurastil anzugleichen. Sonst kommen richtige Jurahäuser mit Legschieferdach aus der Nachkriegszeit sehr selten vor. Viele sind mehrere hundert Jahre alt.


      Die nächsten Bilder:

      in Titting:







      die Sparkasse im regionalen Stil:








      ein weiteres Jurahaus ist das Bräustüberl:
      Brauerei Gutmann | Bräustüberl, Titting
      Mit Römern und Rittern von Erlingshofen nach Titting - Beschreibung • Wanderung » Touren bei outdooractive.com


      Altdorf bei Titting:



      ehem. Pfarrhof


      ungewöhnliches Fachwerkhaus:




      ein weiterer, ziehmlich zerfallener Hof:





      Eibwang (in dem es nur zwei Bauernhöfe gibt):




      (eingefügt am 05.09.2011)



      von der anderen Seite:

      (eingefügt am 05.09.2011)

      zugehöriger Stadel:

      (eingefügt am 05.09.2011)

      Hier "Schloss" Eibwang, ein Edelsitz aus dem 14. Jahrhundert:





      (eingefügt am 05.09.2011)

      Nebengebäude:



      (eingefügt am 05.09.2011)

      Das Problem ist, dass es bei Neubauten keinen Zuschuss vom Landkreis für ein echtes Legschieferdach gibt, und bei Altbauten nur dann, wenn sie unter Denkmalschutz stehen. So ist ein Legschieferdach ungefähr doppelt so teuer wie ein Ziegeldach. Man sieht bei Neubauten im Jurastil oft ein graues Ziegeldach, was nach ein paar Jahren, wenn es Patina angesetzt hat, dem originalen Legschieferdach ähnlich ist.
      Dachsanierung: Besinnung auf das Wesentliche - Reportage - dach.de
      jurahaus-kainz.de/index.htm

      Ohne jetzt einen Generalverdacht gegen Besitzer aussprechen zu wollen, aber es gab und gibt oft Fälle, bei denen Besitzer die Häuser so lange verfallen lassen und auch nur kleinste Reperaturen vornehmen, bis nur noch der Abriss bleibt.


      Es kommt sicher die Zeit, da werden die Menschen
      den Verlust dieser Hauslandschaft bedauern.
      Man wird sich an Schönheiten und Vorzüge erinnern,
      und die vereinzelt noch bestehenden Jurahäuser bewundern.

      Und man wird den Kopf schütteln
      über die maßlose Arroganz der "Wegwerf-Gesellschaft",
      die im blinden Fortschrittsglauben
      das kulturelle Vermächtnis eines ganzen Landstrichs zerstörte.

      Josef Elfinger (1911 bis 1988), Architekt,

      Ehrenmitglied des Jurahaus-Vereins

      Quelle:Jurahausverein

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    • Schöne Bilder - und was Herr Elfinger da sagt, hat eigentlich für jegliche historische Architektur Bestand und Richtigkeit. Nur dass z. B. Fachwerk mengenmäßig schlicht noch nicht so vom Aussterben bedroht ist wie etwa die Jurahäuser.

      Und leider sind die Architekten an diesem Verfall ja auch nicht ganz unschuldig. Wer bringt denn seit den 50er Jahren den von Herrn Halbgott Mies van der Rohe propagierten International Style insbesondere in die deutschen Großstadtlandschaften ein, die dadurch, die Kriegsschäden noch subtrahiert, ihre regionalen Bezüge völlig verloren haben?
    • und wieder wird ein altes Jurahus abgerissen:

      donaukurier.de/lokales/ingolst…it-Getoese;art599,2396928

      Bild:

      donaukurier.de/_/tools/picview.html?_CMELEM=1998977

      [...] Das frühere Schulmeisterhaus [...] ist laut Christian Süppel "nicht in der Denkmalliste eingetragen". Somit habe das Landratsamt
      Eichstätt keine Handhabe hinsichtlich eines möglichen Erhalts. [...] wurden in dem Haus seit dem 15. Jahrhundert Kinder unterrichtet.
      Ende des 19. Jahrhunderts zog die Marktverwaltung in das gemeindeeigene Haus. Bis 1957 tagte der Marktrat in dem uralten Gebäude.
      Darin waren in der Folgezeit ein Gemischtwarengeschäft (Kaufhaus Werner) und bis 2008 eine Gaststätte untergebracht.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Ein Trauerspiel und offenbar nicht der erste Vorfall dieser Art in letzter Zeit.

      Das Ende der früheren Gemeindekanzlei

      Kösching (frj/khh) Das ehemalige Schulmeisterhaus am Ende der Oberen Marktstraße/Ecke Heinrichsgraben soll demnächst abgerissen werden und einem Wohn- und Geschäftshaus weichen. Mit dem Jurahaus, an dem der Zahn der Zeit arg nagte, verschwindet wieder [sic!] ein Stück alten Köschings. [...]

      Quelle: donaukurier.de/lokales/ingolst…ndekanzlei;art599,2391685

      Wann wird den Verantwortlichen in unseren Denkmalbehörden endlich einleuchten, dass ein Schutzstatus für Vorkriegsgebäude in Altstadt- und Dorfzentrumsbereichen mehr oder weniger automatisch für praktisch sämtliche Objekte erteilt werden muss und zwar auch für einzeln betrachtet regional unbedeutende Profanbauten und aus Erwägungen bezüglich des Stadtbilds genauso für stark veränderte, ausgekernte Gebäude?! :wuetenspringen: Die bis heute vorherrschenden Abwägungsprozesse, die Einzelbauten in ihrem regionalen Kontext betrachten und das örtliche Ensemble nicht im Blick haben, gepaart mit einem ausgeprägten Substanzfetischismus, der dazu führt, dass unsachgemäß veränderte Gebäude schnell von der Denkmalliste gestrichen bzw. nicht aufgenommen werden, haben eine fatale Wirkung.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Ein paar Bilder aus dem Altmühltal:

      Badanhausen:

      01/2006...


      ...und vier Jahre später:
      das Dach musste durch das Landratsamt notgesichert werden, der Stadel wurde abgerissen






      im selben Ort auch zwei restaurierte Häuser:



      01/2006

      im inneren des Stadels von 1616:




      Unteremmendorf:
      vorbildhaft hergerichtet:


      hier gibt es noch einiges zu tun:














      rechts ein sehr gelungener Neubau


      Engelgrösdorf:












      Kipfenberg:




      Jurahaus ohne Steindach:






      in Grösdorf:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • Ich habe die vorangegangen Beiträge noch ergänzt mit weiteren Bildern und ein paar Informationen.

      Zusätzlich hier noch zwei weitere Galerien zum Thema Jurahaus mit sehr sehenswerten Bildern:

      TILIUS: Jurahaus-Bildarchiv

      Startseite - Jurahäuser in Schwaben
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

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    • Um die abstrakte Sache mal etwas persönlicher zu gestalten möchte ich mal zu dem Interview mit Marlies Mayer verweisen,
      die ein Jurahaus vorbildlich renoviert hat:

      Eichstätt-Klartext - Mein Jurahaus

      dazu noch ein Video:

      Eichstätt-Klartext - Ein Jurahaus im Werden

      Dann möchte ich noch auf das Projekt "In-Wertsetzung der Jurahäuser " (Jurahausprojekt - Altmühltal - Naturpark Altmühltal)
      hinweisen, das nun endlich gestartet ist.

      Dabei sollen in den nächsten drei Jahren in den teilnehmenden Gemeinden die leerstehenden Jurahäuser erfasst werden (ob Denkmalgeschützt oder nicht) und Nutzungsmöglichkeiten für touristische Zwecke aufgezeigt werden.
      Auf der rechten Seite der Projektseite finden sich einige Präsentationen mit näheren Informationen.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller