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RMA

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Sunday, October 31st 2010, 9:05pm

Frankfurt am Main vom Domturm

Letzten Sonntag, also am 24. Oktober 2010, habe ich anbetrachts des schönen Wetters dann auch mal 10 KG Fotoausrüstung die über 300 Stufen des Domturms in Frankfurt am Main hinaufgeschleppt. Anbetrachts dessen, wie viele Kirchtürme Europas ich schon hochgekraxelt bin, war ich dann doch erstaunt, wie stressig der Aufstieg ist. Der noch überwiegende mittelalterliche Teil der engen Wendeltreppen mit den sehr steilen Stufen ist ganz offensichtlich nicht für den heutigen Massentourismus konzipiert worden. ;) Leider ist von den insgesamt drei für Besucher vorgesehenen Plattformen momentan nur eine in 66 Metern Höhe geöffnet, ob sich das mal ändern wird oder aufgrund von Brandschutzvorschriften dauerhaft so bleibt – keine Ahnung.

Genug geredet, die nachfolgenden Bilder entstanden mit der Canon 1Ds Mark II und dem Canon EF 70-200mm 4 L USM IS, also einem Teleobjektiv. Totalen werde ich demnächst wohl mal irgendwann nachreichen. Es sei noch angemerkt, dass es sich hier mehr um Schnappschüsse bzw. erste Eindrücke denn eine Bestandsaufnahme oder eine Serie mit einem bestimmten Fokus handelt und etwaige Kommentare, soweit nicht ohnehin explizit gekennzeichnet, einzig meine subjektive Auffassung darstellen.

Zunächst ein Bild des „corpus delicti“ vom Römerberg, im Detail ist anhand der dort befindlichen Menschen gut die erwähnte Aussichtsplattform zu erkennen.


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Dreikönigskirche in Sachsenhausen, erbaut 1875–80 nach Entwurf von Franz Josef Denzinger, im Zweiten Weltkrieg als eine von wenigen Frankfurter Kirchen nicht zerstört.


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Deutschordenskirche in Sachsenhausen, Kirche 14. Jahrhundert, der barocke Teil 1707–15 nach Plänen von Daniel Kaiser, Wiederaufbau nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1963–65; im Vordergrund der Neue Portikus auf der Maininsel, 2002–06 nach Entwurf von Christoph Mäckler.


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Henninger Turm in Sachsenhausen, 1959–61 als Getreidesilo nach Plänen von Karl Lieser, mit 118,5 Metern bis 1974 höchstes Gebäude der Stadt und, ob man nun will oder nicht, mittlerweile auch eines ihrer Wahrzeichen.


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Main Plaza am Deutschherrenufer in Sachsenhausen, erbaut 2000–01 nach Entwurf von Hans Kollhoff mit deutlichen Anleihen an die amerikanische Hochhausarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts – meiner Meinung nach einer der schönsten Neubauten der letzten 10 Jahre. Vielleicht auch das letzte wirklich postmoderne Gebäude in Frankfurt am Main.


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Wohnbauten zwischen etwa 1880 und 1930 jenseits der Dreikönigskirche in Sachsenhausen, eingesprengt einige Bauten v.a. der 1960er und 1970er Jahre von fragwürdiger städtebaulicher Wirkung.


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Der Römerkomplex – im Kern frühes 14. Jahrhundert, heutiges Erscheinungsbild weitgehend 1900–08 nach Plänen von Max Meckel, Franz von Hoven und Ludwig Neher. Im Vordergrund die Dächer der „Römerberg-Ostzeile“, rechts das des Steinernen Hauses, im Hintergrund v.a. markant der Bundesrechnungshof. Mit letzterem, 1951–53 nach Entwurf von Werner Dierschke und Friedel Steinmeyer errichteten Gebäude wird man noch einige Zeit leben müssen.


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Saalhof mit wohl noch unter Konrad III. errichteten staufischem Palas aus der Mitte des 12. Jahrhunderts (nur das Dach hinter Bäumen im Vordergrund erkennbar), dem nach Plänen von Stadtbaumeister Eberhard Friedberger 1454–56 errichteten Rententurm (ebenfalls nur das Dach mit Spitzhelmen erkennbar), dem längs am Main liegenden Bernusbau, 1715–17 nach Entwurf von Bernhard Kirn, sowie dem gerade in neuer Eindeckung befindlichen Burnitzbau von 1840–42, benannt nach seinem Architekten Rudolf Burnitz.

Der 1971–72 im Stil des Brutalismus an den Saalhof angesetzte Bau des Historischen Musems wird (wohl nach übereinstimmender Meinung zum Glück) bald weichen. Im Hintergrund die Leonhardskirche, die zweite im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstörte Innenstadtkirche, erbaut in den 1220er Jahren.


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Untermainkai mit dem so genannten Nizza-Ufer, an dem erstmals im 19. Jahrhundert aufgrund eines einzigartigen Mikroklimas ein Landschaftspark mit teils mediterranen Pflanzen angelegt wurde. Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung zeigt sich dieser aufgrund einer Generalüberholung anlässlich der Fußball-WM 2006 nun wieder in seiner alten Pracht – ein stadtbekanntes Motiv ist vor allem die Platanenallee – und herbstlichen Farben.


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30,37 Megapixel-Panorama des Paulsplatzes mit der Paulskirche aus drei Bildern – begonnen 1789 an der Stelle der hier 1786 abgebrochenen mittelalterlichen Kirche der Barfüßer, aufgrund der Revolutionswirren fertig gestellt erst 1833. Erste Entwürfe lieferte noch der Frankfurter Stadtbaumeister des Spätbarock, Andreas Liebhardt, nach dessen Tod 1788 übernahmen der neue Stadtbaumeister Johann Georg Christian Hess sowie der bedeutende, damals in Frankfurt am Main weilende französische Architekt Nicolas de Pigage, schließlich hatte auch noch Hess Sohn Johann Friedrich Christian Hess seine Finger mit im Spiel, der 1816 das Amt des Vaters übernahm. 1944 ausgebrannt, äußerlicher Wiederaufbau mit Flachdach 1947–48.


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Der Eiserne Steg, die historisch zweite Frankfurter Mainquerung für Fußgänger nach der Alten Brücke, erbaut nach Plänen von Johann Peter Wilhelm Schmick 1868–69 im neogotischen Stil als reines Bürgerprojekt, da die wie immer sparsame Stadt für die Finanzierung nicht gerade stehen wollte. 1910–12 Höherlegung und auch auf Druck des BDA Purifizierung (Beseitigung der neogotischen Zierelemente) aufgrund des zunehmenden Mainverkehrs, nach Sprengung 1945 nahezu unverändert wieder aufgebaut.


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Es folgen Untermainbrücke (1872–74 nach Plänen von Johann Peter Wilhelm Schmick, Sprengung 1945, veränderter Wiederaufbau auf alten Pfeilern), Holbeinsteg (1990 nach Entwurf von Albert Speer Jr.) und schließlich die Friedensbrücke (1950–51 anstelle der leider trotz fast keiner Schäden im Zweiten Weltkrieg abgebrochenen, sehr aufwändigen Wilhemsbrücke von 1844–48) am Westhafen. Hier fällt der nach Plänen von schneider+schumacher 2001–04 errichtete Westhafen Tower ins Auge, nach meinem persönlichen Empfinden ebenfalls eines der schönsten Projekte der letzten zehn Jahre – und sei es nur wegen der baulichen Hommage an das „Gerippte“, also das typische Frankfurter Apfelweinglas.


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Die Liebfrauenkirche an der Ecke Liebfrauenstraße / Töngesgasse, im Kern 14. und 15. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert reich barockisiert, im Zweiten Weltkrieg 1944 so stark beschädigt, dass der Bau komplett neu aufgemauert werden musste. Der dahinter angrenzende Kirchhof ist wahrlich ein Hort im Trubel der Großstadt, das Innere wirkt aufgrund des Philistergeschmacks der Wiederaufbauzeit dagegen nun leider wie das einer Bettelordenskirche. Links ragt ein Kran beim Technischen Rathaus in den Vordergrund.


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Der 170 Meter hohe Opernturm am Opernplatz, 2007–10 nach Entwurf von Christoph Mäckler, aber das wissen wohl die meisten. Ich muss sagen, dass ich persönlich über ihn in nicht solche Begeisterungsstürme verfalle wie viele, aber alleine die Tatsache, dass dieses Gebäude ganz entsetzliche Brutalismusbauten an gleicher Stelle ersetzte, kann man nicht anders als nur begrüßen. Ebenso, dass der Rotschildpark dadurch eine Revitalisierung und Vergrößerung erfahren hat.


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Das Dominikanerkloster mit Heiliggeistkirche zwischen Battonnstraße, Kurt-Schumacher-Straße und Dominikanergasse – auch von dieser noch aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden Anlage ließ der Zweite Weltkrieg fast nichts übrig. Beim Wiederaufbau 1955–61 sah man sich leider verpflichtet, nicht einmal das Langhaus, sondern nur den alten Chor in eine ansonsten fast völlige Neuinterpretation der Anlage nach Plänen des Architekten Gustav Scheinpflug zu integrieren. Etwas mehr Respekt bei einer Institution, deren Stiftungen reicher Patrizier des Mittelalters und der Frühen Neuzeit das Städelsche Kunstinstitut einen nicht unbedeutenden Teil seines „Startkapitals“ (u.a. von Dürer, Grünewald und Holbein) verdankt, hätte man sich schon gewünscht. Gegenwärtig läuft eine Generalsanierung, mehr dazu siehe hier.


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Häuser an der Konstablerwache – hier fällt auf, dass sich hinter der Fassade des Gebäudes mit der „Kirchenbauer“-Reklame wohl noch zwei Gründerzeitler verbergen, die ab hier einst die ganze Nordfront dieses Teils der Zeil ausmachten. Erkennbar ist dies an der Brandwand sowie den unterschiedlichen Fensterteilungen. Vielleicht eine Chance bei einer mehr denn je fälligen Neugestaltung der Konstablerwache, bedenkt man, was gegenwärtig aus ebenfalls völlig entstuckten Kandidaten im Bahnhofsviertel wieder für Schmuckstücke werden.


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Das Gebäude D des Oberlandesgerichts an der „Neuen Zeil“, ein nach meinem Empfinden im Innenstadtbereich wohl nicht mehr zu übertreffendes Beispiel für den autistischen Städtebau vergangener Zeiten (um 1970), das uns als mahnendes Beispiel nach längerer wie erfolgloser Diskussion um ein Justizzentrum an anderer Stelle wohl auch noch eine Weile begleiten wird.

Im Hintergrund das Dächergewimmel des Nordend und Bornheims mit den Türme von ingesamt drei Sakralbauten, von rechts nach links St. Josefskirche, Johanniskirche und schließlich Lutherkirche.


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Der obere Teil des Deutschherrenufers mit zahlreichen Neubauten der letzten Jahre auf dem ehemaligen Schlachthofgelände – über den Main führen hier die Ignatz-Bubis-Brücke (1876–78 als Obermainbrücke nach Entwurf von Johann Peter Wilhelm Schmick, Sprengung 1945, fast unveränderter Wiederaufbau 1946–49, Umwidmung 2000) und die Flößerbrücke (1984–86 nach Plänen von Egon Jux), links angeschnitten gerade noch so die Deutschherrenbrücke (1911–13, Sprengung 1945, unveränderter Wiederaufbau 1945–49).


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Zum Abschluss noch zwei Panoramen von jeweils 67,5 Megapixeln – einmal das Bankenviertel zwischen Opernturm und Main, gegenwärtig leider noch etwas gestört durch die direkt neben dem Dom aufragenden Kräne beim Technischen Rathaus, zum anderen das Fischerfeldviertel zwischen Main und Battonnstraße.


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Wikos

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Monday, November 1st 2010, 10:10am

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

@RMA: Vielen Dank für Deine große Mühe, die Du Dir immer wieder machst. Die fotografische Leistung und Deine mit hohem Fachverstand geschriebenen Kommentare machen Deine Beiträge immer wieder zu einem architektonischen Hochgenuss.
Frankfurt: Reich und sexy!

Erpel

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Monday, November 1st 2010, 12:44pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Vielen Dank für die Bilder von einem, der sich in FFM nicht gut auskennt. Diesen Kollhoff-Bau am anderen Main-Ufer finde ich toll, ich mag ja die amerikanische Hochhausarchitektur aus der genannten Phase. Am Potsdamer Platz steht ein Gebäude in ähnlichem Stil. Die Leonhardskirche muss ich mir vor Ort bei Gelegenheit mal anschauen. Sehr erfreulich finde ich auch die Perspektive, dass das Historische Museum zwischen Römer und Main wegkommt, das ist mir vor Ort allerdings schon negativ aufgefallen, ein Technischer Rathaus, nur zwei Nummern kleiner. Furchbar. Wenn ich mich recht entsinne, steht direkt gegenüber laut aufgebrachter Tafel das einzige Frankfurter Fachwerkhaus, das den Krieg im Original überstanden hat.

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Monday, November 1st 2010, 3:06pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Guter Photograph und gute Kamera, aber leider kein gutes Motiv.

Es bringt zwar nichts, doch muss man trotzdem feststellen, daß Frankfurt am Main immer noch die hässlichste und auch irgendwie die "undeutscheste" Großstadt unseres Landes ist.
Diese Mischung aus wenigen Vorkriegsbauten, banaler westdeutscher Nachkriegsarchitektur und völlig überproportionierten Hochhäusern und Betonriegeln ist ein optischer Graus.

Dazu fällt mir immer folgendes Zitat ein:

"Wir Amerikaner wollen Frankfurt in Omaha/Nebraska verwandeln, wenn Sie wissen, was ich meine, und wir machen das"

Neil Postman
" Dem Wahren, Schönen, Guten "

Nibelgauer

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Monday, November 1st 2010, 9:27pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

^ Seh ich komplett anders.
In meinen Augen ist Frankfurt in seiner fast aberwitzigen Mischung aus reicher (obschon durch Krieg und Nachkrieg enorm ausgedünnter) historischen Tiefe und den eindrucksvollen modernen Finanz- und Wirtschafts-Kathedralen eine durchaus sehr deutsche Stadt – und zwar eine die mir auch durchaus gut gefällt.
Mittelalterliche Kirchenbauten, Goethe-Haus, Oper, Paulskirche, Römer, (demnächst) wieder im Aufbau befindlicher Altstadt-Kern - und das alles im Schatten von 200m-Glas-Stahl-Bank-Türmen ... Wo findest Du das auf der Welt ein zweites Mal?
Keine Frage: Die mittelalterliche Stadt von vor 1945 wäre mir noch lieber ... Aber das was Frankfurt heute darstellt ist durchaus auch sehr sehenswert.
Ich kann mich an dieser geschichtlichen Tiefe, die die Stadt ausstrahlt, jedenfalls immer gar nicht satt sehen, wenn ich sie besuche.

RMA

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Monday, November 1st 2010, 10:16pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Ich sehe das ähnlich. Wie alt ist das älteste Gebäude von New York, das wohl die älteste und "europäischste" Stadt der USA darstellt? Wenn ich mich recht entsinne eine kleine Kirche von 1766, und da ist man dort schon verdammt stolz darauf. Außerdem hat kaum eine amerikanische Großstadt derart viele dezentrale Grünanlagen anzubieten. Ja, die Innenstadt ist in weiten Flächen eine Katastrophe, aber viele Hochhäuser stellen ganz zweifellos die besten Großbauten dar, die in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden. Außerdem ist man bezüglich der Geschichte zur Besinnung gekommen, sowas muss in einem Stuttgart erst noch passieren...

Brandmauer

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Monday, November 1st 2010, 11:42pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Die Bilder machen auch deutlich, was Frankfurt durch Projekte gewinnen kann, die in den nächsten Jahren zu erhoffen sind: Langer Franz & Kleiner Cohn, das Dach des Kämmereigebäudes, die Häuser am Krönungsweg und Hühnermarkt, Verbesserung (wenn auch leider ohne Rekonstruktionen) des Historischen Museums. Hoffentlich folgen danach die Beseitigung des Bundesrechnungsamts, die Rekonstruktion des Salzhauses, die Rekonstruktion des Dachs der Paulskirche, usw. usf. Wenn sich ein wirklicher Gesinnungswechsel vollzogen hat, ließe es sich in Frankfurt wahrscheinlich auch finanziell machen, den historischen Altstadtkern wieder auferstehen zu lassen und zu beleben und damit den heutigen provisorischen Charakter zu beheben. Denn so provisoriumhaft ist heute selbst Stuttgarts Altstadt (außer am Marktplatz) nicht, mann muß dann schon auf Pforzheim, Kassel oder Kiel schauen.
Favorevole alla ricostruzione completa come era e dove era.

Georg Friedrich

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Tuesday, November 2nd 2010, 2:22am

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Zwar ist das Main Plaza in seiner Qualität leider ein Unikum unter den Hochhäusern, solange letztere aber außerhalb der Altstadt entstehen und im besten Fall sogar hässliche Nachkriegsbauten ersetzen, stören mich selbst schlechtere Exemplare in keinster Weise. Die Bilder zeigen auch, dass Frankfurt noch über größere Gründerzeitbestände verfügt. Würden die Sanierungsbeispiele im Bahnhofsviertel Schule machen und im Umgang mit der Bausubstanz des 19. und frühen 20. Jahrhundert mittelfristig Leipziger Verhältnisse einziehen, könnte die Stadt in ihren Außenbezirken eine attraktive Metropole werden, was sehr zu begrüßen wäre, nicht zuletzt deswegen, weil die Stadt wie kaum eine andere das Bild Deutschlands in der Welt prägt. Schlimm sind in erster Linie die Betonriegel innerhalb der Altstadt aus der Nachkriegszeit. So unrealistisch es zum jetzigen Zeitpunkt noch erscheinen mag: Hier hilft einzig eine radikale Abrisspolitik.
"Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
Arthur Schopenhauer

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Tuesday, November 2nd 2010, 12:57pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Vielleicht glauben hier ja Einige trotz ihrer Präferenz für historische Städtebilder, daß ein internationales Finanzzentrum so auszusehen habe.

Es kann aber auch viel Geld in historischen Gebäuden verdient werden, ohne daß der "Arbeitsplatz" aussehen muss wie New York oder Singapur.

Bestes Beispiel ist Zürich, wo es nur wenige Hochbauten gibt.

Ich dachte immer, Hochhäuser in Europa werden nur im DAF verteidigt und gepriesen.
" Dem Wahren, Schönen, Guten "

RMA

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Tuesday, November 2nd 2010, 2:35pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Ich würde sagen, dein Standpunkt ist genauso dogmatisch wie der (vermeintliche) des "bösen" DAF. Dort hat übrigens kaum jemand etwas gegen Altbaubauten und auch nur die wenigstens ernsthaft etwas gegen die anstehende Altstadtreko. Der Vergleich mit Zürich hinkt hinten und vorne, weil letzteres im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert wurde. Frankfurt am Main sähe ohne den Zweiten Weltkrieg zweifellos ähnlich wie Zürich aus und wir würden trotzdem von Wolkenkratzern auf eine der besterhaltenen Fachwerkstädte Europas gucken.

ursus carpaticus

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Tuesday, November 2nd 2010, 3:20pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen. Ich denke, dass die Bedeutung der FFer Altstadt schin so etwas wie einen gewissenm auf jeden Fall größeren Respektabstand bedingt hätte. Ist aber natürlich nur spekulativ.
Die "Erdrückung" des Zentrums durch die Hochhäuser ist mE schon eine Folge der Zerstörung. Wobei man zugestehen muss, dass FF in DD dadurch etwas Einzigartiges gelungen ist: die Schaffung eines aliud. Überall woanders weicht der neue Zustand in der Kubatur nicht so sehr von dem alten ab - alles ist nur schlechter und unbedeutender, im güsnstigsten Fall (selten!) gleich, aber eben nciht original. In FF ist eigentlich keine Vergleichsmöglichkeit gegeben, die (US-) Moderne kam gleich hinter der Altstadt uneingeschränkt zum Zug.
Darin liegt eine gewisse Qualität. Ich seh auch FF nicht so hoffnungslos wie Würzburg und Nürnberg.
... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)

Dirk

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Tuesday, November 2nd 2010, 6:47pm

Re: Frankfurt am Main vom Domturm

Ohne den zweiten Weltkrieg gäbe es in Frankfurt heute garantiert keine Wolkenkratzer, vielleicht ein paar niedrigere Hochhäuser am Rand der Innenstadt.
Ich konnte der Frankfurter Skyline noch nie etwas besonderes abgewinnen, die Architektur wirkt beliebig und ausdruckslos, wenn man mal vom wirklich interessanten Main Plaza, (evtl. noch dem Messeturm) absieht. So eine Gruppe Hochhäuser im Stil von Kollhoff, das hätte das Potenzial zu einem unverkennbaren Wahrzeichen.
In dubio pro reko

Für mich war die Zeit des Historismus eine Blütezeit des schönen Bauens.

Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.