Würzburg

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    • Würzburg: intakt, keinen Brachen und wenig Hochhäuser.

      Würzburg macht einen kompletten Eindruck: kein Brachen, keinen modernistische Ungetümer (wie in der Mitte von Ulm oder Berlin); kein Versuch um die meisten Srassen breiter zu machen, kein Hochbau.

      Die meiste Kirchen und wichtige Höfe wurden restauriert. Leider kein reko's für die verschwunden Prachtbauten in die Schönbornstrasse. Am Bahnhof einige "Sünden". Durchschnittliche eine sehr schöne Stadt in einer schöne Lage.

      Nürnberg, Mainz, Karsruhe Und Darmstadt finde ich weniger gelungen. Zu wenig reko's, mehr Hochbau oder modernistische Ungetümer.

      Noch weiter schlechter dran sind Magdeburg oder Kassel.
      Wie gesagt hatte Stuttgart Pech gehabt mit einer Tabula Rasa Bürgermeister, was auch zu viel in Berlin, Köln oder Dresden ausgeübt wurde. Berlin hatte auch noch Pech dazu mit der Mauer wodurch viel schönes entlang der Mauer verloren gegangen ist.
    • Ich stimme der Meinung einiger hier zu, dass Würzburg in seiner Struktur zu nahezu 100% wiederaufgebaut wurde. Auch wurde wesentlich mehr rekonstruiert als beispielsweise in Stuttgart. Im Detail verkommen jedoch immer mehr "Füllbauten" aus den 50er und 60er Jahren. Die in Billigbauweise erstellten Fassaden konterkarieren in ihrem heruntergekommenen Zustand mit den rekonstruierten Barockfassaden.

      Ecke Eichhornstrasse/ Marktplatz


      Bewusste Brüche?


      Renoviertes Kilianshaus am Dom/ "Tack"


      Sternplatz mit Kiosk aus dem Bauelementekatalog
    • Gelungen Neubauten in historisierender Still

      @Ingenieur: ich finde diese Neubauten auf den Bildern ziemlich gut gelungen. Es könnten Beispielen sein (werden) für die neue Neubauten in Dresden, Nürnberg oder anderswo zur Ersetzung der Billigbauten oder Plattenbauten der 50-er und 60-er Jahren.
      Ist ein bisschen "Neue Heimatstill". Das Gefühl ist wesentlich besser dann die zu einfache Billigbauten der Wiederaufbauzeit.

      Diese Still soll jetzt weiter "entwickelt" werden. So können vielleicht auch verschwunden Gründerzeit-Fassaden rekonstruiert werden. Am besten in der Schönbornstrasse nach Vorbild der Vorkriegszustand.

      Rob
    • "silesianospostato" schrieb:

      Gefällt mir auf jeden Fall wesentlich besser als Nürnberg, das auf mich immer einen etwas tristen Eindruck macht.


      Das mag teils mit Wuerzburgs herrlicher Lage, im lieblichen Tal von Weinbergen umgeben, zu tun haben. :)

      Zwar ist dies ein Wuerzburg-thread, aber darf ich in diesem Zusammenhang auf einen sehr schoenen Nuernberg thread in
      einem anderen Forum aufmerksam machen. Hertweck ist in meinen Augen ein ausgezeichneter Fotograf. Beachtet den rekobezogenen
      Post #4 (nicht von mir). :gg:
    • Nürnberg versus Würzburg

      Finde Würzburg eine mehr gemütliche Eindruck hinterlassen dann Nürnberg.
      In beide Städten können noch viele "billige wiederaufbau Bauten" von besseren gelungen Reko's ersetz werden. Vorbild war für Würzburg die billige Bauten in der Domseite an der Südseite der Strasse. In Würzburg wurden viele kleinere Häuser von mehr grösseren ersetzt und die Dächer dann etwas zu "glatt" gemacht. Die reiche detaillierung ist zum grössten Teil nicht mehr da aber das stört mich in der Fall von Würzburg nicht. Es gibt da genug noch immer authentisch wirkende Gebäuden. Das vorkriegs Würzburg war dazu mich auch zu mittelälterlich und zu provinziel. Die nachkriegs Stadt hat eine angenehme Mischung zwischen alt und neu oder gemischtes.
      In Nürnberg wirkt das alles zu "modern" oder zu "glatt" obwohl da vielen Bauten doch in Sandstein wieder aufgebaut wurden, sind besonders die Fenster zu leer (keine Sprossen!!!). Die Dächer zu recht usw. Nürnberg hinterlässt einen "kalten" Eindruck, besonders die Marktplatz. Früher standen da mehr abwechslunsreiche Fassaden.

      Empfehle die Bücher von vorkriegs Deutschland von Gutkind.
    • Würzburg - Nikolausberg

      Laut Meinung der FR gibt es ein weiteres aktuelles Beispiel für eine Städteverschandelung zu beklagen: am idyllischen Nikolausberg wird ein viergeschossiger Wohnklotz errichtet:

      ...Unter den Sehnsuchtsorten deutscher Empfindsamkeit ist Würzburg eine erste Adresse mit der Vedute aus der lauernden Marienfeste und Balthasar Neumanns schwebender Wallfahrtskirche auf dem Nikolausberg...Die Schönheit des Nikolausbergs, die Stadtrandlage jenseits des Mains, haben Generationen respektiert...Nun rückt man dem Berg rüde zu Leib....

      Wo in der Nikolausstraße der Fußweg zum Käppele beginnt, errichtet das kirchliche "Sankt-Bruno-Werk" eine "Eigentumswohnanlage". Für das steile Terrain ist der viergeschossige Block, dreißig Meter lang, achtzehn Meter tief, denkbar ungeeignet. Klotzige Randbebauung, rücksichtslos, anspruchslos, ortlos: Allerwelts-Investorenarchitektur...In aller Stille sicherte sich das SBW darüber hinaus ein Vorkaufsrecht für das angrenzende, weitaus größere Areal, einen herrlich verwunschenen Klostergarten, dahinter unmittelbar der barocke Kreuzweg anhebt. Deshalb befürchten viele, dass mit der Wohnanlage die Zersiedelung der letzten halbwegs intakten Stadtrandlage beginnt und ein weiterer stadträumlicher Bezugspunkt entwertet wird.

      Denn Würzburgs Stadtlandschaft ist ja alles andere als ein Postkartenidyll. Seit dem Krieg ist sie dem Gestaltungsfuror ihrer Planer nachhaltig ausgesetzt. Statt ein städtebauliches Leitbild zu entwickeln, pfuschen sie mit immer neuen Marketingstrategien herum. Darüber schreitet der Kursverfall des architektonischen Erbes rasant voran....

      Das Wenige, was die Gegenbarockmuffelei des Wiederaufbaus von der Noblesse der Schönbornzeit übrig ließ, erfährt eine weitere Trivialisierung. Keine andere Stadt treibt ihre Selbstentwertung so konsequent voran wie Würzburg und ist darüber so notorisch mit sich selbst zufrieden. Es gelingt nicht andeutungsweise, in der Tradition zu bauen: nicht schwer, kalt, klotzig, materialprotzend, nicht vulgär, nicht trist, sondern zumindest mit Mut zum Freundlichen. ...


      fr-online.de/in_und_ausland/ku…euilleton/?em_cnt=1224387

      Hört sich ja übel an. Leider habe ich bisher keine Bilder von dem Projekt gefunden.
    • Re: Würzburg - Nikolausberg

      Ich bin bei meinem letzten Würzburgbesuch um 01.00 Uhr nachts und Vollmondschein den alten Pilgerpfad zum Käppele hochgeklettert, und kann nur sagen, traumhaft. Diese Ruhe und Idylle, man fühlt sich wie in einer anderen Zeit, obwohl man nur wenige Minuten vom Getöse des Stadtkerns entfernt ist. Ein Beweis für das städtebauliche Geschick unserer Vorfahren, das anbetrachts solcher Meldungen völlig verloren scheint.

      Allerdings ist mir unklar, wo das Gebäude nun wirklich stehen soll. Dort, wo der Pfad am Berg beginnt handelt es sich um ein sehr schönes, hochqualitatives und weitestgehend intaktes Gründerzeitvillengebiet, und wenn der Bau nicht den Pilgerpfad oder den Berg stört, dann stört er auf jeden Fall das dortige historistische Ensemble.

      Ernsthaft Widerstand scheint sich ja auch nicht zu regen, und der eigentlich zuständige Denkmalschutz sitzt wieder auf seinem fetten Hintern? :boese:

      Anbei mal eine Übersicht (Quelle: Google Maps) über die Situation, den Pfad hoch aufs Käppele sowie das Käppele selbst habe ich mal in rot eingezeichnet, im Norden sieht man das intakte gründerzeitliche Viertel. Da die Google Earth-Bilder recht alt sind, glaube ich nicht, in der dort zu sehenden Baustelle den Neubau erkennen zu können, die vermutete Stelle habe ich mal in blau eingezeichnet.


      (Klicken zum Vergrößern)
    • Dom: westliche Türme bleiben "einfach"

      Schade: diese Wiederherrstellungen finde ich wie am Berliner Dom äusserst wichtig für das gesammte Erscheinungsbild der Dom.

      Genau auch wie die fehlende Türme an dem Berliner Landgericht Mitte in der Littenstrasse.

      Es sind gerade diese immer noch fehlende Massnahmen die mich ungeheuer stören.

      :kopfwand:

      Warum werden diese so notwendige und auch sehr ausführbare Eingriffen nicht massenhaft unterstützt? Bin ich da wieder ganz allein?
    • Nein, ich kann die Begeisterung über Würzburg nicht teilen.
      Die Innenstadt bietet bis auf die wenigen alten, erhaltenen oder wiederhergestellten Bauten "Architektur zum Abgewöhnen".
      Die Stadt ist nur aufgrund einiger weniger Bauten, vorzugsweise aus der Barockzeit, denn der Dom hat mit seinem neuen pseudo-romanischen, in Wirklichkeit bloß primitivistischen Aussehen jegliche Aura verloren, vor allem im Inneren, besuchenswert. Das ist aber zu wenig, um von einem auch nur erträglichen Stadtbild zu sprechen.
      Einen hierorts geäußerten Ausfall gegen Ulm kann ich hingegen nicht nachvollziehen.
      Ulm ist mE vom Stadtbild turmhoch über Würzburg zu stellen: kompakt erhaltene Altstadtteile stehen mit wirklich moderner Architektur, also nicht bloß mit Schrott aus den 60er und 70ern in reizvollem Spannungsverhältnis.
      Es ist mE nicht zielführend, derartige Versuche, interessant zu bauen, generell zu verdammen. Immerhin wurde der katastrophale Vorzustand, à la Würzburg wie Nürnberg dadurch beseitigt.
      Für Würzburg reicht dieser Weg jedoch nicht allein aus: zu wenig Substanz blieb hier erhalten, sodass in erster Linie an Rekos von ganzen Ensembles gedacht werden müsste.
      Würzburg ist wie Nürnberg eine Stadt, die im Beschauer Schmerz und Wehmut hervorruft. Das beste ist daher, sie zu meiden und als Ganzes abzuschreiben.
      Sie als schön zu bezeichnen, stellt mE einen Akt der Realitätsverweigerung dar. Ich meine das nicht beleidigend, ist es doch legitim und sogar liebenswert, dass jemand, der zu einer Sache ein besonderes Naheverhältnis hat, gewisse Aspekte durch die rosa Brille sieht
      Aber damit ist niemandem geholfen. Die augenscheinliche Häßlichkeit Würzburgs, wie Nürnbergs, die sich in nichts von der hier vielzitierten Häßlichkeit Stuttgarts unterscheidet (Köln etwa erscheint mir weit interessanter wiederaufgebaut) muss endlich allgemein bewusst werden, damit sich, wie auf dem Dresdner Neumarkt etwas zum Besseren ändern kann.
    • @ ursus carpaticus:

      Offensichtlich gefällt Dir Würzburg nicht und Nürnberg auch nicht. Wenn du dort nicht lebst, wirst Du Dir die beiden Altstädte ersparen. Wir aber beschäftigen uns damit, weil wir nicht einfach so akzeptieren wollen, dass die Wiederaufbauleistungen gedanken- und bedenkenlos kaputtgemacht werden. Ich kenne beide Städte einigermaßen gut und bin vor allem enttäuscht über die gegenwärtige Entwicklung.

      Immerhin: In Würzburg gab es mal die Fußgängerunterführung am Barbarossaplatz. Wehe dem Fußgänger, der sich hier nicht in den Untergrund machte, um nicht von dem dortigen Verkehr erfasst zu werden. Und, was sehen wir heute? Keine Hinweise mehr auf die Unterführung, und alle gehen "im Erdgeschoß" über die Straße!

      Glaube mir, dieselben Gedanken über das abstoßende Würzburg hatte ich erst vor wenigen Tagen. Aber die 50er- und 60er-Jahre-Bauten, die seinerzeit die Altstadt überfluteten, sind mir immer noch lieber als das Petrinihaus (Marktplatz 2), der S-Oliver-Glaskasten (Marktplatz 13) und das angedrohte Hochhaus in der Augustinerstraße (9 - 11).
    • ich kann zeno nur zustimmen.
      nicht jedem kann jede stadt oder jeder stil gefallen. aber immerhin hatte der wiederaufbau in nürnberg und würzburg stil. und zwar einen, der sich an der tradition dieser städte orientierte. das war mehr als andernorts und ist mehr als heute zumeist gebaut wird.
      darum sollte man mit urteilen und forderungen wie "alles mist. alles weg!" eher vorsichtig sein.