Das Nikolaiviertel

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    • Verkennung des Historismus

      Die fehlende Bewertung der Gruenderzeitbauten ist schon ein Problem. Prof. Gottfried Kiesow von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hat einmal am Beispiel Wiesbaden ein Buch darueber geschrieben: "Das verkannte Jahrhundert". Und so ist es wohl auch. Diese Verkennung legitimiert Architekten und Stadtplanern, die zerstoerten Innenstaedte ausserhalb der aeltesten Kernen mit uebelsten Kisten und Kasten zuzukleistern, meist Kaufhaeuser, Shopping-Malls, "Arcaden" usw.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Ich weiss, ich weiss.. ich wollte auch nicht unbedingt fuer den Mann werben, sondern nur den Buchtitel als Beispiel nennen. Auch im an sich schoenen Zeitschrift "Monumente" dieser Stiftung wird ab und zu leider kraeftig gegen Rekonstruktionen gewittert, das letzte Mal gegen eine moegliche Rekonstruktion des Schlosses Herrenhausen in Hannover.

      Ich habe den Eindruck, dass diese Leute Rekonstruktionen immer noch als Konkurrenz des Denkmalschutzes sehen, statt als seines kroenenden Abschlusses, der sie sein sollten.
      Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.
    • Dann lassen wir unseren Blick mal über die schön wiederaufgebauten Teile des Nikolai-Viertels schweifen...









      :D Sollte es wirklich zu einer Reko des Marienviertels kommen, dann nicht in Plattenbauweise sondern bitteschön wie auf diesen Bildern bzw. noch besser...
      (Wobei es mir hier am Glauben (in die Berliner Baukultur / Senatsbauverwaltung) leicht fehlt...siehe Pläne Mühlendamm
      Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
      aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !
    • Im Zuge des Wiederaufbaus des Viertels wurden die wenigen vorhandenen Gebäude restauriert und ansonsten zahlreiche Neubauten, teils mit historisierenden Fassaden, teils in angepasster industrieller Plattenbauweise besonderer Art – mit Giebeln, Ornamenten und schmiedeeisernem Zierrat, aber auch mit Kippfenstern und modern zugeschnittenen Wohnungen – errichtet.
      (laut Wikipedia)

      Scheinbar sind manche Häuser restauriert worden, von Reko weiß ich jetzt nichts. Nur eben diese schlimmen "historisierenden" Platten :D



      Scheinbar waren noch Häuser vorhanden^^
      Auf dass das baukulturelle Gedächtnis der Städte in unser
      aller Interesse und für die Zukunft erhalten bleibt !
    • "Flyer" schrieb:

      Scheinbar waren noch Häuser vorhanden^^

      Aber größtenteils doch nur scheinbar.
      Neben der Nikolaikirche dürfte m. W. n. nur noch das Kurfürstenhaus, das Knoblauchhaus und zwei weitere in der Poststraße trotz Beschädigungen wieder aufgebaut worden sein.
      Der Rest ist in den 80ern (z.T. nach historischen Vorbildern) neu gebaut worden.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Das Nikolaiviertel

      "Kindvon2dresdnern" schrieb:

      Man kann ja über das Nikolaiviertel unken wie man will, Fact ist doch dass es für damalige Verhältnisse (und gerade im Blickfeld auf heutige ähnliche Projekte) doch recht gelungen erscheint. Neu war mir, dass außer Platten noch andere Bauten rekonstruiert wurden. Ist der eine Eckbau eine Rekonstruktion eines Gründerzeithauses oder eine Neuschöpfung?


      Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass Du das Palais Ephraim meinst?

      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Das Nikolaiviertel

      Das ist das Gottfried Ephraim Palais, es wurde mit viel Pomp und Theater von Westberlin nach Ostberlin gekarrt unter Vermittlung von Bpräs v. Weizäcker ! Es stammt aus dem 18 Jahrhundert, die Teile lagerten in Westberlin und wurden in den 80ern dort wiederaufgestellt.
      Das ganze war Ausfluss irgendwelcher Einigungen zwischen der BRD und der DDR, meiner Erinnerung hat die DDR einen Kredit bekommen!? ich bin mir aber nicht so sicher.
    • Re: Das Nikolaiviertel

      de.wikipedia.org/wiki/Ephraim-Palais

      Als in Vorbereitung der 750-Jahrfeier Berlins mit dem Bau des Nikolaiviertels in Ost-Berlin begonnen wurde, beschloss 1982 das Abgeordnetenhaus in West-Berlin, die erhaltenen Bauteile zur Verfügung zu stellen. Die DDR übergab als Gegenleistung unter anderem das Archiv der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) an West-Berlin. Eine Reihe von weiteren Kulturgütern wurden seinerzeit ausgetauscht.

      Unter Leitung des Architekten Franz Klinger wurde das Ephraim-Palais 1985–1987 am Rokoko-Original orientiert wieder aufgebaut, etwa 12 Meter nördlich dem ursprünglichen Standort. So wurde der für den Verkehr auf dem Mühlendamm durch die NS-Planung geschaffene Verbreiterung nochmals auf acht Fahrstreifen erweitert.
    • Die meisten der auf dem Bild zu sehenden Häuser im Nikolaiviertel sind auch heute noch vorhanden. Das Gründerzeithaus ganz links an der Spree steht noch. Gleiches gilt für das von hinten zu sehende Haus an der Poststarße nebst Hinterhöfen. Auch das rechts zu sehende Knoblauchhaus, ist samt Nachbargebäude bei der Wiedererichtung des Nikolaisviertels erhalten geblieben und saniert. worden.
    • Nikolaiviertel

      Genauer gesagt sind diese hier auf dem Plan grau eingezeichneten Gebäude noch Vorkriegssubstanz. Das schwarze sind rekonstruierte Häuser, wie das Ephraim-Palais, das Gasthaus "Zum Nussbaum" und andere nach alten Fotos wieder errichtete Gebäude, teilweise aber an anderer Stelle als die Originalgebäude.

      So am Molkenmarkt das "Hessehaus" und an der Ecke zur Nikolaikirche das Haus mit Theodor Fontane an der Fassade, das einst an der Ecke Poststraße / Königstraße (heute Rathausstraße) stand.




      Poststraße 14, genannt das "Hessesche Haus", Foto: Georg Bartels, 1880:



      Heute steht ein Haus mit der Fassade des Hauses Poststraße 14 am Molkenmarkt / Mühlendamm mit falschen Hausnummern (?). Der Mühlendamm endete ursprünglich an der Poststraße, jetzt zählen plötzlich die Häuser Richtung Spandauer Straße zum Teil noch dazu.





      Königstraße, Ecke Poststr, Georg Bartels, 1896,



      Königstraße, Ecke Poststr, Georg Bartels, 1890,



      Heute Poststraße / Ecke Probststraße, um 2 Achsen an der Probststraße gekürzt dafür um drei Achsen zur Poststraße verlängert:

    • Spreetunnel schrieb:

      Genauer gesagt sind diese hier auf dem Plan grau eingezeichneten Gebäude noch Vorkriegssubstanz. Das schwarze sind rekonstruierte Häuser, wie das Ephraim-Palais, das Gasthaus "Zum Nussbaum" und andere nach alten Fotos wieder errichtete Gebäude, teilweise aber an anderer Stelle als die Originalgebäude.

      Danke, mit einem Plan lässt sich natürlich genauer zeigen, was noch vorhanden ist.
      Die nach dem Krieg vorhandenden Reste sind tatsächlich überwiegend erhalten geblieben.

      Das Nikolaiviertel zeigt, dass auch dann, wenn nur noch ein Teil der Altbausubstanz erhalten ist, ein Stadtviertel wieder erstehen kann. Wichtig ist, dass das ursprüngliche Strassennetz wieder zu Grunde gelegt wird. Dann noch einzelne hochrangige Bauwerke rekonstruieren (wie hier das Ephraimpalais), dazwischen sich dem Altbestand anpassende Füllbauten (über deren Qualität man im Nikolaiviertel im einzelnen sicher streiten kann) und ein Stück Stadt ist wiederhergestellt.

      Dies könnte ein Vorbild für die Gebiete Molkemarkt/Klosterstraße und auch Brüderstraße/Breitestraße, in denen noch vergleichbar viel an Vorkriegsbausubstanz vorhanden ist wie im Nikolaiviertel, sein.
    • In diesem Luftbild aus geschätzt den frühen 60ern sind die Überbleibsel genau auszumachen.

      Konstantindegeer schrieb:



      (C) gemeinfrei

      Die zwei rechten Nachbarhäuser des Ephraim-Palais an der Poststraße (Vorderhaus und Gartenhaus), gegenüber dann Knoblauchhaus sowie Nikolaikirche, das Kurfürstenhaus (Vorderhaus und 'Hinterhaus' zur Poststraße) und schräg gegenüber das "Schmale Haus", Poststraße 30. Nicht im Bild die Vorderhausfassade eines weiteren gründerzeitlichen Gebäudes am Spreeufer. Das war's.
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