Landshut

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    • Markus schrieb:



      Die Straßenseite (Wagnergasse) gammelt auch weiter vor sich hin

      Die Häuser Wagnergasse 2 (das gelbe) und 4 (das orangene) sind anhand der Giebelbekrönungen eindeutig als Landshuter Häuser zu erkennen. Vor allem Nr. 2 ist erstklassig. Wagnergasse 6 (das grüne) ist neutraler. Es könnte genausogut bei uns in Schwaben sein, solche Häuser gibt es bei uns auch viele. Leider sind diverse von ihnen schon durch Abbruch verlorengegangen.
      Diese drei Häuser sind jedenfalls absolut erhaltenswert!
    • Ich kann die Einstellung so mancher Hausbesitzer nicht nachvollziehen. Es muss ja nicht immer gleich eine super kostspielige Totalsanierung sein. Aber es ist wohl nicht zu viel verlangt, einige Risse zu spachteln und der Fassade ´nen neuen Anstrich zu spendieren. Da ich letzten Monat gerade selber das Haus meiner Mutter (Baujahr 1950) gestrichen habe, weiss ich wieviel das ausmachen kann. Wer so ein Gebäude zu schätzen weiss, lässt es nicht so vergammeln.
    • Das "Problem" dabei ist, dass solche alte Bruchbuden für billig Geld von Investoren aufgekauft wurden und bewusst/ beabsichtigt verfallen. Ist schließlich die Bausubstanz dermaßen marode, dass eine Kernsanierung nicht mehr möglich ist, wird es endlich abgerissen und ein optisch desaströses Büro- oder Wohngebäude hingeklatscht.
      Weiteres aktuelles Thema hierzu ist der Moserbräu am Dreifaltigkeitsplatz.
    • Zisterzienserinnen-Abtei Seligenthal

      1232 von der Herzogin Ludmilla ein Jahr nach dem Mord an Herzog Ludwig I. von Bayern gegründet. Besiedlung mit Zisterzienserinnen aus Trebnitz in Schlesien. Aus der Anfangszeit stammen noch Mauern am ehemaligen Haus der Klosterfrauen in der Schwestergasse und Teile der wohl ursprünglich als Klosterkirche dienenden Afrakapelle.

      Die mittelalterliche, heute unbenutzte Küche mit spätgotischem vierstrahligem Sterngewölbe auf rundem Mittelpfeiler:


      Der Außenkamin:



      Benachbart das ehem. Sommerrefektorium, ein frühgotischer zweischiffiger einst ausgemalter Raum, eine Marienkrönung davon wieder freigelegt

    • Angrenzend an ehem. Küche und Sommerrefektorium der Kreuzgang:


      Der Kreuzgang vom Kloster Seligenthal ist eine gut erhaltene Vierflügelanlage nördlich der barocken Klosterkirche. Jüngst renoviert und frisch geweißelt, ist der spätgotische Kreuzgang (Schlusssteine mit Jahreszahlen 1477, 1482 und 1549) einer der am besten erhaltenen Altbayerns.











    • @Markus: vielen Dank für die Bilder. Die Klosteranlage Seligenthal ist wahrlich beeindruckend und noch sehr gut erhalten. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, hatte ich leider noch nicht das Glück, neben der Kirche auch die Abteigebäude besichtigen zu können. Das Kloster ist noch aktiv, deshalb normalerweise nicht zu besichtigen. Ich hoffe, dass die Nonnen nach der zuletzt erfolgten Sanierung nun öfter einmal einen Tag der offenen Tür veranstalten werden, an dem man diese Herrlichkeiten spätmittelalterlicher Architektur bewundern kann.

      Hast du übrigens noch weitere Bilder vom Küchensaal, speziell zum Anschluss an den Außenkamin. Ohne deinen Hinweis hätte ich nämlich den von dir gezeigten Raum kaum als ehemalige Küche identifziert.

      Und bitte weiter mit der Afra-Kapelle ... ;-)
    • Kloster Seligenthal

      @ Frank: Weitere Aufnahmen von der Küche habe ich nicht, der Kamin war innen nicht sonderlich spektakulär. Im übrigen war auch am Tag des offenen Denkmals nur ein geringer Teil der Klosteranlage öffentlich zugänglich, insbesondere eben der Kreuzgang und ein paar angrenzende Räume.

      Afrakapelle

      Alles wesentliche zur Kapelle findet sich hier:
      seligenthal.de/kultur/kapelle.htm



      Das offenbar noch teilweise in das 13. Jh. zurückreichende Kirchenschiff mit der Westempore, daran die Stifterfiguren aus der Zeit um 1330 (ursprünglich an einem Hochgrab in der Kirche) und 28 kleinere Figuren an der Brüstung, überwiegend Wittelsbacher darstellend.
      „Herzog Ludwig ist dargestellt mit dem weiß-blauen Rautenwappen. Ursprünglich war dieses das Wappen der Grafen von Bogen. Ludmilla, die in erster Ehe mit einem Grafen von Bogen verheiratet war, brachte das Wappen nach dem Aussterben dieses Geschlechts nach Bayern.“
      seligenthal.de/kultur/kapelle.htm


      Ludmilla und Ludwig





      Der Hochaltar entstammt der Renaissancezeit. Die mild lächelnden Figuren der Maria und der beiden Johannes sind aber deutlich älter, die der Kapelle den Namen gebende hl. Afra im Auszug kam möglicherweise von Niederschönenfeld (Bistum Augsburg). Ursprünglich war die Kapelle dem hl. Johannes dem Täufer geweiht.

      Eine Außenaufnahme habe ich verpasst.


      Ergänzend zur Klosterkirche noch die Deckplatte aus Rotmarmor von Herzog Ludwig X. von Bayern:




      ...und ein Blick zum Nonnenchor:

    • Die in Bahnhofsnähe, also weit außerhalb der Altstadt, gelegene Pfarrkirche Sankt Nikola, eine dreischiffige, spätgotische Hallenkirche, fertiggestellt 1481 mit älterem Chor. Die Ausstattung aus der Erbauungszeit verloren, die neugotische offenbar 1966/67 entfernt, seinerzeit wurde die Kirche nach Westen erweitert.


      Das Kruzifix einstmals auf der Inneren Isarbrücke beim Spital






      Zwei weitere heruntergekommene Landshuter Bürgerhäuser in der Litschengasse (bei St. Sebastian, zwischen den Brücken):

      Litschengasse 697 (1496 dendro. dat., Innenausbau 1718 dendro. dat. und später, Überformung und Fassadengestaltung um 1900; siehe Denkmalliste) und 698 (von 1881)

      An der Isar:
    • Auch so etwas gibt es: Ein Neubau anstelle einer unbefriedigenden städtebaulichen Situation. Der Vorgängerbau hat ein Flachdach oder eine traufseitiges Satteldach gehabt und war wie ein Fremdkörper (hat jemand Bilder?), evtl. ein Fabrikgebäude. So etwas würde ich unter Stadtreparatur subsumieren.

      Bild 4963

      Dreifaltigkeitsplatz 175 b
    • Beim Suchen ist mir der Neubau an der Adresse Dreifaltigkeitsplatz 11 aufgefallen. Das kannte ich noch gar nicht. Wieder ein völlig unnötiger Abriss . Hätte man wenigstens die Erker in den Neubau integriert. Die Fassadenfarbe wurde auch nicht so wie versprochen. :sad:

      Gibt es eigentlich Neuigkeiten zum "City Palais Landshut"? Das müsste doch auch bald mal fertig sein.
    • Neußer schrieb:

      Beim Suchen ist mir der Neubau an der Adresse Dreifaltigkeitsplatz 11 aufgefallen. Das kannte ich noch gar nicht. Wieder ein völlig unnötiger Abriss . Hätte man wenigstens die Erker in den Neubau integriert. Die Fassadenfarbe wurde auch nicht so wie versprochen.


      Die Diskussion hatten wir schon aber ich stimme zu uber Farbwahl.

      Trotzdem: hatte schlimmer kommen konnen!
    • Hätte man wenigstens die Erker in den Neubau integriert.
      Dass die weg sind, ist nicht unbedingt schade, da es in Landshut historisch ja nie Erker gab (außer am Graben). In diesem Punkt übertrifft der Neubau den Altbau, der ja auch aufgrund seiner Mächtigkeit nicht unbedingt in die Zeile passte. Ich weiß nicht, wieso man sich hier so aufregt...
    • Schaut Euch mal die Geschoßhöhen des Altbaus an. Die passen überhaupt nicht in die Altstadt. Auch in dieser Hinsicht eine Verbesserung. Die Aufregung über diesen Neubau verstehe ich schon seit Jahren nicht. Sie geht m. E. auf das Missverständnis zurück, dass da vorher was absolut Wertvolles gestanden hat. Der Altbau war bemerkenswert, hat aber die Dimensionen der Altstadt gesprengt.

      -Tobias- schrieb:

      außer am Graben

      Am Graben liegt ja auch außerhalb des alten Landshut in einem anderen Ort, in Berg ob Landshut.