München

    • Ein Neubau im Stile des Wiener oder auch Münchner Opernhauses scheitert nicht daran, dass es nicht bezahlbar wäre, sondern daran, dass die Entscheidungsgremien, welche hauptsächlich mit in kultureller Hinsicht völlig ignoranten und ungebildeten Politikern besetzt sind, sich von sogenannten "Stararchitekten" und sonstigen modernistischen Meinungsführern unter Druck setzen lassen, damit sie sich nur ja für etwas "Zeitgemäßes" und "Progressives" entscheiden, weil sie ja sonst vor aller Welt als "rückständig" und "provinziell" erscheinen würden. Das will kein Politiker von sich hören, das wäre mit das Schlimmste, was ihm passieren könnte. Deswegen verlässt er sich in seiner Ahnungslosigkeit und kulturellen Unbedarftheit auf die gerade angesagten Experten, mithilfe derer er wenigstens auf der Seite des Fortschritts steht und er somit zeigt, dass er offen für Neues ist. Und das ist ja schließlich in einer Gesellschaft wie der unseren, die den ständigen Fortschritt als wichtigstes Ziel erkoren hat, das Wichtigste für einen Politiker, der sich anbiedern muss, um gewählt zu werden!

      Sei es wie es sei, ich denke auch, dass selbst in moderner Formensprache wesentlich mehr möglich gewesen wäre, der Entwurf ist einfach nur enttäuschend.
    • Ruine schrieb:

      Naja, es ist natürlich auch ne Finanzoierungsfrage wo unser Finanzminister Söder auch noch n Wörtchen mit zureden hat. Ein Haus wie des Wiener Opernhaus - ja, das hätte schon was, ist nur leider nicht bezahlbar. Das hier natürlich nur ein modernistisches Konzerthaus schon aus Kostengründen möglich ist, ist schon klar.
      Nun, das ist natürlich Unsinn. Erstens heißt ja etwas nicht-modernistisches nicht gleich, dass man einen Neorenaissance-Konzertpalast von Sicardsburg'schen oder Semper'schen Ausmaßen baut und zweitens ist es überhaupt nicht natürlich, dass aus Kostengründen nur ein modernistischer Bau möglich ist. Ganz im Gegenteil sind ja oft im Bau die Häuser günstiger, die nicht aus Glas und Stahl bestehen sondern massiv gebaut werden. Es ist eben eine Frage der Ideologie wie Leonhard richtig bemerkt hat.
      Wie man etwas "nicht-modernistische" dann umsetzen kann in dieser Umgebung steht auf einem anderen Blatt. Der Bau sollte architektonischen Halt geben, auf die Umgebung ausstrahlen und dazu anspornen bei zukünftigen Bauprojekten in der Umgebung eine urbanistische Lösung anzustreben. Es sollte gleichzeitig repräsentativ und nobel sein, einen gewissen Lokalkolorit haben und mindestens die einfachsten architektonischen Grundsätze des klassischen Bauens wie die des goldenen Schnitts einhalten, dabei nicht ins postmodernistische oder in 90er Jahre Einfallslosigkeit abdriften. Nöfer oder auch Hilmer Sattler wären da interessante Architekten.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Der erste TV-Bericht mit einem Zwischenstand der Rekonstruktionsbemühungen der Gelben Treppe in der Residenz:

      BR schrieb:

      Aufstieg in der Residenz
      Die Gelbe Treppe wird rekonstruiert

      Einst war sie der pompöse Hauptzugang zu dem königlichen Gemächern. Ein Prunkstück des Architekten Leo von Klenze. Im Krieg zerstört und danach nur notdürftig repariert. Jetzt wird die Gelbe Treppe in der Münchner Residenz mit Unterstützung der Haberland-Stiftung aufwändig rekonstruiert.
      br.de/mediathek/video/aufstieg…:5a071ef48c7f50001290f693

      :thumbsup:
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Das Arabella-Hochhaus fand ich schon immer hässlich. Und obwohl ich früher auch mal drinnen war, verbinde ich damit keine Melancholie und einen 70er Jahre Charme habe ich noch nie empfinden können.
      Während also die Verantwortlichen der Stadt München jetzt schon prüfen wollen ob es hierbei nicht um ein "Denkmal" handelt, befürchte ich eher Schlimmeres bei einem Neubau des Rechenzentrums an der Ecke zur Maximilianstraße. Natürlich war auch dieses Zentrum nie passend für die Altstadt, hielt sich aber durch seine warme Farbgebung stark zurück. da heutige Entwürfe für solche Neubauten fast immer aus 100 Prozent Glasfassaden bestehen, erwarte ich eine Verschlimmbesserung dieser sensiblen Stelle der Münchner Innenstadt.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Der Bau der Versicherungskammer Bayern ist der einzige Neubau an der gesamten Maximilianstraße, ein Boulevard von immerhin über 1 km Länge. Von daher wäre das eine schöne Gelegenheit, den Eingangsbereich an der Isar, an dem rechts das Gebäude steht, aufzuwerten. Ich stimme allerdings mit dem Münchner überein, dass von einem Neubau in München in heutigen Tagen selten etwas Gutes zu erwarten ist und befürchte ebenso, dass es auf ein Glasmonster hinauslaufen wird. Aber vielleicht hat die Lokalbaukommission ja soviel Sensibilität, das Ensemble Maximilianstraße so hoch zu schätzen, dass sie verlangen, dass der Neubau sich einigermaßen an die Fassadengestaltung der übrigen Gebäude der Maximilianstraße anlehnen müsse... man darf ja schließlich träumen ;)
    • Auch wenn eine Reko in München utopisch ist, hier mal zwei Postkarten (1906 bzw 1907 gelaufen):

      Auf dieser Postkarte sieht man den Teil der noch steht, interessant ist aber, dass das linke Gebäude einige Achsen mehr hatte (heute ist links neben dem Mittelrisalit nur noch eine Achse vorhanden:


      und hier - ein paar Schritte zurück Richtung Maximilianstr. (selbe Blickrichtung) - das Eckgebäude, auf dem heute die Versicherung steht:


      Eigentlich wäre der mögliche zukünftige Abriss ideal, um einige Rekos (wie z.B. des obigen Eckgebäudes als Dominante) und ein paar elegante Füllbauten unterzubringen und den historischen Grundriss wiederherzustellen. Aber wir sind ja in München...

      Die Situation auf Google Maps:
      google.de/maps/@48.137039,11.5….45h,44.99t/data=!3m1!1e3
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von thommystyle™ ()

    • Neu

      Immerhin:

      AZ schrieb:

      Für Denkmalliste reicht es nicht
      Arabella-Hochhaus: "Markant – aber kein Denkmal"

      Bogenhausen - Genau 75 Meter hoch ragt der Riegel am Arabellapark in die Höhe – und prägt seit 48 Jahren die Silhouette im Osten der Stadt. Jetzt plant der Eigentümer, die Schörghuber-Gruppe, den Abriss des markanten Gebäudes (AZ berichtete). Und schon jetzt ist klar: Der Denkmalschutz wird das bekannte Hochhaus nicht retten.
      [...]
      abendzeitung-muenchen.de/inhal…3d-a8ae-60c47ddac659.html

      Allerdings braucht man auch nicht zu hoffen, dort käme was in unserem Sinne hin.
      Die Moderne verleugnet ihre Herkunft, weil sie fürchtet, die Auseinandersetzung mit ihr könnte sie überfordern - oder ihr gar ihre eigene Banalität vor Augen führen. — Dr. Melanie Möller
    • Neu

      Ist in der Lage im Grunde doch auch egal. Solange es nicht wieder so ein oller quergestellter Klotz wird... Dann lieber ein schlankes Hochhaus, oder was Interessantes wie der Hypo-Bau nebenan.

      Die Fernwirkung war ja das Schlimme an dem Arabella-Querriegel. Da gibts noch einige Kandidaten mit ähnlich gruseligen Proportionen in Minga.
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Neu

      Eine weitere sehr erfreuliche Abrissmeldung aus der Münchener Altstadt: Am Färbergraben soll ab Anfang 2019 das City-Parkhaus verschwinden - eine der ganz grossen Bausünden in der Altstadt - und durch einen Neubau ersetzt werden. Trister als der gegenwärtige Zustand kann es kaum werden.

      Einen konkreten Plan gibt es noch nicht, doch zumindest ein Grobkonzept: So sollen zwei neue öffentliche Durchgangspassagen entstehen, im ehemaligen Postgebäude und anstelle des Parkhauses ist eine Mischung aus Einzelhandel, Büros, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen angedacht. Das Parkhaus, das auf städtischem Grund steht, wird auf alle Fälle dafür abgerissen – vermutlich Ende 2018.

      Ein Unternehmenssprecher von Hirmer sagte auf Anfrage unserer Zeitung, man halte sich selbstverständlich an den vom Stadtrat vorgesehenen Nutzungsmix. Dieser sehe Handel, Gewerbe und Wohnen vor. „Wir werden alles dafür tun, dass der neue Bereich rund um den Sattlerplatz ein wertvolles Stück München wird und eine hohe Aufenthaltsqualität erfährt“, heißt es von Hirmer.

      Neubau geplant: Hirmer investiert in der Innenstadt

      Ansicht des City-Parkhauses
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Neu

      Bzgl. Arabellahochhaus stimme ich mit Erbse überein: da draußen is's wirklich ziemlich wurscht, das is eh nicht mehr eine von Altbausubstanz geprägte Gegend. Solange sie dort kein zu großes und klobiges Hochhaus hinbauen, ist mir das egal. Bezeichnend finde ich bloß wieder einmal, dass so ein riesiges Gebäude, das erst 1969 gebaut wurde, schon nach 50 Jahren so marode ist, dass über einen Abriss und Neubau nachgedacht wird... das ist echt ein Armutszeugnis.

      Zitate aus der AZ:
      "Auf Anfrage der AZ erklärte die Sprecherin des Unternehmens, Kathrin Borrmann: "Das 1969 eingeweihte Arabellahaus hat mit seinen nunmehr 48 Jahren ein Alter erreicht, in dem ein wachsendes Aufkommen an Sanierungs- und Reparaturarbeiten normal und unvermeidbar ist".

      "Mittelfristig seien neben den regelmäßigen Sanierungsarbeiten umfangreichere, grundsätzliche Maßnahmen notwendig. Noch sei man in einer ersten Abstimmungsphase und prüfe Konzepte und Alternativen, "auch die eines Neubaus". Die anstehenden Themen seien grundsätzlicher Natur und erforderten umfangreiche Maßnahmen. Vor 2026 werde man diesen nicht in Angriff nehmen."
    • Neu

      Das mit dem Färbergraben wird schon eher interessant, diese Ecke ist eine der häßlicheren der Innenstadt, dort würde es großes Verbesserungspotenzial geben. Schau ma mal.

      Ein Projekt, auf das ich mich sehr freue, wird der Abriss des Parkhauses gegenüber vom Mandarin Oriental in der Neuturmstraße, wo sich als Nachfolgebau erfreulicherweise ein neoklassizistischer Entwurf durchsetzen konnte.

      Voilà:


      (Quelle: sueddeutsche.de/muenchen/archi…s-neue-im-alten-1.2406791)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leonhard ()

    • Neu

      ^ Von diesem Neubau am Mandarin Oriental las ich schon vor einigen Jahren, meine ich. Wann gehts denn dort endlich los?
      Bevor sich das noch jemand anders überlegt mit dem neohistoristischen Neubau. ;)
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.
    • Neu

      Soweit ich weiß, wird nächstes Jahr, also 2018, der Abriss des Parkhauses erfolgen, weil dann die neue Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring fertig sein wird, die das Parkhaus ersetzen wird.
      Hier ein Artikel dazu:
      tz.de/muenchen/stadt/altstadt-…garage-kommt-7381891.html
      2020 soll der Neubau dann fertig sein:
      abendzeitung-muenchen.de/inhal…be-ba40-324fd77e1beb.html
    • Neu

      Stephan Riedel schrieb:

      Abrisspläne

      Die Bayerische Versicherungskammer Bayern plant den Abriss seines Rechenzentrums

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…d1-9a7e-d65b97c3fac7.html

      Das Arabella Hochhaus in München - Bogenhausen soll abgerissen werden

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…44-91be-d7975b78b363.html

      Beiden Abrißplänen würde ich sofort zustimmen, das "Haremsgitter" im Arabellapark ist einfach nur eine optische Beleidigung, und auch die hübsche jugenstil durchfleuchte Wiedemayerstraße braucht keinen solch groben Klotz an Rechenzentrum. JA zum Abriß aber auch JA zum representativen Neubau welcher die Ansprüche an Ästhetik erfüllt. Wenn eine Schuhschachtel die andere ersetzt, ist es Blödsinn - die Baukosten kann man sich schenken.
      Wenn im übrigem des Rechenzentrum der Versicherungskammer wegkommt, könnt man auch gleich über eine Reko der Pumucklwerkstatt nachdenken (welche ja da mal wo gestanden ist)
      Gott schütze uns vor Eis und Schnee,
      Claudia Roth und KGE.
    • Neu

      Erlebt man auch nicht so oft, daß ein Stadthotel "expandiert" und tatsächlich einen Neubau auf der anderen Straßenseite benötigt. In diesem Fall können wir uns anscheinend über guten Geschmack seitens der Hotelbetreiber freuen. Bei Landhotels sieht man ja öfter moderne Anbauten an einem historischen Haupthaus und fast immer entsteht dadurch ein Bruch.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "