Frankfurt in alten Ansichten

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    • Ein weitere Aquarell, signiert Römerberg 14, 1873.

      Hier war Reiffenstein in dokumentarischer Mission unterwegs, denn er verewigte das Haus zum Fleischer (Römerberg 14) nur ganz kurz, bevor es im selben Jahr abgerissen wurde. Er kommentierte den Vorgang mit: "Ist soeben im vollen Abbruch begriffen, weil Einsturz drohte. Geht mit ihm abermals ein Stück Alt-Frankfurt zu Grabe..."

      Wie man sehen kann, und auch ein Vergleich mit dem Ravenstein-Plan zeigt, war es auf interessante, wenn auch mir nicht erklärliche Weise mit dem Schwarzen Stern (Römerberg 12) und dem Hinterhaus von Bendergasse 30 durch eine Art Überbau verbunden. Die reich verzierten Kragsteine der letztgenannten Häuser, von denen man wenigstens die vom Schwarzen Stern heute noch bewundern kann, sind im Bild leider nur angedeutet.

      Links erblickt man Anbauten an der Nordwand der Alten Nikolaikirche, die seltsamerweise im Ravenstein-Plan - obwohl dieser früher lithographiert wurde - nicht eingezeichnet sind. Wohlmöglich handelt es sich dabei um einfache "Schirnen", von denen auch der Dom bis tief ins 19. Jahrhundert umringt war. Diese dienten dem Verkauf von Devotionalien an Pilger oder auch generellen Marktzwecken. Sie fielen wohl spätestens um 1900 der historistischen Purifizierung zum Opfer, bei der man fälschlicherweise annahm, dass gotische Kirchbauten auf Freiständigkeit hin gebaut waren (vgl. auch den Abriß der Ostseite der Höllgasse).

      Interessant ist noch die im Hintergrund zu sehende Westbebauung des Römerberges - deutlich zu erkennen das hochinteressante, traufständige Haus Lichtenstein (Römerberg 11), das alleine eine wissenschaftliche Arbeit wert wäre, rechts davon auch noch deutlich zu erkennen das Schrothaus (Römerberg 13)...



      Kleiner Nachtrag noch mit einem Foto von Carl Friedrich Fay aus dem Jahre 1869, einmal unkommentiert, daneben kommentiert. Die vermutete Position, von der aus das Aquarell gezeichnet wurde, habe ich mit einem roten Pfeil markiert:



      Das Bild stammt übrigens aus dem neuen Buch "Das alte Frankfurt".
    • Phantastisch, die Gegenüberstellung dieses Aquarells mit der Photographie! Und mit Hilfe des Planausschnittes erst werden solche Blickbeziehungen leicht ersichtlich. Und das Baugerüst am Domturm...

      Mein erster Eindruck: :zwinkern:

      Auch bei diesem Aquarell handelt es sich wieder um eine idealisierte Ansicht. Dies erkennt man schon leicht an der gotischen Gestalt des Hauses "Lichtenstein". Dieses erhielt jedoch bereits im 18. Jahrhundert eine barocke Fassade. Das Aquarell ist aber von 1873. Beim benachbarten "Schrothaus" hat Reiffenstein andeutungsweise Fachwerk skizziert, welches um 1873 sicher nicht mehr sichtbar war. Dies erklärt auch den Sachverhalt mit den Schirnen vor der Nikolaikirche (welche sehr "romantisiert" dargestellt sind) und ihrem Fehlen auf dem Ravenstein-Plan.

      Parallel zu solchen Aquarellen hat Reiffenstein aber auch Baustudien betrieben und auch Detailstudien gezeichnet (wie Kragsteine, Türstürze mit eingehauener Jahrzahl etc.). Diese Wiederum haben Eingang in seine Aquarelle gefunden, und hierin liegt der baugeschichtliche Wert der Aquarelle Reiffensteins! Man beachte z.B. die beiden Türen links, oder der einzelne Holzbug über letzteren beiden. Sonst sind ja nur Steinkonsolen vorhanden. Mein besonderes Augenmerk haben aber die Holzbüge rechts oben an der Decke erheischt.

      Auf der Photo von 1869 kann man unter dem Durchgang zwei Bogen erkennen, welche auf einem Pfeiler abgestützt sind, genau dort, wo der rote Pfeil hinweist. Bei Reiffenstein ist diese Bogenstellung nicht vorhanden. Möglicherweise handelte es sich um eine nachträglich eingefügte Subkonstruktion, was schon Reiffenstein aufgefallen sein könnte, womit er diese im Aquarell wegliess.

      Mein Schluss: es ist denkbar, dass Römerberg 14 ursprünglich ein freistehendes, dreigeschossiges Fachwerkhaus auf symmetrischer Grundstruktur, mit beidseitig starken Vorkragungen über zwei Geschosse, war. Die Vorkragungen wurden durch gebogene Büge unterstützt, wie man sie an der linken Fassadenkante (auf der Photographie) gut erkennen kann. Um solche Büge könnte es sich auch um jene an der Decke rechts oben (auf dem Aquarell) handeln. Die Form der Büge sowie die starken Auskragungen lassen an ein Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert denken. Möglicherweise bestanden bereits zu jener Zeit einfache Übergänge zu den beiden Nachbarhäuser, je nach Besitzverhältnissen. Solche Übergänge bestanden ja auch im Rapunzelgässchen. Im Verlauf der Jahrhunderte wuchsen diese Übergänge etappenweise zu einem mehrgeschossigen Konglomerat zwischen den Häuser an (deswegen auch die unterschiedlichen Büge und Steinkonsolen im Durchgang), sodass dessen Tragkraft irgendwann einmal, also 1873, überlastet und am Ende war.

      Ich sehe im Aquarell von Reiffenstein eine abschliessende, idealisierende Darstellung der Resultate seiner baugeschichtlichen Beobachtungen und Quellenforschungen. Es dürfte den Zustand um die Zeit zwischen 1600 (Errichtung "Schwarzer Stern") und 1725 (Barockisierung Haus "Lichtenstein") festhalten.



      Photo von 1869 mit wegretouchiertem Zwischenbau von Römerberg 14
    • Und wenn wir schon am Römerberg angelangt sind, gleich noch zwei weitere Ansichtskarten:


      Verlag von Emil Hartmann, Mannheim, Aufnahme R. Kellner, Karlsruhe, geschrieben 1936

      Diese Aufnahme wurde aus dem Erkertürmchen von Römerberg 30 "zu den zwölf Himmelszeichen" gemacht. Zum Römer werde ich hier nichts schreiben. Meistens wurde er mit dem Haus "Frauenstein" und dem "Salzhaus" zusammen abgebildet. Hier jedoch sieht man auch die südwärts folgende Häuserreihe: (von links nach rechts) Römerberg 9, 11 "Lichtenstein", 13 "Schrothaus", 15 "Jungfrau" und 17 "Klein Limpurg.

      Deutlich zu sehen die beiden Fassaden von den Häuser "Lichtenstein" und "Schrothaus", so wie sie Reiffenstein auch 1873 hätte sehen und darstellen müssen! Das Haus "Klein Limpurg" entstand 1806 durch Umbau eines Hauses aus dem 16. Jahrhundert. Damals entstand die Fassade ab dem 1. Obergeschoss völlig neu, und auch das giebelständige Satteldach wich einem Mansard-Walmdach. Doch 1939 wurde seine Fassade wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.




      Buchdruckerei und Bürobedarf W. Stümpel, Ffm., Kronprinzenstr. 21/29, geschrieben 1943

      Der Aufnahmestandort ist wiederum zwischen dem "Engel" und den "zwölf Himmelszeichen". Aufnahmen vom Römer mit der rekonstruierten Fassade von "Klein Limpurg" sind sehr selten! Man erkennt auch, dass das Mansarddach von 1806 trotz der Rekonstruktion des Fassadengiebels erhalten blieb.




      Der Römerberg im 17. Jh. nach Merian (Ausschnitt)

      Wahrscheinlich benutzte Reiffenstein für sein Aquarell im vorletzten Beitrag diese Ansicht Merians. Die Häuser "Lichtenstein" (mit den drei Dachtürmchen) und "Schrothaus" zeigen noch ihr gotisches Gesicht, genau so wie sie Reiffenstein gezeichnet hat. Auch die Schirnen vor der Nikolaikirche, die einen sogar zweigeschossig, sind zu sehen.


      (Edit.: neue Bildlinks)
    • Die Beobachtung zum Reiffenstein-Aquarell, insbesondere die Analogie zum bekannten Merian-Stich leuchtet ein! Reiffenstein hat wohl tatsächlich zumindest in seinen farbigen Aquarellen eher idealisiert, und realistische Studien in seinen Detailskizzen betrieben.

      Hochinteressant die Beobachtung zu Klein-Limpurg - das war mir bisher tatsächlich noch nie aufgefallen! Außerdem ist das Datum des Umbaus eine wichtige Datierungshilfe für Fotos, die mir für diesen Teil des Römerbergs noch gefehlt hat. :)

      Vermutlich verfolgte die Stadt - wenn auch unbewiesen - ohnehin das große Ziel, alle alten Bürgerhäuser am Römerberg nach und nach aufzukaufen, um den gesamten Platz durch ihre Renovierung wieder aufzuwerten. Das wäre auch heute noch problemlos möglich, wenn man sich denn endlich einmal dazu durchringen könnte, den Schandfleck südlich des Römers abzureißen, sprich die Häuser, die nach dem Krieg auf den Parzellen von Lichtenstein, Schrothaus & Co entstanden. Man kann sie wohl zu der minderwertigsten Architektur zählen, die es in Frankfurt überhaupt gibt.
    • Wie gesagt, wir sind schon beim Römerberg, da will ich auch noch einmal etwas zum Salzhaus schreiben - ein Gebäude, das trotz seiner überragenden architektonischen und künstlerischen Bedeutung meiner Meinung nach bis heute nicht wirklich die Aufmerksamkeit erhalten hat, die es verdient. Wirklich große wissenschaftliche Arbeiten aus der Zeit von vor dem Krieg gibt es nicht dazu, und das vorhandene Material schreibt größtenteils voneinander ab.

      Der Blickwinkel auf nachfolgender Ansichtskarte hat eine lange Tradition, die sich von Stichen aus Krönungstagebüchern bis in die Photographie konsequent fortsetzt. Diese Ansichtskarte ist von über einem Dutzend Karten, die ich aus diesem Blickwinkel habe, die qualitativ beste. Sie zeigt sogar soviel Detail, dass es sich um eine Aufnahme des berühmten Leica-Fotografen Paul Wolff handeln könnte, nachweisbar ist dies auf die Schnelle freilich nicht:


      Vorderbeschriftung: Frankfurt a. M. Blick zum Römer
      Rückbeschriftung Verlag von Emil Hartmann, Mannheim
      Datierung: Ungelaufen, wohl 30er Jahre, vor 1939


      Deutlich erkennbar sind die sechs Holztafeln unter den Fenstern des ersten Stocks, die heute in Paaren übereinander (!) in den umstrittenen Nachfolgebau integriert sind. Zur Römerberg-Fassade will ich an dieser Stelle nichts mehr schreiben, da dies hier schon in anderen Threads getan wurde.

      Sehr viel interessanter, und bisher auch nur wenig erforscht ist dagegen die Geschichte der in Medaillons gefassten Fresken an der Nordseite des Gebäudes. Dazu zunächst eine weitere Abbildung:



      Die Fresken an der Nordseite zeigten sowohl Szenen aus der griechischen Mythologie - durchaus zu einem Renaissancehaus passend - als auch biblische Themen. Von oben nach unten und von links nach rechts waren das:

      - Kain und Abel
      - das Opfer Abrahams
      - Galathea und Poseidon
      - Endymion, im Wald schlafend, als Selene naht
      - Herkules, den Kentauren Nessos tötend
      - Befreiung der an einen Felsen geschmiedeten Andromeda durch Perseus
      - das Urteil des Paris
      - Brand von Troja

      Auf dem obigen Bild, das die Nordfassade nur anschneidet, erkennen wir somit unten die Szene mit Herkules, darüber Galathea und Poseidon und schließlich einigermaßen unscharf Kain und Abel.

      Wann aber ist der Schmuck der Nordfassade entstanden? Nachdem die Stadt das Salzhaus bereits 1843 aus bürgerlicher Hand erworben hatte, wurde es in den 1880er Jahren wurde zusammen mit Haus Frauenstein "restauriert". Das heißt in diesem Fall, dass man zunächst Zeichnungen der wenigen Reste machte, anschließend alles neu verputzte und dann eine völlige Neuanfertigung der Fresken durch den Maler Karl J. Grätz in Mineralfarben vorgenommen wurde. Mit moderner Denkmalpflege hatte das ganze also eher wenig zu tun. ;)

      Viel wichtiger ist in diesem Zusammenhang aber, dass praktisch direkt neben dem Salzhaus bis zum Braubachstraßendurchbruch ab 1906 das Haus zum Wedel (Neue Kräme 1 / Wedelgasse 2) stand. Westlich dahinter schloß noch ein weiterer Bau an. Die Wedelgasse war unglaublich eng, wie man sowohl auf einem Foto von Fay als auch auf dem Ravenstein-Plan gut erkennen kann:



      Das Haus zum Wedel stammte im Kern wenigstens aus dem 15. Jahrhundert und stand somit schon lange vor der künsterlischen Ausgestaltung des Salzhauses Anfang des 17. Jahrhunderts an seinem Platz. Welchen Sinn also hätte eine aufwendige Bemalung der Nordfassade gemacht, wenn sie doch sicher ganztägig - vielleicht eine halbe Mittagsstunde ausgenommen - praktisch immer durch die enge Gasse in völliger Dunkelheit lag? Eine Frage, die noch einer Antwort harrt.
    • Diese Frage hat mich auch schon beschäftigt. Ich habe heute und morgen eine Zugsfahrt vor mir, und werde mich während derer in meine Literatur kritisch vertiefen. Eine Erklärung hätte ich bereits, doch weiter hinaus sind meine Forschungen darüber noch nicht gediehen. Es wird ja tatsächlich beschrieben, dass zu Ende des 19. Jahrhunderts diese Malereien "restauriert" worden sind. Doch nirgends wird erwähnt, welche Fläche diese Malereien bedeckten. War ursprünglich wirklich die ganze Seitenfassade bemalt? Ist es nicht möglich, dass die ursprüngliche Malerei nur einen kleinen Teil der Fassade gegen die Ecke zum Römerberg hin bedeckte?

      Auch habe ich mich ins Buch von Hans Lohe "Frankfurt um 1850", herausgegeben vom Verlag Waldemar Kramer in Frankfurt a. M., 1967, vertieft. In ihm sind ja 'zig Aquarelle und Skizzen von Reiffenstein publiziert. Besonders ergiebig sind auch die von ihm 1865 verfassten Jugenderinnerungen ab 1824, welche auch abgedruckt sind. Wichtig ist die Passage "Einleitung zu der Sammlung Frankfurter Ansichten sowie zu deren begleitendem Texte". Reiffenstein schreibt darin sogar selber, wie es zu einzelnen Aquarellen kam. Auch aus seinem Wortlaut ist ersichtlich, dass es sich oft um idealisierte Darstellungen (sprich Rekonstruktionen) handelte.

      Das Buch ist in www.zvab.com noch mehrfach erhältlich.
    • "Riegel" schrieb:

      Diese Frage hat mich auch schon beschäftigt. Ich habe heute und morgen eine Zugsfahrt vor mir, und werde mich während derer in meine Literatur kritisch vertiefen. Eine Erklärung hätte ich bereits, doch weiter hinaus sind meine Forschungen darüber noch nicht gediehen. Es wird ja tatsächlich beschrieben, dass zu Ende des 19. Jahrhunderts diese Malereien "restauriert" worden sind. Doch nirgends wird erwähnt, welche Fläche diese Malereien bedeckten. War ursprünglich wirklich die ganze Seitenfassade bemalt? Ist es nicht möglich, dass die ursprüngliche Malerei nur einen kleinen Teil der Fassade gegen die Ecke zum Römerberg hin bedeckte?

      Auch habe ich mich ins Buch von Hans Lohe "Frankfurt um 1850", herausgegeben vom Verlag Waldemar Kramer in Frankfurt a. M., 1967, vertieft. In ihm sind ja 'zig Aquarelle und Skizzen von Reiffenstein publiziert. Besonders ergiebig sind auch die von ihm 1865 verfassten Jugenderinnerungen ab 1824, welche auch abgedruckt sind. Wichtig ist die Passage "Einleitung zu der Sammlung Frankfurter Ansichten sowie zu deren begleitendem Texte". Reiffenstein schreibt darin sogar selber, wie es zu einzelnen Aquarellen kam. Auch aus seinem Wortlaut ist ersichtlich, dass es sich oft um idealisierte Darstellungen (sprich Rekonstruktionen) handelte.

      Das Buch ist in www.zvab.com noch mehrfach erhältlich.


      Kennst du den Restaurierungsbericht aus "Die Baudenkmäler von Frankfurt am Main"? Ansonsten würde ich den mal einscannen und hier als PDF zur Verfügung stellen ... vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen?
    • "Riegel" schrieb:

      Das Haus "Klein Limpurg" entstand 1806 durch Umbau eines Hauses aus dem 16. Jahrhundert. Damals entstand die Fassade ab dem 1. Obergeschoss völlig neu, und auch das giebelständige Satteldach wich einem Mansard-Walmdach. Doch 1939 wurde seine Fassade wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.


      Das hat sich ja dann kaum noch gelohnt...

      Interessant - weißt Du auch, wie es zu der Umgestaltung des Hauses kam? Ich hatte mich schon oft gewundert, daß auf manchen Fotos aus den 30er Jahren dieses Haus einen Gieben und auf anderen aus den 30ern ein Mansarddach hat. Auf dem Altstadtmodell der Treuners ist, glaube ich, noch das Mansarddach zu sehen, das dann aber wohl nicht der letzte Zustand vor der Zerstörung war.
    • @Schlossgespenst
      Näheres zu diesem Umbau weiss ich nicht. Die Stadt Frankfurt tat sich aber in den Dreissigerjahren sehr hervor mit Renovationen in der Altstadt, insbesondere mit Fachwerkfreilegungen. Mir kommen spontan folgende Bauten in den Sinn, wobei ich nicht sicher bin, ob tatsächlich die Stadt bei allen Bauherrin war.

      - zum Dürren Baum, Buchgasse 10
      - Kleine Münze, an der Schmidtstube 1
      - Stadt Nürnberg, an der Schmidtstube 1
      - Kellertür (Glissmud), Alter Markt 31
      - Dracheneck, Alter Markt 33
      - Heydentanz, Bethmannstr. 20
      - Entkernung Handwerkerhöfchen
      - Entkernung Kirschgarten

      Das Altstadtmodell der Treuners gibt natürlich nicht den exakten Zustand der Altstadt unmittelbar vor deren Zerstörung wieder. Während die Treuners ihre Aufnahmen machten, wurde fleissig weitergebaut, aber es ist belegt, dass sie in solchen Bereichen oft Nachskizzen anfertigten. Dies erklärt, weshalb sie das Haus "zum Kleinen Limpurg" noch im Zustand vor der Rekonstruktion nachbauten.


      @RMA
      Dieser Restaurierungsbericht würde mich natürlich brennend interessieren! Bei Reiffenstein habe ich diesbezüglich nichts gefunden. Sage (Bürgerhaus) erwähnt hingegen, dass beim Abnehmen der Brüstungstafeln während dem 2. Weltkrieg im 1. Obergeschoss die Hauswand darunter einen grau und rot bemalten Verputz zeigte, ähnlich jenem an der Nordwand (die geschnitzte Fassade ist ja offenbar in zwei Etappen entstanden). Weiter erwähnt er eben die "Restauration" der Wandmalereien, aber nicht, welche Fläche diese bedeckten.

      Licht ins Dunkel könnte aber die Anmerkung 8 in Manfred Gerners Buch "Farbiges Fachwerk" (1983) bringen: "Gerner, M.: Gutachten über den denkmalpflegerischen, kunstgeschichtlichen und baugeschichtlichen Wert des historischen Salzhauses, für das Salzhauskomitee, Frankfurt 1983". Weiter schreibt er auf Seite 21: "... Der prächtige Giebel war farbig gefasst, nach schriftlicher Überlieferung Rot, Weiss und Gold". Ist dieses Gutachten irgendwo einsehbar? Vielleicht finden sich dort auch Angaben zur Nordfassade. Auch habe ich noch nie ein Photo des Hauses ohne die im Krieg entfernten geschnitzen Tafeln gesehen (vielleicht gibt es gar keine, denn das Photographieren von Ruinen etc. war ja unter den Nazis streng verboten!).
    • Ich werde den Bericht die Tage mal digitalisieren, Riegel. Anfang der 80er gab es ja Bestrebungen, das Salzhaus historisch wieder aufzubauen, was, höchst bedauerlich, nur an den Finanzen gescheitert ist. Ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass es als einer der schönsten Bauten der deutschen Renaissance eines Tages wieder ersteht. Würde ich 10 Millionen € im Lotto gewinnen, ich würde sofort für dieses fantastische Gebäude spenden... :(

      Zur Auflockerung mal wieder eine weitere Luftaufnahme. Von den vielen Ansichtskarten mit diesem Thema zeigen nur wenige das Gebiet östlich des Doms, insbesondere das Fischerfeldviertel zwischen Fahrgasse und Lange Straße, an das heute praktisch nichts mehr erinnert. Hier entstanden im frühen 19. Jahrhundert ganze Blocks im Louis-Seize- und klassizistischen Stil, wodurch Frankfurt zu dieser Zeit als besonders progressiv und lebenswert galt!

      Ebenso wie hier hat der Bombenkrieg auch im Osten der Altstadt zwischen Dom - Domstraße - Braubachstraße - Fahrgasse - Mainkai - Schmidtstube und Großer Fischergasse entsetzlich gewütet. Insbesondere das Viertel südöstlich des Doms mit dem Roseneck, dem Haus Fürsteneck sowie dem gerade renovierten Kirschgarten, über den Riegel bereits schrieb, wurde praktisch pulverisiert. Ganz offensichtlich herrschte noch vorwiegend mittelalterliche Bausubstanz mit sehr hohem Holzanteil vor.

      Die Karte hier stammt wohl aus den frühen 30er Jahren, da die Mehlwaage noch nicht restauriert ist, und auch der bereits angesprochene Kirschgarten völlig überbaut erscheint, definitiv aber vor 1938, da die Börneplatzsynagoge noch steht.

      Die wichtigsten Baudenkmäler und Straßen habe in einer zweiten, kommentierten Version der Karte eingezeichnet, dazu noch zum Überblick eine Collage des Ravenstein-Plans mit in etwa dem Ausschnitt, der hier zu sehen ist (er enthält natürlich noch nicht die neueren Gebäude wie z. B. die Synagoge).



      Vorderbeschriftung: Frankfurt a. M. Dom mit Main
      Datierung: Nicht gelaufen, vermutlich frühe 30er Jahre


      Kommentiert:



      Ravenstein-Plan:

    • Die Mainfront und der Eiserne Steg



      L. Klement, Frankfurt a. M., Nr. 22 und 273, beide geschr. 1908

      Zwei Ansichtskarten mit dem Mainkai, vom Turm der Dreikönigskirche aus aufgenommen. Beide zeigen die Stadtsilhouette mit der Vielfalt ihrer Türme; egal ob romanisch, gotisch, klassizistisch, historistisch... jedenfalls fügten sich diese Türme zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Die Häuser am Mainkai sind hier frontal zu sehen, wie auf einem Plan mit einer Fassadenabfolge. Es würde mich reizen, die beiden Karten (nach entsprechender Vergrösserung der einen) zu einem Panoramabild zu vereinen. Bereits die rechte Ansichtskarte war damals schon aus einer Photomontage entstanden!




      Frankfurter Ideal Postkarte No. 15, ca. 1900/10

      Eine Ansichtskarte fast wie ein Gemälde!
      Der Eiserne Steg besteht hier noch in seiner ursprünglichen Form von 1869 mit den beiden Pylonen in neugotischer Architektur. Auf den ersten Blick könnte man beinahe meinen, dass es in Frankfurt einst noch mehr gotische Kirchtürme gab...




      Frankfurter Kunstverlag Hermann Loeb, Frankfurt a. M., geschr. 1899

      Das Überschreiten des Eisernen Stegs in seiner ursprünglichen Form muss ein besonderes Erlebnis gewesen sein. Seit dem Abbruch mittelalterlicher Brückentürme und Zollhäuschen hatten Brücken oft einen rein verkehrstechnischen Zweck; beim Eisernen Steg hingegen musste man zuerst eine Treppe erklimmen, um dann nach dem unterqueren einer Gaslaterne (Zutat im Jugendstil?) auf die Brücke zu gelangen. Erst dort kam der Höhepunkt mit den beiden Pylonen, welche mit den spitzbogigen Durchlässen und den Fialen an ein gotisches Kathedralportal erinnern. Auf der Sachsenhäuser Seite bestand dieselbe Abfolge.




      keine Verlagsangabe, nach 1912

      1911/12 wurde der Steg umgebaut, nachdem an ihm ein Schiff mit dem Masten hängen blieb... Der Main wurde für grössere Schiffe schiffbar gemacht, was den Neubau diverser Brücken zur Folge hatte. Der neue Eiserne Steg hatte keine Pylonen mehr, was ihm fortan ein technischeres Aussehen bescherte, und auch die optische Analogie zur Altstadt minderte. Die Mehr-Durchfahrtshöhe beträgt ca 1.5 Meter, was an der Aufmauerung der ursprünglichen Flusspfeiler erkannt werden kann (oder auch an den letzten Treppenläufen unmittelbar vor Brückenanfang, welche ursprünglich nicht vorhanden waren).




      R. Mannewitz, Frankfurt a. M., geschr. 1911

      War es ein Umbau oder ein Neubau? Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Brücke lediglich angehoben, und im Bereich der entfernten Pylone ergänzt worden ist.

      Doch der Brückenscheitel in der Mitte war früher weit schwächer dimensioniert, als er es jetzt ist, und auf alten Abbildungen erkennt man eine leichte Durchbiegung. Auch bestand ein Brückenkragarm ursprünglich aus 13 Feldern, nach dem Umbau nur noch aus deren zehn. Also handelte es sich viel mehr um einen Neubau, bei dem einzelne Teile des alten Stegs eine Wiederverwendung fanden.

      Die letzte Ansichtskarte zeigt den Eisernen Steg während den Um- und Neubauarbeiten 1911. Im Hintergrund entsteht bereits der neue Steg auf einem hölzernen Leergerüst, erkennbar am fehlenden Pylon. Im Vordergrund wird ein Segment des alten Stegs von einem Schiff an Land gehoben. Die Streben und Hängesäulen bestanden bei letzterem aus Gitterstäben mit schräg angebrachten Kurzstreben. Beim neuen Steg wurden die Streben und Hängesäulen jedoch mit rechtwinklig angeordneten Laschen gefertigt (ist auf den hier gezeigten Photos nicht erkennbar).

      Doch spannender wird es erst noch!! Wo ist der steinerne Flusspfeiler geblieben, welcher nachweislich nicht ersetzt worden ist? Man beachte nun den fahrbaren Kran auf dem bereits montierten Brückenteil links: dahinter ist ein Rest des alten Stegs zu sehen! Das heisst, dass der neue Steg flussaufwärts vormontiert, und nachher an den definitiven Standort geschoben wurde. Aber was machte diese Übung für einen Sinn, wenn der alte Steg gleichzeitig schon abgebrochen wurde? (Ein Aufbau eines Brückenbauwerks an einem anderen Ort und anschliessendes Verschieben an den definitven Platz macht dann einen Sinn, wenn die Flussüberquerung zeitlich möglichst kurz bis gar nicht unterbrochen werden sollte, und man auch kein Provisorium errichtet. Ist heute im Eisenbahnbau fast die Regel.) Die Streben und Hängepfosten wurden ja definitiv nicht mehr weiterverwendet, aber es ist möglich, dass die gebogenen Obergurte und die geraden Untergurte eine Wiederverwendung fanden (wie auch das verzierte Brückengeländer). Auf den Obergurten kann man tatsächlich heute noch jeweils drei bis vier zusätzliche, vernietete Eisenplatten feststellen. Diese dienen einerseits als Verbindungslaschen der einzelnen Elemente, aber möglicherweise auch als Verstärkungen (beim Wiederaufbau nach der Sprengung im 2. WK dürften weitere solche Platten hinzugekommen sein).

      Also auch ein technisches Bauwerk aus Eisen erhält im Laufe der Zeit seine archäologischen Spuren!


      (Edit.: neue Bildlinks)
    • @ Riegel:

      Wieder hochinteressante und teils extrem rare Ansichten, auch wenn mir die Baugeschichte der Brücke bereits bekannt war - das Beispiel zeigt wieder einmal, dass noch vor 100 Jahren auf eine Weise gebaut wurde, die heute völlig verloren ist.

      Kaum vorstellbar etwa, dass man bei der Austattung von eines im Grunde so profanen Bauwerks wie einer Brücke heute noch Rücksicht darauf nehmen würde, wie diese auf die Stadtsilhouette wirkt - leider!

      Ich habe mich nebenbei - für einen Wikipedia-Artikel - noch einmal mit dem Handwerkerhöfchen beschäftigt. Da die Karten von 1944 meines Wissens noch urheberrechtlich geschützt sind, habe ich kurzerhand selber eine des Areals gezeichnet. Völlig unklar ist mir noch die Verteilung der Hausnummern, die im Rahmen der Auskernung wohl völlig neu geregelt wurde, anscheinend haben nicht nur die Häuser am Höfchen selbst, sondern auch vorher zur Goldhutgasse gehörige Gebäude wie z. B. das berühmte Haus zum Widder eine neue Anschrift erhalten?

      Hier mal ein Zwischenstand, was ich als Anschrift mit "Handwerkerhöfchen xx" entziffern konnte. Ggf. kann mir morgen ein Vergleich mit dem Adreßbuch von 1943 aus der Unibibliothek weitere Infos liefern...



      Update 04.11.2007: Neuen Plan auf Basis des Adreßbuchs von 1943 auf eigenem Webspace eingefügt.
    • So, ich habe heute einige Schriftstücke zur "Altstadtgesundung" aus den späten 30ern / frühen 40ern organisiert. Auch wenn einige dank der gleichgeschalteten Presse der Zeit vor brauner Soße nur so triefen, enthalten sie doch einige interessante Informationen.

      So war die Altstadtsanierung wohl 1934 beschlossene Sache und die Stadt schrieb Wettbewerbe für die Neubebauung nach Auskernungsmaßnahmen aus. Zu den interessanten von mir aufgestöberten Unterlagen zählen unter anderem Pläne des Bauamtes - meines Wissens sind die Originale im Krieg verbrannt - zur Kirschgarten-Baumaßnahme sowie ein Plan, der eine Übersicht über die gesamten Maßnahmen der Sanierungen gibt. Er enthält auch solche, die aufgrund des Krieges nicht mehr durchgeführt werden konnten - so waren z. B. bereits Orte zum Wiederaufbau der eingelagerten Häuser Heydentanz (nach dem Krieg als Brennholz verwertet!) und des Großen Speichers (Verbleib unklar, vermutlich auch Brennholz) ausgewählt worden.

      Sobald mein neuer Scanner da ist, werde ich aus den Schriftstücken, und auch dem bereits angekündigten Salzhaus-Restaurierungsbericht dann endlich mal PDFs machen.

      Zum Abschluß noch eine schöne Ansicht, wohl vom Langen Franz mit einem Teleobjektiv Richtung Dom fotografiert...



      Vorderbeschriftung: Keine
      Datierung: 20.06.1941
    • "RMA" schrieb:

      ... Völlig unklar ist mir noch die Verteilung der Hausnummern, die im Rahmen der Auskernung wohl völlig neu geregelt wurde, anscheinend haben nicht nur die Häuser am Höfchen selbst, sondern auch vorher zur Goldhutgasse gehörige Gebäude wie z. B. das berühmte Haus zum Widder eine neue Anschrift erhalten?


      In erster Linie arbeite ich immer mit der Hausnumerierung gemäss dem Ravensteinplan von 1861, denn diese Numerierung hatte (mit wenigen Anpassungen) ihre Gültigkeit bis 1944. Bei der Bearbeitung des Artikel zum "Kirschgarten" sind mir beispielsweise solche Mutationen schon bei Mainkai 3-7 aufgefallen. Der Stadtplan von 1944 ist ja in http://www.altfrankfurt.com">www.altfrankfurt.com herunterladbar, aber oft kann man dort die Nummern nicht genau entziffern (und beim Digitalisieren desselben entstanden Verschiebungen, sodass z.B. die Goldene Waage zweimal erscheint...)

      Ich habe mich auch mal in diesem Nummernwald um das Handwerkerhöfchen hineinbegeben, bin aber schliesslich zum Schluss gekommen, dass es sich bei der neuen Numerierung viel mehr um Parzellennummern oder Versicherungsnummern handeln könnte, als denn um neue Hausnummern.


      rot: Numerierung nach Ravenstein 1861 - blau: Numerierung 1944

      Ich bin gespannt, ob Du noch was anderes in Erfahrung bringen kannst. Wenn nicht, würde ich mich weiterhin nur an die Numerierung gemäss Ravenstein halten, und die Nummern von 1944 ausser Acht lassen. Hätte es sich effektiv um neue Hausnummern gehandelt, hätte es früher oder später Schwierigkeiten gegeben (bspw. erscheint die Nr. "14" dreimal im Bereich des Schwertfegergässchens!). Es gilt weiter zu beachten, dass schon bei Ravenstein einzelne Häuser zwei Nummern erhalten haben, vor allem wenn es sich um grössere Eckliegenschaften handelte, welche an zwei wichtige Gassen/Plätze stiessen (z.B. Haus "Landeck", Römerberg 8/ Saalgasse 44).
    • Ich habe die Mikrofiches des 1943er Adressbuchs von Frankfurt durchgeschaut. Es ist tatsächlich einfacher als man denkt, denn dort steht bei Handwerkerhöfchen: "Häuser gehören zum Markt, Lange Schirn und Bendergasse".

      Auch Drachen- und Schwertfegergässchen hatten nie eine Anschrift, nur das Rapunzelgässchen und die Goldhutgasse. Viele Gassen fangen erst bei höheren Nummern und nicht mit 1 an. Bei letzterer ist interessant, wo die Nummerierung dafür anfängt (nämlich im Süden des Handwerkerhöfchens, vermutlich stand vor der Auskernung dort ein Haus), und die Tatsache, dass in der Bendergasse offenbar die einstige 22 und die 20 zusammengefasst wurden, denn dort steht im Adresbuch bei 20: "Existiert nicht".

      Anbei mal der aktualisierte Plan:



      Update 04.11.2007: Neuen Plan auf Basis des Adreßbuchs von 1943 auf eigenem Webspace eingefügt.
    • Interessant! Aber ich würde bei stadtgeschichtlichen Forschungen trotzdem die alte Numerierung nach Ravenstein beibehalten (und nur bei Diskrepanzen darauf hinweisen, wie ich es z.B. im nächsten Abschnitt darstelle), da ja die neue Numerierung höchstens ein paar wenige Jahre bestand. Und neue Häuser wurden ja keine geschaffen, sodass sich eine Neunumerierung ebenfalls hätte erübrigen lassen. Bei Diskussionen in andern Themen wurden die Altstadtsanierungen der 30er-Jahre oft mit einem braunen Nazi-Beigeschmack versehen, und ich denke, dass diese Neunumerierung auch mit diesem Hintergrund erfolgte... Weisst Du, ab wann diese Numerierung bestand?



      Nun eine weitere Rückkehr zur Mainfront:

      Die ersten beiden Gesamtansichten zum Mainkai betrafen den Bereich der engeren Altstadt vom Dom bis zur Leonhardskirche. Flussaufwärts haben wir im Abschnitt über den "Kirschgarten" die dortige Mainfront mit den Häusern 3-7 gestreift. Eine Ansichtskarte mit der "Alten Brücke", welche dann ab 1914 durch die heutige ersetzt wurde, zeigt diese Häuserreihe von der Mainseite:


      L. Klement, Frankfurt a. M., ca. 1900/1910

      von rechts nach links: (nach der Numerierung von 1944!)
      - Schöne Aussicht 18
      - Fahrgasse
      - Mainkai 1, 2
      - Fischergasse (Fischerpförtchen)
      - Mainkai 3-9 (wovon Nr. 6/7 als ein Haus mit zwei Eingängen erscheint)
      - kleine Fischergasse
      - Mainkai 10-12

      Da die Häuser Mainkai 3, 6 und 7 den Krieg überlebt haben und heute noch stehen (s. 6. Bild), rechtfertigt sich hier ein genauerer Blick auf die Hausnummern-Mutationen:
      - Nr. 3: gemäss Ravensteinplan 1861 zwei Vorgängerbauten mit den Nrn. 2 und 3
      - Nrn. 4 u. 5: gemäss Ravenstein ein Haus mit der Nr. 4
      - Nr. 6: gemäss Ravenstein die Nr. 5
      - Nr. 7 gemäss Ravenstein ein Doppelhaus mit den Nrn. 6 und 7.

      Die Fortsetzung flussaufwärts nach Osten (rechts) betrifft dann bereits das Fischerfeldviertel, welches RMA kürzlich hier vorgestellt hat. Bilder dazu im Faden über das Schopenhauerhaus.



      Vor dem Saalhof bestand ja ein Bahnhof und die Anlegestation für Dampfschiffe. Weiter abwärts kam nach dem Eisernen Steg ein Güterschuppen, und bei der Leonhardskirche ein Güterbahnhof (mit den bereits gesehenen Kränen unter den kreisrunden Blechdächern). Die letzte Ansichtskarte von der Mainfront hält zwei weitere Lagerhäuser fest, welche direkt auf der Quaimauer standen, und wahrscheinlich Teil des "Zollhofs" waren:


      "Am Zoll" Jacobs Kunstanstalt, Frankfurt a. M., geschr. 1925, Bild wohl älter


      (Edit.: neue Bildlinks)
    • Hochinteressante Informationen, Riegel! Ich ergänze das Ganze noch mit einer weiteren Karte, an der ich heute mal meinen neuen Scanner getestet habe. Sie setzt die von die gezeigte Ansicht nach Westen fort - man beachte die eher unsympathischen Flaggen, die wohl bezeugen, dass es sich um eine späte Aufnahme handelt... ;)

      Interessant wäre auch herauszufinden, was da um die Spitze des Domturms flattert - Dreck auf der Karte ist es nicht. Vielleicht auch Flaggen?



      Vorderbeschriftung: Frankfurt a. M. Dom mit Mainkai.
      Rückbeschriftung: Heinrich Nord, Frankfurt/M. Graphische Künste - Ansichtskarten-Industrie
      Datierung: 20.06.1941


      Edit: Und anbei noch der versprochene Artikel zum Salzhaus aus "Die Baudenkmäler in Frankfurt am Main":

      http://uploaded.to/?id=uob3f4\r
      uploaded.to/?id=uob3f4
    • "RMA" schrieb:

      Interessant wäre auch herauszufinden, was da um die Spitze des Domturms flattert - Dreck auf der Karte ist es nicht. Vielleicht auch Flaggen?


      Das sind eindeutig Flaggen. Wenn man sich die Aufnahme genauer anschaut, sieht man sogar die Stangen, an denen sie befestigt sind.
      www.chronik-bermuthshain.de
      www.chronik-crainfeld.de
      Ortsgeschichte von Bermuthshain und Crainfeld in Oberhessen