Halle (Saale)

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    • Bärgasse am 4.11.2007 11:00 Uhr:


      Die Bärgasse befindet sich zwischen dem Marktschlösschen (rechts) und dem Haus Talamtsstraße 8 (links).


      Die Giebelwand steht schon. Man vergleiche die Fenster über dem Portal rechts der mittelalterlichen Mauer mit denen des abgerissenen Vorgängers. Die Anordnung entspricht sich. Alles deutet auf eine Rekonstruktion des Erscheinungsbildes hin. Man darf gespannt sein.



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      Alter Markt. Blick auf die Häuser der Südseite von der Schmeerstraße aus.
      Spätes 18./ verändert frühes 19. Jh, barocke Stuckdecke im 1. OG:


      Mai 2007


      Oktober 2007

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      Villa in der Emil-Abderhalden-Straße 9 (Nördl. Innenstadt), erbaut 1867. Wohnhaus der Medizinprofessors und Chirurgen Richard von Volkmann (nach dem auch eine Straße in Halle benannt ist).

      img516.imageshack.us/img516/7551/wwwdenkmaldesr5.jpg
      Anfang/Mitte 1990er; Quelle: denkmal.de


      Oktober 2007

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      Die Geiststraße ist/war die Haupteinfallstraße von Norden in die Stadt und führte direkt auf das Ulrichstor. Sie bietet ein geschlossenes Bild gründerzeitlicher Mietshäuser.
      Im September deutet bei Nr. 41 alles auf Sanierung hin:



      doch Anfang November ist es schon zur Hälfte abgerissen. Bei mir stellt sich die Frage, warum dann zwei Monate ein Baugerüst vor dem Haus steht?!


      Das Haus war kein Baudenkmal und wurde m.E. schon zu DDR-Zeiten entstuckt.


      Hofansicht


      Blick in die Geiststraße Richtung Süden, links das Baugerüst vor dem Abrisshaus. In dem Straßenzug kann man noch die enge der ehemals vorstädtischen Straße spüren, die um 1870-1910 lediglich überbaut, nicht jedoch verbreitert wurde, ähnlich der Großen Ulrichstraße in de Altstadt.

      Der Abriss von Nr. 41 ist der einzige nach der Wende, von 1985-87 wurde der Südteil der Geiststraße großflächig abgerissen, hier befanden sich vorwiegend ältere Häuser.

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      In der Großen Steinstraße (Altstadt) war im Mai das ehemalige Hotel Stadt Hamburg eingerüstet. Bauzeit ca. 1860/70:




      November 2007; der Blickpunkt der Straße, das ockerfarbene Haus mit rotem Dach und Eckturm wurde übrigens erst nach der Wende gebaut.

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      Das Haus Hansering 5 (Bj: 1873) wurde in den letzten Monaten umfassend saniert und erstrahlt heute in neuem Glanz



      Der Hansering ist östlicher Teil des Mitte des 19. Jh. um die Altstadt gelegten Promenadenringes, der auch heute noch größtenteils erhalten ist.
      Lediglich im Süden wurde er 1965ff. durch die Hochstraße zerstört und ein großen Teil der Bebauung abgerissen. Ansonsten verfügt Halle noch über ein für Großstädte äußerst selten erhaltenes repräsentatives Ringsystem.
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      Johann-Andreas-Segner-Straße 9:
      Leider wurde der Stuck nicht wieder angebracht.




      November 2007

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      In der Leipziger Straße 6, unweit des Marktplatzes, ist seit zwei Wochen das ehemalige Textilwarenhaus Weddy Pönicke & Steckner eingerüstet. Erbaut um 1900, ist es eines der bedeutendsten Stahlskelett-Jugendstilwarenhäuser der Stadt. Über die Art der Baumaßnahmen bin ich mir nicht im klaren. Hoffentlich handelt es sich nicht nur um eine Sicherung. Zumindestens konnte man einsehen, dass das Dach neu gedeckt wurde.

      img142.imageshack.us/img142/4981/wwwdenkmaldesq2.jpg
      Quelle: denkmal.de


      November 2007

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      Leipziger Straße 34 (ca. 1885):
      Das schmale Haus befindet sich im oberen Teil der Leipziger Straße, also in der ehemaligen Vorstadt. Es befindet sich an der Straßenecke zur Augustastraße.


      Mai 2007


      September 2007


      November 2007

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      Leipziger Straße 49, erbaut 1907:
      Die östlich anschließenden Häuser fielen Mite der 60er der Umgestaltung des Riebeckplatzes zum Opfer


      Mai 2007


      November 2007


      Nahaufnahme

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      Die Luisenstraße 6 (1869) befindet sich in der Nördlichen Innenstadt (Theaterviertel). Es diente bis zum Umzug in die Straße der Opfer des Faschismus als Landratsamt des Saalkreises (der dieses Jahr aufgelost wurde):


      Oktober 2007


      November 2007

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      Der Rote Turm auf dem Marktplatz wird bis August 2008 konserviert:


      Mai 2007


      Novemberg 2007

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      Die Schmeerstraße 4 (Altstadt, Verbindung zw. Altem Markt und Marktplatz; Anfang 20. Jh.) wurde vor einigen Wochen gesichert und steht zum Verkauf. Da das Verkaufsschild jedoch seit einigen Wochen verschwunden ist, darf man auf positive Veränderungen hoffen:



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      Seit vorgestern steht ein Baugerüst am bereits sanierten Haus Universitätsring 12:



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      So, das wars erstmal für heute. Ich hoffe, dass ich hiermit auch den letzten Skeptiker überzeugen konnte, dass in Halle bautechnisch (und auch wirtschaftlich) keineswegs Stillstand herrscht. Nach einer Flaute zu Anfang des Jahrtausends lassen sich Veränderungen zum Guten jetzt in (fast) jedem Stadtteil finden. Lediglich die Plattenbaugebiete sind jetzt noch von radikalem Leerzug betroffen. Die zentralen Stadtbereiche haben seitt Mitte der 90er eine nicht unbeträchtliche Zuwanderung, auch wenn die Dynamik von Leipzig noch lange nicht erreicht ist.
    • Erst mal einen großen Dank für die immense Arbeit. Im Gegensatz zu den zahlreichen Aktiven, die aus Leipzig berichten, bist du in Halle momentan ja noch! allein. Hoffentlich kommen noch andere hinzu.

      Halle wird vielleicht mit am meisten unterschätzt. Die Grundsubstanz ist vorhanden. Leider wirkt es z.B. im Vergleich zu Leipzig sehr dreckig bzw. staubig oder täuscht der Eindruck? Es ist also noch viel zu tun, aber ein Anfang scheint gemacht.
    • Gibt es irgendwelche Dokumentationen wie
      die Quartiere aussahen die dem DDR-Abriss zum Opfer gefallen sind ?


      Im Internet fndest du wirklich fast nichts, ich habe deswegen auch schon lange gesucht. Hier ist eine Ansicht vom Trödel, einem kleinen Platz südwestlich des Marktes:

      alt-halle.de/html/bilder_von_halle_um_1900_24.html

      Der Trödel selbst wurde 1965 abgerissen. Das umgebene Gassengewirr, das einen großen Teil des Charakters von Alt-Halles ausgemacht hat (u.a. Schülers Hof, Zapfenstraße, Ritterstraße) wurde kontinuierlich ab Mitte der 20er "saniert", aber erst in den 60ern entgültig beräumt und neu bebaut. Heute ist es die unwirtlichste Gegend der Altstadt.

      Ich werde mal im Stadtarchiv forschen, ob ich dort noch Bilder und Pläne der betreffenden Bereiche finde. Außer mit dem Trödel, einem der ehemals berühmtesten und meist gemalten und fotografierten Plätze der Stadt, kann das Internet hier jedoch nicht aufwarten.
    • @Alexander

      Glückwunsch zu Deinem spannenden Bericht über Halle! Du trägst dazu bei, eine Stadt, die mit ihren historischen Schätzen viel zu sehr im Schatten steht, bekannter zu machen. Es wäre schön, wenn es hier zu Halle ähnlich engagierte Diskussionen gäbe wie zu Leipzig und Dresden.
      Deine Kartierungen zu den Flächenabrissen von Altstadtquartieren in der DDR-Zeit sind freilich erschreckend, aber Halle hat offensichtlich noch immer sehr bedeutende und relativ geschlossen wirkende historische Ensembles. Das Bauvorhaben in der Bärgasse ist dabei besonders reizvoll. Vielleicht kann es Anregungen geben für den zukünftigen Umgang mit innerstädtischen Brachen, die aus den DDR-Abrissen entstanden sind.
    • Ich komme erst jetzt dazu, den Strang zu lesen und danke auch vielmals für die interessanten Einblicke in eine faszinierende Stadt.

      Ist man sich in Halle der Denkmalschätze bewußt? Wie ist die öffentliche Meinung dazu?

      Steht eigentlich die Malzfabrik noch?

      P.S. wenn es geht, würde ich mir mal ein Foto von der expressionistischen Sechseckvilla in Halle wünschen, ich weiß gerade nicht genau den Namen auswendig.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.
    • Ich habe gerade nochmals zur Abrundung einige Halle-Fotos hochgeladen (einige Fotos sind auch schon in der Sachsen-Anhalt-Galerie zu sehen):

      picasaweb.google.de/prach68/Halle

      Ich fand die selbst im Zentrum häufigen Plattenbauten schon sehr störend, anderen Plätze und Straßenzüge (insbesondere die Fußgängerzone) hingegen absolut faszinierend. Dennoch ist es natürlich unschön, wenn man direkt hinter der Marktkirche auf Plattenbauten stößt...
    • Dann werde ich mich mal an die Beantwortung der Fragen machen...

      @Mathias, baukunst-nbg:
      Vielen Dank!

      Wer nach Halle fährt, darf sich vorher keine Illusionen über eine Stadt der vollendeten Harmonie machen, auch nicht in den Gründerzeitvierteln, wie es z.B. in Leipzig der Fall ist. Halle ist eine Stadt der Lebendigkeit der Geschichte. Alle Epochen haben deutliche Spuren im Stadtbild hinterlassen, auch die jüngeren. Lange nicht alle mit historischen Gebäuden bebauten Straßenzüge lassen sich vorbehaltslos genießen, weil (im Vergleich zu Leipzig) viele Gebäude zu DDR-Zeiten ihren Fassadenschmuck verloren haben.
      Trotzdem beträgt der Altbau-Anteil in den innerstädtischen Stadtvierteln schätzungsweise 85%, was für eine Großstadt, auch Leipzig kommt da nicht dran) absolut außergewöhnlich ist! Man spürt überall die Geschichtlichkeit der Stadt mit all ihren schönen und häßlichen Seiten, egal ob in der Altstadt, am Ring oder in den von Gründerzeit und Jugendstil geprägten Vorstädten zwischen Seebener Straße und Ludwigstraße, Saale und Bahn.
      Halle ist eine Stadt der kontrastreichen, weniger der vollendet harmonischen Schönheit.

      Ja, die alte Malzfabrik in der Merseburger Straße mit ihren Türmen steht noch, wird sogar Schritt für Schritt wieder nutzbar gemacht, was ja bei Industriedenkmälern eine Seltenheit ist (siehe Zuckerfabrik in unmittelbarer Nähe). Ich kann ja bei Gelegenheit mal ein paar Fotos machen.
      siehe: marodes.de
      dort auch Infos zur Zuckerfabrik (links auswählen)

      @Heimdall und silesianospostato:
      Ich finde schon, dass die Commerzbank eines der störendste Gebäude am Markt ist (neben den beiden Kaufhof-Kolossen), weil es in seiner Materialität absolut unpassend ist, in seiner architektonischen Qualität minderwertig und einfallslos ist und die städtebaulichen Gegebenheiten missachtet.
      Es handelt sich um das Glashaus 2. v. links:



      Ich hoffe wirklich, dass die sehr interessanten Altbauten in diesem Bereich saniert werden! Viele Häuser sehen einsturzgefährdet aus..


      @Däne:

      Ja, der Bereich macht auch mir Sorgen.
      Der Bau mit den Renaissancegiebeln und dem Treppenturm und dem nordöstlich anschließende Hofraum, der mit zwei Häusern (Markt 15/16) bis zum Markt durchgeht, ist der Patrizierhof Kühler Brunnen. Errichtet größtenteils als Wohnhaus des Hans von Schönitz (um 1530), dem Hofbaumeister Kardinal Albrechts von Brandenburg (Erzbischof von Mainz und Magdeburg, einflussreichster geistlicher Fürst seiner Zeit in Deutschland, residierte fast 30 Jahre in Halle, baute dort die Neue Residenz).
      Der Hof ist Teil-Restauriert und auch zu einem großen Teil genutzt, wichtige Bereiche wie z.B. der Küchenbau sind wegen eines Eigentümerstreits jedoch arg verfallen.

      Weiterhin einsturzgefährdet sind die Häuser am Graseweg/Gr. Klausstraße, die in ihrer Lage und Altertümlichkeit einzigartig und unverzichtbar sind:
    • "silesianospostato" schrieb:

      Meinst Du das Kommerzbank-Gebäude? Das fügt sich eigentlich relativ harmonisch ein, mich stören schon eher die Brachen und Plattenbauten gleich daneben.


      Ich weiß nicht, ob da die Commerzbank drin ist. Ich meine z.B. das herauskragende, gebogene Glasgebäude direkt am Platz. Oder dieser komische graue Block mit seinen "geometrisch verspielten" Fenstern gegenüber des Stadthauses. Oder dieser langweilige weiße Block mit der tonnenförmigen Ecke ganz rechts. Gefällt mir alles überhaupt nicht.
      Aber zum Glück hat die Stadt ja noch einiges an Altbau-Substanz, auch wenn diese großenteils noch ihrer Sanierung harrt.
    • man sollte es sich einfach mal anschauen - die großzügikeit und historische "schichtigkeit" des platzes sind nach wie vor beindruckend.
      auch wenn die bauten aus den 20er/30ern und besonders die drei nachwende-exemplare, für sich gesehen, nicht unbedingt das gelbe vom ei sind - ergibt das alles eine ganz gute mischung

      die große stärke des marktplatzes ist aber seine nahtlose einbindung in eine organisch (sic!) gewachsenen großstadt - ob schön oder nicht, (darüber lässt sich trefflich streiten) - in dieser ausdehnung ist das einzigartig in deutschland.