Wismar - Wiederaufbau des Gotischen Viertels

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    • Wismar - Wiederaufbau des Gotischen Viertels

      Ich war ja diese Woche in Wismar und hat die schöne und teilweis wunderbare Altstadt angeschaut....manche Strassenzügen sind wie ein Traum....aber etwas in Wismar fehlt....

      ....die Gotische Viertel...und die Marienkirche...von die Schöne kirche bleibt jetzt die Turm und von die Viertel wurde jetzt nur die Archidiakonat wiederaufgebaut.....Meine Frage ist dann, wer hat Intresse mit mir ein solche Initiative zu begründen....

      "Wiederaufbau Gotisches Viertel Wismar"
    • "Protector" schrieb:

      Ja, ich würde auch sehr gerne mehr Informationen und auch alte Fotos, falls vorhanden, haben. Ich habe bei Google leider nichts gefunden.


      Schau mal im guten alten Bildindex

      da habe ich folgendes gefunden:














      Einen ähnlichen Fall habe ich neulich in Köln Mülheim gesehen, allerdings war es da eine Gründerzeitkirche.


      Zum schmunzeln fand ich den Namen dieses Hauses:

    • vielen dank für die fotos. stand die marienkirche denn in besagtem gotischen viertel? an das haus "alter schwede" kann ich mich auch noch gut erinnern als ich wismar mal einen besuch abgestattet habe. hab auch gut geschmunzelt. :D
      aber nochmal zum thema. wieiviel ist denn noch von dem gotischen viertel erhalten? gar nichts mehr? auf jeden fall ein skandal dass die kirche gesprengt wurde, da hätte man noch einiges retten können. :(
    • Die Bilder vom April '45 zeigen ein noch weitgehend intaktes Mittelschiff, die kirche muss also danach noch Schaden genommen haben. Ich vermute, dass da nach Kriegsende mal wieder ohne Sinn und Verstand Bunker gesprengt wurden und dabei die umstehende bausubstanz mit in den Orkus geblasen wurde, so wars zumindest bei St. Jacobi in Rostock...
      "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)
    • Ich war zum ersten (und leider einzigen) Mal in den Mitt-90ern in Wismar, und fuer nur ganz kurze Zeit. Zwar hat die Stadt einen sehr schoenen Marktplatz und vieles ist wieder aufgebaut oder jedenfalls neu bemalt worden ... aber wenn man vom Marktplatz weg in diese eine Richtung geht, findet man dort diese traurige Ruine der Marienkirche und auch sonst nur wenig ... :weinenblau: Ist das Wismars Gotisches Viertel, Johan?
    • Ja...die grosse Leerfläche um S:t Marien war die ehemalige Gotische Viertel....nur die Diakonat wurde Wiederaufgebau...

      ....hier bietet jetzt möglichkeiten die alte zu wiederaufbauen...weil ausser die Diakonat wurde nicht wiederaufgebau....keine Platten, nichts...drum rum ist alles schön....

      ....das ist eine grosse chance seit Wismar ist die einzige Hansta-stadt am Ostsee mit so eine fülle von historische Giebelhäuser....
    • Zur Marienkirche:
      "In den unmittelbaren Nachkriegsjahren Verfall der Ruine, die schließlich [1962] aus Sicherheitsgründen, mit Ausnahme des Turmes, beseitigt [gesprengt!] wurde"

      aus: "Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg", Ost-Berlin 1970.

      "aus Sicherheitsgründen", das sagt doch wohl alles, oder ? :x
      Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens. - Friedrich Schiller -
    • Du könntest ja mal beim Altstadtverein nachfragen, wie die zu Rekos stehen. Eine eigene HP haben die wohl leider nicht.

      Altstadtverein Wismar e.V.
      Ansprechpartnerin: Heidemarie Schult
      Postanschrift:
      Dankwartstraße 22
      D - 23966 Wismar

      wismar.de


      Außerdem gibt es noch eine Bürgerstiftung (buergerstiftung-wismar.de/) und eine City-Iitiative für die Altstadt (altstadt-wismar.de/). Ich glaube allerdings nicht, dass die für Rekos zu haben sind.

      Ich habe auch noch einnen Link zur Marienkirche entdeckt:

      wismar-marien.de/index.html
    • "Sebastian" schrieb:

      Zur Marienkirche:
      "In den unmittelbaren Nachkriegsjahren Verfall der Ruine, die schließlich [1962] aus Sicherheitsgründen, mit Ausnahme des Turmes, beseitigt [gesprengt!] wurde"

      aus: "Schicksale deutscher Baudenkmale im zweiten Weltkrieg", Ost-Berlin 1970.

      "aus Sicherheitsgründen", das sagt doch wohl alles, oder ? :x


      Ich halte die "Sicherheitsgründe" gar nicht für so abwegig... Wenn man sich dioe massiven Strebepfeiler ansieht, dann müssen gewaltige Querkräfte auf den Hochschiffwänden gelegen haben. Durch Brand werden Ziegeklsteine gewöhnlich nicht haltbarer, besonders nicht mittelalterliche und dann lass nur noch die Feuchtigkeit dazukommen...
      Ausserdem kann ich mir gut vorstellen, dass für innenliegende Wände nicht unbedingt der wasserfestete Mörtel genommen wurde...
      Und nun setze eine solche Ruine mal 17 Jahre lang der an der Küste nicht gerade milden Witterung aus...

      Im Übrigen wurden die Kriegslücken in Wismar meines Wissens nach absichtlich nicht neu bebaut, um Rekos zumindest theoretisch möglich zu machen. Mal sehn, vielleicht ersteht ja auch die Kirche irgendwann mal wieder, der Turm dazu ist ja noch da (also keine Total-Reko)...
      "... es allen Recht zu machen, ist eine Kunst, die niemand kann..." (Goethe)
    • "Pilaster" schrieb:

      Ich war zum ersten (und leider einzigen) Mal in den Mitt-90ern in Wismar, und fuer nur ganz kurze Zeit. Zwar hat die Stadt einen sehr schoenen Marktplatz und vieles ist wieder aufgebaut oder jedenfalls neu bemalt worden ... aber wenn man vom Marktplatz weg in diese eine Richtung geht, findet man dort diese traurige Ruine der Marienkirche und auch sonst nur wenig ... :weinenblau: Ist das Wismars Gotisches Viertel, Johan?


      @Pilaster
      Ich will jetzt alles ein bisschen verdeutlichen....die Gotische Viertel ist Marienkirche und die umliegende Gebäuden....wenn mann die Ruine Vorbeikommst, kommt man dann zum der zum die schöne Furstenhof und die zum grossen teil wiederaufgebaute S:t Georgen-kirche...Es handelt sich um ein loch in eine phantastich gut erhaltene Altstadt, dass muss zugemauert werden. Weder Stralsund, Lübeck, Talinn, Visby hat solche geschlossene echte Giebelstrassen und Gassen zu anbieten...

      @Mephisto
      Wenn nicht Mephisto endlich ein paar Bilder von Wismar veröffentlichen, muss ich das machen....Wismar hat wirklich eine grosse und wunderbare Altstadt, dass besonders die letzten Jahren sehr schön geworden ist......

      @Alle
      Leider ist meine Festplatte kaputt gegangen...und alle meine Bilder sind verloren gegangen....naja, deswegen dauert schon lange bis meine näschte Gallerie kommst....
    • Einige Anmerkungen zum Zerstörungsgrad der Marienkirche in Wismar:

      Am 14./15. April 1945 starke Zerstörung durch Luftminen, die den zwischen Turm und Kapellenkranz liegenden Baukörper auseinanderrissen und weitgehend sein konstruktives Grundgerüst vernichteten. Damit waren zugleich annähernd sämtliche Gewölbe zum Einsturz verdammt. Mit dem Einsturz von Strebebögen gingen weiterhin umfangreiche Wandabschnitte der Seitenschiffe, insbesondere auf der Südseite, verloren; des weiteren wurden die seitlichen Hallenanbauten bis auf geringfügige Reste völlig vernichtet. Turmanlage, Freipfeiler, Teile der Hochschiffswände und des Dachstuhls blieben vorerst erhalten, ebenso Teile der Umfassungsmauern des nördlichen Seitenschiffs und des Chorbaus. In den unmittelbaren Nachkriegsjahren Verfall der Ruine, die schliesslich aus Sicherheitsgründen, mit Ausnahme des Turmes, beseitigt wurden.

      (Quelle: "Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg", (c) Henschel-Verlag in der Dornier-Medienholding GmbH, Berlin)


      Hier einige Bilder die den Nachkriegszustand vor und nach der Sprengung des Kirchenschiffes verdeutlichen. Ich bin kein Bauexperte, aber so wie es sich darstellt, hätte man mit gutem Willen, der ganz offenbar an entscheidenden Stellen nicht vorhanden war und an weniger entscheidenden Stellen unterdrückt wurde, diese wunderbare Kirche möglicherweise erhalten und wiederaufbauen können.



      Marienkirche vor der Sprengung, rechts der Fürstenhof




      Ansicht von Südwesten vor der Sprengung




      Ansicht des Chores vor der Sprengung




      Ansicht des Turmes nach der Sprengung




      (Bildquelle: St. Marien Wismar, Verlag Ludwig, 1996, Kiel)
    • Re: Wiederaufbau des Gotischen Viertels in Wismar

      Nach der Sicherung der Fundamente ist eine Rekonstruktion der "Alten Schule" von Wismar in absehbarer Zeit nicht als völlig abwegig einzuschätzen.
      Die Wiederauferstehung dieses sehr bedeutenden und im wahrsten Sinne steinalten Bauwerks direkt neben der Marienkirche (besser gesagt dem Turm) wäre eine großartige Sache für das gesamte Gotische Viertel (oder genauer: Gotischer Winkel) im Weltkulturerbe Wismar.

      Bild der offenbar sehr gut erhaltenen gemauerten Fundamente:
      panoramio.com/photo/14507444

      Die Alte Schule vor der Zerstörung:
      Quelle: Bildindex
      Zwei weitere Ansichten mit kurzen Anmerkungen aus dem Wismar-Kalender:
      wismar-kalender.de/wismar_1997/32.htm
      wismar-kalender.de/wismar_1998/39.htm

      Weitere faszinierende alte Ansichten aus der Diplomarbeit "Ein Ersatzbau für die Alte Schule in Wismar" ("in der ursprünglichen Kubatur" nono:) )von Friederike Thomas/Europäisches Zentrum für Backsteingotik.
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Re: Wiederaufbau des Gotischen Viertels in Wismar

      Sowas, wollte die nächsten Tage glatt einen neuen Thread dafür eröffnen 8)
      War gerade in Wismar und habe Fundamente & Umgebung ausführlich dokumentiert.


      Sag, wie bist du ausgerechnet jetzt auf das Thema gestoßen? Gab's dazu einen Artikel in der Berliner Presse? :ka:
      Basis guter Architektur nach Vitruv:
      Schönheit ۩ Nützlichkeit ۩ Stabilität
      Schönheit wird von zu vielen Architekten ignoriert.