Würzburg - Dom

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    • Würzburg: Dom-Westfassade erhält ihr früheres Gesicht


      Die Hauptansicht des Doms, die Westfassade, erhält bis November weitestgehend wieder ihr neoromanisches Gepräge von 1879: mit Rosette, Dreibogenfenster und Domuhreinfassung. Im wahrsten Sinne des Wortes „hinter die Fassade geblickt“ hatte nämlich das Staatliche Hochbauamt bei seinen vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung der Schaufront. Was es entdeckte, kommt einer Sensation gleich: Nahezu unbeschädigt hatten die neoromanischen Bauelemente den Purifizierungseifer der Wiederaufbauzeit überstanden – verborgen hinter einer 25 Zentimeter dicken Bimssteinwand. Diese war 1960/61 einfach vor der Originalwand hochgezogen worden. Ein „Glücksfall“, sagte Weihbischof Helmut Bauer in seiner Funktion als Domprobst. Diese Entdeckung hatte auch den Leiter des Staatlichen Hochbauamtes, Joachim Fuchs, überrascht, wie er bei einer Pressevorstellung der ab Anfang März startenden und bis November abgeschlossenen Sanierung der Westfassade in der Bibliothek des Kunst- und Baureferats der Diözese zum Ausdruck brachte. Auch der Kunstreferent der Diözese, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, wusste von diesen neoromanischen Überresten nichts. Wäre man aufgrund der starken Rissbildungen im Fassadenbereich zwischen den beiden Türmen nicht gezwungen gewesen, Bohrungen an der Wand anzubringen, „dann hätten wir wohl nie diese Entdeckungen gemacht“, freut sich Fuchs. Detektivisches Herantasten Mit Hilfe einer Endoskopiekamera, die man durch eine in die Wand geschlagene kleine Öffnung einführte, stießen die Baufachleute auf einen Hohlraum, hinter dem man nach etwa 30 Zentimetern auf die originale Natursteinfassade des Doms stieß – mitsamt ihrer ganzen Pracht der verloren geglaubten Neoromanik-Ornamentik. Nun steht einer Wiederherstellung des Zustands vor der Kriegszerstörung nichts mehr im Wege, zumal, wie Fuchs betonte, die vorgehängte Bimssteinwand keine statische Funktion hat und auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr sanierbar ist. Da die Bimssteinwand nicht mit der alten Sandsteinsituation verklammert, sondern lediglich stumpf dagegen gesetzt ist, wird nach Aussage von Fuchs das Abtragen der Wand recht unkompliziert vonstatten gehen. Nur zeigen, was auch da ist „Wir erfinden nichts Neues, sondern wir zeigen nur die Dinge, die auch da sind“, charakterisierte der Chef des Staatlichen Hochbauamtes die bevorstehende Sanierung der Westfassade. So wird die Fensterrosette auch ihr altes Glasfenster nicht mehr erhalten können, zumal hinter der Rosette im Innenraum sich heute die Orgel befindet; auch wird die Galerie nicht begehbar sein. Die nicht mehr vorhandene Domuhr dagegen soll wieder nachgebaut werden; sie wird wieder ihren angestammten Platz unter dem ebenso zu rekon- struierenden Dreiecksgiebel in der wieder entdeckten runden Uhren-Maueröffnung finden. „Gefängnischarakter“ ade „Mit der weitgehenden Wiederherstellung der neoromanischen Fassade wird man wohl vielen Menschen einen Gefallen tun“, sagte Bau- und Kunstreferent Dr. Jürgen Lenssen. Und: „Der Gefängnischarakter geht jetzt verloren.“ Dem Dom wird wieder eine Gestalt gegeben, die der süddeutschen/rheinischen Romanik entspricht und nicht mehr das Nüchterne der niedersächsischen Romanik widerspiegelt. Die Domfassade erhält nun wieder ihre ursprüngliche Plastizität, da der Mittelteil der Fassade wieder weiter nach hinten rückt. „Jetzt ist es noch ein rechteckiger Baukörper mit zwei zweigeschossigen Turmspitzen“, betonte der Kunstreferent. „Bald aber bekommt der Dom wieder seine frühere, stärker vertikale Ausrichtung. Der Dom gewinnt dann an Lebendigkeit.“ Domprobst Helmut Bauer ist dankbar, dass sich diese Lösung quasi aufgedrängt hat. „Wir sind wieder soweit, das 19. Jahrhundert zu achten, das unter der Purifizierung der 50er Jahre gelitten hat.“ Einen weiteren Vorteil hat nach Ansicht des Domprobstes die neue Ausgangslage. Der Zufallsfund nimmt möglichen „Diskussions-Zündstoff“ bei der Sanierung der Domfassade von vornherein heraus. Dass die eingemauerte Fassade praktisch niemandem bekannt war, liegt nach Meinung des Weihbischofs daran, dass in den Nachkriegsjahren das gesamte Bistum Würzburg den Leitspruch von Bischof Julius Döpfner verinnerlichte: „Wohnungsbau ist Dombau.“ Daher sind damals die Arbeiten am Dom wohl ohne großes Interesse vonseiten der Öffentlichkeit abgelaufen. Die Gesamtkosten der mit 500000 Euro veranschlagten Sanierung des Domäußeren werden sich durch die neue Westfassadengestaltung nicht erhöhen. Übrigens: Den Löwenanteil der Kosten trägt der Freistaat, der als Baulastträger gesetzlich dazu verpflichtet ist; nur einen kleinen Teil der Sanierung muss die Diözese aus eigener Tasche finanzieren, so zum Beispiel die neue Turmuhr, Würzburgs dann größtem Zeitmesser.


      Quelle:
      dom-wuerzburg.de/aktuelles/nachrichten.php?pg=1



      Vorkriegszustand:


      Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


      Nachkriegszustand:


      Quelle: bildindex der Kunst und Architektur


      ab 1960:



      Quelle: courses.psu.edu/nuc_e/nuc_e405_g9c/wuerzburg/domstk.html
    • Es ist echt erschreckend, wenn man auf Fotos sehen muss, dass nicht der Krieg ein Gebäude verschandelt hat, sondern der Wiederaufbau. Irgendwie ironisch...


      Der Dom musste sich ja irgendwie an seine belanglose Nachkriegsumgebung anpassen...

      In Dortmund hat in den 50ern das alte Rathaus auch nicht wieder aufgebaut mit der Begründung, dieses würde sonst den Alten Markt zu sehr dominieren.
    • Wiederaufbau wie vor 1945 dringend!

      Es wäre schöner, wenn die beiden Westtürme alte historische Turmhelme mit Laterne wieder bekommen würden. Noch schöner wäre es ja, wenn die Innenansicht wie vor 1945 aussehen würde. Nach dem Krieg hat man wertvolle Stuckverkleidung im Langhaus entfernt, ohne Grund..
    • Ich vermute mal, dass man den Stuck als "gründerzeitliche Umbauten" bezeichnet hat und der Originalität wegen entfernt hat. Damals hatte der Denkmalschutz wirklich 'nen Knall, aus demselben Grund hat man fast alle Gebäude im Park der Villa Hügel in Essen abgerissen, unter anderem klassizistische Gartenhäuser etc.

      Die Turmhelme etc kann man immer noch restaurieren, wir müssen nur halt mal bereit sein dafür Geld auszugeben.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Der gute Mann meinte wohl eher die westfälische Romanik. Gut, in jener Zeit gehörte Westfalen noch fest zu Niedersachsen. Aber was eine Zweiturmfassade mit westfälischer Romanik zu tun hat oder warum diese Verfahrensweise -selbst wenn sie authentisch wäre- nach Niederfranken übertragen wurde, konnte man wohl selbst beim leitenden Architekten nicht erklären, oder ?

      Die Purisierung mag ihre Gründe haben und in manchen Fällen zweckmäßig gewesen sein - aber um Himmelswillen doch nicht auf solch dilettantische Art und Weise! Gerade bei solch gravierenden Veränderung muß man ganz genau wissen und abwägen, was man tut, ansonsten nimmt man einem Gebäude weit mehr Identität, als es der umfassendste historistische Umbau könnte. Woran hat man sich beim Würzburger Dom überhaupt orientiert ? Gab es überhaupt sowas wie Ansichten vor dem 19. Jahrhundert, an die man sich helt ? Oder hat irgendwer den Dom von Paderborg gesehen und gesagt: Des doa moachmer idza genasho!...?
    • "Wissmut" schrieb:

      Der gute Mann meinte wohl eher die westfälische Romanik. Gut, in jener Zeit gehörte Westfalen noch fest zu Niedersachsen. Aber was eine Zweiturmfassade mit westfälischer Romanik zu tun hat oder warum diese Verfahrensweise -selbst wenn sie authentisch wäre- nach Niederfranken übertragen wurde, konnte man wohl selbst beim leitenden Architekten nicht erklären, oder ?



      Ein zusammenhängendes Westfalen gibt es erst seit 1815 und das gehörte
      zu Preußen. Davor war "Westfalen" eine Ansammlung von vielen
      kleinen Landstrichen, die wiederum meist den katholischen Bistümern
      oder irgendwelchen selbstständigen Grafen oder Herzogen gehörten. Das
      westfälische Stückchen Erde, wo ich aufgewachsen bin, gehörte etwa
      800 Jahre dem Kölner Erzbischof :zwinkern: .
      Ich kann mir die Übertragung nach "Osten" nur durch die Christianisierung
      im Mittelalter erklären. Damals sind viele Kloster- und Kirchenneugründungen
      von rheinischen und westfälischen Geistlichen begründet worden.
    • Ein zusammenhängendes Westfalen gibt es erst seit 1815 und das gehörte zu Preußen. Davor war "Westfalen" eine Ansammlung von vielen kleinen Landstrichen, die wiederum meist den katholischen Bistümern oder irgendwelchen selbstständigen Grafen oder Herzogen gehörten. Das westfälische Stückchen Erde, wo ich aufgewachsen bin, gehörte etwa 800 Jahre dem Kölner Erzbischof zwinkern.


      Politisch gesehen ist das richtig, kulturell gesehen kann aber gerade für die Zeit der Romanik und der frühen Gotik einen spezifisch westfälischen Stil identifizieren, der über die politische Zersplitterung des Gebiets hinausreichte - siehe die Dome von Münster oder Paderborn. Man sollte da nicht die erst spät erfolgte politische Zusammenfassung mit der kulturellen Zusammengehörigkeit verwechseln und das zweite für unmöglich halten, weil das erstere noch nicht gegeben war.
      Die Übertragungsthese halte ich übrigens für sehr plausibel . Müßte sich eigentlich durch eine kleine Recherche zur Würzbrger Kirchengeschichte klären lassen.
    • "Philon" schrieb:

      ...Die Übertragungsthese halte ich übrigens für sehr plausibel . Müßte sich eigentlich durch eine kleine Recherche zur Würzbrger Kirchengeschichte klären lassen.


      Ich habe gerade ein paar Karten studiert und muss sagen, daß die
      Christianisierung bis zur Elbe/Saale schon bis 800 n. Chr. abgeschlossen
      wurde. Würzburg ist bereits seit 741 Bistum. Das Gebiet östlich
      davon (heutiges Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen,
      Tschechien, Polen etc.) wurde bis 1100 christianisiert. Von daher scheidet
      die Christianisierung durch Westfalen als Grund für die "westfälische
      Architektur" in Würzburg wohl aus.

      Wie unterscheidet sich denn die "westfälische Romanik" durch die
      "normalen" romanischen Bauten, wie der Dom zu Speyer, die
      Michaelskirche in Hildesheim oder der Dom zu Bamberg ? Ich glaube,
      daß man da keinen speziellen westfälischen Stil feststellen kann. :piksen:
    • Vorherrschende Einturmfassade, oft unsymetrische Anordnung der Gebäudeteile und eine monolithische, fast stockwerkartige Anordnung der romanischen Turmfenster, die sehr klein sind und an Bunkerschießscharten in der mächtigen Wand erinnern. Keine andere Spielart der Romanik entfernte sich dermaßen vom spätantiken Ideal hin zu einer Baukunst introvertierter Strenge, der Begriff "Gottesburg" ist hier gerechtfertigter als bei allen anderen romanischen Kirchenbauten; Beispiele: Dome von Paderborn und Soest, Weiterübertragung nach Osten, siehe Osterburg.
      Desweiteren Beginn der Höherstrebung in Turmbau (hohe hölzern bestuhlte Turmhelme, die manchmal fast diesselbe Höhe erreichen wie der Steinbau; für Romanik sehr ungewöhnlich) und Dachneigung bereits vor Eintreffen der Gotik im deutschen Kulturraum.
    • "Oliver" schrieb:

      "Philon" schrieb:

      ...Die Übertragungsthese halte ich übrigens für sehr plausibel . Müßte sich eigentlich durch eine kleine Recherche zur Würzbrger Kirchengeschichte klären lassen.


      Ich habe gerade ein paar Karten studiert und muss sagen, daß die
      Christianisierung bis zur Elbe/Saale schon bis 800 n. Chr. abgeschlossen
      wurde. Würzburg ist bereits seit 741 Bistum. Das Gebiet östlich
      davon (heutiges Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen,
      Tschechien, Polen etc.) wurde bis 1100 christianisiert. Von daher scheidet
      die Christianisierung durch Westfalen als Grund für die "westfälische
      Architektur" in Würzburg wohl aus.


      In jedem Fall tut sie das. Jeder, der sich mit der Geschichte ein bissel auskennt, weiß, daß Mainfranken zu keinem Zeitpunkt an Westfalen grenzte und desweiteren gerde die stilistischen Wanderungsbewegungen von West nach Ost und sehr wenig von Nord nach Süd stattfanden. Franken und Sachsen fanden sich im kulturellen Sinne erst im Raum des späteren Mitteldeutschlands (und Schlesiens) wieder, obwohl die eigentliche Ostsieldung noch sehr lange nicht startete. Übrigens hatte die westfälische Romanik weniger Eigenarten byzantinischer Ordnungen, wie sie in den großen -fränkischen- Kaiserdomen und Pfalzen eingearbeitet wurden. Die Kirchen und Dome im byzantinischen Stil waren für ihre Zeit überaus filigran, auch im deutschen Kulturraum. Leider ist heute davon durch Umbau, krieg und nachträglichen "Verbesserungen" wie im obigen traurigen Fall fast nichts mehr zu sehen.
    • Ich habe gerade ein paar Karten studiert und muss sagen, daß die Christianisierung bis zur Elbe/Saale schon bis 800 n. Chr. abgeschlossen wurde. Würzburg ist bereits seit 741 Bistum.


      Nee, das ist klar. Translationen gab es aber auch nach erfolgter Christianisierung. Etwa die Übertragung von Reliquien, die in der Regel auch mit einer engen personellen und kulturellen Verknüpfung zwischen Ursprungs- und Destinationsort einherging. So was hatte ich eigentlich im Sinn.
    • Nachtrag: Bingo, was die Verbindung zwischen Würzburg und Westfalen angeht!
      Auf den Seiten des Bm. Würzburg findet sich über den Missionar Frankens, den iroschottischen Mönch Killian folgender Eintrag:

      Sein Kult hat erst mit dem Bonifatiusschüler Burkhard von Würzburg (+ 754) den entscheidenden Aufschwung genommen. Nach der Translation der Gebeine 743 in die Kirche „Unsere liebe Frau“ und am 8. Juli 752 (753?) in die von Burkhard errichtete Salvatorkathedrale, erfolgte 788 oder 807 Kilians Erhebung zum fränkischen Reichsheiligen und die Überführung der Reliquien in den ersten rechtsmainischen Dom.

      Heute ruhen die Reliquien der drei Heiligen im Kiliansschrein in der Kiliansgruft der Neumünsterkirche, die Häupter werden während des Jahres in einem Bergkristallschrein im Altar des Doms aufbewahrt. Außer in Würzburg und Mullagh wird Kilian auch in Paderborn verehrt. Die heiligen Hathumar und Badurad, Paderborns erste Bischöfe, hatten den Kult zusammen mit Reliquien des Heiligen von Würzburg mitgebracht. Im frühen Mittelalter gab es im Bistum Paderborn mehr Kilianskirchen als in der ”Kiliansdiözese” Würzburg selbst.


      Eine Übertragung in Form von Reliquien und "Personal" gab es also, und zwar von Würzburg nach Paderborn (macht ja auch Sinn, da Sachsen eben erst von Karl dem Großen unterworfen worden war und noch christianisiert werden mußte).
      Entscheidend ist, daß durch diese ursprüngliche translatio wahrscheinlich das ganze Mittelalter hindurch eine enge Verbindung zwischen den Bistümern Paderborn und Würzburg bestanden hat (so was hielt sich meist über Jahrhunderte, siehe die engen Verbindungen zwischen dem Kloster Corbie und der Abtei Corvey von der Karolingerzeit bis weit in die frühe Neuzeit hinein), die eine Rezeption westfälischer Stilelemente in Würzburg gut erklärbar macht.
    • 1945 ist der Dom vollständig ausgebrannt und hat dadurch fast seine
      gesamte Innenaustattung verloren.
      Über 20 Altäre gingen verloren. Der Hochaltar, Seitenaltäre, Riemenschneiderfiguren verbrannten völlig.
      Die Hitzeentwicklung durch den Feuersturm war so groß, dass sämtliche
      Domglocken in den Türmen geschmolzen sind und die darunter befindliche Schatzkammer mit dem Domschatz zerstörten.
      Die für die Architekur des Domes größten Zerstörungen gab es erst
      im Februar? 1946, als das Langhaus fast komplett einstürzte.
      Grund:
      Durch das im Krieg verbrannte Dachgestühl konnte Wasser in die Pfeiler des Langhauses eindringen.
      Dieses Wasser gefror im harten Winter 1945/46 in den Pfeilern, sprengte diese und brachte das barock stuckierte Langhaus völlig zum Einsturz.
      Was vom Langhaus übrig blieb, musste aus statischen Gründen abgetragen werden.
      Somit blieb vom Dom nur das Querhaus (in Teilen bis ins 9.Jhdt zurückgehend) mit den hinteren Türmen , der Chor, ein Seitenschiff des Langhauses und die jetzt zu renovierende Fassade vom Dom übrig.
      Um diese Fassade zu retten, wurde von innen eine Stahlbetonmauer
      und von außen eine Bimssteinmauer provisorisch bis zu einem späteren Wiederaufbau errichtet.
      Der Bischof entschied den Dom erst später wieder aufzubauen und lieber Häuser für die 90% Wohnungslosen zu bauen.
      Motto: "Hausbau ist Dombau"
      Der Domneubau wurde daher zuerst vernachlässigt.
      Der Wiederaufbau des Langhauses erfolgte von außen original, von innen
      im frühromanischen Stil mit Verzicht auf Tonnengewölbe und Stuckaturen.
      Nur ein Seitenschiff des Langhauses ist heute noch stuckiert.
      Das Langhaus wirkt daher weitgehend romanisch, während Querhaus und Chor stuckiert sind und noch viel barocke Ausstattung erhalten haben, trotz Verlust von Hoch- und Seitenaltären im Chorraum.
      Es gab also keine mutwillige Purifizierung, sondern nur einen vereinfachten Wiederaufbau.
    • Die Freilegung bzw. Wiederherstellung der nach dem Krieg vermauerten Teile der Westfassade schreitet voran.

      Vorher:

      courses.psu.edu/nuc_e/nuc_e405_g9c/wuerzburg/domstk.html

      Jetzt:

      mainpost.de/storage/pic/nl2000/vbwue/1040509_vrn4r_0.jpg

      Auch wenn der Vorkriegszustand vielleicht kein Meisterwerk war, ist dessen Wiederherstellung im Vergleich zur Nachkriegssituation zweifellos eine Bereicherung.