Graz (Galerie, Bilder grösstenteils gelöscht)

    • Hier sieht man deutlich, warum der Historismus so viele Feinde hatte. Die historische Aufnahme zeigt einen völlig überladenen Bau, die Bauskulptur hat hier keinerlei Bedeutung. Wie auf einer kitschigen Sahnetorte wurden die Proportionen der Neo-Renaissance-Fassade geradezu erschlagen. durch das Weglassen des ganzen unnötigen Gedöns kann der Bau seine Wirkung viel besser entfalten. Es stimmt schon, weniger ist mehr, was nicht heißt, dass zu wenig genug ist. In diesem Falle trifft es aber voll zu.
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Ich bin hier conträrer Meinung. Gerade in der Überladenheit lag die Qualität des Baues. Gerade das Zuviel an Ornamentik, die Überforderung des Auges ist die Intention dieses Stils. Die nachträgliche Vereinfachung ist daher noch schädlicher als es bei früheren Bauten der Fall gewesen wäre - der Balg ist geschlechtslos geworden, um das Eigentliche gebracht worden. Durch seine Proportionierung kann er ja kaum punkten, und in diesem Manko liegt der historistische Hund begraben.
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Ich finde auch, dass zu diesem Rathaus, wenn schon, die ganze Pracht dazugehört! Außerdem liebe ich Sahne...ähm Schlagoberstorte!

      Zufälligerweise war ich am Wochenende in Graz und bin auch mehrmals am Rathinger vorbei. Mir persönlich kommt der Platz "live" sowieso sehr groß vor und das Rathaus hat hier für mich den wohltuenden Schatten gespendet, den man im Sommer dort auch braucht :-)...alsoe ein reiner Funktionsbau eben. Form follows Function eben.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"

    • Herz-Jesu-Kirche Graz, unbekanntes Juwel des historistischen Kirchenbaus

      Nachfolgend möchte ich ein paar Fotos der Herz-Jesu-Kirche im Grazer Stadtteil St. Leonhard zeigen. Während sich die Besucherströme auf die Grazer Altstadt konzentrieren ist dieser Sakralbau ausserhalb der Stadtgrenzen wohl nahezu völlig unbekannt. Es handelt sich um eine neogotische, von 1881-1887 erbaute Kirche des Architekten Georg von Hauberrisser, dem Schöpfer des Münchener Rathauses. Angelehnt ist sie an norddeutsche Kirchen im Stil der Backsteingotik. Für mich handelt es sich um eine der schönsten Kirchen des Historismus in Mitteleuropa, wobei besonders das prachtvolle Innere dazu beiträgt.




      Zuerst zwei Ansichten vom Schlossberg her.







      Blick aus der Nähe auf den 109,5 m hohen Turm.





      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.


    • Durch das Eingangsportal begeben wir uns hinein.




      Die Kirche atmet den Geist mittelalterlicher Kathedralen wie man unschwer erkennen kann.







      Ein Gemäldezyklus zeigt die Stationen im Leben Christi.


      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.


    • Blick vom Altar zur Orgel und Rosette.



















      Zum Schluss noch einmal der Altar.


      Das war es auch schon, nächste Woche gibt es noch ein paar Fotos von Schloss Eggenberg. :)
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.