Würzburg

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    • In Würzburg tut sich nach Jahren des Stillstandes einiges in der Innenstadt. Am Bahnhof soll ein großes Einkaufszentrum mit etwa 30000 m² Verkaufsfläche gebaut werden. Dies hat naturgemäß zu einer hitzigen Debatte und Gründung von Bürgerinitiativen dagegen und (!) dafür geführt.
      Vor dem Hintergrund, dass Würzburg vor dem 2. Weltkrieg als prächtige Barockstadt zu den "zehn schönsten Städten" Deutschland gezählt wurde, soll hier nach und nach anhand von Fotos gezeigt werden, in welchem Zustand sich der innere Stadtkern heute befindet.
      Dieser zum großen Teil bedauernswerte "Zustand" der in Bürgerbesitz befindlichen Bauten und die Gewinngier vieler Hausbesitzer ist als Grund dafür zu sehen, dass die Center-Konzerne (ECE etc.) in Städten wie Würzburg leichtes Spiel haben.
      Denn: Was zieht die Menschen heute in eine Stadt wie Würzburg? Sicherlich nicht das Warenangebot, denn die hohen Mietpreise sorgen zunehmend dafür, dass das Anbebot austauschbar wird. Wie in jeder anderen Stadt auch, existieren zunehmend ausschließlich die großen Handelsketten und leider immer mehr die Billig- und Ramschgeschäfte. Glitzernde Shoppingmalls wirken da auf den Kunden bei gleichem Angebot meist einladender.
      Abhilfe könnte da ein attraktives Stadtbild schaffen. Sicherlich: Einige Eigentümer beginnen, ihre Immobilien vorbildlich zu sanieren. Gerade manches barocke Kleinod wurde in den vergangenen Jahren auf wunderbarste Weise saniert. Die große Masse der furchtbaren 50er bis 70er Jahre Architektur ist jedoch in einem erbärmlichen Zustand. Zugepflastert mit greller Werbung entsteht ein Ambiente, das gegen eine moderne Mall keine Chance beim Kunden hat.
      Leider hat sich in Würzburg eine Stadtverwaltung etabliert, die keine Politik in Richtung Stadtbildrekonstruktion betreibt. Vielmehr wird die Silhouette zur Zeit von einer bankrotten Hotel-Hochhausbaustelle geprägt. Als verspiegeltes Glashochhaus in der heute üblichen Abschreibungsarchitektur gammelt der halbfertige Bau nun vor sich hin. Viele fragen sich nun, wie so etwas überhaupt baurechtlich genehmigt werden konnte.
    • Re: Würzburg

      "ingenieur" schrieb:

      ...Abhilfe könnte da ein attraktives Stadtbild schaffen...Leider hat sich in Würzburg eine Stadtverwaltung etabliert, die
      keine Politik in Richtung Stadtbildrekonstruktion betreibt. Vielmehr wird die Silhouette zur Zeit von einer bankrotten
      Hotel-Hochhausbaustelle geprägt....


      Danke für deine aktuellen Eindrücke aus Würzburg. Wirklich bedauernswert, dass sich die Politik
      so gegen jegliche Rekonstruktionen zu wehren scheint. Da Würzburg trotz aller Zerstörung noch über die gesamte
      Altstadt verteilt viele Altbauten besitzt, würden auch nur wenige Rekonstruktionen das
      Stadtbild aufbessern können, ohne komplett verloren inmitten eines Meeres von Nachkriegsbauten zu erscheinen.

      Ein Frage noch: Die Neugestaltung der Domfassade macht anscheinend Fortschritte.
      Wann soll sie den fertiggestellt sein?
      Und täusche ich mich, oder wird die Fassade nun zweifarbig (braun und beige) bemalt?
    • Im großen und ganzen finde ich den Wiederaufbau Würzburgs sehr gelungen - bei 90 % Zerstörung im Zentrum dürften auch kaum noch echte Altbauten vorhanden sein. Beim gezeigten Beispiel handelt es sich auch eher um einen Ausrutscher - die meisten 50er Jahre Bauten wirken auf mich wesentlich geschmackvoller und gediegener als in anderen Städten.
    • war erst einmal in Würzburg. Mich hat die Stadt positiv überrascht. Meine Oma hat die Stadt nach der Zerbombung gesehen und meinte dort ist alles zerstört. Umso überraschter war ich, als ich die teilweise, wie ich finde, schön historisch anliegenden Bauten gesehen habe. Wenn ichs nicht wüsste, hätte ich nicht vermutet dass die Stadt dermaßen zerstört wurde.
      Erinnere mich auch an einige unschöne Nachkriegsarchitektur (60/70er?), an der einen oder anderen Stelle. Aber der überwiegend herrliche Eindruck bleibt schon.
      Schade, das solche Kisten allzuoft renoviert werden, anstatt durch angepasste Neubauten ersetzt zu werden.

      PS: wiso erscheint mein Beitrag denn so in die Länge gezogen, wegen dem großen Bild oben?
    • Das Wunderbare: schaut man von der großen Aussichtsterrasse auf der Festung Marienberg (ich hatte die Fotos schon mal gepostet) auf die Stadt hinab, hat man den Eindruck einer völlig intakten Struktur.

      Dieser positive Eindruck bleibt auch dann, wenn man sich der Stadt nähert - erst ein geschultes Auge erkennt dann, daß beispielsweise fast die gesamte Bebauung am Main entlang (Mainkai) aus Nachkriegs-Neubauten in angepaßtem Stil besteht! Davon abgesehen gibt es natürlich auch schreckliche Bausünden wie das Polizeigebäude in der Innenstadt, das positive überwiegt aber deutlich. Gefällt mir auf jeden Fall wesentlich besser als Nürnberg, das auf mich immer einen etwas tristen Eindruck macht. Und wie gesagt - in Würzburg gibt es tatsächlich qualitätsvolle 50er-Jahre Architektur mit schönen Details und guten Proportionen, weitaus besser als das, was beispielsweise hier in Stuttgart entstand.

      Selbst das obige Foto mit dem Kaufhaus relativiert sich aus der anderen Perspektive (alle Fotos von einem eisigen Januarmorgen 2006).









    • Würzburg, Potsdam, Heidelberg, Augsburg, Darmstadt, Mainz

      Es gab in Deutschland enige Städte mit zwischen 100 und 150.000 Einwohner die damals in einer sehr schöne Gegend gebaut waren und auch über eine überdurchschnittliche Bausubstanz verfügten:

      - Potsdam (S,S,K,K,R,P,L, Villen, Parks, Seeen)
      - Würzburg (S,D,K,K,U,X,G,R,H,L,B, Innenstadt)
      - Aachen (D,K,B,R,L,C, Wald, Gründerzeitviertel, Ring)
      - Karlsruhe [Badische Potsdam] (S,R,U,Parks, Klassische Architektur)
      - Heidelberg (F,K,X,Innenstadt)
      - Mainz (D,K,P,P, Innenstadt)
      - Darmstadt (S,P,Jugendstill)
      - Kassel (S,K,R,L, Gründerzeitviertel)
      - Freiburg (D,U,L, T, Innenstadt,
      - Augsburg (K,R,Innenstadt)
      - Regensburg (D,X, Innenstadt)
      - Görlitz (K,R,L, Innenstadt, Gründerzeitviertel)
      - Plauen (Innenstadt, Gründerzeitviertel)
      - Münster (S,D,K,G,U, Innenstadt)

      Haben meistens eine berühmte Dom (D) und einige schöne Kirchen (K) eine schöne Lage (L) an einer Fluss mit (berühmte) Brücke (X) mit Festung/Burg (F) oder schöne Schlösser (S) oder Palais (P).
      Daneben manchmal ein schönes Rathaus (R), Bahnhof (B), Hauptpostamt, Universität (U), altes Hospital/Krankenhaus (H) und Gerichtsgebäude (G), Cassino (C), Toren (T)
    • . Gefällt mir auf jeden Fall wesentlich besser als Nürnberg, das auf mich immer einen etwas tristen Eindruck macht.


      Mal wieder witzig, wie die Meinungen auseinander gehen. Ich empfinde es gerade umgekehrt. Meiner Meinung nach kann Würzburg Nürnberg nicht das Wasser reichen.
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Frage an Ingenieur, silesianospostato und alle anderen, die sich besser auskennen:

      Welche zwei, drei Gebäude würdet ihr in Würzburg denn
      besonders bevorzugt wiederaufgebaut sehen. Gab es besonders
      bedeutete Bauten, die im 2 WK oder danach verloren gegangen sind?
      Vielleicht gibts dazu ja auch Photos beim Bildindex, die ihr uns dazu
      zeigen könntet.
    • Gëbauden in würzburg die Rekonstruiert werden sollen:

      @MunichFrank:

      Ja Würzburg besitz noch immer viel von dem alten Reiz, weil das bei Nürnberg bestimmt weniger ist. Besonders die Marktplatz in Nürnberg finde ich ein bisschen zu modern oder sächlich.

      Es gibt meiner Meinung nach die nächste Gebäuden(gruppen) in Würzburg die wiederhergestellt werden sollen:

      - Bahnhof erbaut von von Friedrich Bürklein 1869
      und Deutsche Bank am Bahnhofplatz (1877)

      - die Gründerzeit "Prachtboulevard" von Würzburg: die ehemalige reichdekorierte Fassaden der Schönbornstrasse!!
      - Bankgebäude Friedrich Günthert (1900)
      - Central Hotel
      - Kaufhäuser

      - die ganze Domstrasse mit alte Häuser bis an der Main Brücke.

      - einige alte "Höfe" wie der Sandhof.

      - Äussenseite der Dom (Laternen????)


      Würzburg grösster Verlust sind die Mittelalterliche Fassaden und Dächer: das Gewirr von Dächer und Gassen!!!!

      Aber das gilt genau auch für Nürnberg.

      Die mittelalterliche Atmosphere ist verschwunden und daneben sind auch die reichdetaillierte Fassaden der Gründerzeit verschwunden.

      Würzburg war früger immer eine "Provinzstadt" aber mit reichster Ausstattung an Kirchen !!!! Das "Deutsche" Salzburg!!!!


      Eine der 10 schönste Städten von das ganze ehemalige Deutsche Reich.

      Heute ist viel historisches an Fassaden verschwunden. Die Stadt ist immer noch schön aber nicht mehr so romantisch wie vor dem Krieg.
    • "MunichFrank" schrieb:

      Frage an Ingenieur, silesianospostato und alle anderen, die sich besser auskennen:

      Welche zwei, drei Gebäude würdet ihr in Würzburg denn
      besonders bevorzugt wiederaufgebaut sehen. Gab es besonders
      bedeutete Bauten, die im 2 WK oder danach verloren gegangen sind?
      Vielleicht gibts dazu ja auch Photos beim Bildindex, die ihr uns dazu
      zeigen könntet.


      Zwar kenne ich mich in Wuerzburg keineswegs gut aus, bin aber ein paarmal dort gewesen und habe alle drei Besuche sehr genossen trotz der nicht immer unbedingt harmonischen Neubebauung. :augenrollen:

      uaoj36, Du kennst Dich ja grossartig aus in der Stadt! 8)

      Ich darf in diesem Zusammenhang auf einen alten Wuerzburg thread aufmerksam machen, in dem von den (leider verhunzten :( )Wiederaufbauplaenen eines alten Wuerzburger Gebaeudes die Rede ist.
    • Auf der Wikipedia gibt es übrigens eine sehr hoch aufgelöste Panorama-Ansicht von Würzburg - sehr aufschlußreich. Das von mir angesprochene mißlungene Polizeigebäude ist dort in etwa in Bildmitte (davor steht noch ein weiteres Haus in Richtung Main). Auch die komplette Neubebauung am Mainkai ist sehr schön zu erkennen - wesentlich besser gelungen als beispielsweise die tristen Mietskasernen in Frankfurt.
    • "Protector" schrieb:

      hm...ich kann die Würzburg Begeisterung irgendwie nicht teilen. Sicher, man hätte der Stadt nach dem Krieg viel schlimmeres antun können, siehe FFM, aber bei meinem Würzburg Besuch habe ich die Stadt eigentlich als ziemlich trist und langweilig empfunden. Eigentlich bezeichnend, dass man schon froh über angepasste, langweilige 50er Jahre Architektur ist ;)



      Gehen Sie doch mal nach Stuttgart - dann werden Sie sehen, wie schön Würzburg dagagen wiederaufgebaut wurde, obwohl derZerstörungsgrad in WÜ viel größerwar. Stuttgart hatte leider das Pech, einen unfähigen Nachkriegs-Bürgermeister zu haben...
      Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...