Das Bahnhofsviertel

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    • Das Bahnhofsviertel

      Ein eigener Faden für ein architektonisch sehr reizvolles Viertel mit einem ziemlich schlechten Ruf, in dem sich vielleicht in Zukunft einiges zum Positivem wenden wird. Dazu folgender Artikel aus der FAZ von heute:

      Bahnhofsviertel
      Robuste Nutzer gesucht


      Das Bahnhofsviertel soll nach dem Willen der Stadt als Wohngebiet jetzt wieder attraktiver werden. Zehn Millionen Euro, verteilt über fünf Jahre, stellt der Magistrat dafür zur Verfügung. Gefördert wird beispielsweise der Umbau von Gewerberaum in Wohnungen. Es wurde ein Rahmenplan entwickelt, der das Lebensumfeld im Viertel verbessern soll: Grünflächen, die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und kulturelle Angebote sind in Planung.


      Und das hier klingt auch nicht schlecht:

      Immer mehr Künstler zieht es in das Bahnhofsviertel: Im Hinterhaus der Elbestraße 10 entstehen zur Zeit 32 Ateliers, die der Verein "Raumpool" an Kreative vermieten will. Jakob Sturm vom Vorstand des Vereins zeigt sich vom Umfeld im Viertel begeistert: Die Internationalität des Quartiers sei sehr reizvoll, alle Räume seien schon vergeben. Eigentümer des Hauses ist die Stadt Frankfurt.


      Zur Erinnerung, welches bauliche Potential hier steckt, noch einmal ein paar von Henk Frosts Fotos (aus "Städtebau in FFM" verschoben).







    • Bahnhofviertel Franfurt a. Main eine der Schönste Deutshland

      Persönlich finde ich dieses Viertel eines der schönste in Deutschland. Besonders am Bahnhofplatz soll die Stad Frankfurt meiner meinung nach die eindrucksvollen Dachpartien wieder herstellen, komplett mit Kuppeln usw. Dann wäre eine der meist interessante Gründerzeitplätze Deutschlands wieder da!!! Aber ja der Langer Franz hat auch noch immer sein schönen Hut nicht und auch das Rathaus ist weit vom Original oder komplett.

      Zusammen mit der Belle Alliance, Prager und Viktoria Louise Platz in Berlin, Augustusplatz in Leipzig und Postplatz in Dresden sollen die ehemalig schönste Plätze Deutschlands wieder rekonstruiert werden.

      Wer hält das für möglich??????

      Bauen statt Reden !!!
    • Das Bahnhofsviertel ist wunderbar.

      Ja, es ist möglich, jede Rekonstruktion ist an sich möglich und solange auch nur ein Haus gebaut wird, kann unser Land anschließend schöner aussehen - allein der Wille fehlt (noch) - auch sozialer Wohnungsbau, Tankstellen, Einkaufszentren könnten schön aussehen, so denn das ästhetische Denken der Menschen wieder ausgeprägter wirken kann. Solange jedoch quietschbunte Aktionskunst als das Nonplusultra gilt, ist der Weg noch lang - Gerade hier wird in den Schulen viel vermasselt, ebenso was klassische Musik usw. betrifft.
    • Das sehe ich ähnlich, wobei von der Architektur her das Bahnhofsviertel noch eines der sehenswerteren Viertel Frankfurts ist. Die meisten Dächer sind aber entstellt und auch bei den jüngsten Häusersanierungen wurden Dachrekos nicht berücksichtigt.

      Der Bahnhofsvorplatz gibt derzeit auch mal wieder das beste Beispiel dafür ab, dass kleckerweise Modernisierungen am Gesamtbild nichts ändern werden. Da hat man Fußwege erneuert, neue Straßenbahnhaltestellen gebaut und nun werden die Rolltreppen zur B-Ebene instant gesetzt. Aber von diesen Erneuerungen merkt man nichts, weil man kein schlüssiges Gesamtkonzept für eine dringend notwendige Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes parat hat (bzw. Wille und Geld fehlen).
    • Am Beispiel anderer Städte, wie Hamburg oder Zürich, zeige sich, daß der positive Wandel eines Rotlichtviertels möglich sei.


      Na, ich finde gerade Hamburg ist nicht das beste Beispiel: gerade da ist mir das Rotlchtviertel bei der Suche meines Hotels ziemlich negativ aufgefallen.

      Zu Frankfurt: irgendwie verstehe es nicht ganz. Der Bahnhof beansprucht einer der prächtigsten in Deutschland zu sein, das Bahnhofsviertel ist von den Häusern her eigentlich eine schöne Visitenkarte. Und trotzdem sieht man zu, dass man schnell durch diesen schmuddeligen Bezirk kommt (nur, was dahinter kommt, ist zwar sauber und geleckt, aber...)

      Wer hat es eigentlich wann zugelassen, dass gerade dieses einst wohlhabene Viertel so zum Rotlicht-Kriminellen-Bezirk verkommt, würde mich echt mal interessieren!
    • Ich glaube nicht, dass das Bahnhofsviertel einmal richtig wohlhabend war, auch wenn die Architektur anderes vermuten lässt. Zumindest war das Viertel schon vor dem Krieg berüchtigt für seine krimminelle Energie. Halbgestalten und leichte Mädchen gab es auch damals.

      Nach dem Krieg blühte die Gegend wiederholt zum Rotlichtviertel auf, als in den 50er Jahren amerikanische Streitkräfte ihren biologischen Trieben nachgingen. Ca. Ende der 60er etablierte sich zusätzlich noch die Drogenszene und das Ruder dort ging zunehmend in ausländische Hände über. Zuerst waren`s die Türken und Italiener, nach dem Mauerfall gesellten sich Albaner, Jugoslawen und vor allem Russen dazu. D.h. dass es nach der Wende dort in Sachen Verteilungskampf noch einmal ordentlich abging. Soweit ich weiß, sind die Motorradrocker "Bones" als einzige deutsche Rotlichtklientel dort noch vertreten.

      Solange die Stadtoberhäupter Frankfurt immer noch als besonders liberal und weltoffen preisen, ähnlich wie in Hamburg, wird sich an dem zwielichtigen Ruf nichts ändern.

      In anderen Städten wie Leipzig war man gescheiter. Als nach der Wende die Frankfurter Unterwelt die sächsische Messestadt für sich entdeckte und sie auch daraufhin 1995 den unrühmlichen Titel "Hauptstadt des Verbrechens" bekam, hat man kurzerhand sämtliche Rotlichtviertel, offene Drogenszenen, Babystriche usw. zerschlagen. Mit dem Resultat, dass es außer 2 sogenannten Laufhäuser (eins draußen irgendwo im nirgendwo, eins in einem Gewerbegebiet an der Dessauer Str.) keine Rotlichtszene, kein Babystrich, keine offene Drogenszene mehr gibt und die Krimminalität allgemein um ca. 40 % sank

      Allerdings hat man in Frankfurt mittlerweile auch erreicht, dass der Bahnhof, die Kaiserstraße und die schöne Taunusanlage vom Elend befreit sind. Das lässt hoffen...
    • "spacecowboy" schrieb:

      Ich glaube nicht, dass das Bahnhofsviertel einmal richtig wohlhabend war, auch wenn die Architektur anderes vermuten lässt. Zumindest war das Viertel schon vor dem Krieg berüchtigt für seine kriminelle Energie. Halbgestalten und leichte Mädchen gab es auch damals.


      Etwas Rotlicht gab's wohl früher auch schon, ja, aber andererseits gab es auch das Hotel "Englischer Hof" (Bildmitte, heute Bürohaus, seit dem Krieg ohne Dachlandschaft), und das dürfte alles andere als ein Stundenhotel gewesen sein :zwinkern: . Also kann's nicht so schlimm gewesen sein - das Viertel wird insgesamt schon einen recht bürgerlichen Charakter gehabt haben.


      Quelle: FAZ

      Aber was zählt, ist natürlich der heutige Charakter. Wenn sich bei dem Sanierungsprojekt auf dem Bild neben der Erdgeschoßgestaltung auch die Ergeschoßnutzung ändert, dann wäre auch schon wieder ein klein wenig erreicht...

      Allerdings hat man in Frankfurt mittlerweile auch erreicht, dass der Bahnhof, die Kaiserstraße und die schöne Taunusanlage vom Elend befreit sind. Das lässt hoffen...


      Auf dieser Karte hier kann man ganz gut sehen, wo welche Nutzungen vertreten sind. Die Kaiserstraße ist, wie man sieht, vollständig "Puff-frei", und das schon seit vielen Jahren - aber einen verruchten Namen wird man eben langsamer wieder los, als man ihn bekommt.


      Quelle: FAZ

      Auch die Münchener Straße hat kein Rotlicht. Während die Kaiserstraße zur Bürostraße geworden ist, ist die Münchener (die übrigens vor dem Krieg den - nichts gegen München - schöneren Namen "Kronprinzenstraße" trug) eine echte Multikulti-Straße, was ja nicht schlecht sein muß.
    • Das Gebäude auf dem historischen Bild am linken Bildrand des Bahnhofsvorplatzes war das ehemalige Hotel Carlton, es stand bis auf die Dachlandschaft bis 1976 glaub ich und war auch als solches in Benutzung. Dann wurde es abgebrochen und durch einen ultrahäßlichen Bau ersetzt.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Der Nutzungsplan des Bahnhofsviertels zeigt ganz deutlich, dass es dort viel zu wenig Wohnraum gibt. Trotz positiver Bemühungen scheint Frankfurt nicht daran interessiert zu sein, das Bahnhofsviertel, dessen Ruf der ganzen Stadt nachhängt, wieder zu einem lebens- und liebenswerten Ort zu machen.
      Derweil ist das Bahnhofsviertel nicht nur die Visitenkarte, sondern auch eines der wenigen urban geprägten Gegenden der Stadt. Eine gemischte Wohnklientel lässt sich aber nur verwirklichen, wenn Prostitution und Drogen aus dem Viertel verschwinden.

      Der Bahnhofsvorplatz, so wie er vor dem Krieg aussah, wäre zu realisieren, weil die Platzstruktur annähernd diesselbe geblieben ist. Die Straßenbahnschienen könnten direkt vor den Bahnhof verlegt werden, was den Vorteil hat, dass man vom Bahnhof aus nicht mehr über die halsbrecherischen Straßen zur Bahn hetzen muss. Außerdem kommt noch der Aspekt hinzu, dass keine Abbiegespuren zur Kaiserstraße hin verlegt werden müssen, da dort ohnehin keine Bahnen mehr fahren. Der gesamte Platz wäre somit sogar besser nutzbar als es auf dem Vorkriegsbild zu sehen ist. Dieses konzeptlose Chaos vorm Bahnhof muss ein Ende haben.

      Die Kaiserstraße wiederum ist für mich die einzige Straße in Frankfurt, die das Zeug zur Flaniermeile, sogar zum Prachtboulevard besitzt. In den letzten Jahren ist dahingehend schon viel Positives geschehen, was aber längst kein Grund ist, sich zurückzulehnen. Eine gemischte Wohnklientel, vielfältige Gastronomie, kulturelle Angebote, Boutiquen usw. sind da nach wie vor nicht ausreichend vorhanden. Die parallellaufende Münchner Str., tja, diese Straße ist die Ramschladenstraße schlechthin und jeder Müncher wird sich in seinem Stolz gekränkt fühlen, wenn er durch diese Straße läuft.

      Wäre es nicht schön, wenn man in Zukunft vom Bahnhof aus flanierend über den wiedergewonnenen Platz davor durch die aufgewertete Kaiserstraße spaziert, und schließlich an den Hochhäusern vorbei zur rekonstruierten Altstadt gelangt? Was wäre das nicht auch für ein Imagegewinn...aber reden wir nicht über ungelegte Eier.


      Zur Architektur: Ja, die verstümmelten Dächer sind ein Graus, aber korrigierbar. Viel störender finde ich die Gebäude aus den 60ern, die mittlerweile einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck vermitteln. Statt sie zu sanieren, schlage ich vor, sie abzureißen und - von mir aus gern - mit einer anspruchsvollen modernen Architektur zu ersetzen. In etwa so wie die Gebäude am Hackeschen Markt in Berlin zum Beispiel. Die finde ich sehr gelungen.


      Zur Veranschaulichung noch ein paar Bilder:



      gezeigte Häuserzeile von oben aus gesehen






    • Danke für die Bilder, Spacecowboy.

      "spacecowboy" schrieb:


      Zur Architektur: Ja, die verstümmelten Dächer sind ein Graus, aber korrigierbar.


      Ich habe da auch ein paar Bilder, die zwei von Dir angesprochene Punkte aufzeigen:

      1. Es gibt im Bahnhofsviertel auch Straßenzüge mit einwandfrei erhaltener Dachlandschaft....



      ...bei denen die Problemzone eher weiter unten zu finden ist. :zwinkern:



      Und noch eins:



      Hinter diesen Planen stecken zwei entkernte Gründerzeitler mit schöner Fassade, die aus dem untergegangenen "Schneider-Imperium" stammen. Seit Jahren dämmern sie vor sich hin (es sei denn es wird inzwischen etwas daran gemacht und es wäre mir entgangen). Ein Schicksal wie Leipzigs F-E 81 droht den Häusern wohl nicht, aber es müßte sich mal was tun. Wenn man hier ein Dutzend erschwingliche Wohnungen (mit Schlafzimmer nach hinten zum Hof!) reinbauen und anständige Mieter finden würde, wäre schon wieder etwas erreicht. Aber gleich nebenan (rechts) sitzt Beate Uhse und an der nächsten Straßenecke ein Pornokino -das schreckt natürlich manchen ab - von den Junkies mal ganz abgesehen.

      Aber ich sehe das ähnlich wie Du: Aus der Kaiserstraße (in der es ja ohnehin schon überwiegend seriöse Läden und Büros, auch Anwaltskanzleien etc. gibt) könnte man wirklich eine richtige Visitenkarte machen.

      Am guten Willen der Stadt mangelt es nicht, aber die Häuser sind eben Privateigentum. Es müßte ein paar idealistische Hauseigentümer geben, die ihren "Schmuddelmietern" kündigen und sich anständige suchen und dann im Ernstfall auch mal ein paar Monate Leerstand in Kauf nehmen. Für die Räumlichkeiten eines Pornokinos bietet sich doch (nach einer Grundreinigung :zwinkern: ) die Umwandlung in ein anspruchsvolles Programmkino geradezu an. Mit einer guten Filmauswahl würde so etwas ganz andere Leute aus der ganzen Stadt herbeilocken - aber wie gesagt, da braucht es schon etwas Idealismus.


      Zu Spacecowboys Wolkenkratzer-Blick:



      Das grün umrandete Haus ist übrigens auch noch ein - bei der Modernisierung brutal entstellter - Gründerzeitler. Und der in rosa umrandete Kasten stammt m.E. ebenfalls noch aus der Vorkriegszeit; das dürfte das hier und hier zu sehende Gebäude sein, während das eindeutig als 60er-Jahre-Dreck erkennbare Nachbargebäude (blau umrandet) der Nachfolger des leider abgerissenen Jugendstilbaus "Schumann-Theater" ist.

      Der Krieg hat hier wirklich - abgesehen von ein paar Volltreffern - den geringsten Schaden angerichtet...
    • Am guten Willen der Stadt mangelt es nicht, aber die Häuser sind eben Privateigentum. Es müßte ein paar idealistische Hauseigentümer geben, die ihren "Schmuddelmietern" kündigen und sich anständige suchen und dann im Ernstfall auch mal ein paar Monate Leerstand in Kauf nehmen.


      Hinzu kommt ja, dass die Zimmervermietung an Prostituierte ziemlich lukrativ ist. Der Vermieter (nicht mit Zuhältern gleichsetzen) kassiert für jedes Zimmer bis zu 300 Euro am Tag. Könnte man nicht per Rechtsverordnung das gesamte Bahnhofsviertel zum Sperrbezirk erklären?
    • Im Prinzip meine Rede. Und daß die Prostitution dann in andere Viertel ausweicht - na und? Warum soll sie ausgerechnet in einem schönen Gründerzeitviertel am Bahnhof stattfinden? Warum nicht in einem häßlichen Hochhausviertel am Stadtrand?

      Allerdings ist eine "geordnete" Prostitution, also das Vermieten einzelner Zimmer an die Prostis m.E. nicht ganz so schlimm, das hört sich eigentlich nach einigermaßen diskretem Gewerbe an, und wenn keine Zuhälter im Spiel sind und die Nutten selbständig sind, dann werden ja auch keine Frauen gezwungen oder ausgebeutet.

      Zuerst müßten die richtig auffälligen "Eros-Center" mit der blinkenden Reklame weg, denn die prägen das Straßenbild und schrecken potentielle Mieter und Kunden ab. Sexshops und Pornokino ebenfalls raus, dann könnte man mit dem oben genannten ja vielleicht erstmal leben. Wenn man dann noch ein Polizeirevier mittenreinsetzen und Polizisten täglich Streife gehen lassen würde, würde das Viertel für lichtscheues Gesindel immer unattraktiver.

      Und bevor man an die Rekontruktion einer Dachlandschaft oder den Abriß von Bausünden geht, gibt es auch noch andere "Hausaufgaben", nämlich die Sanierung einiger heruntergekommener Gründerzeitler, denen zwar noch nicht akut die Leipzigung droht, die aber durch Leerstand auch nicht stabiler werden.

      Stück für Stück muß das Viertel "zivilisiert" werden, was Nutzung und Architektur angeht. Das kann Jahre dauern, aber das Bahnhofsviertel könnte durchaus eines Tages ein Viertel werden, wie es das Nordend und Sachsenhausen heute schon sind: Schöne Gründerzeit-Straßenzüge mit schicken Altbauwohnungen, gute Kneipen, ein paar Geschäfte und Büros - und dann auch noch extrem verkehrsgünstig gelegen... 8) (ein bißchen Tagträumerei...)
    • Ich bin sicher, dass man sagen kann, dass es zur Zeit wieder deutlich aufwärts geht mit dem Bahnhofsviertel. Das ist ja schon einmal etwas, denn vor zehn Jahren hätte ich diese Aussage sicher nicht gewagt. Den Wendepunkt würde etwa vor vier, fünf Jahren ansetzen, u. a. begann die Polizei damals mit der "Vertreibung" der offenen Drogenszene, auch die Etablierung des Wochenmarkts auf der Kaiserstraße dürfte eine gewisse Rolle gespielt haben.

      Auch sei nochmals der Hinweis gestattet, dass längst nicht das gesamte Bahnhofsviertel Rotlichtbezirk ist, siehe die von Schlossgespenst am 16.01.2006 gezeigte Grafik. Ein Beate-Uhse-Laden stört mich übrigens nicht weiter, (fast) ein Geschäft wie jedes andere auch. Außerdem: An der Kaiserstraße gibt es - glaube ich - genau zwei Sexshops, das war's auch schon.
    • Interessanter und erfreulicher Artikel aus der heutigen FAZ:

      Gefragt: Fördergelder für Wohnungen im Bahnhofsviertel

      Der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Frank kündigte an, daß die schwarz-grüne Koalition weitere zehn Millionen zur Verfügung stellen wolle. Zu den Nutznießern des Förderprogramms gehört die Asset Firmengruppe aus Bremen, die das weitgehend leerstehende Haus Kaiserstraße 48 an der Ecke zur Weserstraße vom Allianz-Konzern erworben hat (Foto).

      Neubauten im historischen Stil

      Bei Untersuchungen des Gebäudes hat sich gezeigt, daß hinter der Werksteinfassade aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch die ursprüngliche Front des im Jahr 1900 errichteten Hauses erhalten ist. Diese soll freigelegt und saniert werden. Die Bauherren planen außerdem den Aufbau eines zweigeschossigen Mansarddachs. Auch die Balkone am dritten Obergeschoß sollen wiederhergestellt werden. Im Erdgeschoß, das derzeit noch größtenteils zugemauert ist, sollen Läden und Restaurants entstehen.

      Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) zeigte sich begeistert von dem Vorhaben. Die Stadt werde darauf bestehen, daß Neubauten im Bahnhofsviertel Fassaden im historischen Stil erhielten. Hausmann kündigte an, daß auf den Parkstreifen entlang der Taunusstraße Baumreihen gepflanzt werden sollen.


      Kaum zu glauben: Ein (man schaue sich nur das Foto an!) unerträglich und scheinbar endgültig verhunzter Altbau wird wieder mit Fassade und Dach rekonstruiert - und OB Roth gibt ein Bekenntnis zu historisierender Architektur ab! Man darf also wirklich hoffen, daß das Bahnhofsviertel sich sowohl im Hinblick auf die Nutzung als auch architektonisch (in Teilen ist es ja ohnehin schon ein Juwel) positiv entwickeln wird. Also im Zweifel eher sich harmonisch einfügende Patzschke-Bauten als schiefe, provozierende Jourdan-Glaskästen... :D
    • "Henk Frost" schrieb:

      Ich bin sicher, dass man sagen kann, dass es zur Zeit wieder deutlich aufwärts geht mit dem Bahnhofsviertel. Das ist ja schon einmal etwas, denn vor zehn Jahren hätte ich diese Aussage sicher nicht gewagt. Den Wendepunkt würde etwa vor vier, fünf Jahren ansetzen, u. a. begann die Polizei damals mit der "Vertreibung" der offenen Drogenszene, auch die Etablierung des Wochenmarkts auf der Kaiserstraße dürfte eine gewisse Rolle gespielt haben....


      Dieser Aussage kann ich voll und ganz zustimmen. Ich war im Frühjahr dieses Jahres in Frankfurt und war begeistert, wie sehr sich diese Stadt zum Positiven gewandelt hat. Ich hatte die Stadt das letzte Mal Anfang der 90-er Jahre besucht und muss sagen, es hat sich viel getan. Es ist tatsächlich so, dass von der baulichen Substanz her betrachtet Frankfurts Innenstadt viel schöner ist als z. B. die Innenstadt Stuttgarts...
      Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...