Wiederaufbau Frauenkirche zu Dresden (realisiert)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wer gestern abend das Glück hatte, in der Altstadt zu sein, konnte die Frauenkirche bei voller Beleuchtung genießen. Ich vermute mal, dass dort noch immer vom ZDF gedreht wurde.
      Besonders phantastisch war der Blick von Carola- und Augustusbrücke, die weiß beleuchtete Kuppel über der gelb angestrahlten Akademie war einfach grandios (erinnerte an die Beleuchtung in den 30er Jahren, war aber noch viel eindrucksvoller).
      Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Vielleicht konnte jemand von Euch Bilder machen?
    • Entgegen der hier verbreiteten Meinung halte ich die Frauenkirche für korrekt und treffend beleuchtet, während die anderen Monumentalbauten völlig überbeleuchtet sind. Die dezente Beleuchtung arbeitet die feinen plastischen Details der Frauenkirchen-Kuppel perfekt heraus, während Hofkirche & Co in einem Flutlicht-Meer a la Fußball-Stadion versinken. Je näher man der Frauenkirche kommt, umso unbefriedigender ist die Beleuchtungssituation. Schaut man aber z.B. aus 1-2 km auf die Kuppel, wo das Streulicht der überbeleuchteten Bauten nicht mehr stört, ist die Kirche perfekt inszeniert! Vielleicht hilft ein Vergleich aus der Akustik: Wenn alle laut schreien, muss ich natürlich noch lauter schreien, wenn man mich hören soll - genauso ist es mit dem Licht. :zwinkern: Die Bauten der Altstadt werden wesentlich edler und feiner wirken, wenn sie aus dem grellen Flutlicht herausgenommen werden. Warum es in der Nähe der Hofkirche nachts fast taghell sein muss, ist wirklich nicht einleuchtend! :?
    • Letzte Arbeiten in der Frauenkirche
      Kuppelausmalung fertig


      Im Innenraum der wiederaufgebauten Dresdner Frauenkirche laufen die letzten Arbeiten auf Hochtouren. Nach zehn Monaten ist die Innenkuppel fertig ausgemalt, sind die acht Bildnisse und Allegorien vollendet, sagte Architekt Thomas Gottschlich am Mittwoch der dpa.

      Die von Maler Christoph Wetzel geschaffenen Kunstwerke und die illusionistische Rahmenmalerei wurden von einer Jury abgenommen. Bis Ende April sollen die restlichen Vergoldungen ausgeführt und das spezielle Drehgerüst abgebaut werden, sagte Baudirektor Eberhard Burger.

      Die Evangelisten Lukas, Matthäus, Markus und Johannes sowie die Tugenden Glaube, Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit entstanden mit Farben, die nach einem 800 Jahre alten Rezept gemischt wurden. Der Mix aus frischen Hühnereiern, Leinölfirnis, Kasein-Lösung und Wasser diente als Bindemittel für das Pigmentpulver der Erdfarben grün, ultramarinblau sowie Rottönen. Für die Bildnisse und Medaillons gab es keine historischen Vorlagen, lediglich alte Dias von 1942.

      Die farbliche Gestaltung des Innenraums der Frauenkirche ist jedoch der barocken Fassung angeglichen. „Vor der Zerstörung war er ganz dunkel“, sagte Gottschlich. Künstler Wetzel habe daher die frühere Gestaltung nachempfinden und ergänzen müssen. 40 Meter darunter wird bereits am Podest für das Kirchengestühl gearbeitet. Die Emporenbestuhlung ist laut Baudirektor Burger so gut wie fertig. Am Altar wird weiter künstlerisch gearbeitet und vergoldet. Das Gerüst dort soll am 30. Juni fallen.

      Vier Monate danach wird die nach der Bombennacht von 13./14. Februar eingestürzte und seit 1995 wieder aufgebaute Frauenkirche feierlich geweiht. Die Netto-Baukosten von rund 132 Millionen Euro wurden zu fast zwei Dritteln durch Spenden aus aller Welt finanziert. Bei einem Benefizkonzert am 28. April im Konzerthaus Berlin wird eine Glashütte Original Frauenkirchenuhr mit Zifferblatt aus Meissener Porzellan - ein Unikat - zu Gunsten des Bauwerks versteigert.


      Die acht Deckengemälde in der Kuppel der Dresdner Frauenkirche
      sind am Mittwoch vollendet. Eine Jury nahm die in zehn Monaten
      von Maler Christoph Wetzel nachempfundenen Bildnisse und Allegorien ab.
    • Heute habe ich in einer Münchner Buchhandlung etwas durch das neuerschienene Buch von Reinhard Delau: "Die Dresdner Frauenkirche, ein Tagebuch des Wiederaufbaus" gelesen und bin dabei auf ein Interview mit dem Landtagsarchitekten Peter Kulka aus dem Jahr 1992 gestoßen.
      Es ist ja interessant, was er damals von sich gab:

      Frage: Wie sehen Sie den Wiederaufbau der Kirche?
      Kulka: (...) Mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche stehen doch gleich ganz andere Fragen. Was macht man mit (...) dem Dresdner Neumarkt? Ihn wiederzugewinnen ist doch fast unmöglich. Wir müssen mit heutigen Mitteln und aus heutiger Sicht in Dresden bauen. Man muss den Architekten vertrauen, der neuen Gestalt. Sonst kommt Sentimentales heraus, eine sentimentale Architektur. Es (die Kirche) wird auf jeden Fall eine Kopie. Den immer wieder heraufbeschworenen Canalettoblick gibt es seit dem 19. Jahrhundert ohnehin nicht mehr.

      Frage: Es gibt Architekten, die sich zumindest einen modern gestalteten Innenraum des Gotteshauses vorstellen können. Jenen, die den Wiederaufbau des Gotteshauses anstreben, ist das in keiner Weise opportun?
      Kulka: Der Innenraum hatte nicht die Qualität der äusseren Gestalt. Man sollte also durchaus nachdenken, ob ein neu gestalteter Innenraum möglich ist. (...) Der totale, vielleicht perfekte rekonstruierte Wiederaufbau bleibt fragwürdig.

      Frage: Sprechen wir von den Gefahren, die der Stadt drohen.
      Kulka: (...) Die Barockbauten Dresdens haben es oft schwer nebeneinander. Da steht manches schief herum. Das ist aus der mittelalterlichen Struktur der Stadt zu erklären. Der Zwinger steht auf einem Stück Wall, die Hofkirche steht schief. (...) Das Schloß hat wieder eine andere Richtung. Wie schwer tut sich Sempers Gemäldegalerie neben dem Zwinger. Es hat also nie Vollkommenheit gegeben. Dessen sollte man sich bei aller Bewunderung des Alten bewusst werden. Wenn man aber dennoch sieht, wie frei und zum Teil genial man mit Räumen und Achsen umgegangen worden ist, dann ist man schon wieder ein Stück in der Moderne. (...)

      Ich möchte das nicht kommentieren, der Text spricht ja für sich. Kulka ist der Mann, der den Ostflügel des Schlosses aufbaut. Er hat bereits bekanntgegeben, dass er die Englische Treppe wiederaufbauen, die sich darauf befindlichen Puten aber nicht rekonstruieren will. Weil eine Reko des Riesensaals vorerst nicht finanziert werden kann, will er diesen vorerst modern gestalten. Wir sollten diesen Herrn im Blick behalten.
    • Kulkas Meinung zum Neumarkt ist ja gottlob (überwiegend) seine Meinung geblieben - wir bekommen ja jetzt diese "sentimentale Architektur", also was soll's...

      Was die Frauenkirche angeht: Ihr könnt mich alle verfluchen, aber ich hätte den Innenraum glaube ich auch etwas anders gemacht: Nämlich historisch genau, aber ohne die Malereien, einfach nur blanker Sandstein. Mir ist das Ding nämlich zu bunt geworden, man sieht das Material kaum noch, und das finde ich schade. Daher - ein schlichter Innenausbau wie bei der Kreuzkirche wäre eine gute Alternative gewese, zumal die Malereien soviel ich weiß, nicht historisch genau, sondern nur ähnlich sind, weil die originalen Malereien nicht ausreichend dokumentiert waren (oder?). Das gesparte Geld hätte man aufheben können für Sanierungsmaßnahmen, die in 10 bis 15 Jahren bestimmt wieder anstehen werden.
      Aber das ist eine reine Geschmackfrage - mir geht es da nicht um modern oder alt, ich bin ja im Zweifel auch für alt....
    • Wahnsinnig schön... auch wenn die Malereien vielleicht nicht 100%ig den Ursprungsbildern entsprechend sind sie trotzdem super geworden und in meinen Augen nicht weniger Wert als ein 20x restauriertes original Fresko.

      Schade nur, dass nicht mehr Deckengemälde rekonstruiert werden.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Gestern war ich endlich auch einmal auf der Kuppel.

      Draußen 32 Grad im Schatten. drinnen angenehm kühl,
      Da sich der Aufgang mit ganz leichter Steigung nach oben windet, kommt man noch nicht einmal ins Schwitzen!

      Ärgerlich für eine Möchtegern-Weltstadt ist die Tatsache, daß von 13:00-14:00 wegen Mittagspause des Aufsichtspersonal die Türen zu bleiben.
      Das sollte schnellstens geändert werden!

      Innenausbau:


      Taubenschutz (durch's dreckige Fenster):


      Prisco-Quartier


      Hotel de Saxe mit letztem Rest vom Polizeianbau
    • "Miwori" schrieb:

      Das ist die Brüstung für die Öffnung der Innenkuppel,
      also des "Lochs", das auf dem Foto mit den Deckengemälden in der Mitte zu sehen ist.

      Wenn man sich einen Schnitt des Gebäudes anschaut, kann man es sich vielleicht besser vorstellen.


      Danke für die Information. Das dachte ich mir schon, dass es sich dabei um die Brüstung handelt.

      Hast du vielleicht noch mehr Bilder? Ich bin neugierig! :lachen:
    • "saibo" schrieb:


      Hast du vielleciht noch mehr Bilder? ICh bin neugierig! :lachen:

      Ich habe nur wenige Innenfotos gemacht und nichts, was nicht auch auf dem von dir verlinkten dresden-bilder.de zu sehen wäre.

      Vielleicht noch eine Außenaufnahme:


      Man sieht den künftigen Neumarkt
      mit dem Lutherdenkmal, Friedrich-August-Sockel, Tiefgaragenausgang.
      Die Pflasterarbeiten sind im Gange.