Wiederaufbau der Bauakademie

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    • Wichtig wäre nun, dass sich prominente und allseits respektierte Persönlichkeiten pro Schinkel öffentlich stark machen und zeitgleich die Politiker hierfür gewinnen.

      Genau so, wie beim Stadtschloss!

      Die Protagonisten der ausgelutschten "Moderne" probieren es halt wieder, wie bei allen anderen Rekonstruktionsprojekten doch auch...und können sich doch - objektiv gesehen - wieder nur eine blutige Nase holen - wie bei allen anderen Rekonstruktionsprojekten doch auch. Kein "modernes" (also so irgendetwas, was sie modern nur nennen) kann es mit der Wiederaufführung der "Schinkel Bauakademie" jemals aufnehmen. Diesem Wettbewerb wuerde ich ganz gelassen entgegensehen. Gegen den ersten Designer der Welt wirken alle heutigen Architekten doch wie Lehrlinge in ihrer ersten Ausbildungswoche.
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Exilwiener schrieb:

      (...) Diesem Wettbewerb wuerde ich ganz gelassen entgegensehen.(...)
      Generell gebe ich Dir Recht. Aber gelassen bin ich nicht. Denn selbst beim Stadtschloss haben sich die Zeitgenossen mit der Ostfassade durchgeboxt. Das Kommandantenhaus hat ebenfalls eine verscherzte Rückseite. Wer weiß, was uns jetzt bei der Bauakademie droht? Ich ahne nichts Gutes.
    • Bei der Kommandantur gab es meines Wissens keinen richtigen Architekturwettbewerb. Eine Reko war politisch gewollt, und die Bertelsmänner haben das Grundstück nur unter der Auflage bekommen, den historischen Bau zu rekonstruieren (der Stiftung ging es damals nur um die prestigeträchtige Adresse Unter den Linden 1, und dementsprechend haben sie von zwei Entwürfen den schlechteren ausgewählt, nämlich den, der innen alles hypermodern macht).

      Aber im Hinblick darauf, dass sich beim Schloß am Ende auch einer der Entwürfe durchgesetzt hat, der historische Fassaden vorsah, sollte man vielleicht positiv denken. Es werden definitiv Architekten teilnehmen, die die Bauakademie äußerlich 1:1 rekonstruieren wollen, und gegen die werden es irgendwelche Alternativentwürfe schwer haben. Und eine verhunzte Rückseite kann ich mir bei diesem Bau schwer vorstellen, weil er ja quadratisch und freistehend war und an allen Seiten identische Fassaden hatte, so dass es ein "hinten" eigentlich nicht gab. Es würde mich wundern, wenn da einer auf die Idee käme, plötzlich ein oder zwei Fassaden anders zu gestalten - damit würde man sich doch selbst ins Aus schießen. Innen könnte natürlich die Moderne toben und wüten und sich selbst feiern, die Gefahr ist offensichtlich.

      Und was natürlich auch nicht ausgeschlossen werden kann: Wenn die Jury falsch zusammengesetzt ist, könnte natürlich auch auf Teufel komm raus eine Neuinterpretation durchgeboxt werden. Nicht auszudenken, wenn besagte Gabi da drin säße. Sie ist laut Wikipedia übrigens Professorin für das Fachgebiet Denkmalpflege.
    • Alles andere als eine völlige Rekonstruktion von Kelleraufbau bis Dach ist mE vollkommen sinnlos. Einzig Aufzüge und Sanitärräume sollten abweichend eingebaut werden, also 98% so wie es war.
      Der Witz an diesem Gebäude ist doch gerade, daß es so vorbildlich für die weitere Bauentwicklung war, also sollte man diesen Maßstab auch wieder erlebbar machen.
      Was reinkommt, muß sich eben einrichten wie in einem Altbau.
      Das geht ja sonst auch.

      Was die gemauerte Ecke angeht, die immer wieder bejammert wird, die muß natürlich weg, weil sie kein Fundament hat, und stattdessen das Gesamtgebäude von Grund auf neu hochgemauert.
    • FAZ schrieb:

      (...) Kritiker wie Gabi Dolff-Bonekämper, Kunsthistorikerin an der Technischen Universität Berlin, wollen hingegen der zeitgenössischen Architektur eine Möglichkeit geben, sich zu beweisen, nachdem es schon nebenan auf dem Schlossplatz nicht geklappt hat. (...)


      sturming schrieb:

      Da wird sich von manchen Leuten sich darüber aufgeregt, dass zu viel rekonstruiert wird! Die meisten modernen Architekten konnten und können sich, in Berlin genug austoben!

      Manchen Leuten (Frau Gabi Dolff-Bonekämper) scheint auch gar nichts peinlich zu sein. - Diese Forderung ist sehr offensichtlich ein ganz kläglicher Versuch, am Standort der Bauakademie eine "zeitgenössische" Baumasse zu installieren.
      Es auch noch damit zu begründen, daß die zeitgenössische Architektur noch keine Möglichkeit hatte, sich zu beweisen, ist, in einer nach 1990 fast neu gebauten Stadt, unbeschreiblich lächerlich. - Wie viele Beweise für das Versagen zeitgenössischer Bauweise benötigen wir denn noch?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Neußer ()

    • Neußer schrieb:

      Wie viele Beweise für das Versagen zeitgenössischer Bauweise benötigen wir den noch?
      Das ist der "False Scotsman" Trugschluss ideologisch verblendeter Geister. Wenn die Architektur versagt, dann ist es keine richtige zeitgenössische Architektur. Anhänger kommunistischer Parteien werden dir erzählen, dass wahrer Kommunismus ja noch nie ausprobiert wurde. Mit solchen Leuten kann man nicht diskutieren, man kann sie nur ignorieren.
    • Natürlich gab es bei der Kommandantur einen internationalen Wettbewerb. Das ist sogar gut vergleichbar, da der moderne Teil durch den Wettbewerb hinzukam.

      Wer nachher gewinnt wird von der Besetzung der Jury abhängen, weniger von der Qualität des Entwurfes. das sollte man im Auge behalten.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft
    • Gemeint war: Es stand von vornherein fest, und es war Bedingung, dass die historischen Fassaden rekonstruiert werden müssen; man brauchte sich also gar nicht erst mit einem Leichtigkeit und Transparenz versprühenden Glaskasten oder einem asymmetrischen Blechzacken zu bewerben, da man sofort ausgeschlossen worden wäre.

      Bei der Bauakademie hingegen scheint doch nun grundsätzlich alles möglich zu sein, also auch ein mit bestechender Klarheit überzeugender Sichtbetonkubus. Dass der vermutlich bzw. hoffentlich geringe Chancen hätte, steht auf einem anderen Blatt, aber Schinkelfassaden werden ja nun gerade nicht vorgegeben.
    • Mal ganz im Ernst. Alles andere als eine zumindest äußerliche Reko wäre eine nicht zu benennende Frecheit und ein Frevel sondersgleichen.

      Einen Schinkel interpretiert man nicht, man fügt auch nichts hinzu, man baut ihn so wie er war. Punkt. Genau so wie man an die neue Nationalgalerie kein historisierendes Portal baut. Es gibt einfach eine Kategorie von Bauten, von denen lässt man einfach die Finger. Und die Bauakademie ist ein solcher Bau.

      Nur leider habe ich den Verdacht, dass Frau Lücher und Co es zumindest versuchen werden, z.B. mit einem Glaskubus mit aufgedruckter Fassade oder ein Betonkasten mit eingeätzten Fassadenelementen frei nach Schinkel. Man wird sich damit höllisch blamieren und letztlich wird der Aufschrei dafür sorgen, dass es zumindest nach außen eine Reko gibt, aber man wird es versuchen.

      Und da muss man dann aufstehen und dies ganz klar artikulieren, dass das eine Grenze ist.
      APH - am Puls der Zeit
    • Wissen.de schrieb:

      Mal ganz im Ernst. Alles andere als eine zumindest äußerliche Reko wäre eine nicht zu benennende Frecheit und ein Frevel sondersgleichen.

      Einen Schinkel interpretiert man nicht, man fügt auch nichts hinzu, man baut ihn so wie er war. Punkt. Genau so wie man an die neue Nationalgalerie kein historisierendes Portal baut. Es gibt einfach eine Kategorie von Bauten, von denen lässt man einfach die Finger. Und die Bauakademie ist ein solcher Bau.

      Nur leider habe ich den Verdacht, dass Frau Lücher und Co es zumindest versuchen werden, z.B. mit einem Glaskubus mit aufgedruckter Fassade oder ein Betonkasten mit eingeätzten Fassadenelementen frei nach Schinkel. Man wird sich damit höllisch blamieren und letztlich wird der Aufschrei dafür sorgen, dass es zumindest nach außen eine Reko gibt, aber man wird es versuchen.

      Und da muss man dann aufstehen und dies ganz klar artikulieren, dass das eine Grenze ist.

      Schloßgespenst schrieb:

      Bei der Bauakademie hingegen scheint doch nun grundsätzlich alles möglich zu sein, also auch ein mit bestechender Klarheit überzeugender Sichtbetonkubus. Dass der vermutlich bzw. hoffentlich geringe Chancen hätte, steht auf einem anderen Blatt, aber Schinkelfassaden werden ja nun gerade nicht vorgegeben.
      Ich seh dem ganzen besonnen entgegen, bei unserer heutigen Architektenschaft ist bestimmt nichts geringeres als so etwas großartiges zu erwarten, da stinkt doch jeder Schinkel gegen ab :D

      (mal gucken wie dicht dann meine Parodie an der Wirklichkeit dransein wird, hier möchte ich ausnahmsweise einmal nicht Prophet sein):





      "Schönheit wird die Welt retten" - Dostojewski
    • Dadurch, dass du auch ein Dachcafé berücksichtigt hast, steigen natürlich auch die Chancen dieses Entwurfs. Dann kann man beschwingt und beschwipst den Besuchern des Dachcafés des Schlosses zuwinken. Man könnte auch eine Liftverbindung per Drahtseilbahn zwischen beiden Amüsements schaffen - wäre der Renner!

      EDIT:
      Was ich vollkommen unterschlagen habe, ist dass man auf den Fahrten auch einen wunderbaren Blick von oben auf die Einheitswippenden hätte und darüber hinaus den Flussbadenden Aufmunterungen oder Schmährufe hinabsenden könnte. Ein Mordsgaudi!
      Die historische Mitte Berlins hätte dann endgültig ihre Bestimmung gefunden...
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Vulgow ()

    • Nicht zu vergessen: Es sollte auch ein Dokumentationszentum über monarchistische Umtriebe, Absolutismus und Demokratiedefizite zu Zeiten Schinkels in den Bau integriert werden. So ganz unbegleitet kann man die Bürger da nicht einfach in die Geschichte eintauchen lassen.
      " Dem Wahren, Schönen, Guten "
    • Sichtbeton, dekonstruktiver Keil, architektonisches "Zitat" und vor allem das Dachcafe sind die Zutaten erfolgversprechender Wettbewerbsideen. Wenn dazu auch noch der mahnende Fingerzeig der unausweichlichen geschichtlichen Kausalkette als Nutzung in Frage kommt, kann ja dem ersten Platz in einem ergebnisoffenen und demokratisch transparenten internationalen Gestaltungs- und Ideenwettberwerb nichts mehr im Wege stehen! :D
      Labor omnia vincit
      (Vergil)
    • Der Münchner schrieb:

      Nicht zu vergessen: Es sollte auch ein Dokumentationszentum über monarchistische Umtriebe, Absolutismus und Demokratiedefizite zu Zeiten Schinkels in den Bau integriert werden. So ganz unbegleitet kann man die Bürger da nicht einfach in die Geschichte eintauchen lassen.
      Natürlich wird es auch nicht ohne "mea culpa, maxima culpa" - Deutschland-ist-allein-und-unteilbar-gotteszahlunendlich-an-allem-Schuld-Stigma-Kainsmal gehen dürfen! Nicht vergessen, dass Schinkel der geniale Kopf und erste Designer der Welt auch das "Eiserne Kreuz" erfunden hat (Hört, hört!)! Als Berufs- sowie PCempörter wird man das mit einem eigenen Trakt vertrakten müssen. :--)
      "Lieber Gott, schütze uns vor Dreck und Schmutz,
      vor Feuer, Krieg und Denkmalschutz!"
    • Ich schlage noch eine Seilbahn zum Dachcafé de Humboldtforums vor. Der kann man der Wissenschaft aufs Dach steigen und durch die bunten Gondeln der archaisch-einschüchternden Westfront (!) des Schlosses etwas Spielerisches entgegen setzen.
      „Wer sich der Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ George Santayana (1863-1952), US-amerikanischer Philosoph spanischer Herkunft