Da die Algarve ebenso wie Andalusien westlich von Sevilla für Architekturfreunde nicht so irre viel zu bieten hat, musste ich meinen Blick von der Isla Canela an der Grenze Spanien/Portugal aus etwas weiter schweifen lassen. Evora heißt die einzige Stadt, die im Dumont Kunstreiseführer Portugal (aus dem ich folgend viel abschreibe) neben Lissabon im Süden Portugals die Höchstwertung von zwei Sternen erhält. Gesagt getan, auch wenn Evora nicht eben toll zu erreichen ist. Von der Isla Canela waren es pro Strecke 200 km in Richtung Norden über Landstraßen, bis auf die Höhe von Lissabon. Direkt jenseits der spanischen Grenze liegt Merida, der Stadt mit den aktuell meisten erhaltenen römischen Bauwerken in Spanien, z.B. der längsten Brücke der Römerreiches, die bis vor wenigen Jahren noch für den PKW-Verkehr freigegeben war. Vor 2000 Jahren war hier wohl einigen los, aktuell liegt die Ecke etwas ab vom Schuss.
Wie fast die gesamte iberische Halbinsel wurde auch Evora von Römern, Westgoten, Mauren (bis 1191) und diversen anderen besiedelt. Vom 14.-16. Jahrhundert war Evora Sitz der portugiesischen Könige und hatte in dieser Zeit seine absolute Blütephase. Evora hat 40.000 Einwohner und wird von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft. Zunächst findet Ihr einen Stadtplan, die die Stadt komplett umgebende Stadtmauer ist erkenntlich.
http://www.algarve-reisen.com/evora/evoraplan1.htm\r
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1 Wir beginnen mit dem sog. Diana-Tempel, dessen tatsächliche Bestimmung allerdings ungewiss ist. Der Tempel wurde im 1. Jahrhundert gebaut und später vermauert in die Stadtbefestigung integriert, weshalb er exzellent erhalten ist und als der besterhaltene Römer-Tempel Portugals gelten kann.
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4. Nördlich grenzt der Palacio dos Duques de Cadaval an, dessen auf Bild 1 zu sehender Nordturm im Mittelalter ebenfalls zur Stadtbefestigung gehörte.
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Im Anschluss gingen wir zur nahgelegenen Kathedrale, der größten Portugals. 1186 wurde der Bau begonnen und im 13./14. Jahrhundert beendet, es entstand ein „zinnenbewehrter wuchtiger Bau der Reconquista“ (Dumont), „romanisch im Grundriss, frühgotisch in der Ausführung“, wobei für mich die romanischen Elemente deutlich überwiegen. Da die Kathedrale, zumindest wenn man sich im Stadtinnern befindet, etwas untergeht und schlecht zu fotografieren ist, stelle ich hier zunächst ein Luftbild ein. Die unterschiedlich gestalteten Turmspitzen sind mir vor Ort nicht aufgefallen.
http://www.gotik-romanik.de/Evora%20Thumbnails/Photo%20by%20Thundershead%20on%20Flickr.html\r
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6 Jetzt schauen wir auf das Portal, an dessen Seiten sich zwölf Apostelfiguren befinden.
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10 Zunächst sind wir auf das Dach der Kirche gelaufen, sehen auf die von Türmen gestützte Vierungskuppel und auf die überhaupt interessante Dachkonstruktion.
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17 Jetzt sehen wir auf den Dianatempel ...
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18... und Richtung Südosten zu einem ehemaligen Stadttor. Zum Largo das Portas de Moura mit einem Brunnen, auf dessen Spitze eine Erdkugel steht, kommen wir später noch.
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19 Jetzt schauen wir von der Orgelempore über dem Eingang in die Kirche. Man beachte, wie die Kuppelkonstruktion durch Tageslichteinfall fast schon eine Beleuchtung des Altarraumes erreicht.
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20. Jetzt sind wir im gotischen Kreuzgang.
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22 Und endlich sind wir im Erdgeschoss der Kirche angekommen. In der linken Seite der Kirche befindet sich ein Barockaltar aus dem 15. Jahrhundert. Teilweise sehen wir vorgetäuschte gotische Schlusssteine in den Bögen.
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26 Jetzt haben wir die Kirche in Richtung Süden verlassen...
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29 ...und stehen jetzt auf dem Largo das Portas de Moura, den wir vorhin vom Dach der Kathedrale aus gesehen haben.
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30 Im Süden der Altstadt ist zumindest am Sonntag um die Mittagszeit nicht viel los, aber wir sehen ein typisch spanisch/portugiesisches Flair. Vor allem ist die Stadt baulich in sehr gutem Zustand, ich habe keine einzige Bausünde gesehen, auch keine Burger-Filialen. Das ist gerade an der Algarve nicht überall so. Das schlimmste Beispiel, das ich hierzu gesehen habe, ist Faro, mit 57.000 Einwohnern die größte Stadt der Algarve. Hier ist vor ca. 15 Jahren zwischen Altstadt und Flughafen ein Neubauviertel mit einer riesigen Shopping Mall entstanden, dagegen lässt man die menschenleere Altstadt systematisch verfallen. So ähnlich wie in Faro stelle ich mir die Situation in Kuba vor, iberische Bausubstanz, die verrottet und Zug um Zug durch gesichtslose Neubauten ausgetauscht wird.

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31 Jetzt sind wir vor der verschlossenen Igreja de Graca, der einzigen Kirche, die wir uns im Süden der Altstadt angesehen haben.
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33 Jetzt kommen wir zum Praca de Giraldo, dem Hauptplatz der Stadt, der auch Sonntag mittags angenehm belebt ist. Natürlich hatte ich bis vor 10 Wochen von Evora noch nichts gehört, aber es ist schon Zentrum der Region und scheint auch sonst recht bekannt zu sein. Irgendwo habe ich sogar eine Gruppe japanischer Touristen gesehen, manchmal ist das gar kein schlechtes Zeichen. Ein Abstecher von Lissabon aus? Oder Lissabon --> Evora --> Merida --> Sevilla? Das wäre in der Tat ein interessanter Trip.

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34 Blick über den Platz Richtung Norden ...
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35... und Richtung Süden.
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36 Richtung Norden verlässt ein aus maurischer Zeit stammendes Aquädukt die Stadt. Diesbezüglich untermauert Wikipedia seinen halbwissenschaftlichen Anspruch, hier ist von einem römischen Aquädukt die Rede, bestenfalls haben die Mauren die römische Wasserleitung wiederaufgebaut. Im Folgenden bin ich dem Aquädukt, das in die aktuelle Bebauung einbezogen wurde, bis zur Stadtmauer gefolgt.
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37 Unterwegs sehe ich in das Aquädukt eingelassen das Stadtwappen, das mit seinen zwei angeschlagenen Köpfen an Giraldo, den Rückeroberer der Stadt von den Mauren, erinnert. Dieser ließ nach der Rückeroberung der Stadt den ortsansässigen Sultan und dessen Tochter köpfen, die angeblich Giraldos Geliebte war.
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43 Auf dem Weg zurück zum Hauptplatz komme ich noch an dieser Spolie vorbei, ob sie nun von Römern, Westgoten, Mauren oder sonstigen stammt, vermag ich nicht zu sagen, aber Hinterlassenschaften dieser Art habe ich einige gesehen, irgendwo hatte ich im Vorfeld bezüglich Evora zu Recht die Bezeichnung „Freilichtmuseum“ gelesen.
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44 Abschließend haben wir noch die Ermida des Sao Bras besucht, a.d. 1485 ein frühes Beispiel von Vermischung christlicher und islamischer Kunst, „mit gotischen Strebepfeilern und maurischen Rundungen“ (Dumont).
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48 Auf dem Weg zurück Richtung Süden haben wir nach ca. einem Drittel der Strecke noch in Beja (23.500 Einwohner) angehalten, das auf eine ähnlich bewegte Geschichte wie Evora zurückblickt. Hier hat es aber für einen kompletten Rundgang nicht mehr gereicht, wir sind noch im Norden der Stadt zum auf einem römischen Vorgängerbau fußenden maurischen Kastell gelaufen. Der auf dem dritten Bild zu sehende Rundbogen unter dem Turm ist der Rest eines römischen Stadttores. 
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51 Abschließend waren wir gegenüber in der Capela de Santo Amaro, die, von außen eher unauffällig, eine von vier in Portugal erhaltenen vorromanischen Kirchen darstellt, die sechs Säulen im Innern stammen aus dem 9./10. Jahrhundert. Die Kirche enthält aktuell ein Museum für westgotische Kunst.
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53 Nach einem weiteren Drittel der Rückfahrt sind wir durch Mertola (laut Dumont „die Museumsstadt am Rio Guardiana“) gefahren, haben dort aber nicht mehr angehalten. Die Altstadt des dann doch recht kleinen Ortes (3.300 Einwohner) sah aber klasse aus und wird von einer maurischen Befestigungsanlage umgeben, die sich Alhambra-artig um den Berg schlängelt, auf dem sich die Altstadt befindet. Bildquelle wikipedia. Das war’s.
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