Landshut

    • Landshut an der Isar

      Nachfolgend möchte ich Landshut etwas ausführlicher vorstellen, eine altbayrische Residenzstadt an der Isar, die ihr Stadtbild weitgehend bewahrt hat.
      Gegründet wurde Landshut von Herzog Ludwig dem Kelheimer, dem 2. Wittelsbacher auf dem bayerischen Herzogthron, 1204 zu Füßen der Burg zwischen Steilhang und Isar. Der älteste Stadtkern lag im südlichen Teil des langgestreckten Straßenmarktes, der auch heute noch Altstadt heißt, um die Martinskirche herum. Nördlich an der Isarbrücke das Heiliggeistspital. 1231 Gründung der Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal am linken Isarufer. Mehrere Stadterweiterungen im 13. und 14. Jahrhundert (Neustadt und Freyung im Osten, Dreifaltigkeitsplatz und Alte Bergstraße im Süden, Fischersiedlung auf der Isarinsel "Zwischen den Brücken").
      Durch mehrere Teilungen des Wittelsbachischen Erbes wurde Landshut immer wieder Hauptstadt eines niederbayerischen Teilherzogtums. Blütezeit war das 15. Jahrhundert unter den 3 "Reichen Herzögen" Heinrich, Ludwig und Georg. Für letzteren und die polnische Königstochter Jadwiga wurde 1475 die berühmte Landshuter Fürstenhochzeit ausgerichtet, die seit 1903 immer wieder nachgespielt wird. Die ohne männliche Erben gebliebene Ehe aus dieser Heirat führte zum Landshuter Erbfolgekrieg. Danach war Landshut zweite Residenz der Wittelsbacher nach München und verlor zunehmend an Bedeutung. Im 2. Weltkrieg weitgehend unzerstört geblieben, ist es heute Regierungssitz von Niederbayern und hat etwa 60000 Einwohner.

      Die folgenden Aufnahmen stammen vom 04.02.2007.
      Bei Gelegenheit stelle ich evtl. noch einige eingescannte Dias aus früheren Jahren und anderen Jahreszeiten dazu.

      Da ich hier +/- neu und mit dem Bilderreinsetzen noch nicht vertraut bin, habe ich die Bilder mal auf dem eigenen Server hochgeladen.



      Teil 1

      Zu Beginn des Stadtrundganges einige Stadtübersichten von der südlich oberhalb gelegenen Burg Trausnitz:




      alles überragend: die Stadtpfarrkirche St. Martin und Kastulus, heutiger Bau um 1385 begonnen, der Turm um 1500 vollendet (133m hoch).
      Zum Vergleich: bildindex.de/bilder/MI01904e13b.jpg


      es folgen Wohnhäuser am Dreifaltigkeitsplatz am Fuße des Schloßberges, hinterhalb verläuft die Stadtmauer:








      die Bebauung im Bereich Ländgasse, Altstadt und Nahensteig:



      links vorne der Hofkasten, dahinter das Hirschstetterhaus, im Hintergrund Karstadt und Isar, rechts hinten die hohen Traufseithäuser des ehem. Landschaftshauses und ehem. herzoglichen Kanzlei, vorne Wohnhäuser am Nahensteig





      der Eckbau mit den beidseitigen Fingergiebeln und dem für Landshut untypischen Eckerker stammt vom Ende des 19. Jh.





      Detail des weltweit höchsten Backsteinturmes




      Spitalkirche Hl. Geist, ein weiterer Backsteinbau (1407-61)



      Stadtpfarrkirche und Neustadt, am rechten Rand der Chor der Jesuitenkirche


      es folgt der Straßenmarkt Neustadt zwischen Jesuiten- (vorne rechts) und Ursulinenkirche, N-S-verlaufend entstanden im Zuge der Stadterweiterung in der 2. H. des 13. Jh. mit geschlossener Giebelhausreihung:







      Blickrichtung NO zur Freyung (Stadterweiterung 1338) mit der Stadtpfarrkirche St. Jodok, ein dritter Kirchenbau des 14. Jh. in Backstein:




      Weitere Stadtübersichten vom Aussichtspunkt "Schanzl" unmittelbar östlich der Burg Trausnitz:




      nochmals Richtung St. Jodok, vorne das ehem. Franziskanerkloster, von dem nur ein kleiner Teil (v.a. der äußere Kreuzgang) die Säkularisation überstand. Anstelle der frühgotischen Klosterkirche heute ein 6-stöckiges Wohnhaus



      mitte links das ehem. Dominikanerkloster (heute Regierung von Niederbayern) mit der 1386 geweihten Klosterkirche (innen barockisiert), hinter den beiden Kirchen Finanz- und Justizgebäude sowie Schulen





      Wohnhäuser an der Freyung



      Neustadt


      Blick über die Bebauung zwischen den beiden Straßenmärkten Alt- und Neustadt hinweg zur Heiliggeistkirche (rechts am Rand), hinten links jenseits der Isar die Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal:





      Sog. Herzogskasten (ehem. Getreidespeicher) an der Steckengasse



      Wohnhäuser in der Altstadt, im Hintergrund Vorder- und Rückflügel der Stadtresidenz





      Nochmal Blick zur Klosterkirche Seligenthal und dem Stadtteil "Zwischen den Brücken" auf einer Isarinsel. Im Vordergrund das Rathaus und links davon der Giebel des Pappenbergerhauses



      Wohnhäuser an der Altstadt (südlicher Teil), links Rückfront vom Gasthaus Ainmiller

      und schließlich noch mal ein Blick zur Stadtpfarrkirche St. Martin (Blickrichtung NW):




      Innenhof der Burg Trausnitz:






      Nun folgen Aufnahmen vom Dreifaltigkeitsplatz im SW der Altstadt:




      Giebelhäuser an der Westseite des Dreifaltigkeitsplatzes mit St. Martin, in der Mitte zwei Neubauten (2004 oder 2005 fertiggestellt).
      Zum Vergleich: bildindex.de/bilder/MI01904f12b.jpg und
      bildindex.de/bilder/MI06771e07b.jpg



      Wohnhäuser mit den für Landshut charakteristischen Zinnengiebeln









      Wohnhäuser mit Zinnen- und Schweifgiebeln am Dreifaltigkeitsplatz, das linke gehörte im ausgehenden 16. Jh. dem Johann Dietrich von der Leiter, ein Angehöriger des oberitalienischen Stadtgeschlechtes der Scaliger. Der in Landshut seit dem Ende des 17. Jh. beliebte Rauhputzdekor schmückt die Fassade. Das Wohnhaus daneben besitzt einen altertümlichen Arkadenhof (leider nicht zugänglich). Rückseitig verläuft die Stadtmauer.



      Ehem. Stadthaus der Freiherren von Closen, eines der steuerbefreiten Häuser im 16. Jh., rechts führt die Alte Bergstraße den Hang hinauf



      Jüngst renovierte Giebelhäuser aus dem 16. Jh. am unteren Ende der Alten Bergstraße bei der Einmündung in den Dreifaltigkeitsplatz



      Wohnhäuser, ehem. daneben die Anfang des 19. Jh. abgebrochenen Dreifaltigkeitskirche, darüber die Burg Trausnitz



      Nochmals die Giebelhäuser an der Westseite des Dreifaltigkeitsplatzes



      Mit einem leichten Knick Rtg. N beginnt südlich der Stadtpfarrkirche der Straßenzug "Altstadt"
      Zum Vergleich: bildindex.de/bilder/MI06771e08b.jpg

      und ein letzter Blick zurück auf den Dreifaltigkeitsplatz, links der ehem. Hofkasten, ein mächtiger Satteldachbau, erbaut 1468/70, im 19. Jh. zum Landgericht umgebaut, aktuell Supermarkt:




      Zum Abschluß für heute noch zwei Nachtaufnahmen vom jenseitigen Isarufer, links Röcklturm, im Hintergrund die Burg:



    • Hallo Markus: willkommen im Forum :!: Schöne Bilder einer schönen Stadt.

      Für jemanden, der wie ich an Sakralbauten interessiert ist, hat Landshut nicht nur seine gotischen Kirchen, sondern auch schöne Barockkirchen zu bieten. Besonders schön wiederhergestellt wurde 2005 nach mehrjähriger Restaurierung die Dominikanerkirche St. Blasius:

      stmi.bayern.de/imperia/md/imag…hut_dominikanerkirche.jpg

      Weißt du zufällig etwas zum Abriss von 2 Altbauten in der Neustadt, über die wir Ende letzten Jahres u.a. hier spekuliert hatten:

      architekturforum.net/viewtopic…=0&postorder=asc&start=72
    • Landshut, neuer OB, alte Häuser abreißen – da war doch schon mal was vor über dreißig Jahren. Es ging damals, wenn ich mich nicht irre, vor allem um ein größeres Projekt, ein Kaufhaus oder ein Einkaufszentrum, für das mehrere historische Gebäude abgerissen sollten.
      Hierzu ein Auszug aus einem Gespräch von Fritz Zeilinger (BR) mit Dieter Wieland (aus der Sendereihe alpha-Forum):

      Zeilinger:
      […] Just hier in diesem Studio, in dem wir heute auch wieder sitzen, stand ich damals vor 26 Jahren als Aufnahmeleiter, und es ging um einen Film von Ihnen. Sie hatten nämlich einen Film über Ihre Heimatstadt Landshut gemacht. Sie sind zwar in Berlin geboren, aber in Landshut aufgewachsen. Es gab nach diesem Film einen fürchterlichen Aufruhr, und über irgendwelche politischen Kanäle wurde eine Diskussion erzwungen. Im Verlauf dieser Diskussion hat sich Oberbürgermeister Deimer aus Landshut wohl so ein bisschen vom Saulus zum Paulus gewandelt. Wie war das damals genau?
      Wieland:
      Das war wirklich ein Kriegszustand, den ich damals mit Landshut hatte. Ich habe damals in Landshut in einem Wirtshaus eine Diskussionsrunde überstanden, von der ich mich heute noch wundere, dass sie mich dabei nicht erschlagen haben. Auch die Diskussion hier in diesem Studio war wirklich aufregend. Ich hatte mir zwei phantastische Leute zu Hilfe geholt: Das war zum einen der Architekt Roland Rainer aus Wien, und das war Herr Peters aus der Redaktion des "Baumeisters". Diese beiden haben die Sache so schön formuliert und Herrn Deimer so toll dorthin gebracht, dass er sich an diesem Abend wirklich verändert hat. An sich wollte er mich vernichten, obwohl ich mit ihm zusammen in die Schule gegangen bin. Es gibt noch Briefe aus der Zeit, die ich mir bis heute aufgehoben habe.
      Zeilinger:
      Das genaue Gegenteil einer Vernichtung ist dabei jedoch herausgekommen.
      Wieland:
      Seitdem war man in Landshut Denkmalschützer. Mir hat dann später der Stadtbaurat aus Landshut, der damals auch mit dabei gesessen ist, gesagt: "Sie, seit der Geschichte ist bei uns im Stadtrat überhaupt zum ersten Mal über Architektur gesprochen worden." […]

      Quelle: br-online.de/alpha/forum/vor0012/20001204_i.shtml

      Anläßlich des 65. Geburtstags von Dieter Wieland vor einigen Jahren wurde beim BR eine Dokumentation über ihn gesendet; dadurch habe ich davon erfahren. Außerdem wurden einige Folgen seiner Dokumentarreihe "Topographie" gezeigt - Meilensteine der deutschen Fernsehgeschichte.

      Das ist zwar jetzt ein wenig off-topic, aber auf dieser Seite finden sich zwei kurze Ausschnitte aus Folgen der Reihe Topographie: einer aus "Grün kaputt" und einer aus "Der Jodlerstil".
    • Landshut - Altstadt

      Teil 2

      Ländgasse und Altstadt

      Weiter geht es nun vom Dreifaltigkeitsplatz in die Ländgasse, zwischen dem Straßenzug Altstadt und der Isar verlaufend. Hier standen früher v.a. Speicherbauten der Parizier- und Kaufmannshäuser, heute weitgehend zu Wohnhäusern umgebaut.

      Als erstes zwei spätgotische Wohnhäuser mit Zinnengiebeln und später angebrachtem Rauhputzdekor, das Haus links gehört zum dahinter liegenden Karstadt:







      Rechts das einen netten Kontrast zu den schmalen Giebelhäusern bildende Palais Etzdorf mit einer reichen Rokokostuckfassade. Am äußersten Bildrand rechts ragt noch ein Teil des vorspringenden Schaufensters vom Kaufhaus Oberpaur herein.





      Nun weiter zum Ländplatz. Links eine klassizistische Fassade, in der Mitte ein die Ländgasse überspannender Torbogen, zum spätgotischen Harnischhaus, einst Stadtwohnung der Herzöge, gehörend, rechts der moderne Flachdachbau von Karstadt:







      Das Ländtor, heute eingerahmt von Kaufhäusern, dahinter die Isar und ehemals die Floßlände.



      Hinterhausabbruch in der Ländgasse


      Altstadt

      Als nächstes folgt nun die Altstadt. So wird auch heute noch der leicht geschwungen verlaufende und unterschiedlich breite Straßenzug genannt, die Hauptstraße Landshuts und einst das Handelszentrum der Stadt, beginnend südlich der Stadtpfarrkirche und endend im N beim Heiliggeistspital. Sie zählt zu den schönsten Straßenzügen Deutschlands.
      Hier liegen Rathaus und Stadtresidenz, wohnte die Mehrzahl der Patrizier und Kaufleute. Die Grundstücke sind meist recht schmal, reichen aber beachtlich in die Tiefe, auf der Westseite z.t. bis zur rückwärtigen Ländgasse. Auf der Ostseite sind nördlich und südlich der Stadtpfarrkirche noch die Laubengänge erhalten. Erker und andere Vorbauten wurden Anfang des 15. Jahrhunderts durch eine Bauverordnung verboten. Die Häuser stehen fast ausschließlich mit dem Giebel zur Straße.


      Zuerst die Gebäude auf der Westseite, von S beginnend:



      Ein weiteres Wohnhaus mit einer reichen Rauhputzfassade (z.t. 1955 ergänzt), Treppengiebel und altem Portal, seit kurzem davor eine Art Litfaßsäule, die den Beginn der Fußgängerzone markiert.






      Eines der wenigen Traufseithäuser an der Altstadt ist das ehem. Landschaftshaus, entstanden aus der Vereinigung von ursprünglich 3 Häusern im 16. Jh., seit 1557 Sitz der Landschaft des Rentamtes Landshut, im 19. Jh. Postamt, seit kurzem davor ein Taxistand:





      Die reiche Renaissance-Bemalung der Fassade ist das letzte erhaltene Beispiel in Landshut und stammt von um 1600 (auf einem älteren Stich der Altstadt aus dem 18. Jh. war ein nicht geringer Teil der Giebelhäuser noch bemalt).



      Zwischen den Fenstern u.a. bayerische Fürsten und deren Gemahlinnen und Wappenschilde, darüber in Kartuschen der zugehörige Name.







      Innenhof der "Alten Post" mit Galerien



      rechts ein weiteres traufseitiges Haus mit hohem Dach, die ehem. Kanzlei, das spätere Haus zum Kronprinzen mit klassizistischer Fassade (ehem. auch mit Renaissancefresken).



      Portal mit Wappenschild des Landesherrn



      Es folgen wieder Giebelhäuser:





      Das rechte Wohnhaus gehörte Anfang des 18. Jh. einem Kaufmann, aus dieser Zeit die Barockfassade und das Portal.







      Daran anschließend angepaßte Giebelhausfassaden vom Kaufhaus Oberpaur.



      In der Mitte das ehem. Patrizierhaus der Leitgeb, zuletzt Gasthof Silbernagel.







      Links die klassizistisch veränderte Fassade der Stadtresidenz.



      Arkadenhof der 1536-43 unter Herzog Ludwig X. errichteten Stadtresidenz (Vorbild: Palazzo del Te in Mantua). Die wunderschönen Innenräume, z.t. im Renaissancestil ausgestattet (siehe z.B. unter museen-in-bayern.de), sind mit Führung zu besichtigen.






      Auf die Stadtresidenz folgt die ehem. Rentmeisterei und daran das wohl schönste Bürgerhaus von Landshut, das Pappenberger- oder Wernstorfferhaus aus dem 15. Jahrhundert. Das Grundstück reicht über mehrere Rückgebäude und einem Innenhof (leider nicht öffentlich zugänglich) bis zur Ländgasse. Im heute als Bank genutzten Erdgeschoß spätgotische Netzgewölbe erhalten.





      Der prächtige Stufengiebel mit seinen Zinnen und Rundtürmchen stammt wohl noch aus dem 16. Jh., der Rauhputz wurde um 1681 angebracht.





      links der Eckerker des Rathauses





      Das dritte Gebäude von links ist die Löwen-Apotheke (seit 1696), der Giebel mit Schwalbenschwanz-Zinnen (19. Jh.).



      Den nördlichen Abschluß des Straßenzuges bildet diese Häuserreihe (durchwegs aus dem 19. Jh.) und die Heiliggeist-Spitalkirche:







      Mehrfache Fassadenrücksprünge folgen, dahinter liegt das Heiliggeistspital und die Isar, rechts stand früher das Spitaltor:





      Soweit die westliche Seite der Altstadt.
    • Landshut - Altstadt 2. Teil

      Teil 2 (Fortsetzung)

      Altstadt

      Nun zur Ostseite der Altstadt, auch wieder im S anfangend.

      Wohnhäuser z.t. mit Volutengiebeln und Laubengängen, heutige Fassaden weitgehend im 19. Jh. verändert, überragt von der Burg Trausnitz:









      Es folgt das Gasthaus Ainmiller, entstanden aus der Zusammenlegung von 3 Häusern, mit spätgotischen Lauben und neugotischem Treppengiebel, dieses und benachbarte Häuser um 1980 saniert:







      Rückfront zum Hof vom Schloßberg aus



      Als nächstes folgt die Stadtpfarrkirche St. Martin und Kastulus.
      st.martin-landshut.de/
      Begonnen 1385 und fertiggestellt um 1500. Baumeister v.a. Hanns Purghauser und Hanns Stethaimer.
      Der Backsteinturm ragt in die Straße hinein und bildet von N kommend den südlichen Abschluß des Straßenzuges:



      Die Wohnhäuser, durchwegs mit Lauben im Erdgeschoß, im Bereich des ältesten Siedlungskernes.

      Nun zu den Portalen der Stadtpfarrkirche:



      Das Westportal im Turm aus der Mitte des 15. Jh. mit dem ersten Kirchenpatron zwischen den Türen.









      Brautportal im NO



      Bürgerportal im NW



      Taufportal im SO



      Inneres der dreischiffigen Hallenkirche mit den auffallend schlanken Pfeilern.



      Das Chorbogenkreuz, mit 8m Länge und einer Corpuslänge von 5,40m eines der größten in Europa, um 1500 vermutlich von Michael Erhart geschaffen.



      Chorbereich mit spätgotischem Gestühl und Hochaltar aus Sandstein (um 1420)





      die berühmte Leinberger-Madonna, ein Hauptwerk des Landshuter Bildschnitzers Hans Leinberger (um 1518), ursprünglich in der Dominikanerkirche



      Zm Abschluß noch Wandmalereien im Inneren



      Weiter geht es in der Altstadt mit Wohnhäusern zwischen St. Martin und Rathaus:



      Lauben mit spätgotischen Netzgewölben:





      ehem. Patrizierhaus der Oberndorfer, Halle im Erdgeschoß mit Netzgewölben, um 1450, heute Schalterraum einer Bank.




      Neben der Stadtpfarrkirche dominiert das Rathaus die Ostseite der Altstadt. Ursprünglich durch Vereinigung dreier Parzellen entstanden, stammt die heutige Fassade aus dem 19. Jahrhundert, der Eckerker noch aus der Renaissancezeit:



      Wie unschwer zu erkennen, endet / beginnt hier die Fußgängerzone



      Altstadt am Abend (in den wärmeren Jahreszeiten Straßencafes)





      Ostseite der Altstadt nahe der Heiliggeistkirche. In der Mitte ein Giebelhaus mit Neurenaissancefassade von 1879.






      Und zum Schluß von Teil 2 noch ein abendlicher Blick von der Heiliggeistkirche die Altstadt südwärts zur Stadtpfarrkirche:

    • Landshut an der Isar

      "GruttePier" schrieb:

      Schade das es im Chor der Stadtpfarrkirche keine farbige Gläser gibt, Kriegsschaden?


      Ob in den großen Fenstern jemals bunte Gläser waren kann ich nicht sicher sagen, möglicherweise nein. In den Seitenkapellen gab es vor Kriegsschäden neugotische Glasfenster, die nach 1946 durch neue ersetzt wurden.
    • Landshut - Teil 3

      Teil 3

      Gassen zwischen Alt- und Neustadt



      Als nächstes folgen ein paar Aufnahmen der W-O-verlaufenden Gassen zwischen den breiten Straßenzügen Alt- und Neustadt:



      Kirchgasse, Stadtpfarrkirche St. Martin von O



      Senkrecht abfallende Rückfront eines Hauses von der Kirchgasse aus



      Martinsfriedhof mit Stethaimerhaus, darüber wieder mal die Burg. Der Friedhof um St. Martin wurde erst im 19. Jh. aufgelöst.



      Pfarrhof von St. Martin in der Kirchgasse, erbaut um 1700.



      Ehem. Handelshaus der Patrizierfamilie Kreidenweiß in der Schirmgasse. Über dem Eingang ein Terrakottarelief mit Markuslöwen (15. Jh.).



      Stadel in der Zwerggasse



      Herzogskasten, auch Salzstadel genannt, in der Steckengasse. Im Inneren die alten Getreideböden erhalten. Das Haus rechts daneben wurde vor kurzem abgerissen.



      Wohnhaus in der Grasgasse, Giebel mit Blenden und Zinnen, wohl um 1500.



      Herrngasse mit Ursulinenkirche



      Abbrüche an der Heiliggeistgasse (Rückgebäude von Häusern an der Altstadt)





      Spitalkirche Heiliggeist:

      1407-61 erbaut, Baumeister Hanns Purghauser und Hanns Stethaimer (wie bei der Stadtpfarrkirche). Dreischiffige Hallenkirche mit Chorumgang, seinerzeit neuartig für Altbaiern, evtl. nach dem Vorbild von Schwäb. Gmünd.

      Das Innere wird für Ausstellungen genutzt, derzeit "Um Leinberger".
      landshut.de/php3/pages/article…10&panel=0011&panelhelp=4
      Leider verbunden mit Fotografierverbot !

      Innenansichten: vor 1940 bildindex.de/bilder/MI06772a11b.jpg
      und 1967: bildindex.de/bilder/MI06772a12b.jpg



      Westportal







      Westgiebel mit Blenden



      Heiliggeistkirche abends vom jenseitigen Isarufer aus



      Nördlich der Isar:



      Häuser am Isargestade



      St. Sebastian, im Hintergrund Kloster Seligenthal
      Kloster und Kirche Seligenthal sind auf bildindex.de sehr ausführlich abgebildet



      Wohnhäuser mit Giebelzinnen in der Wagnergasse



      Ehem. Bauernhaus mit Krüppelwalmdach an der Pfettrachgasse (A. 19. Jh.)



      Pfarrkirche St. Nikola unweit des Bahnhofes
      Innenansicht: bildindex.de/bilder/MI01907e05b.jpg



      Regierungsplatz und Freyung (östliche Altstadt):



      Regierungsplatz mit klassizistischer Fassade der Dominikanerkirche und Turm von St. Jodok



      Barockisiertes Innere der Dominikanerkirche St. Blasius, ein Backsteinbau des 14. Jh., Umbau Mitte des 18. Jh.





      Deckengemälde im Langhaus



      Der hl. Dominikus bei der Verbrennung häretischer Bücher



      Hochaltar von St. Blasius, der Tabernakel nach vorne gerückt, dazwischen der Psallierchor. Altarbild von J.B. Zimmermann.





      Wohnhäuser mit Giebelzinnen, das rechte mit Rau(h)putzdekor in der Regierungsstraße, dahinter der Turm von St. Jodok.



      Nun folgen ein paar Aufnahmen der Stadtpfarrkirche St. Jodok im Bereich der Freyung. Erste Kirche ab 1338, heutiger Bau aus dem 15. Jahrhundert:










      Südportal



      Neugotischer Hochaltar





      Marienfigur, um 1500



      Glasgemälde (19. Jh)



      St. Jodok auf der Freyung. Turmhöhe: 77m



      Wohnhäuser an der Freyung, links Eckhaus zur Jodoksgasse mit Steilgiebel, in der Mitte zwei Gebäude aus dem 19. Jh., rechts ein weiteres mit fünf abgerundeten Giebelzinnen.



      Breitgelagertes Giebelhaus an der Nordseite der Freyung mit spätgotischen Zinnen.



      Wohnhäuser an der Freyung, im Hintergrund St. Martin.



      Freyung mit Stadtpfarrkirche St. Martin



      Soweit für heute, zum Abschluß folgen demnächst noch ein paar Bilder von der Neustadt und evtl. ein paar Aufnahmen aus früheren Jahren zu wärmeren Jahreszeiten.
    • "GruttePier" schrieb:

      Schade das es im Chor der Stadtpfarrkirche keine farbige Gläser gibt, Kriegsschaden?


      Ja, es gab Buntglasfenster:


      Quelle: Bildindex.de

      Ob die Fenster allerdings durch Kriegsschäden verloren gegangen sind weiß ich nicht, vermute eher eine Entfernung im Rahmen einer Anti-Historismus Veränderung in den 50er (?) Jahren, der ua auch die Deckenbemalung zum Opfer gefallen ist.
    • wirklich ein schönes städtchen! anfänglich war ich etwas irritiert, weil kaum leute auf den fotos zu sehen waren. aber da die fotos an einem sonntag entstanden, wird es wohl zum grossen teil daran liegen. der kirchturm ist sehr imposant - zumal, wenn man seine entstehungszeit bedenkt.
      danke für die fotos - landshut wird für mich nicht länger eine lufthansa-maschine in mogadischu sein...
    • Tolle Bilderserie. Landshut war während der Zeit der 250-jährigen Teilung Bayerns als Hauptstadt Niederbayerns Residenz des mächtigsten bayerischen Herzogs. Die oberbayerischen Herzöge in München konnten mit der niederbayerischen Verwandtschaft nie wirklich mithalten. Es mag für uns Heutige verwunderlich klingen, aber Niederbayern war im Mittelalter größer, bedeutsamer und vor allem viel reicher als Oberbayern (München war allerdings abgesehen von Regensburg schon damals die größte Stadt Bayerns). Ich meine die spätgotischen Kirchenbauten verdeutlichen Landshuts Stellung insbesondere im 15. Jahrhundert sehr gut. Vor 500 Jahren hat dann allerdings das schwächere Herzogtum das mächtigere geschluckt und München wurde Hauptstadt des geeinten Bayerns. Wäre die Geschichte anders, geradliniger verlaufen, hieße die bayerische Landeshauptstadt heute Landshut.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Die Ähnlichkeit zwischen einigen altbayerischen und schlesischen Städten beruht wohl auf prinzipiell vergleichbaren Giebelhäusern - die in Altbayern allerdings nur im Westen im Bereich der Isar und in der Oberpfalz vorherrschen -, den Laubengängen, die die böhmischen Länder, seien es Böhmen und Mähren, Schlesien oder die Lausitz, mit Altbayern und Österreich teilen und den Backsteinbauten der Spätgotik, die in Ober- und Niederbayern und in Schlesien errichtet wurden.

      Im Stadtaufbau ergeben sich allerdings schon einige Unterschiede. Schlesiens Städte repräsentieren die ostdeutsche Kolonialstadt in ihrer reinsten Form. Landshut ist zwar auch eine Gründungsstadt des frühen 13. Jahrhunderts hat aber kein gerades, rechtwinkliges Straßennetz, keinen quadratischen Markt, keine Ringanlage, sondern folgt eben dem bayerischen Straßenmarkt-Schema, bei der ein eigentlicher Marktplatz fehlt und die Funktion des Marktes von einer großen, langgezogenen und breiten, saalartig wirkenden Hauptstraße übernommen wird. Die Stadtanlage ist es übigens auch die die Städte Böhmens und Österreichs recht klar voneinander unterscheidet, entgegen der landläufig oft unter Bemühung eines Habsburgermythos geäußerten Meinung, diese würden sich doch so sehr ähneln - lediglich im Norden Niederösterreichs mit Städten wie Retz ist die Grenze nach Mähren ziemlich offen.
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