Würzburg

    • Danke Zeno. Dieses Bild gefällt mir besonders gut:

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      Der helle Grafeneckart zusammen mit den hellen Domtürmen. - Einfach nur schön.

      Was den Faulhaber-Platz angeht, so bin ich selbst bei einer Grünfläche noch skeptisch. Die heutigen Landschaftsarchitekten sind oft ebenso unfähig wie die Gebäudedesigner. Das wird sicher ein "Park" mit Asphaltwegen, zwei winzigen Bäumen und modernistischen Sitzbänken aus Beton. - Mir würde eine reich bepflanzte Fläche mit einem kleinen Springbrunnen gefallen.

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    • @ Zeno: Dieses Gebäude war auf verschiedenen Graphiken unterschiedlich dargestellt,
      soweit ich weiß, immer mit Walmdach. Es hieß, es sollte eine Grundfläche von immerhin
      350 Quadratmetern haben, aber zur Gestalt gab es meines Wissens nichts Verbindliches.

      @ Neußer: Da rechne ich auch mit nichts Großartigem. Wahrscheinlich wird's so ein durch-
      schnittlicher modischer Entwurf mit zwei, drei gebogenen Wegen, einem Wasserbecken,
      Rasen und Bäumen und einigen Bänken. Aber nachdem bald auf beiden Seiten von 26
      Bäumen die Rede war, dürften's mehr als zwei werden, auch wenn bei Kompromißfindungen
      mitunter merkwürdige Dinge vorkommen. ;)
      Besser als ein Glaskasten ist es allemal.
    • Wuerzburger schrieb:

      aber zur Gestalt gab es meines Wissens nichts Verbindliches
      Und unter diesen Bedingungen sollte man den Ratsvorschlag gutheißen? Da stimmt man für ein "zurückhaltendes" Gebäude ab, kriegt aber die Katze im Sack geliefert. Natürlich war ich dafür, dass der Platz in summa unbebaut bleibt; ob Park oder Parkplatz, ist nicht so entscheidend.

      Aber, wie Du schon sagst, Hauptsache keinen gigantischen Glaskasten. Da hat es ja schon Horrorentwürfe zu sehen gegeben: Würzburg - Maxstraße 2, Mozartschule (der dortige Link zu dem damaligen Entwurf funktioniert nicht mehr)
    • Neu

      Auf dem bisher unbebauten Areal südlich der eigentlichen Klostergebäude der Franziskaner,
      auf die Neubaustraße zu, aber noch innerhalb der alten Klostermauer will das Hotel Rebstock
      (Neubaustraße 7) einen Erweiterungsbau errichten. Also vom alten Hauptgebäude des Hotels
      aus jenseits der Franziskanergasse. Die Grundfläche des geplanten Neubaus ist in der folgenden
      Abbildung rot eingefärbt:

      Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dieses Grundstück zu bebauen, solange die Klostermauer
      erhalten bleibt (was anscheinend gewährleistet ist), und der Neubau seiner Umgebung - in der
      Altstadt, an der Neubaustraße an der Schnittstelle zwischen dem Bischofshut und der alten Sander
      Vorstadt - angemessen ist, also zumindest ein ziegelgedecktes Dach und eine klassisch proportio-
      nierte und gegliederte Fassade hat. Davon kann nun allerdings keine Rede sein:

      Unten sieht man die bestehende Mauer, darüber drei aufragende Geschosse. Da die Mauer nicht
      niedrig ist, und dahinter schon zwei Stockwerke entstehen dürften, wird dieses an der Neubaustraße
      unpassende Bauwerk nicht einmal unauffällig sein, wie man auch auf dem nächsten Bild daran sieht,
      daß es die Traufhöhe des alten Rebstockhauses (links) noch übertrifft:

      Bei der in der Bildunterschrift erwähnten KOSA handelt es sich um die Kommission für Stadtbild und
      Architektur
      des Stadtrats.
      Die Bilder habe ich in einer kleinen Ausstellung im Kreuzgang des Franziskanerklosters am Tag des
      offenen Denkmals gemacht, deren Hauptthema die Ausgrabungen im Bereich des geplanten Neubaus
      waren.
    • Neu

      Modernisten sind Sadisten. Je mehr Widerstand sich regt, desto mehr wollen sie uns quälen. Es tut mir um das von mir so verehrte Würzburg leid, dass dort jetzt auch solche Schandtaten möglich sind. Die Stadtsilhouette ist (noch) eine der schönsten in Deutschland. Anscheinend will man das ändern...
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Neu

      Um Gottes Willen, das ist ja der absolute Horror!

      In unmittelbarer Nachbarschaft stehen Vorzeigeobjekte von Würzburg Altstadt, direkt daneben das Hotel Rebstock, schräg gegenüber die Greisinghäuser. Und dann gibt es noch den bekannten Blick auf die Neubaukirche.

      Dass alles scheint aber niemanden zu interessieren, oder geht es hier um eine Provokation? Die Einschätzung der KOSA sagt alles. Sie sagt alles darüber, was von dieser Kommission zu halten ist. Der Kommentar bei der Planzeichnung rechts unten ist nur, was der Schwallomat ausspuckt. Von wegen Rhythmus der Nachbargebäude aufnehmen...

      Ob die Denkmalschützer auf die Idee kommen, dass der Witz an der Klostermauer ja gerade der ist, dass sie eine Trennung bildet zwischen Innen- und Außenwelt? An sie so einen modernistischen Klotz anzufügen, der die Mauer deutlich überragt, drückt das absolue Gegenteil aus!! Das, was die Mauer und den hinter ihr liegenden Hof und Garten als uneinsehbar ausgemacht hat, wird vollkommen vergewaltigt. Die Idee der Mauer wird mit Füßen getreten und lächerlich gemacht.

      Man sieht, da sind einige von der Idee besessen, überall ihre modernen Klötze hinzusetzen. Vor der Würde des alten Stadtbildes haben sie keine Achtung, sie treten das alles mit Füßen.

      Ich warte jetzt bloß noch auf das Argument, nach dem das Hotel Rebstock nach den Zerstörungen des Krieges erhalten geblieben ist und dem Hotel damit (als Ausgleich oder wie?) auch zugestanden werden müssen, was Modernes zu bauen.

      mainpost.de/regional/wuerzburg/Franziskaner;art735,9105400
      mainpost.de/regional/wuerzburg/Bauprojekte;art735,9290311
      (habe diese beiden Artikel nicht lesen können, "5 von 5 Inhalten gelesen")

      mainpost.de/regional/wuerzburg…ndesaemter;art735,9610546

      Königsbau schrieb:

      Je mehr Widerstand sich regt, desto mehr wollen sie uns quälen.
      Nein, die machen das nicht, um jemanden zu ärgern. Das sind Überzeugungstäter. Die halten das echt für toll.
    • Neu

      Ein paar Bilder zur Veranschaulichung.


      Das Hotel Rebstock:

      Bild 2530 a


      Rechts daneben die Einmündung der schmalen Franziskanergasse, wiederum daneben die Mauer des Franziskanerklosters.


      Nach rechts geschwenkt (und natürlich ein etwas anderer Standpunkt); um diesen Bereich geht es:

      Bild 2531 a



      Und noch weiter nach rechts die Ansicht mit der Neubaukirche. Diese bekannte Vorzeigeansicht würde sich durch die Baumaßnahme erheblich verändern. Und ganz sicher nicht zum besseren.

      Bild 2531 b
    • Neu

      @ Heimdall: Das Material mag hochwertig sein, die Gestalt der Fassade steht beispielsweise den Greisinghäusern, aber auch den umgebenden einfacheren, schlichteren ziemlich unversöhnlich gegenüber. Ein Satteldach allein - anstelle des obersten Vollgeschosses natürlich - brächte zwar ein Mindestmaß an Anpassung an die Dachlandschaft der Innenstadt, aber das Straßenbild der Neubaustraße wäre trotzdem empfindlich gestört. Neben den Resten dieser einstigen Prachtstraße - ich denke, so kann man sie nennen - ist so eine Fassade absolut inakzeptabel; das Gerede von aufgenommener Struktur und Rhythmus nicht nachvollziehbar.

      @ Zeno: Klassische Formen müßte man hier verlangen; auf die Klostermauer größere Rücksicht zu nehmen, wäre natürlich wünschenswert, ich stelle es mir aber schwierig vor. Wesentliche Verbesserungen bedeuteten hier unter Umständen stärkere Einbußen an Fläche.
    • Neu

      Na ja, schön ist anders, aber ist man in Wü anderes gewoht? Schließt sich nahtlos dem schlechten Wiederaufbau an. So gesehen kann man nicht behaupten, dass der Bau besonders stören wird.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Neu

      Schön ist anders, und das bin ich als Würzburger gewohnt. Laufe ja im Schnitt jeden zweiten Tag über den Marktplatz und sehe die Gebäude aus den letzten Jahren. Dort oder am Kiliansplatz. Oder beim Vierröhrenbrunnen.
      Oder auch in der Domstraße, in der Eichhornstraße oder in der Schönbornstraße, ja, der Wiederaufbau war zum Großteil höchstens mittelmäßig, immer wieder mal ganz charaktervoll, häufig auch häßlich.
      Aber das hat damit nichts zu tun. Das Haus soll in der Neubaustraße stehen, und zwar in der Nachbarschaft vom Rebstock und den Greisinghäusern. Wie die Domstraße, die Augustinerstraße oder die Spiegelstraße aussieht, ist eine andere Sache.
    • Neu

      Schlechter Wiederaufbau? Geh mal in andere kriegszerstörte westdeutsche Städte wie Köln, Frankfurt, Stuttgart, usw... dagegen ist Würzburg gold <3
      Nur in den letzten Jahren tut man alles um den Gesamteindruck zu zerstören wie mit dem Projekt an der Neubaukirche...
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      Geh, diese Fragen hatten wir schon zur Genüge. In der Unfähigkeit, wichtige Einzelbauten oder kleine Ensembles in ein neues Stadtbild sinnvoll und befriedigen einzugliedern, ist Wü ganz mies. Köln hat ein kleines, aber feines Altstadtviertel, Frankfurt baut seine Altstadt wieder auf, wo gibt es in Wü Entstprechendes?
      Schau nur dieses Photo 2531 b an . Diese Infamie, vor die herrliche Universitätskirche so eine mies Kiste zu stellen - das ist "würzburgerischer Wiederaufbau". Woanders hätte man die Lücke zwischen Rebstock und Kirche mit Anstand geschlossen. Nicht so in Franken. Und natürlich nimmt sich der neue Bau den rechten Nachbarn zum Vorbild. So gesehen eine glatte Verbesserung.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
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      Klar ist das alte Würzburg untergegangen und leider nicht originalgetreu wiederaufgebaut worden, aber insgesamt finde ich den Würzburger Wiederaufbau eines der Besten, da man wenigsten die roten Satteldächer verwendet hat, die von oben auch einen geschlossenen, einheitlichen Eindruck hinterlassen. Natürlich ist die Qualität der Häuser an sich (keine Verzierungen, Sprossenfenster, etc...) nicht hochwertig, aber welche Stadt kann das in Deutschland schon aufweisen außer vielleicht Rothenburg ob der Tauber?
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      Es gibt doch wohl einige Städte in Deutschland, die qualitativ und künstlerisch hochwertigere Häuser als die des Wiederaufbaus in Würzburg besitzen, nicht bloß Rothenburg. Nimm's mir nicht übel, aber wenn man so niedrige Ansprüche an Neubauten hat wie du, wird sich im geschundenen Städtebild Deutschlands nie was zum Positiven ändern...
    • Neu

      Fachwerkliebhaber schrieb:

      insgesamt finde ich den Würzburger Wiederaufbau eines der Besten
      Naja, das mag oberflächlich so scheinen, weil der alte Stadtgrundriss beibehalten wurde.
      Ich selbst habe sieben Jahre in Würzburg gelebt und wenn man sich mal im Detail anschaut, was in Würzburg zwischen 1945 und 1980 alles abgerissen wurde, dann kommt einem das kalte Grauen! Da wurden hunderte Meter erhaltene Barockfassaden und wertvolle Einzelbauten in den Boden gestampft, nur um die eine oder andere Strassenführung dem PKW-Verkehr etwas geschmeidiger anpassen zu können oder die Strassenbreite mal um 50 oder 100cm zu vergrößern. Da eine Liste von - aus heutiger Sicht - unsinnig zerstörter historischer Würzburger Bausubstanz zu erstellen, würde Bücher füllen. Auch die Umgestaltung des Mainviertels ist gerade zwischen Alter Mainbrücke und St. Burkhard echt enttäuschend, wenn man die Situation mal mit Bildern von 1945 vergleicht.
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      Dass der Wiederaufbau nicht perfekt war, wissen wir doch längst zur Genüge. Es ist nun einmal illusorisch, dass das wiederkommt, was vielen von uns vorschwebt.

      Das kann aber nicht bedeuten, dass es völlig egal wäre, wie es weitergeht. Und dieses Bauvorhaben ist nun einmal ganz mies. Es bedeutet eine wesentliche Verschlechterung. Ich will auch das Argument nicht verstehen, das so funktioniert, dass man die perfekte Altstadt postuliert, und weil sie gegenwärtig nicht existiert, es demzufolge völlig egal wäre, was morgen gebaut wird. Man sollte sich nun einmal damit abfinden, dass uns der allergrößte Teil des gegenwärtigen Baubestandes überleben wird. Es gilt, bis dahin das beste daraus zu machen und nicht jede x-beliebige Veränderung gleichgültig durchzuwinken. Neben schwarz und weiß gibt es diverse Grau-Schattierungen, deren Unterschiede sehr wohl wahrnehmbar sind. Um diese Unterschiede geht es.

      Für Dich, Ursus, scheint nur die Frage zu sein, ob Du unsere fränkischen, bayerischen, vielleicht generell deutschen Städte gerne im Urlaub anschaust, wo Du die wenigen arbeitsfreien Tage des Jahres genießen möchtest. Dass man sich zu diesem Zweck weder Pforzheim noch Hannover zumutet, mag klar sein. Würzburg und die anderen Städte aber sind unser Lebensraum, das, was wir jeden Tag sehen, egal, ob es den perfekten Altstadtgenuss bietet oder nicht. Und all diese Städte sollen eben keine weiteren Verschlechterungen erfahren. Wir haben uns an so vieles gewöhnen müssen, was uns missfällt. In Würzburg etwa die Sparkasse, das Theater, die Stadtwerke, das Hochschulgebäude in der Münzstraße, das Parkhaus in der Haugerpfarrgasse und unzählige andere und auch weniger prominente Gebäude, die sicher nicht jeder Forumer kennt: diese Bauten sind uns doch jeden Tag beim Vorbeigehen ein Graus. Wenn wir die schon nicht loswerden, so wollen wir doch nicht auch noch hinnehmen, dass es immer noch mehr und noch schlimmere Neubauten gibt. Dass das 50er-Jahre-Gebäude zwischen der Mauer des Franziskanerklosters und der Neubaukirche nichts großartiges ist, wissen wir schon. Aber es geht nicht an, so ohne Wenn und Aber eine weitere schwere Bausünde daneben hinzunehmen, nur weil das Nachbarhaus die Architektursprache der 50er-Jahre spricht.