Zittau

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    • So eine sch****... stand vermutlich unter Denkmalschutz, ist in Deutschland aber ja mittlerweile nichtmal ansatzweise ein Schutz mehr.

      Ich finde es immer schlimm, wenn die ehemaligen Luxushotels der Städte verschwinden und stattdessen in Beton-Glaskästen neue entschtehen. Ich hab vor 2 Jahren mal in einem alten Pariser Hotel in der Nähe des Champs-Elyssee übernachtet, gegen das Flair, das von solchen Häusern ausgeht kommst selbst das modernste Kastenhotel nicht an.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • "youngwoerth" schrieb:

      Friedrich-Ebert-Straße lässt grüßen.
      Warum sind es nur so oft Prachtbauten, es stehen doch auch genügend banale Ruinen herum, an denen man sich austoben könnte.
      Das prächtige Hotel am Bahnhofsvorplatz in Erfurt wird zum Glück gerade saniert.

      Vor Allem, bei einem so stadtbildprägendem Eckgebäude ist es besonders tragisch! Wenn mal ein "normales" Blockrandgebäude fällt ist das auch schade aber bei einem Eckgebäude find ich es besonders schlimm!
    • schade, jetzt sieht man das dahinter liegende Fabrikgelände......


      Und warum, bitteschön, hat man dieses nicht abgerissen ???
      Das geht nicht in meinen Kopf.

      Leipzig: Fährt man mit dem Zug durch Plagwitz in Richtung Zentrum, sieht man ein monströses,
      völlig verfallenes Fabrikgebäude nach dem Anderen - ein furchtbarer Anblick, nicht nur für WM-Besucher.
      Und was wird abgerissen?
      Die einzigartige Nr. 81, damit WM-Besucher einen schöneren Eindruck von der Stadt bekommen.

      Ist da mal wieder irgendwas völlig krank?
    • Das Haus gehört einem Besitzer der in Westdeutschland sitzt. Mehrere Versuche der Stadt ihn zum investieren zu bewegen verliefen erfolglos. Da das Gebäude mittlerweile eine Gefahr darstellt wird es nun abgerissen. Eine Neubebauung ist, soweit ich weiß, nicht vorgesehen. Auf keinen Fall durch die Stadt, denn die hat sowas von kein Geld, und ein Investor ist auch nicht in Sicht. Der fände genügend Objekte die lohnender sind.
      Das dahinterliegende Fabrikgebäude war das Hauptgebäude von Robur, zu DDR-Zeiten der zweite große Hersteller von LKWs. Das Gebäude steht seit der Wende leer. Wegreissen ist nicht so einfach, da das Ding äußerst stabil ist. Im Krieg fiel dort eine Bombe drauf und hat kaum Schaden angerichtet.
    • Überall die gleiche Geschichte.
      Selbst in Dresden, das zuweilen als Boom-Town des Ostens gehandelt wird, stehen rings um den Bahnhof DD-Neustadt Ruinen, wo nichts passiert, höchstens mal ein Kriegsfilm gedreht wird.
      und rings um den Hauptbahnhof fertig erschlossene Baugruben, wo niemand investieren will...

      Es ist aber meiner Meinung nach eine richtige Strategie für eine schrumpfende Stadt, wenn man die Erhaltungsanstrengungen lieber auf die urbanen Bereiche im Stadtkern konzentriert,
      den Bahnhofsbereich jedoch optisch "in Ordnung" bringt, damit die neugierigen Touristen nicht entsetzt zurückschrecken, wenn sie aus dem Zug steigen.
    • MDR sachsenspiegel

      ich grüsse euch.

      leider habe grade keine zeit eure beiträge zu lesen, daher weiss ich nicht ob ich nicht schon wisst was ich grade schreibe.
      jedenfalls gibt es im mdr sachsenspiegel eine rubrik "schandfleck" bei der sich eine übereifrige reporterin bemüht stadtverwaltung dazu zu bewegen nichtsanierte gebäude abzureissen nur weil sich irgendein bewohner and der nichtfrischen farbe der häuser stört.
      es wurden bereits einige schmückstücke auf diesem weg zerstört, da sich die stadtpolitiker dem druck der öffentlichkeit beugen.
      die krönung war jedoch dieses gebäude in zittau.
      leider habe ich es noch nicht geschafft eine beschwerde email zu schreiben. wahrscheinlich werde ich aber in den nächsten wochen mal persönlich im landesfunkhaus in dresden aufmarschieren..

      die reporterin heisst übrigens : ines klein

      viele grüsse
    • Unfassbar, mir fehlen die Worte

      Ich habe aufgrund des Beitrages von landgraf nach dieser ominösen Sendung "Schandflecke" recherchiert. Sie lief 2004 im MDR und schien in der Tat nur darauf ausgerichtet gewesen zu sein, verfallene Kulturdenkmäler so schnell wie möglich zu beseitigen.

      Die neue Schandfleck-Staffel startet am Mittwoch mit einer Erfolgsmeldung: "In Schmiedeberg hat sich etwas bewegt", berichtet Reporterin Ines Klein. "Die alte Schmiede im Ortsteil Schönfeld verschandelte über Jahre den Ortseingang, vor kurzem wurde sie abgerissen."

      ....

      Oft genug treffen die Fernsehmacher auf Fälle, die schier unlösbar scheinen, wie das Schloss Osterstein in Zwickau oder der Wettiner Hof in Bad Elster, doch weder die Zuschauer noch Ines Klein lassen sich davon entmutigen.



      Der ganze Artikel: http://www.mdr.de/presse/regional/1609854.html\r
      www.mdr.de/presse/regional/1609854.html

      Ich werde diesbezüglich weiter recherchieren und dem Ostalgie- und Schunkelsender MDR noch diese Woche eine Email schreiben.


      Der Abriss des Hotels in Zittau tut mir sehr weh. Sowohl architektonisch als auch städtebaulich ist dieser Verlust eine Katastrophe.


      EDIT: Die Serie gibt es scheinbar immer noch. Aktuell zum Abriss des Hotels in Zittau, könnt ihr euch via Windows-Media-Player auf der Seite http://193.22.36.128/sachsenspiegel/2199071.html\r
      193.22.36.128/sachsenspiegel/2199071.html einen Ausschnitt aus der Sendung zu diesem Gebäude anschauen. Des Weiteren gibt es noch Filme über andere Kulturdenkmäler, die nicht minder weh tun.

      Einfach unglaublich, in dieser Sendung scheint es nicht darum zu gehen, wie schlimm es ist, dass solche Kulturdenkmäler verfallen statt sie denkmalgerecht zu sanieren (und als Medium sich vielleicht auch mal dafür einsetzt, dass sie saniert werden), sondern lediglich darum, dass diese "Schandflecke" nicht schon längst abgerissen wurden.

      Vielen Dank landgraf für deinen Hinweis.
    • Re: MDR sachsenspiegel

      "_landgraf" schrieb:

      ich grüsse euch.

      leider habe grade keine zeit eure beiträge zu lesen, daher weiss ich nicht ob ich nicht schon wisst was ich grade schreibe.
      jedenfalls gibt es im mdr sachsenspiegel eine rubrik "schandfleck" bei der sich eine übereifrige reporterin bemüht stadtverwaltung dazu zu bewegen nichtsanierte gebäude abzureissen nur weil sich irgendein bewohner and der nichtfrischen farbe der häuser stört.
      es wurden bereits einige schmückstücke auf diesem weg zerstört, da sich die stadtpolitiker dem druck der öffentlichkeit beugen.
      die krönung war jedoch dieses gebäude in zittau.
      leider habe ich es noch nicht geschafft eine beschwerde email zu schreiben. wahrscheinlich werde ich aber in den nächsten wochen mal persönlich im landesfunkhaus in dresden aufmarschieren..

      die reporterin heisst übrigens : ines klein

      viele grüsse



      Beschwerde- eMails kann man hier loswerden:
      http://www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html\r
      www.mdr.de/sachsenspiegel/kontakt/107956.html

      Allerdings habe ich die Sendung noch nicht gesehen und kann deshalb nicht beurteilen ob die Intension der Redaktion immer der Abriss ist oder ob sich auch für Sanierungen eingesetzt wird. Das geht ja aus dem Sendetitel noch nicht hervor.
      Sollte man sich im Falle Zittaus aber für einen Abriss eingesetzt haben ist das eine Frechheit. Statt eines gründerzeitlichen Prachtbaus werden Zugreisende zukünftig von einer Brachfläche, einer Industrieruine, einem Parkplatz, einem quasi freistehendem Gründerzeitler und dem ehemaligen, leerstehenden Robur- Verwaltungsgebäude (AFAIK frühe 30er) empfangen. Toll. :augenrollen:
    • Das Entscheidende in Bezug auf den Wert dieser Sendereihe besteht ja (wie von einigen hier bereits angeschnitten), ob sie bei der Vorstellung dieser "Schandflecke" (sprich: verfallene, aber oft sehr wertvolle historische Bausubstanz) auch auf Lösungsmöglichkeiten (sprich: Restaurierung, Umnutzung usw.) aufzeigt. Auf diese Weise könnte auch Druck gemacht werden, sich "endlich" um die Erhaltung dieses Gebäudes zu kümmern.
      Allerdings hat es den Anschein, als ob die Serie doch eher die populistische Argumentationslinie vertritt: Altes verfallenes Gebäude = "Schandfleck" = Abreißen. Zugeschnitten auf Leute, denen die blütenweiß gestrichene Baumarktmoderne mehr zusagt als etwa ein Fachwerkhaus mit leicht bröckeligem Lehmgefach, wie sie vielleicht leider die "stille Mehrheit" in unserem Land darstellen.
      Das es auch anders gehen könnte, zeigt meines Erachtens die kleine, aber sehenswerte Reihe "Architektursünden in Hessen" von Christoph Mäckler, die im November 2005 vom HR in der Sendung "Hauptsache Kultur" gezeigt wurde und zur Zeit wieder Dienstags um 22.15 Uhr läuft.
      www.chronik-bermuthshain.de
      www.chronik-crainfeld.de
      Ortsgeschichte von Bermuthshain und Crainfeld in Oberhessen
    • "Memel" schrieb:

      Jetzt sieht es aus wie ein Schandfleck. Es ist mal wieder typisch deutsch. Alles muss ordentlich und korrekt aussehen. In anderen Länder stehen noch viel mehr solche Häuser und dort wohnen dann auch noch Menschen in ihnen. Dort ist man stolz auf diese historischen Bauten.


      Wie wahr.
      Auch ich finde, jetzt sieht es viel, viel schlimmer aus.
      Das Gebäude sah wunderschön aus und hätte doch statt
      abgerissen in Teilen zerlegt werden können. Man hätte doch
      z. B. hässlichen Städten wie Kassel das Gebäude "schenken"
      können, um es dort wieder aufzubauen und damit die Innenstadt aufzuwerten. Nur so eine Idee - aber bei solchen Sachen muss
      man doch ein wenig "über den Horizont" denken....
      Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...
    • Schade, wirklich, um das schöne Straßenbild ...

      ... aber da wird einem schlagartig wieder klar, daß Gebäude primär Sachen sind, die einen Eigentümer haben, und nicht dem Passanten gehören, der sich an einem Anblick erfreut. Der Eigentümer darf aber grundsätzlich mit einem Haus machen, was er will. Wer möchte sich schon vorschreiben lassen, was er zu tun und zu lassen hat?

      Eingriffe in das Eigentumsrecht aus denkmalpflegerischen oder politischen Gründen müssen, da grundrechtsrelevant, stets gut begründet sein.

      Die Grenze besteht da, wo der Erhalt eines Hauses schlichtweg nicht mehr zugemutet werden kann. Dann besteht ein Anspruch auf die Abrißgenehmigung.

      Die einzige Rettungsmöglichkeit bestünde darin, den Staat zu zwingen, die Immobilie zu übernehmen. Vielleicht würde dies öfters gelingen, aber ich denke, daß hier auch von öffentlicher Seite lieber der Abriß genehmigt wird, als sich mit Kosten zu belasten. Wie auch bezahlen? Die vorhandenen Mittel müssen für Baudenkmäler von überragender Bedeutung gespart werden.
      http://www.baukunst-nuernberg.de/ - Architektur in Nürnberg vom Mittelalter bis zur Gegenwart
      Nürnberger Bauernhausfreunde e. V.