Eger / Cheb in Böhmen (CZ) (Galerie)

    • Eger / Cheb in Böhmen (CZ) (Galerie)


      Marktplatz mit Rolandbrunnen („Wastl“)


      Ostseite


      Im Hintergrund St. Nikolaus


      Westseite


      Kaiserpfalz / Schwarzer Turm


      Blick von der Kaiserpfalz zum Marktplatz mit den beiden Kirchen St. Nikolaus und St. Wenzel


      Rechts das Alte Rathaus


      Marktplatz (König-Georg-von-Podiebrad-Platz) mit der Häusergruppe Stöckl, davor der Herkulesbrunnen
    • Da ich bei meinen Bahnfahrten nach Marienbad und Karlsbad jeweils einen längeren Aufenthalt in Eger hatte, ergab sich die Möglichkeit zu einem kleinen Stadtrundgang. Die gesamte Galerie gibt es hier.

      Zuerst ein kleiner Tipp: Das Bayern-Böhmen-Ticket rechnet sich meines Erachtens nur dann, wenn man auch längere Strecke in Bayern fährt, angesichts der extrem niedrigen Preise der tschechischen Bahn wird man es wohl mit Regionalzügen kaum schaffen, im abgedeckten Gebiet mehr als 28 Euro am Tag auszugeben.

      Sehr empfehlenswert ist die App Mein Zug der tschechischen Bahn, die nicht nur über Fahrpläne und Verspätungen informiert, sondern auch gleich den Kauf der Tickets ermöglicht (angesichts von keinerlei Englischkenntnissen der allermeisten Bahnmitarbeiter fast unverzichtbar).

      Einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten gibt es hier.

      Los gehts logischerweise direkt am Bahnhof aus den 70er Jahren:



      Daneben gleich der Busbahnhof mit einer Übersicht:





      Gleich hinter dem Bahnhofplatz beginnt die "Svobody"-Straße und führt in einen Talkessel hinunter:





      Geht man weiter Richtung Innenstadt, beginnt eine Fußgängerzone:







      Hier beginnt dann schon der langgezogene Marktplatz:





      Hier fällt der Blick auf das unvollendete Rathaus auf der rechten Seite:







      Weiter unten kommen das Egerer Stöckl und zur rechten Seite die Kirche St. Nikolaus ins Bild:







      Hier das Stöckl in Nahaufnahme mit dem schmalen Gang dazwischen:





      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)

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    • Unmittelbar nordöstlich hinter dem Ende des Marktplatzes befindet sich die oben erwähnte Kirche St. Nikolaus:







      Unmittelbar nördlich davon endet die historische Bebauung bereits direkt am Ufer der Eger:



      Von hier aus führt der Weg am nördlichen Ende des Marktplatzes weiter nach Osten, diesmal mit der entgegengesetzten Blickrichtung:







      Hier beginnt dann eine Altstadtgasse in Richtung der Egerer Burg:









      (Fortsetzung folgt)
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Interessant, dass man mittlerweile die neogotischen Turmhelme der Stadtkirche wiederhergestellt hat. Ich hab noch die Ansicht laut Markus' Bildern erlebt.
      Auch ansonsten dürfte sich der Focus des westlichen Beschauers etwas geändert haben. Cheb befremdete seinerzeit Golo Mann, der im Zuge eines Photobandes zu seinem "Wallenstein" einige original Schauplätze bereiste, durch den Kontrast zwischen "Häusern und darin Hausenden", "zwischen deutschem Mittelalter und osteuropäischen Zigeunern" (das durfte man damals noch so schreiben). Mittlerweile wirkt Cheb wohl auch von der Bevölkerung europäischer als dt. Mittelstädte.

      Die Egerer Altstadt ist übrigens im Buch "Zmizelé Sudety" als Vertreibungsverlust dargestellt. Angeblich stehen von vielen Gassen nur noch die Fassaden.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

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    • ursus carpaticus schrieb:

      die ... Turmhelme der Stadtkirche wiederhergestellt
      Tatsächlich. Es mag zwar dem historischen Zustand entsprechen, aber ich bin nicht begeistert, man hat sich einfach so sehr an den bisherigen Zustand gewöhnt.


      Cheb Mikuláš 4 [Public domain], von Karelj (Eigenes Werk (own photo)), vom Wikimedia Commons


      Cheb Mikuláš 2 [Public domain], von Karelj (Eigenes Werk (own photo)), vom Wikimedia Commons


      Cheb st. Nicholas church from NW 2008-07-25 [GFDL (gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Zipacna1 (Eigenes Werk), vom Wikimedia Commons

      Vielleicht aber gewöhnt man sich irgendwie um.
    • ursus carpaticus schrieb:

      Interessant, dass man mittlerweile die neogotischen Turmhelme der Stadtkirche wiederhergestellt hat. Ich hab noch die Ansicht laut Markus' Bildern erlebt.
      Das war wohl 2008 - mir gefallen die aktuellen Turmspitzen aber deutlich besser.


      ursus carpaticus schrieb:

      Mittlerweile wirkt Cheb wohl auch von der Bevölkerung europäischer als dt. Mittelstädte.
      Laut Reisehandbuch aus dem Michael Müller Verlag konnten nach 1945 kaum Tschechen dazu bewegt werden, sich in Eger/Cheb anzusiedeln, daher wurden vor allem Slowaken und slowakische Roma dort angesiedelt, außerdem gibt es prozentual gesehen einen der größten Anteile an Vietnamesen in Tschechien (entsprechend ist der Asia Dragon Bazar in der Nähe ja auch einer der größten "Vietnamesenmärkte").

      ursus carpaticus schrieb:

      Angeblich stehen von vielen Gassen nur noch die Fassaden.
      Das glaube ich nicht, siehe dieses Luftbild - auch Einblicke in Hinterhöfe zeigen, daß hier tatsächlich noch die originalen Gebäude stehen, nur im Nordwesten der Altstadt ist (ähnlich wie in weiten Teilen von Halle) die Bebauung nur noch entlang der Straßen erhalten, dazwischen ist grüne Wiese. Außerdem war die Altstadt (siehe hier) vorher stärker verdichtet.

      Aber weiter mit den Fotos:

      Anstatt gleich zur Burg zu gehen, erfolgt erst einmal der Weiterweg nach Süden. Dort gibt es zuerst eine Brache in einem Hinterhof:



      Gleich dahinter dann aber sieht man den rekonstruierten Klostergarten:







      Blick auf eine Schule gleich gegenüber:



      Infos zur Rekonstruktion:

      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)

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    • Das Franziskanerkloster mit diversen Sowjetbürgern:







      Gleich dahinter beginnt eine aufgelockerte Bebauung mit Villen:









      Dort befindet sich auch das Westböhmische Theater:



      Und etwas weiter Richtung Innenstadt die evangelische Friedenskirche:

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    • Von hier aus geht es dann über den südlichen Teil der Altstadt wieder zurück zum Marktplatz:















      Am Franziskanerkloster und der ehemaligen Kirche St. Klara vorbei:





      ... erreichen wir wieder den äußersten Nordwesten der Altstadt mit einem netten Platz:





      Unmittelbar südlich davon befindet sich dann die Egerer Burg, direkt darunter ist ein Park, der im Rahmen der gemeinsamen Gartenschauen angelegt wurde:









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    • Der Schwarze Turm:



      Der Blick von der Burg zur Innenstadt:



      Zum Abschluß noch einige Fotos der Bebauung parallel zur Fußgängerzone unmittelbar südwestlich des Marktplatzes:









      Weiter außerhalb Richtung Bahnhof sind dann relativ viele Baulücken zu sehen, dazwischen auch Plattenbauten. Insgesamt aber auf jeden Fall einen Besuch wert, die Altstadt befindet sich insgesamt in einem recht ordentlichen Zustand.
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    • "Zeno", interressant sind die Proteste gegen die "Germanisierung" aufgrund des Aufstellens der Stauferstele. So viel zur viel beschriebenen Versöhnung nach der Vertreibung, die vor allem auf der deutschen Verdrängungsleistung und Leisetreterei beruht, aber keinerlei Entgegenkommen von weiten Teilen der polnischen und tschechischen Seite kennt.

      Es scheint einiges saniert worden zu sein, seit meinem Besuch um das Jahr 2001. Das Hotel, in dem ich damals nächtigte, hat sich allerdings wenig verändert.

      Zur Bevölkerungsstruktur: Schräg gegenüber erinnere ich mich an einen recht großen Vietnamesenmarkt. Und im Gegensatz zu den Tschechen, die mich nur tschechisch ansprachen, identifizierten mich die Zigeunerinnen (ich sollte vielleicht politisch-korrekt eher sagen fahrende Prostituierte :lachentuerkis: ) sofort als Deutschen, riefen mir also über die Straße hinweg in deutsch zu. Die haben bezüglich der Einordnung von Personen eine recht hohe Intelligenz. Ich erinnere mich, wie mich ein tschechischer Bub nahe der Burg wegen irgendetwas ansprach, ich ihm auf deutsch antwortete, ihn nicht zu verstehen. Der zog sich ziemlich verängstigt zurück, so als hätte ihm der leibhaftige SS-Mann gegenüber gestanden. :--) Aber das mag vielleicht am Alter des Jungen gelegen haben (vielleicht 8 Jahre).

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Heimdall ()

    • In direkter Grenznähe sieht man tatsächlich fast nur Vietnamesen und Roma, die auf deutsche Kundschaft warten. Für Tschechen muss man sich etwas weiter rein begeben. Wobei die Preise hinter der Grenze auch angezogen haben. Laut Verwandschaft in O-Tal hat dort jetzt die erste Tankstelle aufgemacht, bei den Tschechen ist es der Sprit "nur" noch 10 Cent billiger, da lohnts sich jetzt wohl.
      In Eger war ich noch nie, daher danke für die Bilder. Erstaunlich für mich, wie wenig das zu Sehende noch mit dem sächsischen Vogtland zu tun hat, obwohl das gar nicht mal so weit weg ist.
    • Mein Besuch liegt sicherlich auch mindestens 15 Jahre zurück, als wir von der Rückfahrt von Prag dort einen Halt machten. Vielleicht tue ich der Stadt damit heute Unrecht, aber eine unangenehmere Atmosphäre als dort hatte ich bislang nirgendwo empfunden. Wir oben schon angesprochen war die Stadt geprägt von Bettlern, Vietnamesenmärkten, Prostitution, Glücksspiel und dies alles noch auf billigstem, schäbigstem Niveau. Die deutsche Gäste/Kunden überwiegend nicht minder abstoßend. Die Stadt und die Umgebung hat uns - ehrlich gesagt - angewidert und wir waren selten so froh, wieder über der Grenzen in Bayern zu sein.

      Nun gut, das ist längern her. Vielleicht muss ich diese Erinnerungen ablegen und die Stadt Wallensteins noch einmal unvoreingenommen Betrachten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Gurnemanz ()

    • Gurnemanz schrieb:

      Wir oben schon angesprochen war die Stadt geprägt von Bettlern, Vietnamesenmärkten, Prostitution, Glücksspiel und dies alles noch auf billigstem, schäbigstem Niveau.
      Ich habe auch einiges an Negativem über die Stadt gelesen (z. B. hier), aber nichts dergleichen erlebt, weder gab es Bettler noch irgendwelche dubiosen Etablissements in der Innenstadt. Im Gegenteil wirkte alles ziemlich gepflegt und sauber - das mag natürlich in irgendwelchen Plattenbauvierteln außerhalb anders sein. Auch die diversen Eis- und Straßencafés machten einen recht ordentlichen Eindruck, da war das Publikum am Marktredwitzer Bahnhof schon etwas dubioser.
      „Preste atenção, o mundo é um moinho, vai triturar teus sonhos, tão mesquinho, vai reduzir as ilusões a pó“ (Cartola)
    • Ich denke, das Klischee als Standort des größten Vietnamesenmarktes der Welt, der geballten Kriminalität und des größten Straßenstriches der Welt war schon früher übertrieben. Heute aber dürfte das alles weitgehend der Vergangenheit angehören. Oder sieht man es nur nicht mehr?

      Gleichwohl bin ich nicht ausgestiegen, als ich einmal mit dem Auto durch die Evropska und die Vrbenskeho gefahren bin. Beeindruckend aber war das Stadtbild auch dort sehr.
    • Als Kinder hat man uns bei Schulausflügen ins erzgebirgische Grenzgebiet (wo man bei Wanderungen durch den Wald schon das ein oder andere mal unbemerkt die Grenze überschreitet) oder nach Prag immer gesagt, in den Wohnwagen am Straßenrand würden "Erwachsenendienste" angeboten. Aber was soll man bspw. auch den Vietnamesen für einen Vorwurf machen? Sie bedienen offensichtlich einen Markt, den es gibt. Viele der kleinen Ladengeschäfte in unseren Städten werden auch von Vietnamesen betrieben, ohne die wäre der Leerstand noch größer.
      Es ist aber wohl schon so, dass Nordböhmen der Entwicklung im Rest des Landes und insbesondere in Prag arg hinterherhinkt.
    • Das kam jetzt vielleicht etwas zu drastisch rüber. Auf eine längere Besichtigung der Innenstadt hatten wir dann auch keine Lust mehr. Ich bitte, mich auch nicht so zu verstehen, dass ich mich darüber mokiere, von bettelnden Roma und Vietnamesen am Kulturgenuss gehindert worden zu sein. Die Atmosphäre fanden wir halt damals äußerst unbehaglich. Wie gesagt, das ist schon eine Weile her; vielleicht sind es auch schon 20 Jahre. Schön, wenn dieser Eindruck jetzt nicht mehr so entsteht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gurnemanz ()