Nürnberg

    • Weil der US-Tourist sich so "Germany" vorstellt, mit kleinen Häuschen und Burg und Bratwurst, amazing, great! Diese Touris registrieren wahrscheinlich gar nicht, dass 90% der "Altstadt" aus der Nachkriegszeit stammt. Wenn man Disneyland gewohnt ist, spielt das wahrscheinlich auch keine Rolle.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Königsbau schrieb:

      Weil der US-Tourist sich so "Germany" vorstellt, mit kleinen Häuschen und Burg und Bratwurst, amazing, great! Diese Touris registrieren wahrscheinlich gar nicht, dass 90% der "Altstadt" aus der Nachkriegszeit stammt. Wenn man Disneyland gewohnt ist, spielt das wahrscheinlich auch keine Rolle.
      Weil die Touristen mit Deutschen befindlichkeiten, wie "das Haus ist aber von 1958!" nichts anfangen koennen.

      Und warum sollte man sich fuer kleine Haeuschen, Burg und Bratwurst schaemen?
      Nuernberg gilt auch als Medezinisches Zentrum auf Weltniviau und wird fuer Geschaeftliche Schulungen
      genommen. Die meisten Amerikaner in Nuernberg sind Geschaeftsreisende auf Schulung.
      (Wie man z.b. Maschienen repariert.) Oder Soldaten auf dem Weg zur Oberpfalz.
      Da ist Burg und Bratwurst ein gern genommener Ausgleich gegen Stress. Wie alt da die Haeuser sind spielt keine Rolle.
    • Ich wollte damit nur sagen, dass Nürnberg - auch heute noch - perfekt das Klischee der "deutschen Stadt" präsentiert.
      Und dass die meisten Touristen, seine sie nun aus den USA oder Japan, einfach nur dieses "german feeling" haben wollen und sich gar nicht für Authentizität und historische Tiefe interessieren. Das gleiche gilt auch für Neuschwanstein, das ja auch nur ein anachronistisches Fantasieprodukt ist. Die Touris lieben es.
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      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.
    • Weil Nürnberg halt wohl eine Atmosphäre erzeugen kann, die unabhängig von seiner städtebaulichen Qualität ist. Wenn da ein Tourist ganz unbefangen und ohne geschultes Auge hinkommt, sich die Hauptkirchen anschaut, den Hauptmarkt mit Schönem Brunnen, Männleinlaufen an der Frauenkirche, von dort zur Burg, dann noch die Gegend um das Dürerhaus, den Tag bei Bratwürsten mit einem Krug Wein oder Bier ausklingen lässt, und das alles bei einem Wetter wie heute; da möchte ich nicht sagen, dass das kein "great day" gewesen sein kann. Und nicht nur für Leute, die aus Detroit oder Oklahoma City kommen. Ich war letztes Jahr bei einem Ausflug wieder überrascht, wie gut Nürnberg auch auf kunstinteressierte und durchaus gebildete Leute gewirkt hat.
    • Königsbau schrieb:

      Ich wollte damit nur sagen, dass Nürnberg - auch heute noch - perfekt das Klischee der "deutschen Stadt" präsentiert.
      Und dass die meisten Touristen, seine sie nun aus den USA oder Japan, einfach nur dieses "german feeling" haben wollen und sich gar nicht für Authentizität und historische Tiefe interessieren. Das gleiche gilt auch für Neuschwanstein, das ja auch nur ein anachronistisches Fantasieprodukt ist. Die Touris lieben es.

      Ich gehe davon aus, dass du hier nicht Neuschwanstein mit der Nürnberger Wiederaufbauarchitektur vergleichst.
    • Doch, vergleiche ich. Beide Orte haben in der Realität wenig mit den romantisch-nostalgischen Vorstellungen zu tun, die man damit verbindet. In Neuschwanstein trifft Rittertum auf Industrialisierung, in Nürnberg Mittelalter auf Wirtschaftswunder. Beides sind heute eigentlich nur noch Themenparks für Touristen. Aber sehe darin auch kein Problem. Dem Fremdenverkehr nützt es jedenfalls.
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      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.

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    • Gurnemanz schrieb:

      Weil Nürnberg halt wohl eine Atmosphäre erzeugen kann, die unabhängig von seiner städtebaulichen Qualität ist. Wenn da ein Tourist ganz unbefangen und ohne geschultes Auge hinkommt, sich die Hauptkirchen anschaut, den Hauptmarkt mit Schönem Brunnen, Männleinlaufen an der Frauenkirche, von dort zur Burg, dann noch die Gegend um das Dürerhaus, den Tag bei Bratwürsten mit einem Krug Wein oder Bier ausklingen lässt, und das alles bei einem Wetter wie heute; da möchte ich nicht sagen, dass das kein "great day" gewesen sein kann. Und nicht nur für Leute, die aus Detroit oder Oklahoma City kommen. Ich war letztes Jahr bei einem Ausflug wieder überrascht, wie gut Nürnberg auch auf kunstinteressierte und durchaus gebildete Leute gewirkt hat.
      Und das ist anscheinend mehr, als die allermeisten oder - nach Meinung der US-Touristen - alle größeren BRD-Städte heute bieten können...
    • Und wieder diese Diskussion... Gerade die "gefällige Atmosphäre" ist doch genau den Grund dafür, dass Nürnberg architektonisch auf ewig in den matten 1950'er Jahren stecken bleiben wird? Sicher ist das heutige Nürnberg gut genug für Touristen aus Amiland (in den USA gibt es außer großartige Naturparks ja gar nichts). Aber doch nicht für uns? Nürnberg ist nicht Gelsenkirchen oder Bochum! Gerade Nürnberg braucht jetzt einige großflächige Rekonstruktionsprojekte wie keine andere Stadt der BRD, da dort am 02-01-1945 ein kleines Weltwunder, die großartigste Altstadt Deutschlands und sogar Mitteleuropas, fast völlig verloren gegangen ist.

      Ich werde auf jeden Fall nicht mehr freiwillig nach Nürnberg fahren, denn sogar mein Vorort sieht heute besser aus als weite Teile der nürnberger "Altstadt". Burg, Kirchen und Stadtmauer sind dagegen nicht ausreichend, da brauche ich schon noch großartigere Einzeldenkmäler (Würzburger Residenz, Dom und St. Gereon zu Köln, usw).
    • Nürnberg Weißgerbergasse 34

      Weißgerbergasse 34

      Der nach historischem Vorbild ausgeführte Neubau schließt die letzte Lücke in der Weißgerbergasse. Vorbildlich, man bedenke nur wie Nürnberg aussehen könnte wenn immer so gebaut würde.

      architekturbuero-rester.de/wp/…6-geiersberg-23-nurnberg/
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      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.