Halle (Saale)

    • Weshalb hast Du denn Wut? Und auf wen? Auf Deine Stuttgarter Politiker? Auf die Eigentümer, Immobilieninvestoren und Stadträte in Baden-Württemberg? Die sind es doch, die bis heute Altbausubstanz verfallen lassen, um sie möglichst rasch als "Schandfleck" abreißen und mit renditefähigen Neubauten ersetzen zu können. In Baden-Württemberg ist viel mehr Geld, als in Sachsen-Anhalt, in Stuttgart viel mehr Kapital als in Halle. Die Leute im Westen hätten sich ein Paradies an wundervoller Architektur schaffen können. Indes, es interessiert sie eben nicht. Stattdessen entsteht eben z.B. das Stuttgarter Europa-Viertel. Jedem das Seine. Wut solltest Du also, wenn überhaupt, auf die Verantwortlichen Deiner Region haben.
    • Heimdall schrieb:

      Weshalb hast Du denn Wut? Und auf wen? Auf Deine Stuttgarter Politiker? Auf die Eigentümer, Immobilieninvestoren und Stadträte in Baden-Württemberg? Die sind es doch, die bis heute Altbausubstanz verfallen lassen, um sie möglichst rasch als "Schandfleck" abreißen und mit renditefähigen Neubauten ersetzen zu können. In Baden-Württemberg ist viel mehr Geld, als in Sachsen-Anhalt, in Stuttgart viel mehr Kapital als in Halle. Die Leute im Westen hätten sich ein Paradies an wundervoller Architektur schaffen können. Indes, es interessiert sie eben nicht. Stattdessen entsteht eben z.B. das Stuttgarter Europa-Viertel. Jedem das Seine. Wut solltest Du also, wenn überhaupt, auf die Verantwortlichen Deiner Region haben.
      Des sehe ich ganz genau so. Eine zutreffende Analyse. Aber wie dem auch sei und wie beklagenswert die entsprechende Situation - wo auch immer - sein mag: mich erfreut jedes gut sanierte, schöne historische Gebäude. Egal ob im Norden, Osten, Westen oder Süden.
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Wenn ihr meine Aussage so interpretiert habt, dass ich Wut auf die "Ossis" hätte, liegt ihr komplett falsch, so primitiv denke ich nicht. Ich gönne Ostdeutschland jedes sanierte Haus und freue mich ebenso darüber.

      Was bei mir die Wut verursacht: Im Osten läuft die Sanierung von Städten auf Hochtouren, während sich in Westdeutschland gefühlt überhaupt nichts mehr tut. Da geht es um priviligierte Regionen und einseitig verteilte Finanzhilfen vom Bund zur Städtebauförderung.

      Auf dieser Grafik ist die überaus ungleiche Verteilung bundesweit dargestellt:

      bmub.bund.de/fileadmin/Daten_B…ung_bund_laender_2016.jpg

      Vielleicht wird hieraus ersichtlich, was ich mit der Diskrepanz meine. Man vergleiche allein Sachsen mit Baden-Württemberg.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Königsbau ()

    • Königsbau schrieb:

      Wenn ihr meine Aussage so interpretiert habt, dass ich Wut auf die "Ossis" hätte, liegt ihr komplett falsch, so primitiv denke ich nicht. Ich gönne Ostdeutschland jedes sanierte Haus und freue mich ebenso darüber.

      Was bei mir die Wut verursacht: Im Osten läuft die Sanierung von Städten auf Hochtouren, während sich in Westdeutschland gefühlt überhaupt nichts mehr tut. Da geht es um priviligierte Regionen und einseitig verteilte Finanzhilfen vom Bund zur Städtebauförderung.

      Auf dieser Grafik ist die überaus ungleiche Verteilung bundesweit dargestellt:

      bmub.bund.de/fileadmin/Daten_B…ung_bund_laender_2016.jpg

      Vielleicht wird hieraus ersichtlich, was ich mit der Diskrepanz meine. Man vergleiche allein Sachsen mit Baden-Württemberg.
      @'Königsbau

      Die von dir angefügte Grafik zur Städtebauförderung beinhaltet die Gesamtausgaben und Gesamtmaßnahmen der Städtebauförderung in Deutschland. Dazu zählt auch der größte Einzeltopf - der Stadtumbau Ost für Abriss von Wohneinheiten. Dieser stellt das volumenträchtigste Städtebauförderinstrument in den neuen Ländern nach wie vor da, deswegen die grafische Unwucht. NRW ist auch gut dabei, weil es das einzige alte Land ist, dass Stadtumbaumittel (West) in Anspruch nimmt.

      Bei den Aufwertungsprogrammen (investiv) der sogenannten klassischen Städtebauförderung (Städtebaulicher Denkmalschutz, Soziale Stadt, Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, städtbeauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen etc.) erfolgt die Verteilung der Mittel (2016: 500 Mill. Euro; 2017: 790 Mill. Euro) nach dem königsteiner Schlüssel auf die Länder (also nach Ew.). Im investiven und aufwertenden Bereich gibt es seit langem zwischen Ost und West keine Unterschiede mehr.

      In den nächsten Jahren dürfte sich diese Unwucht zugunsten des Westens umkehren, weil der Bund das Instrument des Sozialen Wohnungsbaus massiv fördert (nach 20 Jahren wieder Bestandteil der Städtebauförderug geworden), der vor allem in den westdeutschen Städten stark nachgefragt werden dürfte und sich gleichzeitig der Abrissbedarf im Osten deutlich gesenkt hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Roland ()

    • Königsbau schrieb:

      So schön es auch ist, ich habe dabei doch ein gewisses Gefühl von Wut im Bauch.
      Der Osten putzt sich fein heraus, und der Westen vergammelt langsam.
      So einseitig habe ich mir das mit den "blühenden Landschaften" nicht vorgestellt.
      Ähnlich klagt -wenn auch aus anderer Sicht- der Mitteldeutsche Rundfunk. In einer ganzen Reihe wird immer wieder beklagt, dass das Geld zurück in die Geberländer fließt. Bzw. die Eigentümer der schönen Immobilien selten im Osten wohnen.