Dresden

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    • Ich war auxch beim Aufbau des Coselpalais in Dresden im März 1999 und habe ein paar Aufnahmen gemacht (leider Dias, daher kann ich die im Moment nicht scannen...) Darauf ist zu erkennen, dass im Bereich der Innenwände, insbesondere die Stützen am großen Saal aus Stahlbeton hergestellt wurden.
    • tolle! neuigkeiten

      :schild5:

      noch wohne ich im wohnheim gegenüber :auslachendoppelt:

      DNN 26.11:

      Umbau und Sanierung der Wohnzeile an der Prager Straße für 2006 geplant

      Es ist fast genau ein Jahr her, als Woba-Chef Reinhard Keller durchaus mutig und durchaus unerwar-tet davon sprach, dass die Häuserzeile an der Prager/Petersburger Straße möglicherweise abgerissen werden müsse. 591 Wohnungen, die ganze Zeile weg. Das war auf einer Diskussionsveranstaltung der Akademie der Künste zur Prager Straße. Und auf Gegenliebe für solch einen radikalen Schnitt stieß Keller dort nicht. Begründet hatte er die Ab-rissgedanken mit pekuniären Nöten. Eine Sanierung könnte zu teuer werden für die Wohnungsgesellschaft.

      Seither ist einiges geschehen. Die Woba hat ein Gutachterverfahren eingeleitet, das Sanierungsmöglichkeiten durchleuchten sollte. Jetzt ist es abgeschlossen und das Ergebnis lautet: Der Abriss ist vom Tisch, wie die Woba-Pressesprecher Peter Horenburg auf DNN-Anfrage mitteilt. Die Vorschläge der mit der Untersuchung beauftragten Architekten hätten die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung belegt, sagt er. Also sei die Entscheidung gefallen: Das Haus bleibt stehen.


      Natürlich nicht so, wie es ist. Früher war der langgezogene Block in der Stadtmitte ein sehr beliebter Wohnort, auch Oberbürgermeister Ingolf Roßberg (CDU) wohnte einst dort. Heute entspricht weder das marode Äußere noch das raummäßig beschränkte Innere noch den Ansprüchen von vielen. Deshalb soll es Veränderungen geben, und zwar auch tiefgreifende. Horenburg spricht davon, dass es Grundrissänderungen in Wohnungen geben wird. Wie DNN berichteten, hatten schon mehrere Architekten vorgeschlagen, so genannte Lofts einzurichten. Konkret: Große Wohnungen über die gesamte Etagentiefe, damit der Blick nach Westen und nach Osten. Das war auch eine Idee von Carsten Lorenzen, Architekturprofessor an der TU Dresden, gewesen. Der außerdem vorschlägt, die lange Front mit unterschiedlichen Balkonbrüstungen aufzulockern. Teile des Plattenbaus müssten zurückgebaut, also schmaler werden. Auch Maisonettewohnungen sieht sein Projekt vor, Penthäuser und eine Dachterrasse.


      Welches Architektenbüro allerdings bei Sanierung und Umbau zum Zuge kommen wird sei noch nicht entschieden, sagt Horenburg. Die planerischen Details werden im Januar 2005 in Angriff genommen. Im Jahr 2006 soll dann der Bau beginnen.


      Auf dem Symposium der Akademie der Künste im vergangenen Jahr hatte der Architekt Stephan Braunfels gefragt: "Was käme denn nach dem Abriss des Wohnhauses? Doch am Ende nur kleinkarierte kommerzielle Verdichtung." Und scheinbar ist die Woba zur gleichen Ansicht gekommen. Außerdem: Kleinkariertheit sieht zwar oft billig aus, kann aber trotzdem teuer sein. Wie hoch die Sanierungskosten sein werden, das könne man aber erst nach Abschluss der Detailplanungen sagen, erklärt der Woba-Sprecher.

      Heidrun Hannusch


      ..morgen wird gekündigt :prosit:
    • Die ist wirklich schrecklich, hässlich -schlicht eine städtebauliche Katastrophe. Aber im Ernst: an Abriss war m. E. nie zu denken: Nur weil die Woba, die überall in Dresden Platten rosa und himmelblau anstreicht, mal hat verlauten lassen, dass dieses Musterbeispiel an Stadtentstellung hätte abgerissen werden können, muss man da keinen Gehalt hineindichten. Selbst in den euphorischen Frühneunzigern war ein Abriss zumindest in den städtebaulichen Modellen nie vorgesehen.


      Hier ist das gute Stück, zukünftig wohl in rosa... :übelkeit:

    • Ist eine wirtschaftliche Frage

      Die Innenstadtplatten vermieten sich gut.
      Abrißprämie gibt es überall gleich. Also werden lieber in Prohlis oder Gorbitz ein paar Blöcke rausgenommen.

      Wenn sich ein Investor fände, der da unbedingt etwas anderes hinbauen will, würde es sicherlich ganz schnell gehen.

      Also: Fleißig sparen und Investor werden!
    • Wenn die da drinnen die Grundrisse der Wohnungen ändern, ist das für das Stadtbild ungefähr so relevant, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Das Gebäude gehört abgerissen oder wenigstens massiv abgestockt und äußerlich umgebaut. So wie bisher ist es jedenfalls eine Katastrophe.

      Dieses langestreckte Gebäude nimmt, wenn ich das richtig sehe auch den Platz von mindestens einer vor 1945 in die Prager mündenden Querstraße ein. Schon allein deshalb müßte es weg, damit man die Querstraßen wieder anlegen kann. Damit würde die Prager Straße vielleicht etwas weniger interessanter und aufgelockerter.
    • Hinter dem Gebäuderiegel ist ja nichts.

      Nur die breite Verkehrs-Trasse der St.Petersburger Strasse und dahinter die Studentenwohnheime und die Seevorstadt-Ost als reine Schlafstadt.

      Man müßte zuerst den Durchgangsverkehr aus der Stadt rausbekommen und könnte dann überlegen, wie die Wohngebiete östlich der St.Petersburger belebt und mit der Innenstadt westlich der St.Petersburger verknüpft werden könnten.
    • Es gab ja in den neunzigern diverse brilliante Vorschläge, die Petersburger abzukappen, d.h. ihrer Bedeutung als Verkehrsschlagader des Zentrums zu berauben. Abgesehen von einer Halbierung der irrsinnigen Breite ist das alles nicht praktikabel; höchstens mit dem Umbau des Postplatzes zum zentralen Verkehrsknotenpunkt und der darausfolgenden Achse LINKS der Prager Straße - des es nicht ist; nach wie vor ist das dort ein übelstes Gefahre, gerade am Postplatz.

      Die allerersten Ansätze für eine Verkehrsneuorientierung nach dem Krieg gingen ja auch in die Richtung, daß man vom Bahnhof bis zum Zwinger eine große Passage hat mit Schnellstraße, Bandläden usw.....nicht an der Petersburger. Hätte den Vorteil, daß die Altstadt wieder an den "Bauch" angebunden und keine verlorene Insel aus ösrtlicher Sicht wäre!

      Das Problem beim Durchgangsverkehr ist u.a. ja auch, daß der Wiener Platz bzw. das Verkehrskreuz zu überdimensioniert ist - das habe ich immer gehaßt wie die Pest....die ganze Petersburger zerfließt in einem überaus unübersichtlichen Durcheinander....die Hälfte mindestens, zwei Drittel könnten wahrscheinlich eingespart werden, ohne größere Probleme, wodurch die Prager beidseitig erweitert werden könnte, womöglich mit einem zentralen Kreuzungsplatz in der Mitte...würde bedeuten, daß der Riesenriegel entweder in zwei Teile zerhackt oder ganz beseitigt werden müßte.
    • Interessant bei der Prager Straße ist ja auch, die Passantenströme zu analysieren.

      Und da wird man feststellen, daß 95% der Leute, die die Prager Straße passieren, auf der westlichen Seite entlanggehen,
      von je her!

      Warum?
      Die interessanteren Geschäfte?
      Von den Architekten war es sicher seinerzeit nicht vorgesehen, daß die Läden links gut gehen, rechts hingegen nicht.

      Architektur?
      Es ist sicher für Passanten nicht einladend, an einem hunderte Meter langen monotonen Block entlangschlendern zu müssen. So etwas ist eher ein probates Mittel, Fußgänger abzuschrecken.
      Aber in diesem Fall gibt bzw. gab es ja im Erdgeschoßbereich Läden mit Auslagen.

      Nein, im Fall Prager Straße ist es meiner Meinung nach das Mikroklima!
      Genau Richtung Süden zur Sonne hin steht die Hochhausscheibe Hotel Merkur-Newa.
      Sie macht, zusammen mit dem Längsriegel,
      die Ostseite der Prager Straße zu einem schattigen, ungemütlichen Ort. Die Durchgänge produzieren zudem unangenehme Zugluftströme. Und dann überall kaltes Glas und Beton als dominierendes Baumaterial!
      Im Prinzip kein Wunder, daß sich der Mensch dort nicht wohlfühlt!

      Ist aber nur eine Hypothese.
      Man müßte da eigentlich mal mit Thermometer und Windmeßgerät hingehen und die Korrelation nachweisen!
    • Irgendwo macht das aber auch ein Stückweit Stadtidentität aus. Jedenfalls ist bei uns die Redewendung "Änne Bullndämmse schonnewiddr - sis schlimmr ols in Drähsdn!" gebräuchlich geworden. Man denkt an Dresdenbesuche und erinnert sich zuerst an die Ströme von Schweiß, die einem vom Bahnhof bis Elbe runtergehen...und das nicht nur im Sommer.

      Ich habe grad jetzt auch überlegt, warum zum Henker ist man nicht in der Schattenseite gelaufen...nun, weil es dort Sportgeschäfte und Händyläden gibt und keine Fressalien - und unserereiner die Handy- und Addidasgeneration um Haaresbreite verpaßt hat (knapp daneben ist auch vorbei)...ebenso wie die Fitneß- und "Ausgewogene-Nahrung"-Stresserei... :augenrollen:
      Fakt ist aber nun mal, daß es sich grade in wärmen Tagen, wesentlich einfacher angenehmer im zugigen Schatten läuft...aber weil dort keine Passantenströme sind, gehen auch die Läden ein...deshalb auch keine Passandenströme.

      Die Ströme wurden und werden vom Bahnhof auf die linke Seite geleitet - das übt sich in den dummen Kopf ein....und trotz aller Vorsätze, die andere Seite zu besuchen, geht man aufm Rückweg genau denselben Weg. Der Mensch ist ein Gerwohnheitstier und man denkt nicht an die möglicherweise spannende Tour hinter den Bäumen, sondern...wann bin ich am Bahnhof/im zentrum...scheiße wie siehtsn hier aus...(beim seitlichen Ausblick)borne...voll die Pampa....was wollen die Bullen hier...änne übelste Hitze...usw.

      Das Zentrum....ja, genau deswegen will sich einfach kein Gefühl von Innen- oder gar Altstadt einrichten, weil man die ganze Zeit über weite Asphalt- Platten- und Wiesenplätze seppelt und sich im schönsten Falle(Anfang August, man ist zum Rockkonzert in die Stadt gekommen und es war Regen angesagt) die Seele aus dem Leib schwitzt und sich ab und zu Roster oder Östrogengeier vermengt mit fettigen Pommes in die Gusche stopft und das ganze mit Zitronenselters runterspült.

      Die Glaspaläste vorm Rundkino, so abstoßend und befremdend wie eine Doppelvorlesung Architekturtheorie, wirken aber irgendwie kühlend, nicht nur weils enger gebaut ist und Schatten spendet.

      Dresden hat aber deswegen ein ziemlich harmonisches Stadtbild - weite und lichtdurchflutete Plätze überall - man kann wirklich nicht behaupten, daß im inneren stadtbild allzuharte Brüche von wegen verwinkelter Altstadt und toten Plätzen auftauchen. Ganz tot ist noch nicht mal der Neumarkt - gut, vielleicht zu Ostzeiten war ers mal...Wenzel, du weißt darüber sicher eher bescheid als ich...
    • Auf der GHND-Seite musste ich gerade eine Hiobsbotschaft lesen, zu der mir außer Kopfschütteln leider nix mehr einfällt:

      27.11.04 - Der Dresdner Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung entschieden, das Projekt der Sachsenbau Chemnitz zur Umbauung des Kulturpalastes mit einer großen Shopping Mall, Hotel und Büros (und damit eine Investitution von 35 Millionen Euro) wird abgelehnt. Auf Antrag der SPD stimmte der Rat dagegen der kleinen Variante zu, die Erhalt und einfache Sanierung des KP's vorsieht und auch immerhin 25 Millionen kosten soll. Bisher sind allerdings für diese kleine Variante, die die Stadt Dresden selbst finanzieren will, keine Gelder im Stadthaushalt bereit gestellt. Die Zukunft dieses wichtigen Gebäudes zwischen Neu- und Altmarkt bleibt weiterhin offen.
    • Wer hat uns verraten ? Sozialdemokraten !! ;):D

      Gute Nachricht, weil dem Herz der stadt eine klassizistische Verfremdung erspart bleibt. Schlechte Nachricht, weil der Kulturpalast demnach noch 20, 30 Jahre stehen dürfte.

      Wiederum gute Nachricht, weil die Zeichen bei einer erneuten Diskussion auf grün stehen dürften, was richtige Vollendungspläne anbetrifft.


      Heißt für euch : Geld scheffeln und Kaufvertrag unterschreiben, damit ich mal als Entwurfskasper ran kann! :)
    • Nicht nur die klassizistische Fassade, die m.M. sehr wohl an den Altmarkt gepasst hätte, sondern auch das Quartier VII mit u.A. dem Dinglingerhaus dürften somit vom Tisch sein.

      Der VVK-Artikel ist jetzt quasi die Freifahrkarte für alle, die einigermaßen historisch bauen wollen, aber dabei weder auf Keller, Grundrisse noch Originalzustand des Hauses Rücksicht nehmen wollen/müssen. So interpretiere ich das zumindest.
    • Die prekäre Finanzsituation dürfte sich in den nächsten Jahren nicht ändern.

      Und ich finde: solange wir in diesen Zeiten leben, sollte das Kulturpalastareal auch nicht umgebaut werden, im Interesse des Dresdens(und des Deutschlands), was da 45 entgültig untergegangen ist. Damit meine ich nicht die barocke Schauseite; die geht in den nächsten Jahren, mit dem Ensemble Neumarkt der Vollendung entgegen.

      Der Altmarkt ist als zentrales städtebauliches Scharnier zu wichtig, um ihn kurzfristigen Interessen zu opfern. Lieber noch fünfzehn, zwanzig Jahre Trostlosigkeit und hernach ein schöner, passender Entwurf, als jetzt, in der Zeit der Investorenarchitektur, etwas mittelprächtiges, was genausolche Schönheit und Wirkung besitzt wie die renovierten Platten, die es flankieren.

      Ich denke, man hat zu Ostzeiten schon gewußt, warum man den Neumarkt die längste Zeit nicht angepackt hat...noch war die Zeit nicht reif und die Versuche gegen Ende(Münzgasse und Hilton) muten übervorsichtig und halbherzig an.

      Und der Kulturpalast nimmt eine ebensolche Rolle ein wie das ehemalige Stasigebäude am neumarkt - man packt den Platz in Eis; verhindert einen historistischen Neuaufbau, was dem Platz auf lange Sicht aber entgegenkommt, da so die Krampfarchitekten dieser Zeit, welche nur ganz schwer wieder wegzukriegen sind (siehe Hotel Hilton!) sich anderswo austoben. So schmerzhaft es für viele dresdner ist, aber sie sollten sich gedulden, bis die -für Deutschlands Städte so verheerende- modernistische Orthodoxie ausgestorben bzw. zurückgedrängt ist.

      Das kann gut noch fünfzehn oder zwanzig Jahre dauern, macht euch da mal nichts vor.
    • So schmerzhaft es für viele dresdner ist, aber sie sollten sich gedulden, bis die -für Deutschlands Städte so verheerende- modernistische Orthodoxie ausgestorben bzw. zurückgedrängt ist.


      das halte ich für naiv. wenn man (wir) nicht aktiv dagegen ankämpfen, initiativen, gesellschafte und vereine gründen, bürgerbegehren organisieren und trad. arichitekten loben wird daraus gar nichts. die bauhausmoderne ist schon seit über 80 jahren im einsatz, wer sagt, dass sie es nicht noch weitere 80 jahre sein wird?
      wir müssen massiven einsatz zeigen, sonst wird aus unserem anliegen rein gar nichts. von selbst wird sich die moderne nicht auflösen.
    • Trotz alledem: vorwärts immer - rückwärts nimmer!


      Dresdener Neueste Nachrichten vom 29.11.04

      Haus Terrassenufer 14 wird Anfang 2005 fallen - abrissreif sind noch mehr

      Endlich wird es fallen. Im ersten Quartal 2005 beginnt der Abriss des Hochhauses Terrassenufer 14, teilt die Stadtverwaltung auf DNN-Anfrage mit. Das Haus ist leer gezogen, die Fördermittel über 400.000 Euro bewilligt, zu klären sind noch einige verwaltungstechnische Fragen, auch müssen die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Gestoppt werden kann die Abrissbirne nicht mehr.

      Stopp muss man trotzdem sagen. Nämlich zu all jenen, die jetzt denken: Endlich! Endlich wieder freier Blick auf die Elbhänge. Denn im Weg steht noch manches, was man gemeinhin "städtebauliche Sünden" nennt. Und nicht nur am Elbufer. Diskutiert wurde der Abriss der gebauten Missstände in der Stadtverwaltung schon lange. Und Pläne dazu liegen seit Jahren in den Schubladen. Die meisten davon sind bisher gescheitert: am Veto der Hausbesitzer, an Rechtsfragen, an politischer Undurchsetzbarkeit und zuallererst natürlich an Geldmangel. Wir fragten Gunter Just, der sich in sieben Jahren als Baubürgermeister besonders intensiv mit Stadtreparatur beschäftigt hat: Was müsste - so man könnte, wie man wollte - abgerissen werden, um das Stadtbild ein Stück weit zu heilen?


      Just hat einen Stadtplan vor sich liegen, auf dem einige Gebäude rot markiert sind. So viele sind es gar nicht. Aber an strategisch wichtigen Stellen. Zuerst nennt er die Terrassenufer-Hochhäuser. Beide. Denn natürlich müsse auch das Hotel fallen, sagt er. Die Stadt teilt auf Anfrage mit, dass dafür aber noch kein Abrisstermin steht. Just geht noch weiter. Denn die Altstädter Uferseite zwischen Carolabrücke und Albertbrücke ist städtebaulich gesehen ein wahrer Sündenpfuhl. Im Blick-Weg ist hier auch die Häuserzeile an der Ostseite der Petersburger Straße zwischen Pillnitzer Straße und Carolabrücke. Und konsequenterweise - aber rein theoretisch nach der jüngsten Sanierung - müssten auch die Hochhäuser der Johannstädter Genossenschaft am Terrassenufer dran glauben. Erst dann könnte man hier wirklich von gründlicher Stadtreparatur sprechen.


      Auf unserer Abriss-Agenda steht ebenso das Hochhaus an der nördlichen Ecke Petersburger / Grunaer Straße. Schön war es nie, und stören tut es schon lange. "Eigentlich müsste man auch das Dorint-Hotel sprengen", gibt Just eine persönliche Meinung wieder, die von nicht wenigen geteilt werden dürfte. Den städtebauliche Sündenfall hat es nämlich auch nach der Wende gegeben. Der nächsten Abriss-Vorschlag zielt wieder auf eine ältere Immobilie - und ist wohl ebenso unrealistisch. "Wir hatten gehofft, dass das SZ-Gebäude an der Ostraallee verschwinden würde", erzählt Just von jenen Zeiten, als das Packhofviertel neu beplant worden war. Aber auch hier, gerade saniert, keine Chance. Eine Abriss-Erfolgsgeschichte ist dagegen das ehemalige Polizeipräsidium am Neumarkt, bald ist das fällig.

      (...)

      Auf der Neustädter Seite hat Just die Hochhäuser an der Sarrasani-Straße rot eingekringelt. Aber diese Rückbau-Pläne sind zunächst einmal vom Tisch - aus Mangel an finanzstarken Investoren. Eigentlich schon beschlossene Sache war auch der Abriss der ehemaligen pädagogischen Hochschule an der Albertstraße. Auch das Gebäude wurde dann doch noch einmal saniert und steht jetzt ziemlich deplatziert neben dem neu gebauten Wirtschaftsministerium. Am Neustädter Markt seien die beiden "Zipfel" der Plattenbau-Häuserzeile städtebaulich störend, meint Just. Und das Eckhaus an der Heinrichstraße auch, aber dessen Abriss ist ja beschlossene Sache.


      Wann und ob all die Abriss-Vorschläge einmal zur beschlossenen Sache werden, kann keiner wissen. Noch, und vor allem in Investoren- und geldarmen Zeiten, sind die stadtschönenden Pläne zunächst nicht viel mehr als Luftschlösser. Aber Luftschlösser verstellen wenigstens niemandem den Blick. Sie öffnen ihn viel mehr - auf ganz eigene Chancen des Stadtumbaus Ost.


      Wir sollten eine Abrißparty in Dresden veranstalten. :zwinkern:
    • Also dass der Kulturpalast saniert werden soll, ist schon der Gipfel. Welcher Teufel hat bloß die SPD geritten? Ich kann ja nachvollziehen, dass man jetzt das Geld nicht hat und vielleicht sind die Architekten in 15 Jahren doch besser, auch wenn es eine Katastrophe ist, dass damit wohl auch die Tiefgarage nicht kommt.
      Aber dass die Stadt geschlagene 25 MILLIONEN aus den eigenen LEEREN Taschen in eine Sanierung steckt, die 30 JAHRE diesen Zustand zementiert, ich begreif das nicht! Lasst den KP doch einfach noch 10 Jahre dahinfaulen, oder renoviert nur die allernötigsten Fassaden, aber verstellt doch nicht die Zukunft!
      Wie nötig würde man 25 Millionen am Neumarkt zur historisch getreueren Rekonstruktion brauchen! Selbst bei der Waldschlösschenbrücke wäre das Geld besser angelegt, das würde der Stadt wenigstens wirtschaftlich nutzen.