Zittau

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    • "memet" schrieb:


      Wie wahr.
      Auch ich finde, jetzt sieht es viel, viel schlimmer aus.
      Das Gebäude sah wunderschön aus und hätte doch statt
      abgerissen in Teilen zerlegt werden können. Man hätte doch
      z. B. hässlichen Städten wie Kassel das Gebäude "schenken"
      können, um es dort wieder aufzubauen und damit die Innenstadt aufzuwerten. Nur so eine Idee - aber bei solchen Sachen muss
      man doch ein wenig "über den Horizont" denken....


      Die Idee mit dem "schenken" ist nicht schlecht. Aber ich denke soetwas wäre teurer als das Haus zu renovieren. Beim "verschenken" muss es ja in kleine Teile zerlegt werden, diese müssen an den richtigen Stellen zerzeilt werden, die Stücke müssten numeriert werden und dann muss man es am neuen Standpunkt wieder zusammenbauen. Das ist ein sehr hoher Aufwand.

      Wenn ich im Besitz einen so schönen, aber baufälligen Gebäude wäre, dann würde ich alles bis auf die Außenfassaden abreißen, diese neu streichen + reparieren und in den Neubau integrieren. Das ist evtl. billiger als das ganze Gebäude renovieren und man erhält gleichzeitig die schönen Außenfassaden.
    • Re: Zittau - Abriss des Hotels am Bahnhof

      Ich weiß nicht wo ich den Artikel sonst reinbringen soll, also kommt er samt der hübschen Überschrift hier rein:


      Komplette Innenstadt ist nicht zu retten

      Frau Kaiser, in der Innenstadt werden historische Bauten abgerissen, der Ring ist wegen einesbaufälligenKanals gesperrt, die Bergstraßen-Mauer bröckelt – verfällt die Stadt schneller als sie saniert werden kann?

      Jein. An einigen Standorten ist zu vermerken, dass der Verfall schneller vorangeht, als dass wir den Erhalt mit den zur Verfügung stehenden kommunalen Möglichkeiten unterstützen können. Während wir uns bisher extrem gegen den Abriss von denkmalgeschützter Bausubstanz gewehrt haben, schauen wir natürlich auch der Realität ins Auge und fragen uns: Wo kann die Stadt noch mit welchen finanziellen und organisatorischen beziehungsweise planungsrechtlichen Mitteln handeln? Wir wägen ab, ob ein Abriss städtebaulich vertretbar ist und damit das verfügbare Geld für realisierbare Sanierungen eingesetzt werden kann. Voraussetzung ist natürlich immer, dass der Eigentümer investieren kann und eine nachhaltige Nutzung ermöglicht wird. Zudem fragen wir uns auch, ob der Abriss die historische Innenstadt zerstört, oder ob an diesem Standort nachfolgende Generationen mit moderner Bebauung das Stadtbild attraktiv gestalten. Jedoch zeigen die erreichten Ergebnisse in der Stadtsanierung, dass der bisher eingeschlagene Weg, der richtige war und ist.

      Wenn Neubauten entstehen, handelt es sich nicht mehr um eine historische Innenstadt. Ist das Konzept von deren Revitalisierung noch haltbar?

      Das ursprünglich erarbeitete Sanierungskonzept wird laufend fortgeschrieben. Leider müssen wir feststellen, dass die Sanierung der historischen Innenstadt zu langsam vorangeht. Im Durchschnitt betrachtet, werden ein bis zwei Häuser pro Jahr saniert. Dass ist sehr beachtenswert und wir sind darauf auch sehr stolz, dass nach wie vor im städtischen Haushalt Eigenanteile für Baumaßnahmen an privaten Grundstücken eingestellt sind. Das ist nicht in allen Städten so. Aber wir müssen uns noch intensiver auf besonders stadtbildprägende und für die Identität der Stadt wichtige Gebäude konzentrieren.

      Welche Gebäude gehören dazu?

      In erster Linie sind das Gebäude in geschlossenen Straßenzügen und an markanten Ecken, zum Beispiel die Böhmische Straße 9, das Gebäude Markt 4 oder die Reitbahnstraße 1, die Albertstraße 16 und 18 sowie Gebäude am Mandauer Berg. Für den Markt 17, 19, 21 hat sich glücklicherweise ein „Retter“ gefunden.

      Welche Gebäude sind nicht stadtbildprägend? Wo werden weitere Lücken entstehen?

      Darüber besteht noch kein genereller Konsens mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Wir könnten damit leben, dass wir noch einige Gebäude auf der Brunnenstraße, vom Markt aus rechtsseitig, wegnehmen. Bei der Breite Straße musste man der Realität ins Auge schauen. Die dort entstandene Lücke könnte aber später wieder gut modern bebaut werden. Schwierig wird es bei Grundstücken wie an der Rosenstraße oder der Böhmischen Straße, wo durch die Baulücken die Stadtqualität und der Charakter der Straße verloren geht.

      Was wird 2009 in der Innenstadt abgerissen?

      Ich denke, dass mit Abriss der Gebäude an der Breite Straße das Abrissgeschehen 2009 abgeschlossen ist. Das Geld für diese Ordnungsmaßnahmen ist aufgebraucht.

      Wo werden Häuser gerettet?

      Das sind zurzeit die Brunnenstraße11, 13 und 15.

      Stehen außer dem Finanzamt und dem Noack‘schen Haus noch Gebäude am Markt leer?

      Nein. Mit der Sanierung der Gebäude 17 und 19 ab 2009 hat sich die Situation entspannt.

      Sollte man zum Wohl der Innenstadt sagen: Die Wohnungsgesellschaft als Stadt-Firma soll innerhalb kurzer Zeit ihre Häuser in Ost und Süd wegreißen?

      Das wäre der einfachste, ist aber ein theoretischer Weg. Daran hängen viele Partner, in erster Linie die Menschen, die dort leben. Die meisten fühlen sich wohl. Zudem darf man die Lage der Gesellschaften nicht aus den Augen verlieren. Ich wünsche mir aber, dass sich große Wohnungsunternehmen mehr für die Innenstadt engagieren.

      Welche Konsequenz hat der schnelle Verfall?

      Die Innenstadt wird nicht die Ausstrahlung haben, die wir uns gewünscht haben. Anfreunden kann ich mich mit dieser Vorstellung aber nicht, deshalb werden wir weiterkämpfen.

      Sehen Sie einen Weg, den schnellen Verfall aufzuhalten?

      Wir arbeiten seit Langem gemeinsam mit unserer Hochschule an Lösungsansätzen für die Erhaltung von Gebäuden. Einmal mit der Suche nach finanziell tragbaren Sicherungskonzepten und zum anderen mit der Suche nach neuen Nutzerformen. Trotz der angespannten Situation bei der Sanierung von Wohn- und Geschäftshäusern wird in den nächsten zwei Jahren der Bau am Gerhart-Hauptmann-Theater die absolute Priorität haben.

      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2056516\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=2056516
    • Re: Zittau - Abriss des Hotels am Bahnhof

      @Karasek

      Schön wieder einmal etwas von Zittau zu lesen! Ich finde es schon erfreulich, wenn in der Brunnenstraße, die ja schon Ähnlichkeit mit Pompeji hatte :lachen:, gleich drei Häuser gerettet werden! Dass auch am Marktplatz drei Häuser einen Gönner gefunden haben ist auch sehr positiv.

      Weißt Du, wie es mit der Sanierung des Marktplatzes aussieht? Jahrelang wurde zumindest darüber gesprochen. Bei der Sanierung der Neustadt hat dies ja doch auch weitere Häusersanierungen nach sich gezogen.

      Beunruhigend finde ich, dass Frau Kaiser immer wieder von "moderner" Nachverdichtung spricht. Was auch immer sie damit meint? Die mir in der Altstadt vorgenommen Neubauten sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich würde sogar sagen, diese sind sogar so gut, dass sie glatt als sanierte Altbauten durchgehen könnten (z.B. KSK in der Neustadt oder Böhmische Straße 4).

      Langfristig sollte jedoch versucht werden die grausamen Plattenbauten abzureissen, damit Zittau aus seinem Kern wieder gedeihen kann.

      p.s.: Mir gehen Deine Bilder schon richtig ab!!!!!!!!!!!!!!!!! Sehnsucht.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Re: Zittau - Abriss des Hotels am Bahnhof

      "Exilwiener" schrieb:


      Weißt Du, wie es mit der Sanierung des Marktplatzes aussieht? Jahrelang wurde zumindest darüber gesprochen. Bei der Sanierung der Neustadt hat dies ja doch auch weitere Häusersanierungen nach sich gezogen.

      Beunruhigend finde ich, dass Frau Kaiser immer wieder von "moderner" Nachverdichtung spricht. Was auch immer sie damit meint? Die mir in der Altstadt vorgenommen Neubauten sind jedoch sehr zurückhaltend. Ich würde sogar sagen, diese sind sogar so gut, dass sie glatt als sanierte Altbauten durchgehen könnten (z.B. KSK in der Neustadt oder Böhmische Straße 4).

      Langfristig sollte jedoch versucht werden die grausamen Plattenbauten abzureissen, damit Zittau aus seinem Kern wieder gedeihen kann.

      p.s.: Mir gehen Deine Bilder schon richtig ab!!!!!!!!!!!!!!!!! Sehnsucht.



      Der Marktplatz soll bis 2013 völlig umgestaltet werden. Das ist das nächste große Projekt der Stadtentwicklung. Mit der oberen Neustadt hat man da ja ganz gute Arbeit geleistet.
      Die "moderne Nachverdichtung" wird sobald nicht kommen. Es gibt kein Geld zum Erhalt der relativ einfachen Altbauten, woher soll dann bitte das Geld für Neubauten kommen? Die ganzen größeren Brachen liegen ja in Straßen die so unattraktiv sind dass dort kaum investiert wird (Breite- und Brunnenstraße etwa). Initialzündungen gab es immer erst nachdem die Stadt selbst investiert hat. Bestes Beispiel ist die Lindenstraße, die wie Phoenix aus der Asche entstieg als die Stadt das Stadtbad sanierte.
      Das mit den Plattenbauten ist natürlich richtig und wird sich in den nächsten 30 Jahren biologisch lösen, theoretisch hat die Stadt aber auch dann noch zu viel Wohnraum. Wie gesagt, die bereinigte Einwohnerzahl (Eingemeindungen weggerechnet) liegt auf dem Niveau vor der Industrialisierung.

      Für Bilder isses mir zu kalt. ;)
      Wenn mal wieder die Sonne scheint mache ich mal eine Serie "der Osten marode", außerdem wollte ich den Nikolaifriedhof in Görlitz fotografieren.
    • Re: Zittau - Abriss des Hotels am Bahnhof

      Danke für die Antwort!

      Also bis 2013. Das ist wenigsten absehbar. Die Lindenstraße hat auch einen guten Ruf bei den Studenten. Eines der dortigen Gebäude wurde von der Hochschule saniert und war sofort voll vermietet. Eine Möglichkeit wäre hier die Plattenbauwohnheime in der Hochwaldstraße abzureissen, die ja wirklich grauslich sind, und anstatt der hoffentlich nicht geplanten Sanierung dieser, das Geld in die Altsstadthäuser zu investieren. Die Studenten werden es danken und die Stadt erst recht.

      In der unteren Neustadt war doch ein kleines EKZ geplant. Auch wenn dessen Architektur eher mies werden wird, sollte dies zumindest Konsumenten anziehen. Ich lebte ja selber direkt beim Rathaus und ich fand es unerträglich ständig mit dem Auto zu den Supermärkten am Stadtrand zu fahren. Wenigstens gab es Mitwoch immer Markttag und der Metzger hatte Preise wie zu "Erichs Zeiten" :) .

      Ich gehe einmal davon aus, dass sich bei der großen Kaserne in der Friedensstraße leider auch noch nichts bewegt :weinen: .
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • "Exilwiener" schrieb:


      In der unteren Neustadt war doch ein kleines EKZ geplant. Auch wenn dessen Architektur eher mies werden wird, sollte dies zumindest Konsumenten anziehen. Ich lebte ja selber direkt beim Rathaus und ich fand es unerträglich ständig mit dem Auto zu den Supermärkten am Stadtrand zu fahren. Wenigstens gab es Mitwoch immer Markttag und der Metzger hatte Preise wie zu "Erichs Zeiten" :) .

      Ich gehe einmal davon aus, dass sich bei der großen Kaserne in der Friedensstraße leider auch noch nichts bewegt :weinen: .


      Das Einkaufszentrum scheint abgeblasen zu sein. War lange nichts mehr davon zu lesen, und das letzte was mir in Erinnerung ist waren irgendwelche Bemerkungen wegen der Finanzkrise und Zurückhaltung beim Investor. Ich bin bei der Kiste auch zwiegespalten. Einerseits zieht es vielleicht Kunden von den Supermärkten auf der grünen Wiese in die Innenstadt, andererseits könnte es auch zu Lasten der kleinen Läden gehen. Auf alle Fälle wäre es halt gut wenn die Brache bebaut würde.
      Apropos: immerhin redet man jetzt davon das Zittau einen McDonald bekommen könnte. Die scheinen wohl keine Standards mehr bezüglich der Mindestgröße von Städten zu haben.

      Bei der Kaserne hat sich nichts getan. Ich wüßte auch nicht wer dort einziehen sollte. Es kommen ja quasi nur Ämter in Frage.

      "Miwori" schrieb:


      Ein kleiner Tipp:
      Wer mal richtig kultiviert von Dresden nach Zittau reisen will, mit der :zwinkern: Reko-Lok,
      dem bietet sich bald dazu eine die Gelegenheit


      Ja, und bei den Fahrzeiten dampft sie auch ordentlich an, so wie sich das gehört.
      Apropos, und eigentlich passend zu diesem Forum: lustig wird es im Sommer wenn der Neubau der IK auf die Schiene kommt:
      http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsische_I_K\r
      de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsische_I_K
      Kann mir gar nicht vorstellen dass das kleine Ding die Berge hochkommt, zumindest nicht mit Waggons. :lachen:
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Und weiter gehts:


      In zwei Häusern an der Böhmischen Straße brechen Decken ein

      Mit einem lauten Knall sind die Decken durchgerauscht. Im Haus Böhmische Straße 32 von oben bis unten, die Nummer 30 hat es etwas weniger schlimm erwischt. Die Feuerwehr sah sich als Erste das Malheur an. „Wir haben nachgeschaut, ob noch jemand im Haus ist“, sagt Lothar Reichbodt, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Zittau.

      Personen kamen in den leer stehenden Gebäuden glücklicherweise nicht zu Schaden, auch Sachschaden außerhalb der Häuser gab es offenbar keinen. „Es ist mit den Häusern das bekannte Problem“, schildert Gerd Witke, Leiter des Referates Bauordnung der Stadt. Das bedeutet: ein defektes Dach, Feuchtigkeit, die in die Lehmböden zieht, sie schwer macht. Die Balken, selbst schon marode, können das Gewicht nicht mehr tragen–die Decken brechen ein.

      „Nummer 30 und 32 haben zudem eine gemeinsame Wand, auf der die Decken aufliegen“, sagt Gerd Witke. So waren beide Gebäude vom Einsturz betroffen. Sorgen bereitet Gerd Witke vor allem das Haus Nummer 32: „Eigentlich steht der Giebel so gut wie frei...“

      Dabei habe sich ausgerechnet für Nummer 32 noch der Nachbar interessiert, der schon die Häuser zum Ring zu saniert hat. „Er wollte das Haus kaufen“, so Gerd Witke. Dann kam der Einsturz. Noch gebe es aber Verhandlungen mit dem Eigentümer aus München. „Falls das Haus saniert würde, könnte nur der Giebel bleiben. Alles andere müsste weggerissen und erneuert werden“, so der Referatsleiter. Der Giebel bekäme dann eine Sicherung, eine Art Gerüst verpasst. „Die Bauarbeiten könnten dann auch bei einer halbseitigen Sperrung der Böhmischen Straße laufen“, sagt Gerd Witke. In dieser Woche habe der Landkreis geäußert, dass er sich an einer Sicherung finanziell beteiligen würde, so der Referatsleiter.

      Auf Haus Nummer 30 hat auch noch eine Bank die Hände drauf. „Ich denke, als Denkmal ist es nicht unbedingt so erhaltenswert“, erläutert Gerd Witke. Der Einsturz an der Böhmischen Straße ist bereits der zweite in und von Häusern in der Zittauer Innenstadt in relativ kurzer Zeit. Erst Ende Mai war ein Haus an der Brunnenstraße eingestürzt. Dieses und ein Nachbarhaus mussten abgerissen werden.

      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2190416\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=2190416
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Die beiden Häuser kenne ich, da ich quasi jeden Tag mindestens zweimal daran vorbeikam. Tja, was soll man sagen? Schade, aber nur ein weiterer Vorgeschmack auf das, was auch in den kommenden Jahren auf die anderen leerstehenden Häuser zukommen wird.

      Ich denke, dass in so einem Fall sogar soweit gegangen werden könnte, dass, wenn die Grundstücke der Stadt gehören, diese an potente Interessenten verschenkt werden sollten, mit der Auflage, diese entweder instandzusetzen oder zumindest zu sichern (bis zur Sanierung, ansonsten nach einer gewissen Zeit Rückübertragung).

      Nun rächt sich die Sanierung der Platten und die Förderung der Gewerbeansiedlung im Außenbereich der Stadt. Dieses Problem ist teilweise selbstverschuldet. Trotzdem muss man der Stadt zugute halten, dass dieses Problem mittlerweile erkannt wurde. Ich bleibe optimistisch, was die Zukunft angeht. Was denn sonst!
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    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Und nochwas:


      Die Zeit für die Mandaukaserne läuft ab

      Das Wort Kaserne gefällt Dieter K. Burkart nicht besonders. „Wir nennen das Gebäude bei uns Mandau Castle, also Mandauschloss. Das passt besser zu seiner Architektur. Und klingt nicht so martialisch“, sagt der Ingenieur aus Buggingen in Baden-Württemberg.

      Dieter K. Burkart ist einer von jenen Immobilien-Experten, die in den vergangenen Jahren versucht haben, einen Investor für die Mandaukaserne zu finden. Deren letzter Besitzer, Günter Willig, war offenbar ein Gebäudesammler. Rund 40 Häuser in Deutschland nannte er sein Eigen. Allerdings: Nach seinem Tod wurde ein Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt, ein Liquidator eingesetzt. In dessen Auftrag ist Dieter K. Burkart mit seinem gleichnamigen Ingenieurbüro unterwegs. „Etwa für die Hälfte der Gebäude haben wir innerhalb eines Jahres Investoren gefunden“, erzählt er. Die Zittauer Mandaukaserne ist das größte Objekt und sein Sorgenkind.

      „Natürlich haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Haus zu erhalten, es sanieren zu lassen und einer Nutzung zuzuführen“, sagt der Baden-Württemberger. Das gestaltet sich aber offenbar schwierig. Dieter K. Burkart und seine Mitarbeiter setzten sich mit überregionalen und internationalen Investorengruppen in Verbindung. „Wir bekamen oft zu hören: Der Standort der Mandaukaserne ist interessant, sogar hochinteressant–allerdings erst mittelfristig, also in etwa zehn Jahren“, so Dieter K. Burkart.

      So viel Zeit bleibt dem Haus am Martin-Wehnert-Platz in Zittau aber nicht. „Wenn in drei, spätestens vier Jahren nicht saniert wird, ist es nicht mehr zu retten“, sagt der Ingenieur. 16 bis 20 Millionen Euro kostet die Rekonstruktion der Mandaukaserne, je nachdem, wie sie einmal genutzt werden soll. Noch, schätzt Dieter K. Burkart ein, bietet sie einen „brauchbaren Rohbauzustand“. Er hofft nun auf Ideen aus der Bevölkerung: „Hier ist ein ganzer Sack voller Kreativität gefragt. Es gibt garantiert Leute, die Ideen haben. Auch wenn sie noch so utopisch klingen, sollten wir sie anhören.“

      Auch die Stadt möchte die Mandaukaserne erhalten. „Eine Lösung ist aber derzeit nicht in Sicht“, so Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger). Und er weiß: Findet sich kein Investor, muss der „städtebauliche Missstand“ beseitigt werden. Dafür gibt es Fördermittel. Ein Angebot für den Abriss liegt im Rathaus schon auf dem Tisch: etwa 800000Euro.
      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2184790\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=2184790


      Das fett hervorgehobene Zitat ist verräterisch, denn daraus wird ja klar ersichtlich das man lediglich am Grundstück interessiert ist. Perfekt um einen Aldi hinzusetzen.
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Das ist wahrlich dramatisch. Vermutlich gibt es schon ein Projekt in der Schublade und jetzt wird einmal solange gewartet, bis das Objekt zusammenfällt. Es ist zum Weinen!!! Man wird richtig wütend, wenn man bedenkt, dass das LRA in snaierten Plattenbauten in der Pampa sitzt.

      Ich glaube, dass hier nur die Stadt in Zusammenarbeit mit der Hochschule eine gemeinsame Lösung finden wird können.
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    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      nicht nur das ist verräterisch

      Findet sich kein Investor, muss der „städtebauliche Missstand“ beseitigt werden. Dafür gibt es Fördermittel. Ein Angebot für den Abriss liegt im Rathaus schon auf dem Tisch: etwa 800000Euro.


      Ist doch klar wohin die Reise geht :boese:

      Gruß DV
      "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

      "Why not reinventing something from the past, something combining, nature and art." Lebanon Hanover - Fall Industrial Wall
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Oftmals muss man sich fragen, ob für die Abrisskosten nicht auch eine Notsicherung zu finanzieren wäre, die den Bestand für die nächsten Jahre sichern würde. Dies wird aber meist nicht gefördert, da man "städtebauliche Missstände" in Form von "Ruinen" nicht konservieren möchte.
      Dieses Prozedere erinnert mich übrigens frappierend an den Umgang der DDR-Diktatur mit den Überresten Dresdens. Hier wurden Tatsachen für Geldbeträge geschaffen, mit denen man die Ruinen hätte sichern können.
      Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz


      Verein will die Mandaukaserne retten

      Kann ein Verein die Mandaukaserne retten? „Ja!“, findet Jörg Domsgen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten lud er gestern zu einer ersten Versammlung zu diesem Thema ein. „Vereinsgründung nicht ausgeschlossen, wenn sich genügend Interessierte finden“, sagte Jörg Domsgen schon vorab.

      Die Idee, einen Verein zur Rettung des imposanten Zittauer Bauwerkes zu gründen, sei dabei eher einer Flachserei entsprungen. Jörg Domsgen: „Aber am Ende haben wir uns gedacht: Warum eigentlich nicht?!“

      Es wird sich kaum ein einzelner Großinvestor für das Haus finden, so Mitinitiator Rene Nestler. „Deshalb sehen wir es als eine Aufgabe eines möglichen Vereins, nach einem größeren Kreis an Interessenten für die Mandaukaserne zu suchen“, sagt er. Der Vereinsbeitrag soll durchaus „moderat“ sein. „Wir setzen auf die breite Masse, nicht auf einige wenige Vereinsmitglieder“, so Rene Nestler.

      Aus der Menge der Leute, so die Hoffnung der Organisatoren, sollen dann auch die Ideen für eine künftige Nutzung des Gebäudes kommen. „Wir wollen mit dem Verein keinesfalls Geld verdienen“, sagt Jörg Domsgen. Er hat selbst schon ein paar Gedanken zur Mandaukaserne entwickelt: „Ich könnte mir eine Art ,Bürgerhaus’ vorstellen, vielleicht mit Erlebnisgastronomie, einer Bildungseinrichtung, Angeboten für Kinder. Auch der grenzüberschreitende Gedanke könnte aufgegriffen werden. Die Lage der Mandaukaserne legt dies ja nahe.“

      „Vorrang hat für uns allerdings nun erst einmal die Sicherung des Hauses“, schildert Rene Nestler. Erst vor Kurzem habe er beobachtet, dass ein kompletter Fensterrahmen abgekippt ist. Der Verfall müsse gestoppt, größere Schäden, etwa am Dach, behoben werden. „Wie schlimm es um das Haus steht, wird eine erste Begehung zeigen“, sagt Rene Nestler.

      Zittaus Oberbürgermeister Arnd Voigt (Freie Bürger) ist über ein derartiges Engagement erfreut. „Es ist ganz wichtig, dass sich die Bürger in die Diskussion einbringen“, sagt er. Das Problem Mandaukaserne, so der Rathauschef, werde sicher nicht allein über einen Verein lösbar sein. „Aber ein Verein kann einen möglichen Investor begleiten, ihn unterstützen, helfen, neue Nutzungsmöglichkeiten zu finden“, sagt Arnd Voigt.

      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2239693\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=2239693
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz




      Die Mandaukaserne ist gerettet!!!

      Aber lest selber! Der "Zittauer Anzeiger" ist ja noch eine Spur witziger als die Sächsische Zeitung :lachen: :

      Mandaukaserne wird Spielcasino

      Zittau. Ein Schandfleck der Stadt wird endlich neu erblühen. Nachdem die Mandau-Kaserne selbst vom Landratsamt verschmäht wurde, hat ein Spielcasinobetreiber das Gebäude für sich entdeckt und erworben.


      Idealer Standort im Dreiländereck

      Der stets sonnenbebrillte untersetzte Mann heißt Harry Haller. Er stammt aus einer alten bayrischen Spielerfamilie und sieht das Dreiländereck als idealen Standort. Seine Mission bestehe nach eigenem Bekunden darin, unter dem Slogan „Gewinnst Du einen Zehner, ist das Leben scheener!“ Frohsinn und Erfolgsstreben in die Region zu bringen. Hier sieht er noch gewaltige Reserven.

      Begeistert zeigt er sich von der oberlausitzer Mundart. „Wer das R so schön rollt, kann auch die Rrrroulett-Kugel rrrrollen lassen!“

      Überhaupt haben es ihm die Lausitzer „Granitschädel“ angetan. Die würden zwar lange brauchen, ehe sie mitspielen, aber dann seien sie nicht mehr zu bremsen.

      Die Gesamtinvestition schätzt Haller auf runde 11 Mio. Euro. Mit viel Spaß für wenig Geld soll sich die Summe binnen sieben Jahren amortisiert haben.


      zittauer-anzeiger.de/zittau/wi…rne-wird-spielcasino.html
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Danke fuer die gute Nachricht, Exilwiener! :)

      Da sieht man es mal wieder: Dieser buergerliche Verein von besorgten Ortseingesessenen hat in ein ganz paar Monaten das geschafft, was der offizielle Stadtapparat mit all seinen Moeglichkeiten seit Langem nicht erreicht hat: Einen restaurierungswilligen Investor fuer diesen Bau zu finden. :daumenoben:

      Ich bin immer sehr skeptisch wenn ich hoere, dass eine Stadt behauptet, sie haette trotz aller Bemuehungen keine Alternative zum Abriss gefunden da kein rekonstruktionswilligen Investor gefunden wurde, und darum "muesse" der Abriss gewisser alter Bauten eben dannunddann (in vielleicht ein paar Wochen wenn's hochkommt) stattfinden. Abrisse werden dann meist durch angeblich geldbringende Einkaufszentren gerechtfertigt. So ein Beispiel haben wir gerade jetzt im Falle von Altenburg in Thueringen.
    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Ja, solche Sprüche sind bloße Ausreden seitens der „verantwortlichen“ Beamten. Es sind halt (heutzutage) leider meist nicht die besten Köpfe, die in einer Stadtverwaltung sitzen. Leute mit Grips gehen lieber in die Privatwirtschaft.

      Nur so kann ich es mir auch erklären, dass in Zittau das Landratsamt fernab jeglicher Zivilisation in den revitalisierten Plattenbau gezogen ist… Es ist halt für diese Leute einfacher und mit weniger Arbeitsaufwand verbunden, wenn man mit einem 08/15 Schema an die Aufgaben herangeht – leider. Man muss ja mit seiner Arbeit auch zwischen 9:00 und 15:00 fertig werden, wenn man dazwischen noch tschicken und seine Kaffeepausen abhalten muss. Es ist heute eben kein Renommee mehr als Beamter dahinzuvegetieren. Das waren noch Zeiten als man als Bezirkshauptmann nach einer gewissen Zeit Hofratstitel oder Adelsdiplom (mangels Knödel bar auf die Kralle) erhielt. Das spornte an. Und heute? Plattenbaubüro…das ist keine artgerechte Haltung bzw. manchmal doch.
      :P
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    • Re: Zittau in der südlichen Oberlausitz

      Gute Nachrichten für das Noacksche Haus:



      Starke Allianz formiert sich

      Nach dem Kampf für das Salzhaus, das Stadtbad und andere historische Gebäude hat sich der Verein „Tradition und Zukunft Zittau“ (TUZZ) nun offiziell die Wiederbelebung des Noackschen Hauses auf die Fahnen geschrieben. Diesen Vorstandsbeschluss gab Vereinsvorsitzende Martina Mehnert am Dienstag bekannt. „Jetzt sind die Signale für die Rettung auf Grün gestellt“, sagte sie und meinte damit auch die Arbeit der Partner.

      Der Stadtrat hat dem Ankauf des Hauses zugestimmt. Der Oberbürgermeister verhandelt mit dem Eigentümer. Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat Geld für die Sanierung eingeplant. Abhängig vom Ankauf und dem Haushalt der Stadt könnte die Sanierung 2010 beginnen. Das Haus habe eine hohe Priorität, sagte Birgit Kaiser, Chefin der Gesellschaft, gestern der SZ. Auch das sächsische Innenministerium hat seine Unterstützung signalisiert. Nach dem Ankauf will Gerd Arnold, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung erneut um finanzielle Hilfe für die Sanierung bitten.

      Der TUZZ wird ein Nutzungskonzept erarbeiten. Dabei stützt er sich auf frühere Überlegungen für ein „Haus der Oberlausitz“ (die SZ berichtete). Größtes Problem wird die Wirtschaftlichkeit. Derzeit sucht der Verein Partner und will unter anderem eine Stiftung aus Bautzen ansprechen. Das Museum hat er bereits im Boot. Chef Marius Winzeler, der das Gebäude für das bedeutendste frühbarocke Haus mit Inneneinbauten in Sachsen hält, kann sich unter anderem vorstellen, Ausstellungsstücke – die zum Teil aus dem Haus stammen – zur Verfügung zu stellen. Allerdings solle es kein Museum, sondern ein lebendiges Haus werden, sagte er.

      Das Vorhaben steht und fällt mit dem Kauf des Hauses durch die Stadt. Bisher war der Preis zu hoch. Nun ist Bewegung in die Verhandlung gekommen. Kein Wunder: Die Sanierung des Hauses ist für einen Privatmann kaum refinanzierbar.

      Der Name des Hauses geht auf seinen Bauherrn Andreas Noack zurück. Der Kaufmann, Senator und Steuereinnehmer errichtete es 1689. Die Sanierung des verfallenden Kleinods sollte bereits 2007 beginnen. Die Kosten wurden damals auf fünf Millionen Euro geschätzt.

      Quelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2323137\r
      www.sz-online.de/nachrichten/art ... id=2323137



      Außerdem wird derzeit der Gründerzeitler der ehemaligen Jugendzahnklinik restauriert (Exilwiener weiß welches Haus das ist). Wenn es fertig ist mache ich mal ein Foto.